World of Warcraft Spieler vom FBI verhaftet

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Tchibo 1448 EXP - 13 Koop-Gamer,R8,S3,A1
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22. Juli 2009 - 14:39 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert
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Was kann passieren, wenn ein jugendlicher World of Warcraft-Spieler anscheinend zu viel Mythbusters gesehen hat? Er versucht es selbst mit dem Mythen beweisen (oder widerlegen), und zwar versucht er sich an dem Mythos, dass das FBI jedwege Internet-Äußerung überwacht.

Besagter Jugendlicher hat also einfach mal im Ingame-Chat von World of Warcraft angekündigt, ein Flugzeug zu kapern und in die Luft sprengen zu wollen!

Eine Blizzard-Moderatorin hat dies mitbekommen und an die Behörden gemeldet. So kam es, dass nach einer Rückverfolgung der Internetverbindung die Wohnung des Jungen vom FBI gestürmt wurde. Vorgefunden wurde der Junge mit ein paar Freunden, welche erklärten, dass das Ganze nur ein "simpler Scherz" sein sollte.

Trotzdem hat der junge Mann jetzt ein gewaltiges Problem, denn in der USA ist bereits die "Androhung eines Terroraktes" eine Straftat.

Mythos bestätigt? Naja, nicht wirklich: Die Behördern wurden erst durch die aufmerksame Moderatorin informiert.

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11025 - 22. Juli 2009 - 14:42 #

Oh man!
Was droht dem Jungen jetzt für ein Strafmaß?

iStone (unregistriert) 22. Juli 2009 - 14:50 #

Das was er verdient, denn damit spaßt man nicht.

Tchibo 13 Koop-Gamer - 1448 - 22. Juli 2009 - 14:53 #

is ne interresante Frage, hab aber bis jetzt noch nichts darüber gefunden.
Hoffen wir mal, das ihn das nich nach Guantanamo bringt

Tchibo 13 Koop-Gamer - 1448 - 22. Juli 2009 - 15:07 #

Also auf die Frage, WAS kann dem Jungen denn jetzt drohen:
http://newsroom.nt.gov.au/index.cfm?fuseaction=printRelease&ID=747

"• New Preventative Detention Orders – under the Act, Police will be able to apply to the Supreme Court for an Order approving the detention of a person for up to 14 days if they are suspected of preparing for or engaging in a terrorist act."

Das heißt die Polizei darf bei VERDACHT dich bis zu 14 Tage festhalten, das muss aber mit dem Obersten Gericht DANACH abgestimmt werden, das Gericht kann die Dauer "variieren"

Puuuhh... na viel Spaß mein Junge wenn das hier bereits bei Verdacht zutrifft möchte ich nicht wissen, was ihm bei Androhung einer Straftat dann erwartet

Rondrer (unregistriert) 22. Juli 2009 - 15:31 #

Ich finds echt erschreckend, dass anscheinend fast alles mitgelesen wird was man in online-Spielen so von sich gibt. Ich weiß nicht ob das in nem Öffentlichen Channel oder per privater Nachricht war aber bei letzterem würd ich mir echt gedanken machen wie weit die Betreiber der Spiele da gehen dürfen. Ein kleiner Scherz mit dem Kumpel, der genau weiß wies gemeint ist und schon steht die Polizei vor deiner Tür. Das ist echt lächerlich!

Taller Ghost Walt 15 Kenner - 3156 - 22. Juli 2009 - 15:40 #

Es kommt immer auf den Scherz an - das, was der Junge sich da geleistet hat, ist schlicht dumm gewesen und mit Sicherheit nicht lustig.

Wenn man als Moderator so etwas mitliest (und das ist ja auch eine ihrer Aufgaben), ist es richtig und wichtig, sich an die zuständigen Stellen zu wenden.

iStone (unregistriert) 22. Juli 2009 - 16:07 #

Sehe ich genauso. Wenn ich sowas lesen würde, und es würde in einem ernst zu nehmenden Kontext fallen, würde ich unter Umständen auch Behörden informieren. Hat nichts mit mitlesen, petzen oder sonstwas zu tun, sondern ist die einzige richtige Reaktion. Nur das mit dem "Kontext" müsste der eine oder andere noch lernen. Anderes Thema. Und was auch immer er bekommt, Drohungen in dieser Richtung sind kein "Lausbubenstreich".

Rondrer (unregistriert) 22. Juli 2009 - 19:13 #

"Es kommt immer auf den Scherz an - das, was der Junge sich da geleistet hat, ist schlicht dumm gewesen und mit Sicherheit nicht lustig."

Woher weißt du das? Kennst du den genauen Wortlaut und den Kontext in dem er das von sich gegeben hat?
Beispielsweise hat es vorgestern (oder so) hier bei uns riesen Polizeiaufstand gegeben weil angeblich jemand im Internet mit nem Amoklauf gedroht hat. Im fraglichen Posting kamen lediglich die Worte Amoklauf und Klausur vor, das hat schon gereicht um nen riesen Terz zu veranstalten.

Ich weiß nicht ob es in diesem Fall hier gerechtfertigt war oder nicht die Behörden zu informieren, aber es bereitet mir einfach tierisch Bauchschmerzen, wenn ich damit rechnen muss, dass alles was ich (privat!) mit irgendjemandem austausche mitgelesen wird. Aber in Zeiten von allgegenwärtiger Video-Überwachung, Vorratdatenspeicherung etc. ist es wahrscheinlich naiv zu glauben, dass es irgend einen Bereich des eigenen Lebens gibt, der nicht von vorne bis hinten ausspioniert wird.

Taller Ghost Walt 15 Kenner - 3156 - 22. Juli 2009 - 20:37 #

Quelle: msnbc.com
"A report from the Johnson County Sheriffs Department says an 18-year-old Greenwood man was threatening to blow up an airplane taking off from Indianapolis and headed to Chicago Monday morning."

Wenn man Zeitpunkt und Flug des "Zieles" nennt, ist es nur verständlich, dass die Moderatorin "nicht glaubte, dass es sich um ein Spiel handelte".

Davon abgesehen gibt es einfach Grenzen! Klar will ich nicht, dass mein ganzes Leben überwacht wird, aber wenn auf diese Weise echte Anschläge verhindert werden können, ist das vielleicht ein Preis, den man zahlen muss.

Und auch, wenn man die Reaktion für überzogen hält (was ich nicht tue), sollte eines bedacht werden: Man witzelt einfach nicht damit herum, Menschen zu töten! Das ist nicht lustig und ich hoffe, dass die Reaktion auch eventuelle Nachahmer abschreckt.

Rondrer (unregistriert) 22. Juli 2009 - 21:15 #

"Klar will ich nicht, dass mein ganzes Leben überwacht wird, aber wenn auf diese Weise echte Anschläge verhindert werden können, ist das vielleicht ein Preis, den man zahlen muss."

Ein Preis, den ich persönlich nicht zu zahlen bereit bin.
Aber es hat keinen Sinn hier jetzt groß darüber zu diskutieren, nur noch ein kleines Filmchen, der vielleicht als Denkanstoß dienen kann:
http://www.huesforalice.com/bbs/

Taller Ghost Walt 15 Kenner - 3156 - 22. Juli 2009 - 21:42 #

Ich respektiere deine Meinung natürlich! Aber eine Sache noch: Der vorliegende Fall hat ja nichts mit Kontrolle oder Überwachung durch den Staat zu tun - vielmehr hat eine aufmerksame Zivilistin eine mögliche kriminelle Handlung beobachtet und den Behörden gemeldet. Diese haben dann, der möglichen Gefahr entsprechend, reagiert.

BenTonic 05 Spieler - 57 - 22. Juli 2009 - 22:10 #

Na, das klingt mir schon sehr nach dem Versuch der Definition der vorliegenden Sachlage. Bevor man aber solche vorgerichtlichen Schlüsse zieht, möchte ich noch mal daran erinnern was wir hier haben. Eine Nachricht die auf Basis einer Nachricht entstanden ist. Wie sich das ganze im einzelnen abgespielt hat, sollte man höchstens vermuten können.

Ich würde einfach mal sagen: "Die Alte hat gepetzt!", das FBI hat die Drohung nachvollziehbar als ernst eingestuft und gehandelt.
Wenn man es ganz genau nehmen würde, könnte man auch sagen, die "Tante" hat den jugendlichen überwacht. Da drängt sich mir dann wieder die Frage auf: "Darf die denn das?"
Wie sind denn die WoW Richtlinien bezüglich der Spielerchatüberwachung durch Blizzard Mitarbeiter. Sind die von Land zu Land unterschiedlich, hat das was mit dem Standort der Gerichtsbarkeit zu tun? Arbeitet Blizzard für das FBI? Ist die WoW eine Überwachungswelt? Sind Orks beim KGB und Blutelfen Doppelagenten und wo bleibt da Sam Fisher??? 1000 Fragen!

BenTonic 05 Spieler - 57 - 22. Juli 2009 - 23:13 #

Da fällt mir noch ein schönes Beispiel ein!

Wenn ihr bei der Feuerwehr anruft und sagt, euer Haus brennt, würdet ihr euch dann nicht auch wünschen, dass zumindest mal jemand von denen vorbei kommt und guckt ob gelöscht werden muss.

Bei der Polizei funktioniert das so natürlich nich.
Da braucht man schon Beweise.
Aber wenn man die hat, würd ich mir auch wünschen, dass da zumindest mal jemand nachsieht. Na ja und die Washington Cityboys vom FBI werden nicht gerade unmotiviert an die Sache ran gehen (endlich mal was los und so).

iStone (unregistriert) 22. Juli 2009 - 23:31 #

Doch doch. Die kommen. Die sehen auch eure Nummer. Ob ihr wollt oder nicht. Deswegen sind Notrufe ohne Registrierte SIM auch nicht mehr möglich. Bedankt euch bei den Witzbolden. Es sind nicht wenige. Keine Schätzung. Wissen. Hat nichts mit "Regierung" sondern mit "Dummköpfe" zu tun.

Gamaxy 19 Megatalent - P - 13346 - 22. Juli 2009 - 16:06 #

Bei WoW sind die GMs aber auch extrem pingelig - Blizzard kann es sich anscheinend leisten, für sowas Leute zu beschäftigen - ein Bekannter wurde mal aufgefordert, seinen Charnamen "Nitribitt" zu ändern - mal angenommen, dass jemand mit dem Namen überhaupt noch was anfangen kann: wen stört sowas und warum?

Vidar 18 Doppel-Voter - 12273 - 22. Juli 2009 - 16:11 #

das hat in amerika nichts mit pingelig zu tun die müssen (!!) dies in dem fall weiterleiten ist soweit ich weiß gesetz!^^

Gamaxy 19 Megatalent - P - 13346 - 22. Juli 2009 - 16:23 #

Man könnt's auch aus Versehen überlesen.

Kommt natürlich auch auf den Kontext an, in dem sowas gesagt wird. Wenn es relativ klar ist, dass es ein Spaß war, würde ich natürlich anders damit umgehen als wenn sowas ernstgemeint rüberkommt.

Punisher 19 Megatalent - P - 14035 - 22. Juli 2009 - 17:24 #

Naja, ist immer so eine Frage. Wenn jemand mit solchen Plänen im Internet prahlt und keiner meldet es und es passiert dann was dann schreien alle "das haben doch so viele gelesen, warum hat den keiner was gesagt".

Das ist wie mit dem dazwischengehen, wenn jemand angepöbelt wird - in meinen Augen lieber einmal zuviel als einmal zu wenig.

Machiavelli 13 Koop-Gamer - 1470 - 22. Juli 2009 - 17:25 #

Naja was Blizzard gibt ja in seinen Namensgebensregelungen eindeutig vor das Namen mit dem Bezug auf Kultur- und Mediengestalten verboten sind egal ob das jetzt ein Herr Kennedy oder eine Frau Nitribitt ist, ist da relativ gleichgültig.

http://www.wow-europe.com/de/policy/namingp2.html

BenTonic 05 Spieler - 57 - 22. Juli 2009 - 17:10 #

Wer mehr zu dem Thema wissen will, sollte nach dem Begriff "Echelon" googeln. Dürfte aber für viele ja nichts neues sein.

Gerade bei Nachrichten die in Spielen gesendet werden, hat das Echelon-System aber kleine Schwächen.
Der BND hat da ein viel ausgeklügelteres System entwickelt, Basis war aber auch ein, von der NSA übernommenes, Echelon-System.

Trotzdem muss ich sagen, ist der Junge beim Grenzen ausloten zu weit gegangen. Ist einfach kindisch und klar muss er damit rechnen, dass das FBI auf der Matte steht. In dem Fall hat die Strafe angebrachte erzieherische Wirkung, hoffe ich.

Zachrid 07 Dual-Talent - 119 - 22. Juli 2009 - 19:41 #

Dass sie gleicht mit dem SWAT-Kommando die Bude eines Schülers eingerannt haben, zeigt wie... "gut" 9/11 funktioniert hat (ganz egal wer es war).

Ich weiß wie makaber dass nun klingt, aber das ganze Land da drüben ist fast 8 Jahre nach dem Anschlag immer noch so verängstigt, dass der Drahtzieher der Anschläge morgens mit einem schallenden Lachen aufwachen muss.

BenTonic 05 Spieler - 57 - 22. Juli 2009 - 20:23 #

Das Land ist nicht verängstigt. Es sind die Menschen.
Es gibt keinen Grund darüber schallend zu lachen. Es ist nicht lustig.

Die Drahtzieher der Anschläge lachen vielleicht auch schallend, wenn ausländischen Geiseln vor laufender Kamera der Kopf abgetrennt wird.
Das sind Dinge die, die Menschen in den USA, in der sog. westlichen Welt, einem demokratischen Staat, nicht verstehen. Genau so, wie viele bis heute nicht verstehen können, wie jemand Passagierflugzeuge in Hochhäuser fliegen kann. Was Menschen nicht verstehen, nicht begreifen können, macht ihnen Angst. Zumindest da sind alle gleich.

In einer Demokratie vertraut man in solchen Momenten ganz reflexartig dem Staat. In den Vereinigten Staaten resultierte daraus der Patriot Act, wenn ich mich nicht täusche.

Ich kann nachvollziehen, dass man auf die oben beschriebene Weise, einem Terrorverdacht nach geht. Das man dafür keine Streifenpolizisten schickt ist sicher auch logisch. Von SWAT war im Artikel jedoch nicht die Rede.

Wenn dabei ein dummer Jungenstreich heraus kommt, dann kann man zumindest froh sein, dass nichts ernsthaftes dahinter steckte.

Aber gerade in der Position der Vereinigten Staaten, sollte man dem gegenüber immer hellhörig sein. Das ist deren Pflicht. Ob man das etwas übertreibt, zeigt sich erst, wenn viele Unschuldige verhaftet werden. Ich denke aber auch, viele US-Bürger erwarten, dass der Staat so reagiert.

Gabriel Engelhardt 06 Bewerter - 72 - 11. August 2009 - 13:49 #

Da ist jetzt die Frage wie warscheinlich ist es, dass das mir oder einem von euch passiert. Würde jeder fünfte oder sechste erwischt werden? Kann im Grunde keiner sagen. Also lieber nicht probiern.

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6483 - 15. Januar 2010 - 16:17 #

von wegen "bereits" die Androhung eines Terrorakts sei eine Straftat: in Deutschland ist schon die Androhung jedes Verbrechens (im Unterschied zum bloßen Vergehen) eine Straftat, nämlich die der "Bedrohung".

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