E3 2013: Beyond - Two Souls angespielt

PS3
Bild von Jörg Langer
Jörg Langer 343060 EXP - Chefredakteur,R10,S10,C10,A10,J9
Platin-Gamer: Hat den sehr hohen GamersGlobal-Rang 25 erreichtDieser User unterstützt GG mit einem Abonnement oder nutzt Freimonate via GG-Gulden.Wii-Experte: Sein Motto ist: Und es gibt sie doch, die Core Games für Wii!PC-Spiele-Experte: Spielt auf PC, dann auf PC und schließlich auf PC am liebstenStrategie-Experte: Von seinem Feldherrnhügel aus kümmert er sich um StrategiespieleAlter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertGold-Jäger: Hat 75 Erfolge erreicht -- Wahnsinn!Gold-Gamer: Hat den GamersGlobal-Rang 20 erreichtGold-Cutter: Hat 100 Videos gepostetArtikel-Schreiber: Hat 15 redaktionelle Artikel geschriebenGG-Gründungsfan: Hat in 2009 einmalig 25 Euro gespendetProphet: Hat nicht weniger als 25 andere User zu GG.de gebracht

12. Juni 2013 - 7:40 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert
Beyond - Two Souls ab 16,00 € bei Amazon.de kaufen.

Sogar Chefredakteure können sich täuschen (also theoretisch, in der Praxis kommt das so gut wie gar nie vor!): Anders, als in unserer Sony-PK-Berichterstattung gemutmaßt, handelt es sich bei dem dort gezeigten neuen Abschnitt von Beyond - Two Souls in einem "wüstenähnlichen Setting" nicht um den Prolog zum Spiel. Das erfuhren wir beim Durchspielen dieser Sequenz bei Sony Computer Entertainment Europe auf der E3.

Wann genau die Sequenz im Spiel zugänglich wird, haben wir zwar nicht herausbekommen, da nach Aussage eines Designers die Szenen nicht unbedingt in der tatsächlichen zeitlichen Abfolge angeordnet sind. Doch die neue Sequenz, in der Jodie als Elitesoldatin in Somalia unterwegs ist, spielt auf jeden Fall deutlich später in der Handlung als die schon von der letzten E3 bekannten namens "Hunted", bei der Jodie aus einem Zug entkommen und dann durch einen Wald flüchten muss.

Trotz der an den Auftakt von Metal Gear Solid 4 (oder auch das soeben angekündigte MGS 5) erinnernden Umgebung spielt sich Beyond auch in diesem Abschnitt eher wie Heavy Rain: Wir bewegen uns zwar relativ frei durch den Level, drücken aber immer wieder bestimmte Tasten oder nutzen die Analogsticks, um Aktionen wie "Ducken hinter eine Mauer" auszulösen. Eine Leiter klettern wir hoch, indem wir den PS3-Controller nach oben reißen, vom Dach springen wir, indem wir die Bewegung umkehren. Immer wieder sind die "X" taste rhythmisch oder "Quadrat" schnellstmöglich zu drücken.

Dennoch gelingt es den Frauen und Männern um David Cage erneut, ein sehr packendes Spiel zu inszenieren, zumindest in dem von uns gespielten Abschnitt. Die Kämpfe beispielsweise sind zwar grundsätzlich immer noch QTE-basiert, doch merkt man es weniger: Meist drückt man keine eingeblendeten Tasten wie im Vorgängerspiel, sondern "führt die Bewegung von Jodie zu Ende". Will heißen: Weicht eure Spielfigur (von allein) einem gegnerischen Angriff nach unten aus, solltet ihr schnell den rechten Analogstick nach unten ziehen, andernfalls trifft der Hieb euer Alter Ego. Und wenn Jodie von rechts nach links zuhaut, kopiert ihr ebenfalls diese Bewegung, indem ihr den Analogstick nach links drückt. Im Effekt schauen wir mehr auf die wieder ziemlich packend dargestellten Animationen, statt dass wir nur auf die Tasten-Einblendungen gucken.

Auch die Ereignisse selbst atmen wieder viel Dramatik: Zusammen mit einem schwarzen Kindersoldaten versuchen wir, lebend durch ein umkämpftes somalisches Dorf zu gelangen. Dabei helfen mal wir dem kleinen Jungen, mal er mit seinem Gewehr uns. Vor allem aber hilft uns Aiden, der uns begleitende Geist. Zu ihm können wir fast immer durch Druck auf die Dreieckstaste wechseln, woraufhin wir uns in einem gewissen Umkreis um Jodie herum frei im Raum bewegen können, auch durch Wände und Türen hindurch. Stellen, an denen wir etwas tun können beziehungsweise Gegner, mit denen wir "interagieren" dürfen, werden farbig markiert -- dennoch ist oft etwas Rumgesuche nötig, bevor wir so einen Punkt finden. Nun "schalten wir auf das Ziel auf" und führen eine von drei Geisteraktionen durch: Kraftstoß (beide Analogsticks nach schräg unten führen und dann loslassen), Erdrosseln (beide Analogsticks nach innen drücken und dort halten) oder Bessessenheit (beide Analogsticks nach außen führen). So kann Aiden uns Türen öffnen oder Gegner ausschalten, durch deren Schussfeld Jodie laufen muss.

Per Besessenheit wollen wir zur Zielperson unseres Auftrags vordringen, ein Milizenanführer namens Jamal. Doch o weh: Als wir die falsche Wache besessen machen und in das kleine Gebäude eindringen wollen, in dem sich Jamal aufhält, erkennen die Wachposten an der Tür die nach oben gedrehten, mithin weißen Augen, stoßen den Besessenen an, der daraufhin wieder zu sich kommt. Wir suchen als Aiden weiter nach einem Opfer und finden eines, das praktischerweise eine Sonnenbrille trägt. So kommen wir doch noch in das Haus hinein, finden eine Wache und mähen alle Milizionäre nebst Anführer nieder. ES FOLGT EIN SPOILER! Nun wäre Beyond - Two Souls kein David-Cage-Spiel, wenn nicht heftig aus der Gefühlspulle getrunken würde: Eine der namenlosen Wachen, die wir getötet haben, stellt sich als Vater unseres Kindersoldaten-Kumpels heraus...

Uns hat die gute halbe Stunde mit Beyond Spaß gemacht, aber dass es sich ganz anders spielen würde als Heavy Rain, lässt sich wirklich nicht behaupten: Ihr geht und klettert und springt keinesfalls frei nach Gusto, sondern in einem sehr vorgegebenen Rahmen. Vielleicht gerade deshalb sehen wir aber ein klares Potenzial dafür, dass uns (und euch) Beyond unter die Haut gehen könnte. Im Herbst wissen wir mehr...

Vidar 18 Doppel-Voter - 12704 - 12. Juni 2013 - 8:02 #

Hieß es nicht einmal das Spiel habe keine QTE?

Srefanius 09 Triple-Talent - 278 - 12. Juni 2013 - 8:17 #

Ich glaub es war eher von weniger die Rede und das ist nach dem Artikel ja auch der Fall. Der Spieler ist aber trotzdem nicht sehr frei in seinen Aktionen (muss er bei so einem Spiel vielleicht aber auch nicht).

COFzDeep 19 Megatalent - P - 17283 - 12. Juni 2013 - 8:54 #

Die neue Steuerungsvariante klingt sehr gut, da so weniger Konzentration notwendig ist, um die geforderte Taste zu erkennen und dann zu drücken (man wird ja auch nicht jünger)^^ So klingt es viel intuitiver und der Bildschirm bleibt frei von nervigen Symbolen - perfekt zum Eintauchen in die Spielwelt um die Story zu genießen!

Weepel 16 Übertalent - 4275 - 12. Juni 2013 - 10:33 #

Könnte aber auch wie bei Dragon's Lair vor 120 Jahren sein, dass man denkt, "Oh, da muss ich springen, also nach oben drücken" und dann muss man aber nach unten drücken, um Schwung zu holen :P

Slaytanic 23 Langzeituser - P - 38204 - 12. Juni 2013 - 16:00 #

Fehler: das praktischerweise eine Sonnenbrille geht. -> ... trägt.

oojope 15 Kenner - 3030 - 12. Juni 2013 - 16:12 #

Eine "gute halbe Stunde" ist doch viel zu wenig, um dieses Spiel wirklich einschätzen zu können. Das wird ein Gesamterlebnis und vielleicht der in meinen Augen beste PS3 Titel überhaupt.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 343060 - 15. Juni 2013 - 16:38 #

Hat jemand behauptet, dass damit das Spiel "wirklich eingeschätzt" sei? Aber eine halbe Stunde zeigt doch schon einiges, zudem haben wir Beyond nun schon zum zweiten Mal (über) eine halbe Stunde gespielt, und damit zwei Kapitel gesehen. Außerdem werden sich die anderen Kapitel nicht wesentlich anders spielen.

Mir gefällt übrigens Beyond sehr, nur wird es halt wieder ein QTE-Spiel sein, das ist jetzt schon abzusehen. Selbst die theoretisch frei steuerbaren Aiden-Sequenzen sind nicht wirklich frei: Du kannst nur die Kamera bis zu einem gewissen Radius um Jodie herum bewegen, musst aber letzten Endes wieder nach vorgegebenen Punkten/Gegnern suchen und diese dann halt triggern.

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)