Patrice Desilets über Next-Gen und neue Spielkonzepte

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Benjamin Braun 280887 EXP - Redakteur,R10,S10,C10,A10,J10
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1. Juli 2013 - 14:17 — vor 3 Jahren zuletzt aktualisiert
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Ex-Assassin's Creed-Designer Patrice Desilets hat sich in einem Interview mit Gamesindustry.biz zu den kommenden Next-Gen-Konsolen von Microsoft und Sony sowie zur Zukunft der Spiele im Allgemeinen geäußert. Laut Desilets, der zuvor die Spieler für ihre teils heftige Kritik an Microsofts mittlerweile gekippten Modell mit DRM-Maßnahmen und "Always-on"-Zwang kritisierte, habe Microsoft eigentlich einen guten Plan gehabt und lediglich ihre Botschaft nicht gut rübergebracht. Desilets ist der Meinung, dass "die Zukunft" digital sei und sich der Trend weg von DVD oder Blu-Ray-Disc hin zur digitalen Distribution nicht aufhalten ließe. Deshalb hätte Microsoft auch gar nicht groß erwähnen sollen, dass die Xbox One alle 24 Stunden mit den Servern kommunizieren würde, sondern hätte sich auf die Stärken der Konsole fokussieren sollen. Desilets ist sich ohnehin sicher, dass die Hardcore-Gamer "am Ende" beide Konsolen kaufen werden.

Desilets geht auch genauer auf seine Aussagen ein, nach denen sich die Spieleindustrie insbesondere bei neuen Spielkonzepten nicht weiterentwickle und das teilweise auch gar nicht wolle. Desilets nimmt sich selbst als "Teil des Problems" nicht aus. Immerhin habe er über 15 Jahre lang immer dieselben Spiele gemacht, über "einen Charakter, der mit einem Schwert in der Gegend rumspringt." Aber nicht nur für ihn sei es an der Zeit, etwas anderes zu versuchen. Desilets meint, zu viele würden an rein technische Aspekte denken. Stattdessen müsse es um neue Arten gehen, mit der Spielwelt zu interagieren. Gerade im Bereich der menschlichen Interaktion könne man mit subtileren Methoden viel erreichen. Desilets meint aber auch, dass viele Entwickler in dieser Hinsicht noch nicht die Flinte ins Korn geworfen hätten. Ein gutes Beispiel ist für Desilets Telltale Games The Walking Dead. Es gebe zwei The Walking-Dead-Spiele, wobei Telltale Games' wesentlich langsamer erzähltes Episodenspiel das wesentlich bessere sei.

Auch David Cage, der aktuell an Beyond - Two Souls arbeitet, versuche "einige Dinge", wobei ihm wohl Cage zu sehr in Richtung Film geht. Das Ziel für künftige Spiele müsse aber lauten, dass die Kommunikation unter den Spielfiguren genauso spannend sei wie die in der echten Welt. Das sei der Punkt, an dem es im Moment hake, meint Desilets, weshalb der Fokus viel mehr auf der Action liege. Das sei eben einfacher umzusetzen.

Zu seinem Projekt 1666, das Desilets bis zu seinem Rauswurf beim französischen Publisher Ubisoft entwickelte, hatte er auch etwas zu sagen. Zwar wäre er grundsätzlich daran interessiert, dieses Spiel als Independent-Studio umzusetzen – schließlich würde ihm die Vorstellung sehr gefallen, die volle Kontrolle zu haben und sich nicht den Wünschen eines großen Konzerns unterordnen zu müssen. Allerdings hält er es für sehr schwierig, 1666 "mit zwölf Leuten zu machen". Für kleinere Spielprojekte will sich Desilets die Option eines eigenen, kleinen Studios aber offen halten. Diese Spiele dann selbst digital zu vermarkten, wie es Telltale Games mit seinen Episoden-Spielen mache, reize ihn an der Vorstellung besonders.

shadowhawk 13 Koop-Gamer - 1693 - 1. Juli 2013 - 14:25 #

Oh man der nächste der in die Richtung Schießt. Mir fällt aber auch kein Weg ein wie ich den Kunden die diese "Features" offensichtlich mehrheitlich nicht wollen positiv vermitteln könnte. Hätten sie es nicht erwähnt und es wäre erst beim Release / veröffentlichen der Packshots raus gekommen wär der Ärger noch größer geschweige denn es wär dem Kunden zuhause aufgefallen das gäb sicher ne schöne Retoure welle^^.

Alex Althoff 20 Gold-Gamer - 20731 - 1. Juli 2013 - 14:33 #

Aber stimmt ja. Guck dir die ganzen Kickstarter und Crowdfunding Titel an. Die wenigsten kommen mit einer CD oder gar USB-Stick. Steam macht Gewinne ohne Ende ohne selbst was zu releasen. Amazon verkauft mittlerweile viele Spiele als Key für Steam, Origin, Uplay. Ultrabooks und Tablets haben kein Laufwerk mehr drin. Die Steambox soll ebenso auf Datenträger verzichten wie auch Ouya und die angekündigte Google Konsole. Der Markt geht halt nunmal in die Richtung. MP3 haben Kassetten, Schallplatten und CDs verdrängt, Downloads eben Disketten, CD, DVD und Blurays.

Die Frage íst ja nicht ob sich Downloads durchsetzen, sondern eher wie lange es noch Datenträger geben wird.

icezolation 19 Megatalent - 19180 - 1. Juli 2013 - 15:38 #

Letztes Jahr wurden knapp eine Million Schallplatten verkauft.

Datenträger wird es noch so lange geben, wie es vernünftige Menschen gibt.

Und das Downloads bereits Bluray ersetzt hätten, ist mir neu. Um etwas zu ersetzen, muss es in meinen Augen mindestens die Qualität bieten können. Streaming-Dienste tun das nicht.

Alex Althoff 20 Gold-Gamer - 20731 - 1. Juli 2013 - 15:41 #

Aha. Und Download-Käufer sind unvernünftige? Brauch zb. kein Datenträger mehr. Kaufe seit Jahren keine CDs mehr und seit über einem Jahr kein Spiel mehr auf Disk. Eben wegen neuen Plattformen und Hardware. Macht keinen Sinn ein Datenträger zu kaufen auf dem eh nur noch die Alpha des Spiels und ein Key und einem Flyer in der Verpackung drin ist. Key musst dann eh bei einem der drei aktuellen DRM-Plattformen eingeben, installierst das Spiel und dann kommt eh meist ein 1-6 GB großer Patch der das Spiel auf die Release Version updatet..da kann ich auch gleich den Download kaufen. Ebenso keine Wechselspielchen der Disks mehr, kein Patchgesuche...just Play.

Früher waren noch Handbücher, Soundtracks, Infos zur Fehlerbehebung, Konfigurationen (DOS-Zeit) und Co drin. Das ist heute gestrichen oder zahlst 80-100 Euro für die Deluxe Edition in der sowas drin ist.

Geh eben mit der Zeit ;) Sehs schon kommen ^^ Als 80 jähriger ein Cyberspace Implantat und der 18 Jährige Enkel kommt mit Disketten an :P

icezolation 19 Megatalent - 19180 - 1. Juli 2013 - 15:58 #

Nicht zwingend unvernünftig, aber wissen das Medium oft nicht zu schätzen. Ich muss nur an die Masse der Leute denken, die ihre Musik auf YouTube beziehen. Gut, deren Ohren kann die Quali dann wohl eh nichts mehr anhaben. ^^

Zu dem Download-Wahn gesellt sich der immer noch unzureichende Netzausbau, gepaart mit spannenden Tarifmodellen der Teledoof. Bezüglich Discs: Es ist immer noch eine schöne Möglichkeit, das Spiel "einfach so" installieren zu können, ohne auf einen großen Download warten zu müssen -> just Play :) Kommt den Leuten mit langsamer Leitung nach wie vor entgegen. Riesige Patches kommen sicherlich mal vor, 1 - 6 GB sind nicht die Regel. Viele mögen's wenn das optional bleibt, d.h. sie selber bestimmen können ob gepatcht wird. Vielleicht ist das bei dir noch nicht ganz in Vergessenheit geraten, wenn du am PC soviel erlebt hast ;)

Ich will den Downloads nicht ihren Komfort absprechen, sondern habe auch noch die Nachteile vor Augen (von denen physische Ableger sicher auch nicht frei sind). Bin mir auch sicher, dass es noch viele Menschen gibt für die es keine Arbeit darstellt, mal nen Silberling zu wechseln. Für mich hat dieses "Mit der Zeit gehen" den faden Beigeschmack von Faulheit und Gleichgültigkeit.

Henke 15 Kenner - 3636 - 1. Juli 2013 - 18:02 #

Faulheit und Gleichgültigkeit auf Seiten der Gamer oder der Publisher? Natürlich ist der Fortschritt in Richtung digitale Zukunft nicht mehr aufzuhalten, dass müssen selbst Retail-Junkies wie Du und ich einsehen. Was mich nur stört ist die Tatsache, dass ich für Einsen und Nullen aus der Leitung der Drosselkom genauso zur Kasse gebeten werde wie bei einem physischen Datenträger... und letzten Endes nur die Erlaubnis zum Spielen kaufe, nicht aber das Spiel selber!

Pitzilla 18 Doppel-Voter - - 11137 - 1. Juli 2013 - 16:05 #

Eine Million weltweit ist doch vermutlich lächerlich wenig im Vergleich zu verkauften Hörspielen und Musik auf CDs und als Download.
Natürlich stirbt ein Datenträger nicht komplett aus, aber wenn es nur aus Retro/Sammlergründen ist..

Und für mich ersetzen Streaming Dienste die BluRay, zumindest für Filme. Mag sein, dass es technisch nicht exakt das Gleiche ist, aber ich sehe keinen großen Unterschied zwischen einem gestreamten FullHD Film mit 5.1 Sound über AppleTV oder dem gleichen Film auf einer BluRay. Klar, die Extras (die ich eh nicht schaue) fehlen, aber dafür ist der Film nicht vergriffen und ich kann super spontan einen Film schauen, OHNE zur Videothek zu müssen oder auf den Postboten zu warten. Ganz wichtiger Apsekt, wenn man nie vorab sagen kann, ob heute abend Zeit zum Schauen ist.

icezolation 19 Megatalent - 19180 - 1. Juli 2013 - 16:22 #

Natürlich ist das beim Zahlenspiel beim direkten Vergleich klar. Es wurde so trotzdem von einem Zuwachs von 40 Prozent berichtet. Profitables Comeback. Wenn dafür alte Presswerke wieder in angeworfen werden, ist das nennenswert.

Ich hab meine Filmabende gerne geplant, weil ich einen Film dann auch richtig gucken will. Entsprechend kann ich die zwei drei Tage warten, bis der Film da ist bzw. ich ihn im Laden mitnehmen, wenn günstig zu kriegen. Den schaue ich dann so oft und wann ich will.

Wenn dir das Apple Ding reicht, ist das okay. Ich mag mich nicht mit mieser Ton- und Bildqualität abgeben. Es hat mit guter bluray Qualität nichts gemein. Die Gegenüberstellung geht am besten mit anderen Streaming-Anbietern, da stellt Apple vermutlich die beste Lösung dar.

Azzi (unregistriert) 1. Juli 2013 - 17:35 #

"Gute Blurayqualität" ich lach mich schlapp. In der Theorie vielleicht. Leider weisen in der Praxis locker 1/3 der Blurays oder mehr nichtmal DVD Qualität auf. Grade zuletzt "GreenZone" gekauft und mich dort wieder über sehr schlechte Bildqualität geärgert, leider auch kein Einzelfall. Mittlerweile kann man immer noch nicht blind ne Bluray kaufen sondern darf vorher Amazonbewertungen studieren sonst bekommt man nur Scheisse verkauft.

Gute Streamingdienste haben schon ne gute Bild und Tonqualität, ich behaupte sogar das man dabei an nem Filmabend mit Freunden nicht wirklich nen Unterschied sieht. Einziges Problem ist das Internet in Deutschland: Viele haben schlicht nicht die nötige Brandbeite zur Verfügung, DSL 6000 reicht da nicht aus...

blobblond 19 Megatalent - 17757 - 1. Juli 2013 - 17:42 #

Bei GreenZone wurden auch Digitalkameras verwendet und die haben ein starkes rauschen gerade im Dämmerlich.Teilweise ist das grieseln ein stilmittel bei diesen Film.

TSH-Lightning 17 Shapeshifter - P - 6916 - 1. Juli 2013 - 19:11 #

Green Zone ist ein schlechtes Beispiel: Es ist in dutzenden Reviews bekannt, dass die Kameratechnik insbesondere bei den Nachtaufnahmen nicht sehr toll war. Wenn du keine 30 Sekunden für eine Googelsuche und das überfliegen einer Review investieren möchtest, dann hast du meiner Meinung nach Pech gehabt. Der Film hat mir übrigens trotzdem sehr gut gefallen.

Ich hab erst aktuell (2000RAM --> VDSL25) Streamingdienste ausprobiert, aber an Blurays reichen die bei weitem nicht heran. Ich nutze daher lieber, insbesondere bei Serien andere "Vorabveröffentlichungen" und kaufe mir dann bei Erscheinen die Bluray oder oft leider nur DVD.

icezolation 19 Megatalent - 19180 - 2. Juli 2013 - 8:53 #

Nichts Theorie. Sicherlich erkennt man auf Bluray ebenso gutes und schlechtes Mastering. Ansonsten solltest du dir halt einen vernünftigen Fernseher kaufen und kalibrieren (oder Brille?), wenn du keine Unterschiede bemerkst. Sonst wird's wirklich lachhaft :) Vergiss das Kalibrieren wie gesagt bitte nicht - danke.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12256 - 1. Juli 2013 - 19:19 #

Mag sein aber alle diese Spiele sind meist dennoch DRM frei, ein großer Unterschied ;)

Alex Althoff 20 Gold-Gamer - 20731 - 1. Juli 2013 - 20:28 #

Kickstarter Projekte? Ja, für Backer. Normale Nutzer die zu Release kaufen bekommen Steamversionen.

Slaytanic 22 AAA-Gamer - P - 32748 - 2. Juli 2013 - 0:13 #

So fest ist das nun nicht. Viele wollen ja auch Gog anbieten. Ist jedenfalls bei etlichen unterstüzten Projekten von mir mit in der Auswahlliste.

icezolation 19 Megatalent - 19180 - 2. Juli 2013 - 8:54 #

Nur Steam Versionen, Quatsch! Oft genug werden noch Standalone Versionen angeboten, oder GOG oder oder...

fellsocke 16 Übertalent - P - 5163 - 1. Juli 2013 - 14:44 #

Ich habe nichts gegen den Vertrieb von Spielen per Download, ich muss mir keine Spielepackungen in meine eh zu volle Wohnung stellen. Dann sollen aber bitte auch die Preise angepasst, also etwas gesenkt werden. Denn ein Downloadspiel beinhaltet ja logischerweise weder Verpackung noch Datenträger und ein Wiederverkauf ist ja offenbar nicht vorgesehen. Wie hoch die Serverkosten sind, weiß ich nicht, denke aber, dass sie geringer sein sollten, als der klassische Vertriebsweg. Und warum man Downloadspiele nicht offline spielen können soll, erschließt sich mir auch nicht.

Alex Althoff 20 Gold-Gamer - 20731 - 1. Juli 2013 - 14:55 #

Sind sie ja, nur nicht bei der Downloadplattform selbst.Wenn mal Steamsales, Origin oder Uplay Angebote sind, guck ich trotzdem immer wieder auf Getgamesgo, Greenmangaming oder andere Keyhändler.
Die verkaufen die Titel meist mit andern im Paket (wie zb. Bioshock Infinite mit X-Com und Bioshock 1 + ein Auswahlspiel (Mafia 2, Civ 5, Bioshock 2, Darkness 2) für zusammen grad mal 37 Euro in der Vorbestellung. Das macht pro Titel ein Preis von nichtmal 9 Euro. Wo bekommst du das billiger ? *Raubkopien ausgeschlossen*
Höchstens später mal im Sale aber zu/vor Release?

fellsocke 16 Übertalent - P - 5163 - 1. Juli 2013 - 15:36 #

Wenn es solche Keyhändler auch für die Konsolenspiele gäbe, wäre der rein digitale Vertriebskanal für mich als Kunden wesentlich interessanter. Meine Spieleplattform ist die Konsole, und dort sind die Spiele im Download sehr lange mindestens so teuer wie auf Disc. Und so attraktiv die von dir genannten Paketpreise auch sind, für mich wäre das nichts. Ich habe gar nicht so viel Zeit, um all die Spiele spielen zu können und meist würde mich vermutlich auch nur einer der Titel wirklich interessieren.

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