Von der Leyen fordert "Verhaltenskodex" für das Internet

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23. Juli 2009 - 16:06 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert

Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte mit ihrem Vorstoß zur Sperrung von Internetseiten mit kinderpornografischen Inhalten eine Debatte über die Zensur in Deutschland ausgelöst. In einem Interview mit der Rheinischen Post gab sie nun an, auch beim sozialen Umgang im Internet Verbesserungsbedarf zu sehen.

Von der Leyen wörtlich:

Ich möchte gemeinsam mit den Verantwortlichen solcher Kommunikationsforen, aber auch mit der Kompetenz der Jugendlichen einen Verhaltenskodex entwickeln. Es geht um achtsamen und wachen Umgang miteinander. Minderjährige müssen beispielsweise wissen, dass sich Erwachsene mit üblen Absichten in ihre Chats einschleichen können.

Welche Inhalte dieser Kodex haben soll, dazu äußerte sich die Ministerin nicht. Auch gab sie keine weiteren Erklärungen zur Durchführung ab, so bleibt derzeit unbekannt, wie die Einhaltung dieser Regeln gewährleistet werden soll. Für von der Leyen ist das Thema dennoch ein wichtiger Punkt zum Jugendschutz, da Kinder und Jugendliche "soziale Kompetenzen im virtuellen Miteinander ebenso erwerben wie im realen Leben."

Mobbing im Netz kann nicht toleriert werden. Respektvoller Umgang muss in Chats, blogs oder Foren so selbstverständlich sein, wie wir das auch im Schulalltag mit Streitschlichtern oder Vertrauenslehrern einfordern.

Das komplette Interview könnt ihr hier nachlesen.

Taller Ghost Walt 15 Kenner - 3156 - 23. Juli 2009 - 16:37 #

Ich bin nicht sicher, ob dieser Punkt tatsächlich eine News wert ist, daher überlasse ich die Entscheidung zum Freischalten euch.

Gucky 22 AAA-Gamer - P - 33916 - 23. Juli 2009 - 16:41 #

Für mich ist es auf jeden Fall eine News wert. Ich hätte nicht gedacht, dass von Frau Leyen auch mal etwas vernünftiges kommt. Obwohl wir wissen ja nicht wie sie das wieder umsetzen will. Förderung von Medienkompetenz ist ja für sie eher ein Fremdwort...

Taller Ghost Walt 15 Kenner - 3156 - 23. Juli 2009 - 16:48 #

Der Grundgedanke ist ja durchaus lobenswert - ich sehe allerdings erneut kaum Möglichkeiten zur Umsetzung und mich ärgert es, dass viele Politiker mit dem Einbringen von Vorschlägen ihre Pflicht als getan ansehen. Ideen zur Realisierung werden oft nicht vorgebracht...

Natürlich will ich nicht ausschließen, dass hier mehr hinter der (knappen) Aussage steckt.

Zachrid 07 Dual-Talent - 119 - 23. Juli 2009 - 17:12 #

Ich finde diese Aussage eher einen hysterischen Lacher wert, wenn man bedenkt wer diese Aussagen trifft, und wie diese Person sich in der letzten Zeit verhalten hat. Denn auch "Kinderpornographie im Internet bekämpfen" klang ja auch wie eine Idee, gegen die man nichts sagen konnte.

Mhh... Ich bin mal faul und Quote aus meinem Blog:
"Man muss Initiativen ins Leben rufen, welche die Eltern anleiten ihre Kinder im Umgang mit den "Neuen Medien" richtig zu schulen, oder diese erst selbst schulen. Eben die Art von "Medienkompetenz", welche ich einer Ministerin, nach dem diese kontraproduktive und bevölkerungs-kriminalisierende Internetsperren 'gegen' Kinderpornographie eingerichtet hat, total absprechen möchte.

Frau von der Leyen hat die "deutsche Internetzensur" eingeführt und erst _nachdem_ sie diese durchgedrückt hat, versucht sie Deutschland darüber aufzuklären, wie man sich im Netz zu verhalten hat? Wie einfach will die Frau es sich denn bitte noch machen?"

Ben 13 Koop-Gamer - 1745 - 23. Juli 2009 - 17:16 #

Ob man Zensursula mal auf den RFC1855 vom Oktober 1995 hinweisen sollte?

Zachrid 07 Dual-Talent - 119 - 23. Juli 2009 - 17:23 #

Oh Danke, ich wusste das ich bei mir einen Link vergessen hatte. :)

Armanuki 14 Komm-Experte - P - 2509 - 23. Juli 2009 - 18:02 #

Die Netiquette war allerdings zu dem Zeitpunkt schon tot
http://en.wikipedia.org/wiki/Eternal_September

Christian Korndoerfer 14 Komm-Experte - 2103 - 23. Juli 2009 - 17:18 #

ich kann die alte nicht mehr sehn 8[

Flo_the_G 14 Komm-Experte - 2098 - 23. Juli 2009 - 17:50 #

Wie wärs, wenn man mal diese ganzen Anleitungen und Vorgaben - und die Vertrauenslehrer am besten gleich mit - allesamt in die Tonne kloppt, und den Eltern wieder die Erziehung ihrer Kinder überlässt?

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324146 - 23. Juli 2009 - 18:10 #

Naja, da hat sie ja nunmal Recht. Also im Prinzip.

Dumm ist nur, wenn jetzt gleich der nächste Gesetzesvorstoß kommt, und beispielsweise fortan neben mir ein Jugendschützer-Vertrauensobmann sitzen muss den ganzen Tag, der unsere Foren überprüft. Zahlen müsste diesen Vertrauensobmann natürlich dann GamersGlobal.de. Dummerweise will der Mann aber um 17:00 Uhr Feierabend machen, also schalten wir dann die Foren ab. Aber nur bis 23:00 Uhr, denn da ist ja KEIN JUGENDLICHER MEHR AM PC, und von da an geht wieder alles. Morgens um 5 kommen jedoch dann die Löschtrupps der Bundesregierung (die ich bezahlen muss), und löschen alle bösen Postings aus dem Forum, DENN AB 6 Uhr morgens SITZEN DIE JUGENDLICHEN JA WIEDER AM PC.

Vielleicht sollte man die ganze Sache einmal ganz anders angehen: Eltern müssen eine Art Führerschein für die Kindererziehung machen: Schon mal selbst ein Actionspiel gespielt? Nein? Minus ein Punkt. Schon mal selbst in einem Chatroom gewesen? Nein? Minus ein Punkt. Und so weiter. Und wenn sie am Ende zuwenig Punkte haben, werden sie (rechtzeitig zum fünften Geburtstag ihres Kindes oder so) zur Nachschulung in Sachen moderne Medien geschickt. Das könnte mehr bringen, als immer mehr Vorschriften zu machen, um neue Medien kleinzuhalten oder in die beschränkte Weltwahrnehmung von Spitzenpolitikern zu pressen.

Nicht wirklich ernstgemeint, aber in der Tendenz schon.

Zachrid 07 Dual-Talent - 119 - 23. Juli 2009 - 18:50 #

Das Hauptproblem ist, dass beim Umgang mit der Bevölkerung scheinbar nur noch in verbietenden/überwachenden Gesetzen und Richtlinien gedacht wird. Natürlich ist das nun auch überzeichnet, aber für Otto Normal-Wähler wirkt es mittlerweile so.

Passt einem Ministerium etwas nicht, verbieten und "gut is'". Besteht Missbrauchsgefahr, regeln und "gut is'". Es gibt gar keine großflächigen Initiativen, welche die Bevölkerung aufklären, wie man mit den "Neuen Medien" umzugehen hat.

Man hat sich noch nicht mal Gedanken gemacht, eine einfache Liste herauszugeben die unsicheren Eltern sagt, in welchem Alter und wie lange ihr Kind vor dem PC verbringen sollte.

Es ist der Glaube, dass man Technik mit anderer Technik regulieren sollte, Schulung und Aufklärung sind hier scheinbar fehl am Platze. Stattdessen wird oft Desinformation betrieben um dem Gesetz einen falschen Halt zu geben.

Armanuki 14 Komm-Experte - P - 2509 - 23. Juli 2009 - 18:11 #

Ich fordere, dass Politiker eine gewisse Medienkompetenz nachweisen müssen, bevor sie Internet-bezogene Gesetze erlassen dürfen.

Sie müssten bei mir sowohl in technischer als auch in sozialer Hinsicht eine Art von Prüfungsleistung nachweisen. Technisch könnte diese z.B. in einer Informatiker-Gundstudiumsvorlesung "Rechnernetze" bestehen - eine solche Vorlesung dürfte noch weitgehend allgemeinverständlich sein und danach wüsste auch Frau von der Leyen, was DNS ist und warum DNS-Sperren weitgehend wirkungslos sind.

Was die soziale Komponente angeht, bin ich für Vorschläge offen.

Gamaxy 19 Megatalent - P - 13346 - 23. Juli 2009 - 18:34 #

Politiker sollten überhaupt generell Kompetenz nachweisen müssen, bevor sie über Themen entscheiden, von denen sie keine Ahnung haben. Ich befürchte, auf anderen Themenfeldern ist es um die Sachkenntnis ähnlich besorgniserregend bestellt - aber gottseidank gibt es ja den Fraktionszwang, da muss man wenigstens nicht mehr selber nachdenken und kann abstimmen für das, was die Partei für richtig hält. Und die Partei hat ja bekanntlich immer Recht^^

Anti 11 Forenversteher - 751 - 23. Juli 2009 - 21:06 #

Politik ist ja über dinge zu entscheiden von denen man überhaupt keine Ahnung hat. Ob diese Frau wohl irgendwann mal begreift, das es das "Deutsche Internet" nicht gibt?

Rondrer (unregistriert) 23. Juli 2009 - 23:56 #

ach man müsste doch nur alle Server die im Ausland stehen sperren. Am besten mit nem Stopp-Schild.

Hm, ich hoffe ich bring sie damit nicht auf dumme Ideen ;)

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73396 - 24. Juli 2009 - 7:18 #

Wer ansich schon Anstand hat und "gut erzogen" wurde, der verhält sich auch so entsprechend im Internet gegenüber seinen Mitmenschen. Doch wie auch im realen Leben, gibt es auch im Internet Idioten. Das war so, ist so und wird auch immer so bleiben. Da hilft auch kein Gesetz. Zudem gibt es ja schon eine sog. Nettiquette, da braucht es keinen Verhaltenskodex von der Regierung aus.

Das Frau von der Leyen die jüngeren Internetnutzer dahin sensibilisieren bzw. aufklären will, daß u.U. nicht jeder "Fremde" oder "Freund" im Internet einem etwas gutes will ist löblich, allerdings haben in so einem Fall die Eltern diese Pflicht. Leider haben die meisten Eltern weniger Ahnung vom Medium Internet wie ihre Kids, stellen ihnen aber meist den PC hin - sponsored by Mama und Papa :-). Daher ist, wie Jörg schon sagte, eine Art Führerschein vielleicht gar nicht mal so schlecht. Schließlich kann man seinem Kind auch kein Auto ohne Führerschein hinstellen, damit es das fahren kann.

Für bald jedes Gedöns sollen Gesetze, Vorschriften, Regeln etc. geschaffen werden, die eher eine Verschlimmbesserung sind. Aber Kinder in die Welt setzen, das kann jeder einfach so :-).

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