Computerspieler gründen Verband (Update - Video)

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27. Juli 2009 - 13:49 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert

Karlsruhe ist wohl die Hochburg, wenn es um Bürgerrechte und Jugendkultur geht; unter anderem wurde hier auch die "Aktion Jugendkultur" nach der Absage der Intel Friday Night Games durchgeführt. Neben dem Bundesverfassungsgericht gibt es nun zusätzlich den ersten Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler, kurz VDVC, der am letzten Samstag auf der Spieler-Demo in Karlsruhe erstmals an die Öffentlichkeit getreten ist.

Gegründet wurde der Verband aber bereits am 12. Juli, woraufhin aber zunächst starke Partner, die sie bei ihrem Vorhaben unterstützen sollen, gesucht wurden. Darunter fallen bislang der Clan Mousesports und die Community Wiiinsider. Geplant ist außerdem eine Partnerschaft mit Lan-Veranstaltern wie NetQuarter, aber alle interessierte Vereine werden zum Kontakt aufgerufen.

Der VDVC beschreibt sich selbst wie folgt:

Der „Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler” wurde von Spielern für Spieler gegründet. Er steht für Kooperation, Aufklärung und Dialog für ein Miteinander ohne Vorurteile.

Des weiteren finden Gespräche mit Unternehmen aus der Spielindustrie statt, mit denen eine gemeinsame Kampagne ausgearbeitet werden soll. Auch Informationsveranstaltungen für Eltern und Lehrer sind geplant, da Letztere bereits vor der ersten öffentlichen Bekanntgabe des Vereins Anfragen gestellt haben sollen. Der Verband will sich außerdem für einen konstruktiven Austausch mit der Politik einsetzen.

Ins Leben gerufen wurde der VDVC unter anderem von Patrik Schönfeldt. Die Mitgliedschaft ist kostenlos und steht allen Spielern offen.

Hier noch ein Video mit Patrik Schönfeldt auf der Demo in Karlsruhe.

Video:

Alex Hassel 19 Megatalent - 17895 - 27. Juli 2009 - 12:27 #

Warum ist Karlsruhe die Hochburg der Jugendkultur? Hab ich da was verpasst?

Anonsten weiß ich noch nicht so Recht was ich davon halten soll. Prinzipiell toll, aber was ist jetzt das entscheidende Merkmal das ihn von Verbänden wie BIU oder GAME unterscheidet?

Carsten 18 Doppel-Voter - 12131 - 27. Juli 2009 - 12:30 #

GAME und BIU sind Verbände der Industrie deren Interessen sie hauptächlich vertreten. Die sind auch nicht zwangsläufig deckungsfleich mit den Interessen der Spieler. Das will jetzt der VDVC übernehmen.

Alex Hassel 19 Megatalent - 17895 - 27. Juli 2009 - 12:40 #

@Carsten

Jetzt kann man natürlich streiten in weit die Interessen der Spieleindustrie deckungsgleich mit den Zielen der Spieler sind. Je stärker der Jugendschutz, umso mehr Restriktionen hat die Industrie beim Verkaufen, und wir Spieler ärgern uns das der Erwerb unnötig erschwert wird.

Ich finde das kommt schon im Großen und Ganzen bei beiden aufs Gleiche hinaus. Die Industrie will verkaufen, die Spieler wollen kaufen. Und der Rest dessen was der VDVC da erklärt hat könnte man eigentlich auch nahezu identisch bei BIU und GAME anbringen... Lobbyarbeit mit Politikern, Elternabende, etc. Es ist ja nicht so das es das nicht vorher gab.

Mir fehlt da ein bischen das Alleinstellungsmerkmal dieses neuen Verbandes, weil ich bislang nicht den Eindruck hatte das die Kommunikation der Spieler untereinander nicht funktioniert hätte. Was definitiv nicht funktioniert ist die Präsentation der Lobbyarbeit der Industrieverbände an die Öffentlichkeit/Spieler. Da gibt es großen Nachholbedarf.

Ich verfolge das interessiert und hoffe ehrlich das sie was bewirken können, nur sehe ich momentan nicht was das sein sollte und vor allem wie. Mit einem bösen Hintergedanken könnte man die derzeitige Präsenz des VDVC auch als PR Aktion von einem esports Clan, einer Wii Community und einem LAN-Party Veranstalter betrachten.

Carsten 18 Doppel-Voter - 12131 - 27. Juli 2009 - 12:47 #

Schon klar, Jugendschutz ist da deckungsgleich. Allerdings stecken die auch jede Menge Energie in Themen, die nicht unbedingt Pro-Spieler sind, von denen wir nix mitbekommen. Denn die beiden Verbände sind nun mal Industrie-Vertreter, und am Ende kommt es dann eben drauf an, dass möglichst viel Geld gescheffelt wird.

Deswegen find ich die Grundidee des VDVC gut. Auch wenn Überschneidungen bestehen ist hierbei eben der Schwerpunkt klar auf die Spielerinteressen gelegt. In wiefern und in welchem Maße die Köpfe hinter diesem Verband diese Ziele auch realisieren, das kann nur die Zeit zeigen.

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 27. Juli 2009 - 12:31 #

Sollte es nicht heißen "um Bürgerrechte der spielenden Jugendkultur" ?
Ich finde es so schon sehr allgemeingültig.

Patrick 15 Kenner - 3955 - 27. Juli 2009 - 12:31 #

Ich beziehe mich darauf, dass in Karlsruhe recht viele Jugendliche für ihr Recht einsetzten und hier die ersten Demos für Spieler stattgefunden haben.

Gamaxy 19 Megatalent - P - 13346 - 27. Juli 2009 - 13:20 #

Sollte es im 1. Absatz nicht eigentlich Bundesverfassungsgericht heißen? Der BGH ist ja jetzt nicht primär für Bürgerrechte zuständig...

Patrick 15 Kenner - 3955 - 27. Juli 2009 - 13:35 #

Stimmt, Fehler behoben...

bam 15 Kenner - 2757 - 27. Juli 2009 - 13:46 #

Diese ganze Verbandsmentalität passt mir eh nicht so ganz. Letztlich läuft es darauf hinaus, dass ein Verband meint die Interessen aller Spieler zu vertreten, auch wenn die Realität ganz anders aussieht.
Es ist schlichtweg nicht Möglich alle Meinungen unter einem Hut zu bringen. Von daher: Verband schön und gut, aber bitte nicht anmaßen alles und jeden zu repräsentieren.

Ähnliches gilt z.b. für den Deutschen eSport Bund, welcher in Spielerkreisen kaum Zuspruch erhält, sich trotzdem die Vertretung aller anmaßt.

Bibliothekar 11 Forenversteher - 770 - 27. Juli 2009 - 14:13 #

Arg könnt ihr nicht vor deren Webseite warnen? Jetzt muss ich erst mal zum Augenarzt.
Was ich nicht so ganz verstehe: Ein solcher Verband will das Image der Spieler verbessern und für Aufklärung etc. sorgen. Wenn man keine Beiträge zahlen muss, wie soll das funktionieren? Lobbyarbeit ist sicherlich nicht billig und Events zur Aufklärung sicherlich auch nicht.

Aber die sollten dringend die grellen Farben von der Seite schmeißen damit man auch mal länger als 3 Sekunden am Stück drauf schauen kann.

Creasy (unregistriert) 27. Juli 2009 - 15:03 #

"Arg könnt ihr nicht vor deren Webseite warnen? Jetzt muss ich erst mal zum Augenarzt."
Jo, man fragt sich wirklich, wie selbst Leute, die anscheinend was mit Computer zu tun haben, sich nicht damit auskennen (bzw. Webseiten)... Naja gut, die meisten, die programmieren o.ä. können, haben ja keine Ahnung von Design, aber trotzdem..

XLuxx 09 Triple-Talent - 261 - 27. Juli 2009 - 15:51 #

Auch auf die Gefahr hin hier gleich massakriert zu werden, halte ich die Idee für Sinnbefreit. Letzlich geht es doch darum einen Gegenpol gegen die Anti-Ego-Shooter Bewegung, politischer und gesellschaftlicher Natur, zu schaffen! Ich spiele selten Ego-Shooter ist der Verband also wirklich auch was für mich?

Sicher wäre es schön, wenn die zunehmenden Repressalien, kopierschutzbestimmender Art, Einhalt gebieten werden würde, aber wer bitte glaubt, das ein Verband der Spieler dieses auch erreichen kann. Bestimmend sind hier vor allem die Verkaufszahlen, die trotz Internetanbindungspflicht und Zwangsanmeldungspflicht kaum Wirkungen spüren. Solange sich ein Spiel, egal in welcher bugverseuchten, kopiergeschützen, featurelosen Art auch immer, ausreichend Verkauft, solange wird kein Hersteller seine Methoden überdenken. Solange die geballte Spielerschar blind jeder medialen Neuentrückung hinterhereifern, solange brauchen die selben Menschen nicht darüber jammern, das sie ein verbugtes, schlechtes, umfangloses Produkt in den Händen halten!

Seltsamerweise geschiet in dieser Richtung wenig bis gar nichts! Ich z.B. spiele keine EA Spiele mehr, weil ich mit dem Spore-Desaster die Nase voll habe und solch ein Hersteller nicht weiter unterstützen will. Würden sich weit mehr dieser Selbstverpflichtung verbunden fühlen, würde sich sicher auch schnell was ändern, weil die Hersteller mit bestimmten Verkaufszahlen in einer bestimmten Zeiteinheit rechnen und entsprechend Planen! Der Zwang kann nur aus der Verweigerung entstehen ...

Was die politisch-gesellschaftliche Seite betrifft, so sei hier vermerkt, das es inzwischen schon interessante Ansätze wissenschaftlicher Art gibt, die "Killer"-Spiele durchaus kristischer beäugen als es so manchen Spieler lieb sein sollte. Ich las dazu etwas in der "Psychologie Heute" (suche mal den Artikel heraus)! Dabei wurde sehr leicht nachgewiesen, das "Killer"-Spiele durchaus abstumpfen und reale Gewalt weniger schlimm erscheinen läßt. Ob und in wie weit dies die Theorie des Amokläufers aus Killer-Spielen unterstützt wird zur Zeit untersucht. Hier sollte man auch als Spieler differenzieren, ob und in wie weit wirklich diffamiert wird, oder sich Fakten gegen einen Stellen!

LG

Bibliothekar 11 Forenversteher - 770 - 27. Juli 2009 - 16:12 #

Bezüglich Kopierschutz und sonstige Kundengängelung: Es gibt nicht den einen Weg um dagegen anzukommen. Aber man erreicht unter anderem mehr wenn man sich organisiert und einige wenige Sprecher hat welche große Gruppen vertreten. Lobbyismus halt. Dann muss man aber auch zu seinem Wort stehen und die Spiele nicht kaufen und öffentlich Stunk gegen die Gängelung machen etc.

Was die Killerspieledebate angeht: 95% aller Studien sagen warscheinlich genau das aus, was der Auftraggeber erhofft. Man muss alles immer kritisch sehen und hinterfragen. Aber wenn sich ein Verband dafür einsetzt das Eltern, etc. sich auf einer ElternLAN mal mit Spielen auseinander setzen können finde ich das Prima.
Und wenn eine Studie etwas "Sehrt leicht nachweist" sollte dies ein erstes Alarmzeichen sein, denn "sehr leicht" ist an der Thematik garnichts. Mit nem entsprechenden Studium im Rücken könnte ich dir leicht nachweisen das jede beliebige Tätigkeit gewallt erzeugt oder eben nicht. Natürlich nur so lange bis irgendwer sich mal genau anschaut was in der Studie steht. Alles kann gewalt erzeugen. Und alles kann Depression erzeugen, und so weiter und so fort.

XLuxx 09 Triple-Talent - 261 - 27. Juli 2009 - 18:23 #

Es ging bei der Untersuchung darüber, ob Gewaltspiele nachhaltige Wirkungen haben, also genau das, worüber sich Politiker so manches mal mokieren. Die Schwierigkeit dabei ist natürlich die Erhebung einer Grundlage.

Soweit ich mich erinnere, wurden Spieler in zwei Gruppen aufgeteilt (die Gruppen waren zu 50% Frauen und Männer, die, so meine ich, nur sehr gelegentlich Computerspiele zocken), die eine Gruppe sollte Tetris spielen, während die andere Gruppe ein bekanntes nicht näher beschriebenes Spiel (Marke Ego-Shooter) zockte. Nach einer gewissen Zeit wurden den Probanten unterschiedlich starke Gewaltszenen gezeigt und die jeweilige körperliche, wie auch gefühlte Reaktion ermittelt. Danach wurde, quasi als Gegencheck das gleiche mit den Tetrisspielern gemacht. Kern der vorläufigen Ergebnisse ist, das alle Spieler die vorher intensiv "Killer"-Spiele zockten, Gewaltdarstellungen weniger schlimm empfanden, als die Tetris-Spieler. Interessanterweise läßt sich solch ein Effekt auch noch viel später Nachweisen. Die Killer-Spiel-Jünger stumpfen in Teilen ab, was Gewalt im Allgemeinen angeht, das ist mediale, psychische und physische Gewalt.

Unter der Berücksichtigung des Menschlichen Gewohnheitsmechanismus, wird dadurch zunehmend Gewalt als "Normal" angesehen, da der Mensch daran "gewöhnt" ist. Das Argument vieler Spieler, das sie wissen, was Realität und Fiktion ist, mag "gefühlt" so sein, ist aber leider eben nicht fundiert, wie eben diese eine, in meinen Erinnerungen schwebende, Studie beweist.

Soweit ich mich erinnere, war selbst die Leiter der Studie über die Klarheit der Ergebnisse überrascht. Wir Spieler können uns nicht ganz frei davon sprechen, das Spiele Einfluß auf uns haben, eher subtil, keine Frage, aber schlicht Leugnen sollten wir den Einfluß nicht, eher hinterfragen ... Killerspieldebatte? Gerne, dann aber auf breiter wissenschaftlicher Basis!

Persönlich denke ich schon das so manche Szene aus einem Spiel völlig übertrieben gewalttätig dargestellt ist, denke da an Fallout 3 aktuell. Hab es erst gestern bei einem Kumpel gespielt und fand es seltsam, das ein simpler Kopftreffer gleich alle Körperteile vom Torso trennen kann, möchte mal die physikalische Grundlage dafür sehen! Ich empfand es als völlig überzogen und unrealistisch, fast schon störend. Inwieweit mich das nun Gewalt zugänglicher macht, ist aus meiner Warte natürlich schwer festzustellen, als störend empfand ich es allemal.

LG

Bibliothekar 11 Forenversteher - 770 - 27. Juli 2009 - 20:46 #

Eigentlich beweist die Studie nur das die Probanten gegenüber gestellter Gewalt im Fernsehen und Spielen abstumpft. Das würde ich für mich auch irgendwo bestätigen. Ich schau gerne Actionfilme und finds auch immer noch "cool" wenn Bruce Willis in Stirb Langsam in Blutdurchtränktem Shirt die Stadt, den Flughafen, was auch immer rettet.
Aber wenn ich sowas in echt sehen würde wäre das wahrscheinlich ganz anders. Wobei ich froh bin nichts dergleichen mitgemacht zu haben bisher ;)

Aber ich stimme dir zu: Es gibt durchaus Spiele die es zu weit treiben. Habe Falout 3 auch in der geschnittenen Version geholt und vermisse die fliegenden Körperteile nicht. Die Slow Motion Animation bei kritischen Treffern find ich wiederrum schick.
Bei Quake 3 widerrum stört es mich nicht, was aber auch daran liegt das es einfach nur bekloppt aussieht. Dann gabs noch ein paar SPiele wo ich mich für die gekürzte Fassung entschieden habe, ich hab aber grad vergessen welche .... Age of Conan war so eins.

XLuxx 09 Triple-Talent - 261 - 28. Juli 2009 - 8:13 #

Die Gewaltszenen waren Szene aus dem realen Leben, soweit ich weiß (finde den Artikel einfach nicht!), also keine Fersehshow!

Es halten sich ja immer noch die Gerüchte, das Fernseh, also gesehene Szenen in einem Gerät anders wahrgenommen werden, als real erlebte Szenen. Es ist aber durchaus auch schon in Studien bewiesen worden, das gerade Kinder zwar durchaus unterscheiden, sich aber unterbewußt bestimmte Gewohnheiten (so will ich es hier mal nennen) einstellen. Sicher können aufgeklärte Erwachsene (ich bin 33 Jahre alt) eher unterscheiden, was Fiktion und Realität ist, wuchsen wir doch noch weitgehend ohne mediales Überangebot auf. Die Kinder von heute allerdings, sind quasi erschlagen vom medialen Eindrücken. Es gibt dazu einige besorgneserregende Forschungansätze, die zeigen, das es eben nicht so leicht von der Hand zu weisen ist, das Fernsehen, Spielekonsolen und PC, starken Einfluss auf den jeweiligen Spieler im Kindes und Jugendlichen Alter hat, auch in das reale Leben hinein!

Sicher könnte man hier auch die (seit neustem auch in der Psychologie benannte) Computerspielesucht nennen. Hier zeigt sich im Extrem wie schnell mediale Surrealitäten, zur Austauschexistenz eines vermeidlich weniger wertem Realleben wird. Dazu sind schon viele Untersuchungen gemacht worden, allein schon deswegen, um Abgrenzungen zu erkennen und das Suchtschemata zu erarbeiten.

Die Frage, die ich mir immer dabei stelle ist, warum wir so sehr von Gewalt bestimmt sind, warum wir es cool finden, wenn "Superhelden" sich durch unzählige Gegnermassen ballern und dabei ein Körperteil nach dem nächsten hinwegfliegt? Warum scheint Gewalt in medialer, wie auch realer (da lassen sich kaum unterschiede erkennen) Art so modern, in, cool zu sein? Das sind die Fragen, die man sich auch im Hinblick auf schreckliche Ereignisse (egal welcher Art: ob Senioren sinnlos in der U-Bahnstation halbtod prügeln, die Ex erstechen usw usf) stellen sollte? Inwieweit da die medial ausgeführte Gewaltgewöhnung dabei eine Rolle spielt ist bis hierhin natürlich nur bedingt feststellbar, aber sich fragen sollte man schon!

LG

Bibliothekar 11 Forenversteher - 770 - 28. Juli 2009 - 9:12 #

Ok erste Frage: Reden wir von Kindern oder Erwachsenen Menschen? Denn dein EIngangsposting implizierte durch die nennung von Männern und Frauen das es sich um Erwachsene handelt. Das Kinder durch alles in ihrer Umgebung beeinflusst werden ist klar. Ich kenne aber niemanden der das bestreiten will.
Und Gewaltzenen aus dem realen Leben nehme ich anders am Fernseher, aber da kommen wir jetzt wieder zu der alten Diskusion ob man nicht alles verbieten soll und die Kinder nicht in einen Raum ohne Fenster setzt damit sie keine Gewalt sehen.
Und Spiele machen süchtig? Jetzt bin ich aber schockiert. Jeder Sport und jedes Hobby und jede Tätigkeit im allgemeinen kann süchtig machen. Gibt sehr interessante Studien zu Fußballfans die irgendwelche Rituale abnhalten und immer wenn ihr Verein verliert geißeln die sich selbst weil sie schuld sind.
Mediale GEwalt, erzählen über Gewalt und so muss überhaupt nix damit zu tun haben das jemand gewalttätig ist. Völlig Banales beispiel gefällig außerhalb von Spielen? Metalfestivals. Da wird über Kriege, Raub, Mord, Brandschatzung und so weiter gesungen und Glory, Steel, Valhalla und haste nicht gesehen. Schau dir mal die Pressemeldungen der Polizei zu den Festivals an. Ich selbst war auf einigen und hab nie was anderes gesehen als echt nette (meist betrunkene) Spinner. Und dafür das die Leute aus der halben Welt kommen, fast alle nicht mehr nüchtern sind und so ziemlich jede Band über Gewalt singt ist das durchaus anerkennenswert. Auf nem Dorffest oder Schützenfest wirst du das nicht finden, da gibt es immer irgendeinen der sich prügeln will.

Und was immer vollkommen totgeschwiegen wird ist die Gesellschaft. Allein vom Schulsystem bilden wir in Deutschland etwa 30% bewusst in die dauerhafte Arbeitslosigkeit aus. Nahezu jeder der heute auf der Hauptschule anfängt wird niemals eine Chance haben. Die Kinder sind vielleicht unwissend aber in den wenigsten Fällen dumm. Du wächst auf in einer Gesellschaft welche dich von vorn herein abschreibt und in welcher du es niemals zu etwas bringen wirst. Wieso sollten sich diese Kinden / angehenden Erwachsenen denn noch benehmen? Die können machen was sie wollen, sie werden nichts erreichen können. Sie werden noch nicht mal groß kritisiert sondern einfach ignoriert oder bemitleidet. ICH würd da auch machen was ich will. Und wenn so einer ne riesen Wut im Bauch hat und da steht grad ein Rentner im Weg den man als Boxsack missbrauchen kann ...

Auch alle Amokläufer waren in der Schule wenn man sich die Kommentare der Schüler anhört immer ... irgendwie da. Aber das wars dann auch. Weder Feinde noch Freunde.

Nichts desto trotz werde ich nachher wieder in Rome die Welt erobern, in Herr der Ringe Online dutzende Feinde schnätzeln. Es gibt halt nicht das eine Medium was alle böse macht. Aber der Gesellschaft zu sagen das sie Mitschuld trägt ist als Politiker halt unbequem.

p.s.: Mein Zynismus weiter oben war nicht gegen dich gerichtet sondern gegen die Leute die wirklich überrascht waren das Spiele süchtig machen können.

p.p.s: Kopiere die Antwort in deinen Thread im Forum. SOrry zu spät gesehen

twinpunk 07 Dual-Talent - 132 - 27. Juli 2009 - 16:39 #

Na endlich!

Maulwurfn Community-Moderator - P - 13879 - 27. Juli 2009 - 16:51 #

Ob es nun Sinn macht einen neuen Verband ins Leben zu rufen, oder nicht, darüber kann man sicher geteilter Meinung sein. Ein Verband kann eins aber mit Sicherheit nicht, es allen Recht machen.
Was ein Verband aber kann, ist Politikern aller Richtungen klarmachen, das Spieler nicht gleichzusetzen sind mit Amokläufern oder Kindesmissbrauchern. Wenn dieser Verband in diese Richtung arbeiten will kann ich das nur begrüssen, denn die industriellen Verbände tuen das bisher kaum oder nur mangelhaft.

Stephan Reichart (unregistriert) 27. Juli 2009 - 18:51 #

Glückwunsch zur Gründung! Finde Eure Initiative sehr gut und wichtig und - wenn Ihr das richtig aufzieht - auch im Gebilde GAME, Biu, esb etc. sehr hilfreich.
Wir vertreten die Interessen der deutschen Industrie, der Biu die der internationalen, der esb - so fern es ihn noch gibt^^ - die der esport-Industrie. Ein Gamer-Verband kann sehr hilfreich sein - allerdings wird es bestimmt spannende Diskussionen zwischen uns geben, wenn es um Urheberrechte geht ;-))

Hier noch ein paar Weisheiten eines alternden Mannes^^:
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es ziemlich lange dauern wird, bis Ihr ernst genommen werdet- sowohl von der Community als auch von den offiziellen Stellen.
Hier helfen drei einfache Grundregeln: Bleibt Euren sehr motivierten Grundzielen treu. Verwickelt Euch nicht in energieraubende interne Streitereien oder Machtkämpfe. Versprecht nichts, was Ihr nicht halten könnt - weder im kleinen, z.B. bei resseanfragen, noch im Großen, z.B. gegenüber der Politik...

Viel erfolg, und wenn wir Euch helfen können, meldet Euch!

Stephan Reichart Game Designer - 2 - 27. Juli 2009 - 21:41 #

Ach ja - hier meine Kontaktmailadresse - reichart@game-bundesverband.de - hatte übersehen, dass ich eben noch nicht registriert war^^

rasmonaut 06 Bewerter - 99 - 28. Juli 2009 - 8:26 #

Einen Verband zu gründen um die Interessen der spielenden Bevölkerung zu vertreten, scheint mir durchaus sinnvoll. Ob das jetzt besonders geschickt gemacht wird, ist eine andere Frage. Wenn ich jetzt beispielsweise irgendwo eine News dieser Art lese und anschließend aus Interesse auf die Webseite des VDVC klicke, zeigt sich da aktuell nicht viel Gutes. Die Seite ist weitestgehend leer und inhaltsarm. Ein Verbund von Leuten kann meines Erachtens nach nur funktionieren, wenn der Auftritt in Öffentlichkeit, gegenüber der Politik und im Netz (wo sich die meißten Interessenten tummeln) vernüftig funktioniert. Und wenn es jetzt schon am Webauftritt hapert, nur weil der Verband sich mal eben zwischen Tür und Angel gegründet hat, muss ich den Erfolg ernsthaft bezweifeln.

Die in den Kommentaren heiß diskutierten Studien würde ich gerne kommentieren, mache das aber nicht. Ich halte das Thema für viel zu interessant und wichtig, als dass es in Kommentaren diskutiert werden sollte. Hier kann kein vernünftiger Austausch stattfinden, das muss schon von Angesicht zu Angesicht passieren...

XLuxx 09 Triple-Talent - 261 - 28. Juli 2009 - 9:09 #

Da hier offenbar Gesprächsstoff über das Thema Gewalt in Computerspielen existiert habe ich mal ein Eintrag im Forum gemacht, wer will ist gerne dazu eingeladen mit zu diskutieren:

http://www.gamersglobal.de/forum/7377/macht-computergewalt-gewalttaetig

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