US-Unterhaltungsindustrie fordert Rootkits gegen Raubkopierer

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29. Mai 2013 - 14:23 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert

Immer wieder hat die Videospiel-Branche, besonders auf dem PC, mit den DRM-Maßnahmen zu kämpfen. Der Trend, um das geistige Eigentum der Entwickler und Publisher zu schützen, geht in Richtung Internet. Den Anfang machte Steam, das seinerzeit einen Sturm der Entrüstung bei Fans der Half Life-Serie auslöste. Ihm folgten die Online-Freischaltung durch SecuROM für das erste Mass Effect und die zwanghafte Dauerverbindung zu den Servern des Dienstes Uplay und Origin, welche die Festplatte des Nutzers scannten. Konsolenspiele blieben bislang zwar von derartigen verschont, doch auch hier könnte bald ein anderer Wind wehen. Sowohl zur Xbox One, als auch zur PlayStation 4 halten sich Gerüchte über einen Online-Kopierschutz.

Die "Commission on the Theft of American Intellectual Property" wurde von der US-Unterhaltungsindustrie einberufen, um neue Möglichkeiten zu finden, geistiges Eigentum US-amerikanischer Unternehmen zu schützen. Diese fasst sie in einem 84 Seiten starken Bericht zusammen, der derzeit dem US-Senat vorliegt, da es zur Umsetzung einiger Techniken einer Änderung der aktuellen Gesetzeslage bedürfte.

Auch die Kommission möchte sich das Internet zunutze machen, wenn auch auf andere Weise. Sie schlägt vor, Internetnutzer mit Malware zu infizieren, welche den betroffenen Computer nach illegalen Kopien von Filmen oder Musik durchsuchen soll. Wird die Software fündig, soll sie den PC sperren, bis der Benutzer Selbstanzeige erstattet. Das ist jedoch keinesfalls alles. Die Software soll zudem berechtigt sein, die Webcam des Nutzers anzuzapfen, um so Fotos von ihm zu erstellen. Weitere "Features" sind das Einschleusen von Malware in das Netzwerk des Nutzers, oder sogar die physische Zerstörung des benutzten Computers oder des Netzwerks.

Ragdel 13 Koop-Gamer - 1268 - 29. Mai 2013 - 14:24 #

"Origins, welche die Festplatte des Nutzers scannten."

War das bei Origins nicht eh nur ein Hoax?

burdy 15 Kenner - 2775 - 29. Mai 2013 - 18:33 #

Ne, Origin hat skandalöser Weise den Ordner, im dem die Spiele installiert wurden, nach ebendiesen Spielen durchsucht. Böse Zungen behaupten ja, selbst Steam würde regelmäßig den Installationsordner der Spiele nach ebendiesen Spielen durchsuchen. Nirgends ist man sicher.

Rafael Sägemehl 15 Kenner - 3527 - 29. Mai 2013 - 14:44 #

Einfach die Polizei von Haus zu Haus gehen lassen und sämtliche Medien katalogisieren. Wer nicht für jeden Film und jedes Buch einen Kaufbeleg hat, muss also entweder ein Dieb oder ein Raubmordkopierer sein. Und die müssen sämtlich in den Steinbruch oder oder in Straßenbaukompanien.

Oder wie bei "Die Redaktion" von Gamestar. Jedes Medium wird mit einem Menschen ausgeliefert, der die Nutzung kontrolliert. Schafft dann auch viele Arbeitsplätze.

foxhound (unregistriert) 29. Mai 2013 - 16:58 #

"Einfach die Polizei von Haus zu Haus gehen lassen und sämtliche Medien katalogisieren. Wer nicht für jeden Film und jedes Buch einen Kaufbeleg hat, muss also entweder ein Dieb oder ein Raubmordkopierer sein"

Völlig unsinnig...
Einfach sofort einen Strafanzeige wegen Gewerbsmässigen Raubkopie mit Jeder Verkauften PS4 oder X-box One beiligen.
Und per Eilverfahren ab hinter Gitter.
Wer noch nie einen Raubkopie hatte, der Könnte sich ja in Zukunft eine Besorgen.

Die Unschuldsvermuttung ist doch vollkommen ein Relikt aus dem Letztem Jahrhundert.

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 7703 - 29. Mai 2013 - 14:50 #

Sowas gabs doch schon, hatte Sony nicht mal einen Rootkit Kopierschutz? ^^

NickHaflinger 16 Übertalent - 5241 - 29. Mai 2013 - 15:40 #

Ja. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Sony-BMGs-Kopierschutz-mit-Rootkit-Funktionen-143366.html

Raging Spirit (unregistriert) 30. Mai 2013 - 14:52 #

Yep, gab es, und es wurde sogar genutzt um den Rechner mit Viren zu verseuchen.

warmalAnonymous2 (unregistriert) 29. Mai 2013 - 15:01 #

was für ein stuss!

Labrador Nelson 28 Endgamer - - 104476 - 29. Mai 2013 - 15:03 #

Ja, versuchts nur, ihr Deppen!

FPS-Player (unregistriert) 29. Mai 2013 - 15:31 #

"[...]Steam, das seinerzeit einen Sturm der Entrüstung bei Fans der Half Life-Serie auslöste. [...] Online-Freischaltung durch SecuROM [...] zwanghafte Dauerverbindung zu den Servern des Dienstes Uplay und Origin"
Und was hat es ihnen genützt...? JEDE Software kann irgendwie und irgendwann geknackt werden. Ich denke, das einzige "Heilmittel" ist, die Inhalte während des Spielens tatsächlich direkt von den Spieleservern laden zu lassen (siehe Diablo 3).

Korbus 15 Kenner - 3189 - 29. Mai 2013 - 15:34 #

Das klingt so dermaßen abgedreht das es nur ein Scherz sein kann. Gibts irgendeinen Kalender nach dem heute der 1. April ist? ;)

Hendrik -ZG- 26 Spiele-Kenner - P - 67341 - 29. Mai 2013 - 15:34 #

Was kommt als nächstes ? Führen wir den Blockwart wieder ein ? Das kann echt nur von Amis kommen, wobei deutschen Politikern traue ich solche Blüten auch zu :(

eQuinOx (unregistriert) 29. Mai 2013 - 17:36 #

Erstmal gibts Kopfprämien für Leute, die Raubkopierer verpfeifen. Denunziantentum muss sich wieder lohnen!

Hendrik -ZG- 26 Spiele-Kenner - P - 67341 - 29. Mai 2013 - 19:17 #

Wie war doch der gute alte Spruch: " Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant" :)

Tassadar 17 Shapeshifter - 7810 - 29. Mai 2013 - 15:56 #

Mit hochgradig illegalen Methoden, die die Grundrechte verletzen, also gegen Schwarzkopien angehen? Klingt höchstgradig vernünftig. Was rauchen die eigentlich für Zeug?

Antworten (unregistriert) 29. Mai 2013 - 16:32 #

Unternehmensgewinne (wenn auch nur gefühlt) >>>>>>>>>>>>> Grundrechte

Daeif 19 Megatalent - 13770 - 30. Mai 2013 - 15:54 #

Phase 1: Grundrechte einschränken.
Phase 2: ?????
Phase 3: Profit!

So läffts Buisness!

Sher Community-Event-Team - 3686 - 29. Mai 2013 - 16:53 #

Schon surreal das in den USA einerseits eine allgemeinverbindliche Krankenversicherung als unverhältnismäßiger Eingriff in die freie Wirtschaft bezeichnet wird aber die Unverletztlichkeit der eigenen 4 Wände für die Unterhaltungsindustrie so wenig wert ist.

eQuinOx (unregistriert) 29. Mai 2013 - 17:31 #

Warum nur USA? Unser "Verfassungsschutz" macht das mit dem Bundestrojaner doch nicht viel anders.

http://de.wikipedia.org/wiki/Online-Durchsuchung_%28Deutschland%29

Sher Community-Event-Team - 3686 - 29. Mai 2013 - 17:44 #

Ich finde es ist immernoch ein Unterschied ob es sich um einen Geheimdienst handelt (was die Sache in keiner Weise besser macht) oder ein Unternehmensverband ist. Bundestrojaner sind an sich schon ne Frechheit, aber Leute aus rein wirtschaftlichen Interessen ausspähen treibt den Irrsinn auf die Spitze.

eQuinOx (unregistriert) 29. Mai 2013 - 18:13 #

Zweifellos.

Aber bedenke: Die GVU (Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen, Mitglieder u.a. Microsoft, Ubisoft, Sony, Warner, Disney) war hier in Deutschland an Polizeimaßnahmen beteiligt - und damit Kläger und Ermittler in einer Person. Und das jahrelang, bis dieses illegale Vorgehen 2007 gerichtlich untersagt wurde. Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Erst ein Gericht musste der Polizei (!) untersagen, Beweismittelverfahren durch die Seite der Ankläger durchführen zu lassen!

(http://www.heise.de/newsticker/meldung/Staatsanwaltschaft-darf-GVU-nicht-bei-Urheberrechtsermittlungen-beiziehen-113454.html)

Da ist es nur ein kleiner Schritt, wenn die GVU die Daten des Bundestrojaners auswerten will. Ist ja auch so schön einfach, weil es merkt ja keiner...

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3351 - 29. Mai 2013 - 18:36 #

Leider ist es immer noch so, dass Gerichte ungeprüft die von der GVU mit selbstgestrickten Programmen, denen genaue Funktionsweise niemand kennt, ermittelten Adresslisten akzeptieren. Obwohl bekannt ist, dass die Zuordnungen von IP, Zeit und Anschlussinhaber häufig falsch sind. Sogar Drucker wurden schon der Tauschbörsennutzung beschuldigt.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bittorrent-Filesharer-werden-massenhaft-ueberwacht-1699211.html

Auch die Praxis, dass der Anschlussinhaber für (angebliche) Urheberrechtsverletzungen gerade stehen muss, ist ein Unding. Der Halter eines KFZ haftet schließlich auch nicht für Vergehen des Fahrers.

matthias 13 Koop-Gamer - 1369 - 29. Mai 2013 - 17:16 #

muss ich irgendwann damit rechnen, bei der einreise in die usa verhaftet und zum tode verurteilt zu werden, weil sie schon bilder von mir haben, wie ich vor einem fremden pc eines freundes sitze und ohne es zu wissen eine kopie eines 5 euro spieles daddle? oder läuft das stirb langsam 4.0 mäßig, der rechner explodiert einfach direkt beim starten einer kopie?
die vorstellungen die die haben, sind so absurd. man kanns garnicht ernst nehmen, würden sie nicht so weit damit kommen. das scheint ja fertig ausgearbeitet zu sein und es fehlt nur eine instanz, um es zu bestätigen...

eQuinOx (unregistriert) 29. Mai 2013 - 17:26 #

Ohhh... ich sehe schon die Karikatur in der c't dazu:

Durch das Fenster der Kontrollstation sieht man, wie ein Atomkraftwerk schmilzt und auf dem Monitor des Steuercomputers steht "Dieser Rechner wurde gesperrt, weil eine illegale Kopie von PacMan gefunden wurde"

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3351 - 29. Mai 2013 - 18:09 #

Vor 10 Jahren hätte ich über so eine Meldung noch gelacht.
Heute ist DRM akzeptiert, neue Spielkonsolen kommen mit Onlinezwang und Überwachungsfunktionen und US-Behörden dürfen sich Zugriff auf sämtliche Daten verschaffen.
Kurz gesagt, mittlerweile würde ich so etwas durchaus für möglich halten.

Hemaehn 16 Übertalent - 4584 - 29. Mai 2013 - 18:21 #

Danke fürs Übernehmen. Fand das Thema echt spannend, denke aber jetzt mit so Sachen wie Kinect und permanent Überwachung, brauch man das ja gar nicht mehr. Sieht man ja dann direkt auf der Kamera :)

Echt krasse Sachen gibt es...

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7391 - 29. Mai 2013 - 18:27 #

Bevor solche Gesetze umgesetzt werden, sollten sie lieber mal Korruption und Steuerverschwendung stärker bestrafen, ebenso wie geschönte Lebensläufe und ermogelte "Titel"

eQuinOx (unregistriert) 29. Mai 2013 - 21:50 #

... die Mittelspurschleicher nicht zu vergessen!

PCEumel 13 Koop-Gamer - 1436 - 29. Mai 2013 - 20:26 #

Als PC Spieler und Audio-CD Käufer kennt man das noch vom Anfang der 2000er.

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 29. Mai 2013 - 22:40 #

Heisst das, wir beziehen unsere Virenscanner und Anti-Malware-Software in Zukunft von Skidrow & Co.?

firstdeathmaker 17 Shapeshifter - P - 6859 - 29. Mai 2013 - 23:04 #

lol, um Raubkopien zu finden wollen sie also Verbrechen begehen die viel Schlimmer sind als die Raubkopie an sich? Da sind wir ja dann wieder im Mittelalter angelangt, wo Taschendieben die Hände abgehackt wurden.

Das wird sich nicht durchsetzen. Vor allem, weil die Haftungsfragen dann gefährlich werden. Was wäre, wenn die ein sicherheitskritisches System beschädigen? Da würden ziemlich saftige Schadenersatzanforderungen auf die Zurollen. Da hat einer echt nicht nachgedacht.

Und von wem wollen die die Sicherheitslücken kaufen? Von den Crackern und Blackhats die sonst ihre Spiele cracken?...

Spezieh 18 Doppel-Voter - 9413 - 30. Mai 2013 - 6:13 #

Naja da die Urheber der Malware ja theoretisch bekannt wären, wäre die eigentliche Konsequenz doch Virescanner->Quarantäne->Anzeige des Herausgebers der Malware

firstdeathmaker 17 Shapeshifter - P - 6859 - 30. Mai 2013 - 8:40 #

Plus eine Abmahnung und Unterlassungsklage :)

Ibex1981 09 Triple-Talent - 302 - 30. Mai 2013 - 11:24 #

Das ist ja nicht mehr zu glauben. Da fragt man sich wer die schlimmeren Verbrechen sind! Wenn sowas kommt sollte man konsequent beukotieren bis die Hersteller der Ansicht sind das man fair mit den Kunden umgehen muss. Wurde gerne deren Gesicht mal sehen wenn so ein TripleA-Titel den Bach runtergeht weil solcher Mechnismen benutzt wurden.

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