GG-Kurztest: Magrunner - Dark Pulse

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Benjamin Braun 282344 EXP - Redakteur,R10,S10,C10,A10,J10
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22. Juni 2013 - 17:00 — vor 3 Jahren zuletzt aktualisiert
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Ein 1st-Person-Puzzler in einer Forschungsstation? Mit Physikrätseln? Die Rede könnte von der Portal-Serie sein. Wir meinen aber 3AM Games' Magrunner, in dem es nicht um Portale, sondern um Magnetismus geht.

Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

In Magrunner - Dark Pulse übernehmt ihr den Part eines von sieben Forschungsprobanden, die ihre Fähigkeiten als Magrunner unter Beweis stellen sollen. Wir befinden uns in den 2050er Jahren und landen in dem als TV-Show aufgezogenen Wettbewerb. An unserer Hand tragen wir einen Handschuh, mit dem wir verschiedene Objekte wie Würfel aus der Distanz magnetisch aufladen können. Die könnt ihr auch stapeln, ladet erst den unteren und dann auf dem oberen stehend den anderen auf, um ihn durch die Abstoßwirkung sozusagen als Fahrstuhl zu verwenden. Das Eigenartige dabei: Im Spiel ziehen sich gleichartige Magnetfelder an und ungleiche stoßen sich ab. Tatsächlich müsste es umgekehrt sein. Die Entwickler haben das aufgrund von Fokusgruppentests geändert.

Knifflige Puzzles
Freut euch beim Begriff Cthulhu nicht zu früh: Die Story ist keine Stärke des Spiels.
Natürlich sind solch simple Aufgaben nur der Anfang. Ähnlich wie in Portal bewegt ihr euch in festgelegter Reihenfolge durch Räume, wobei das, was als Trainingsparcours beginnt, später zum Überlebenskampf wird. Denn irgendwelche seltsamen Monster unter Einfluss eines oberfiesen, menschenfeindlichen Tentakelwesens legen die Station in Schutt und Asche und wir und unser Ziehvater Gamaji sind uns selbst überlassen. So viel dann auch zum Thema "Cthulhu".

Immerhin gibt es trotz der eher mäßigen Grafikqualität eine gewisse Abwechslung: Von den klinisch rein wirkenden ersten Räumen, geht es in zerstörte Hallen und schließlich auch nach draußen in den Weltraum. Sind die Räume anfangs noch klein und mit kaum mehr als zwei, drei Würfeln bestückt, mit denen ihr auch mal Hindernisse einreißen müsst, werden die Aufgaben zunehmend komplexer. So müsst ihr oft höher gelegene Punkte über eine Art Abschussrampe erreichen und irgendwie einen Weg finden, mehr als nur einen Würfel weiter nach oben zu bringen als den einen, den ihr in der Hand tragen könnt.
Die Levels werden immer düsterer und schwieriger, aber auch immer hässlicher.

Kumulation der Magnetfelder
Später gibt es auch schwebende Plattformen, die ihr durch magnetische Aufladung bewegt. Die müsst ihr dann oft an einer bestimmten Stellen platzieren, damit ein an anderer Stelle in die Luft geschleuderter Würfel in dessen Magnetfeld hängen bleibt. Das passiert dann auch gerne mal über einem todbringenden Abgrund. Die Plattform mit magnetisch angesaugtem Würfel muss also erst wieder woanders hin verschoben werden, um den Würfel direkt vor eure Füße plumpsen lassen zu können. Bei den ganzen Anziehungs- und Abstoßwirkungen von Plattformen, Würfeln und anderen Objekten den Überblick zu behalten, ist gar nicht so leicht. Dabei hilft jedoch ein einfacher Tastendruck, der euch alle aktiven Felder und ihre kreisförmige oder zylindrische  Wirkungsweise durch grüne beziehungsweise rote Flächen anzeigt. Das ist besonders wichtig, wenn ihr Spiegel nutzen müsst, um Würfel aus einer nicht erreichbaren Ecke herauszuholen. Magnetfelder funktionieren nämlich auch durch Wände, was ohne diese Funktion leicht übersehen werden kann. Wichtig ist dieses Feature auch, wenn ihr mehrere Magnetfelder kombinieren müsst, entweder einfach, um die Wirkung zu verstärken oder um etwa eine Kiste nicht gerade nach oben, sondern in einer Kurve zum Beispiel auf eine Plattform fliegen zu lassen.
Per Knopfdruck zeigte euch das Magrunner alle aktiven Magnetfelder an. Das ist hilfreich, kann in späteren Levels aber auch sehr unübersichtlich sein.

Routine nur im Ansatz
Hund Newton könnt ihr als Mobilmagnet an allen ebenen Flächen platzieren.
Während ihr anfangs nur hier und dort Würfel sowie explosive Würfel herumtragen könnt, währenddessen euch das Springen untersagt ist, dürft ihr später auch Hilfshund Newton einsetzen. Den könnt ihr auf den meisten Flächen platzieren und ebenfalls positiv oder negativ magnetisch laden. Ihn braucht ihr unter anderem, um Kisten an Wänden hochzuziehen oder auch, um damit Plattformen in Sprungreichweite zu bringen.

Er ist gerade auch in den späteren Levels wichtig, in denen Gegner oder Geschütztürme auf euch warten. Kommt ihr nämlich zu nahe, wird die Spielfigur angegriffen und stirbt. Dank des fairen Checkpointsystems ist es aber nicht weiter wild, wenn ihr mal scheitert. Obwohl es letztlich gar nicht so viele unterschiedliche magnetisch beeinflussbare Objekte oder Gadgets wie Newton gibt, leidet die Vielfalt nicht.

Levelarchitektur und Masse an Objekten sorgen dafür, dass die Rätsel auch später nicht zu leicht werden. Der Portal-Effekt, Rätsel späterhin sehr schnell durchschauen zu können, stellt sich in Magrunner nicht ganz so rasch ein. Das liegt allerdings auch daran, dass 3AM Games hier und dort Eigenschaften anders gestaltet. Während vertikal funktionierende Plattformen ungeladen grundsätzlich von alleine wieder langsam nach unten fallen, verhalten sich horizontal angeordnete mal so, mal so. Aber nicht nur dadurch sind später sowohl die korrekte Magnetisierung als auch eine höhere Präzision bei Sprüngen oder dem Platzieren von Newton, sondern auch eine gewisse Reaktionsgeschwindigkeit vonnöten. Auch deshalb dürfte Magrunner mit seinen 45 Levels die meisten länger als der Einzelspielerpart von Portal 2 beschäftigen.

Autor: Benjamin Braun (GamersGlobal)
 
Benjamin Braun
Am Anfang hat mich Magrunner ein bisschen genervt, weil es mich in den Trainingsräumen nicht direkt in den nächsten Raum, sondern erst mal wieder zurück in die Basis teleportierte und dann mit Blabla-Dialogen belästigte. Und auch später ist es besser, die Möchtegern-Cthulhu-Story zu ignorieren und sich stattdessen auf das Wesentliche zu konzentrieren. Denn die Rätsel sind größtenteils wirklich schön designt. Zwar wiederholen sich letztlich alle Elemente irgendwann, durch die clevere Architektur der Levels stellt sich aber dennoch nur zum Teil Routine ein und die Aufgaben fangen nicht an, mich total zu unterfordern. Enttäuscht bin ich allerdings von der Grafik. Als uns 3AM Games das Spiel vor einigen Monaten präsentierte, sah die PC-Version wesentlich besser aus. Wirklich hässlich ist es zwar selten, aber eine bessere Optik hätte sich dennoch positiv ausgewirkt. Das nette Erscheinungsbild von Quantum Conundrum war für mich beispielsweise ein nicht unwesentlicher Faktor, der das im Kern doch eher enttäuschende letzte Werk von Kim Swift doch noch entscheidend aufwerten konnte. Magrunner mögen geniale Ideen wie die Farbkanone eines Portal 2 fehlen – und vor allem auch Humor und Unterhaltungswert der Story. Mich hat das Spiel aber dennoch gut unterhalten – und mich, obwohl es zum Start nicht mal halb so viel kostet, nicht zuletzt auch länger beschäftigt als die nicht mal sechs Stunden des Singleplayer-Modus des großen Vorbilds, Portal 2. Kurzum: Die Güteklasse von Valves 1st-Person-Puzzler erreicht Magrunner nicht, gerade für Portal-Freunde ist es aber mehr als nur einen Blick wert.

 Magrunner - Dark Pulse
Pro
  • Überwiegend schön designte Physikrätsel
  • Rätsel werden immer kniffliger, ohne zu frusten
  • Fair gesetzte Speicherpunkte
  • Spielmechanik regelmäßig durch neue Elemente erweitert (Hund u.a.)
  • Hohe Solospielzeit bei schlankem Preis
Contra
  • Doofe Story
  • Physik teils fehlerhaft
  • Keine echten Hilfen, wenn man feststeckt

raumich 16 Übertalent - 4673 - 22. Juni 2013 - 17:08 #

Danke für den Test. Liest sich interessant, werde aber erst zuschlagen, wenn es etwas günstiger wird.

Krusk 14 Komm-Experte - 2669 - 22. Juni 2013 - 17:15 #

Nur so zur Info, das Spiel kostet bereits jetzt zum Start nur 19,99 bei Steam z.B.

michael2011 13 Koop-Gamer - 1579 - 22. Juni 2013 - 18:11 #

Für die meisten ist 20€ schon viel in der Zeit der Deals auf Steam. Ich habs noch für 15€ Backergebühr bekommen ;-)

Krusk 14 Komm-Experte - 2669 - 22. Juni 2013 - 20:16 #

insofern wird das natürlich zum Problem. ich finde 50-60€ für Spiele auch (zu) teuer, aber wenn man selbst bei 20 Euro lieber wartet wird das auch für kleinere Entwickler wie hier zum problem.
Ist vielleicht auch eine psychologische Sache, von 50 auf 20 wirkt sehr günstig, startest du mit 20 nicht...

lolaldanee 13 Koop-Gamer - 1235 - 22. Juni 2013 - 20:39 #

es ist auch ein großer unterschied ob man ein spiel in packung kauft, auf einem datenträger den man weiterverkaufen kann, oder ob es nur ein download mit extrem nervigen anhängseln wie steam oder origin ist
alleine der letze punkt ist schon mal ein 75% wertverlust mindestens, weil ich mich bei jedem spielstart ärgern würde erst mich mit dem dummen anhängsl rumschlagen zu müssen, das sich patchen will, oder sonst wie alles erdenklich mögliche versucht mir auf den geist zu gehen

maddccat 18 Doppel-Voter - P - 11219 - 23. Juni 2013 - 6:09 #

Immer wieder sieht man hier und da Kritik (wobei deine noch ganz harmlos ist) am Kaufverhalten anderer Spieler. Wundert mich etwas. Schließlich kann der Entwickler froh darüber sein, wenn Person XY sich das Spiel überhaupt kauft, egal zu welchem Preis. Die Option wäre gar kein Geld einzunehmen. Ich würde dieses Spiel hier beispielsweise auch für einen Heiermann nicht haben wollen, weil es mich schlicht nicht interessiert. Hinzu kommt, dass der Markt derzeit einfach so aussieht, das weiß auch der Entwickler und hat dies bei anständiger Planung berücksichtigt. Wenn die Entscheidung auf Steam mit all seinen Vor- und Nachteilen fällt, muss man sich da nicht wundern, bekommt aber im Gegenzug die Möglichkeit eine große Gruppe von Spielern auf einfache Weise zu erreichen. Und zu guter Letzt: Wie viel Geld andere Spieler ausgeben wollen, ist doch deren Sache und gehört ohnehin nicht kritisiert.

EddieDean 14 Komm-Experte - P - 2326 - 22. Juni 2013 - 18:44 #

"Während horizontal funktionierende Plattformen ungeladen grundsätzlich von alleine wieder langsam nach unten fallen, verhalten sich horizontal angeordnete mal so, mal so." <-- ich glaube, da ist ein fehler

spiel hört sich interessant an, das mit dem verkehrten Magnetismus ist allerdings merkwürdig

Slaytanic 22 AAA-Gamer - P - 32794 - 22. Juni 2013 - 18:57 #

Einfach bei "! Fehler melden" eintragen

Sisko 22 AAA-Gamer - 31769 - 22. Juni 2013 - 23:09 #

Die Mischung klingt interessant, aber ich muss erst noch ein paar andere Spiele in der Sommerpause "abarbeiten" :)

Ash64 (unregistriert) 23. Juni 2013 - 8:23 #

Ich werde wohl Ende des Jahres beim Steam- oder GOG-Sale zuschlagen, für 10 € kann man da sicher nix falsch machen.

Etomi 15 Kenner - P - 3851 - 23. Juni 2013 - 9:31 #

Klingt wirklich interessant. Aber ich hab grad noch soviele Sachen zu spielen. Mir reicht die Zeit dafür schon nicht.

XmeSSiah666X 16 Übertalent - 5787 - 24. Juni 2013 - 7:00 #

Hmm...
Naja, ich bin da skeptisch!

viewtifuldaniel (unregistriert) 28. Juni 2013 - 14:55 #

Eigentlich... war die Story von Portal... auch total doof...
Ist mir spontan bei Magrunner eingefallen xD

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