HiStories 2013: Tagung zu Geschichte, Form & Sinnfunktion im Computerspiel

Bild von Mario Donick
Mario Donick 2324 EXP - 14 Komm-Experte,R4,S7,A1
Alter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiBronze-Schreiber: Hat Stufe5 der Schreiber-Klasse erreichtStar: Hat 1000 Kudos für eigene News/Artikel erhaltenKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientVorbild: Hat mindestens 100 Kudos erhaltenTop-News-Schreiber: Hat mindestens 5 Top-News geschriebenSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner Sammlung

30. Mai 2013 - 0:50 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert
Am 30. November 2013 findet in Rostock die 1. Interdisziplinäre Tagung HiStories 2013: Geschichte, Form & Sinnfunktionen in Computerspielen statt.
 
Die Darstellung von geschichtlichen Ereignissen in Computerspielen hat eine lange Tradition. Egal ob Ego-Shooter, Strategiespiel oder Simulation – in nahezu jedem Genre finden sich unzählige Beispiele. Insbesondere Spiele mit kriegerischem Hintergrund wurden schon immer auch kritisch hinterfragt - hier ist nicht nur an die „Killerspiel“-Debatte der letzten Jahre zu denken, sondern auch an vereinzelte Spieletests in Zeitschriften der 1980er Jahre, in denen Spiele schlechte Bewertungen erhielten allein aufgrund ihrer historischen Thematik. Auch auf Websites wie GamersGlobal wird über Krieg in Computerspielen diskutiert.

Die Tagung HiStories 2013 versucht, das Spannungsfeld aus historischem Ereignis, formaler Gestaltung des Ereignisses im Spiel und Interpretation des Spiels durch die Spielenden beispielhaft nachzuzeichnen. Dabei ist auch die Frage zu klären, was Spielerinnen und Spieler eigentlich mit den Angeboten machen, die ihnen in Spielen präsentiert werden. Bleibt es beim Spielen? Oder findet ein kreativer, womöglich fachlicher Umgang mit den Inhalten statt?

Die Tagung richtet sich insbesondere auch an Studierende und Promovierende, unter anderem aus den Bereichen Kommunikationswissenschaft, Geschichtswissenschaft, Philosophie, Soziologie, Literatur- und Medienwissenschaft, Pädagogik, Psychologie, Informatik und ähnliches.

Vorschläge für Beiträge können bis 15.8.2013 eingereicht werden. Informationen dazu befinden sich im Call for Papers.

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 97810 - 30. Mai 2013 - 3:32 #

Klingt nach ernsthaftem Umgang mit dem Thema. Besonders interessant finde ich den designierten Versuch eine "echte" Computerspielkritik aufzubauen. Und genauso überfällig wie selbstverständlich ist auch die Anerkennung der Tatsache, dass neben dem Spiel auch ein fachlicher Umgang mit den Inhalten stattfindet.

everardt 17 Shapeshifter - P - 8221 - 30. Mai 2013 - 7:34 #

Ich habe einige Beispiele, die mir persönlich meinen geschichtlichen Horizont etwas erweitert haben.
Die Ascaron-Handelssimulationen z.B. hatten immer ein recht umfangreiches, schön geschriebenes Beibuch zum geschichtlichen Hintergrund des Spieles. Und spontan fällt mir jetzt noch History-Line 1914-1918 von Bluebyte ein: nach der Lektüre des Handbuchs und dem Konsumieren des Spieles hatte man tatsächlich einige Grundkenntnisse zum ersten Weltkrieg.
Ich mag mich irren, aber mir kommt es so vor, als gäbe es so etwas nicht mehr.

Mario Donick 14 Komm-Experte - 2324 - 30. Mai 2013 - 7:41 #

Mein persönlicher Eindruck ist, dass historisches Zusatzmaterial in dem Maße abgenommen hat, in dem Grafik, Sound und Zugänglichkeit der Spiele verbessert wurden. Man muss sich nur mal die Handbücher von Spielern Anfang der 90er angucken, z.B. Aces of the Pacific oder Aces over Europe. Die Handbücher bestanden zum größten Teil aus Sachtexten über die Zeit, und am Ende gab es lange Listen mit Literaturangaben ...

zuendy 14 Komm-Experte - 2249 - 30. Mai 2013 - 9:23 #

Und wie gern habe ich darin geschmöckert, um auch die letzten Informationshäppchen heraus zu ziehen.
Wüsste aber nicht ob ich es in der heutigen Zeit noch so nutzen würde.

everardt 17 Shapeshifter - P - 8221 - 30. Mai 2013 - 9:45 #

Ich würde es auf jeden Fall nutzen. In sehr seltenen Fällen gibt es ja auch noch Neuerscheinungen, deren Packungsinhalt über einen Datenträger und die übliche Zweiseitenschnellanleitung hinausgeht. Mit sowas kann ich mich beschäftigen, wie ein kleines Kind, das eine Wundertüte auspackt.

Edelstoffl 14 Komm-Experte - P - 1940 - 30. Mai 2013 - 8:39 #

Einen neuen Trend sehe ich diesbezüglich in der Modding-Community. Wenn man sich nur mal die Mod-Projekte zu Mount & Blade Warband ansieht, grenzt das schon ernsthafte Quellenforschung. Seht euch mal z.B. folgenden Thread an:
http://forums.taleworlds.com/index.php/topic,186137.0.html

Und die Ergebnisse dieser Arbeit setzten die dann 1:1 in den Mods um.

Auf die Mod "1860" von Gabrilduro habe ich übrigens ein besonderes Auge - wenn die fertig wird...boah ey!

everardt 17 Shapeshifter - P - 8221 - 30. Mai 2013 - 9:11 #

Oh ja, die meinen es ernst.

anonym (unregistriert) 30. Mai 2013 - 19:20 #

Wie dem Link zu entnehmen ist, richtet sich die Tagung nicht "insbesondere [...] an Studierende und Promovierende, unter anderem aus den Bereichen Kommunikationswissenschaft, [..]", die Tagung ist interdisziplinär mit geschichtswissenschaftlichem Fokus. Masterstudierende und Promovierende der weiteren genannten Fachrichtungen sind lediglich gesondert dazu aufgerufen, eigene Beiträge vorzustellen.

Mario Donick 14 Komm-Experte - 2324 - 30. Mai 2013 - 19:47 #

Äh, nicht ganz. Da ich sowohl diese News als auch den CfP verfasst habe, kann ich sagen, dass sich das "insbesondere" nicht auf das Fach bezieht, sondern darauf, dass gerade Personen, die noch nicht promoviert sind, eingeladen sind.

Der Ausgangspunkt ist übrigens auch nicht geschichtswissenschaftlich, sondern tatsächlich kommunikationswissenschaftlich. Im PDF-Call for Papers stand das auch mal so drin, aber ich hab's wieder rausgenommen, um das offener zu halten.

Hab die News mal etwas angepasst, ist jetzt hoffentlich klarer.

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)
Mitarbeit