DSL-Drosselung: Verbraucherzentrale NRW mahnt Telekom ab

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6. Mai 2013 - 17:04 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert

Mit der Geschwindigkeitsdrosselung des Datenvolumens, die 2016 in Kraft treten wird, hat die Deutsche Telekom für einige Kontroversen und Empörung nicht nur bei Telekom-Kunden gesorgt (wir berichteten). Nun schaltet sich die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ein und mahnt den Netzbetreiber offiziell ab.

Wird eine vom Tarif abhängige Grenze überschritten, wird die Bandbreite ab 2016 für den Rest des laufenden Monats auf 384 Kbit/s gedrosselt. Diese Geschwindigkeit bezeichnet die Verbraucherzentrale als Schneckentempo, das teilweise weniger als 1 Prozent der ursprünglichen Downloadraten entspricht. Dabei handele es sich um eine "unangemessene Benachteiligung der Verbraucher", eine "zeitgemäße Nutzung des Internets" sei damit nicht mehr möglich.

Ebenfalls bemängelt wird die Art der Werbung: Klaus Müller, NRW-Verbraucherzentralenvorstand, dazu:

Die Anbieter übertreffen sich in der Werbung für Internettarife seit jeher mit Flatrate- und Geschwindigkeitsversprechen. Wer Verbrauchern den Saft fürs Surfen dann übers Kleingedruckte derartig abdreht, lässt sie auf der Datenautobahn auf der Standspur stranden und nimmt ihnen damit die Möglichkeit zum diskriminierungsfreien Zugang zu allen Diensten.

Die Verbraucherzentrale fordert die Deutsche Telekom nun auf, bis zum 16. Mai 2013 per Unterlassungserklärung auf die zukünftige Verwendung der Klausel zu verzichten. Ansonsten werden die Gerichte über die Zulässigkeit der geplanten Drosselung entscheiden müssen.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9711 - 6. Mai 2013 - 17:07 #

Ich weiß ja nicht, ob das schon geschehen ist, aber dann sollte die Verbraucherzentrale auch die anderen Anbieter abmahnen, bei denen diese Praxis schon vorhanden ist.

Maik 20 Gold-Gamer - - 21791 - 6. Mai 2013 - 17:13 #

Wobei die Tkom das größte Netz hat und etliche Anbieter drauf sitzen. Wenn dann nur eher die mit eigenen Netzen abmahnen, falls dort solche Drosselungen stattfinden.

Schleng (unregistriert) 6. Mai 2013 - 18:34 #

Soweit ich weiss, drosselt aber kein andere Anbieter auf 384 Kbit/s

onli 15 Kenner - 2893 - 6. Mai 2013 - 20:03 #

Schon geschehen.

. 21 Motivator - 27826 - 6. Mai 2013 - 17:57 #

Ich hoffe, dass die Telecom in Deutschland mit ihren Plänen baden geht. Damit diese Drosselung nicht nach Süden zieht.

Exocius 17 Shapeshifter - 7206 - 6. Mai 2013 - 22:21 #

Die Hoffnung stirbt zuletzt, das sich dieser Schwachsinn nicht wie ein Virus ausbreiten wird.

Laziara 16 Übertalent - 4144 - 6. Mai 2013 - 17:25 #

*Rest des laufenden Monats auf 384 Kbit/s gedrossel* ich wäre über dieses Tempo überglücklich^^

Ukewa 15 Kenner - 3689 - 6. Mai 2013 - 18:23 #

Bist Du dir da sicher?! Falls ja: Womit surfst Du? ..wenn man fragen darf (und falls es kein Witz war).

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 24631 - 6. Mai 2013 - 19:04 #

ISDN ist nur 64k schnell. ^^

Laziara 16 Übertalent - 4144 - 6. Mai 2013 - 19:11 #

ne ganz so deprimierend isses nich, aber lasses auch nich über 800 kbit/s kommen^^

DomKing 18 Doppel-Voter - 9711 - 6. Mai 2013 - 20:05 #

Sind 800kbit/s nicht mehr als 384kbit/s?

Slaytanic 22 AAA-Gamer - P - 37733 - 6. Mai 2013 - 20:54 #

Das ist jetzt eine Fangfrage, oder? :)

Lonestarr 12 Trollwächter - 930 - 6. Mai 2013 - 23:10 #

Das ist das Andere Thema. Das die T-kom es nicht schafft auch kleinere Ortschaften und abgelegene Stadteile mit einem Breitbandanschluss von min 6K zu versorgen ist doch eigentlich sehr lächerlich.

In anderen Länder geht das.

Meiner Meinung hätte das Telefonnetz Staatlich bleiben müssen. Dann hätten wird die Probleme nicht. Genauso wie das Stromnetz, Schienen und Straßennetz.

vicbrother (unregistriert) 7. Mai 2013 - 8:30 #

Deine Aussagen hören sich für mich undurchdacht an:

Was hat die Telekom davon, demografisch nachweisbar aussterbende Stadtteile und kleine Ortschaften zu erschliessen, wenn dann die Konkurrenz kommt und die Leitungen für die eigenen Angebote nutzt?

Und warum soll das Telefonnetz staatlich bleiben für 12 Pfennig die Minute allein für Inlandsgespräche?

Karpfenkrapfen (unregistriert) 7. Mai 2013 - 10:00 #

1. Würden die Kosten für die Leitungen wieder drin sein, ehe da keiner mehr wohnt und Internet nutzt.
2. Zahlen die anderen Anbieter ja für das Nutzen des Netzes und viele abgelegene Ortschaften werden sogar von sehr kleinen Anbietern erschlossen, ohne das diese Pleite gehen würden. Scheint sich also doch zu lohnen.
3. selffulfilling prophecy: Das die Leute das wegziehen hat ja einen Grund, nämlich das das Wohnen da nicht attraktiv zu sein scheint. Hauptsächlich wahrscheinlich wegen weiter Wege zur Arbeit in die Stadt, aber fehlendes oder langsames Internet macht die Sache noch klarer. Wenn die Dörfer besser erschlossen wären bezüglich Internet und Verkehrsanbindung würden viele dort wohnen bleiben. Denn wohnen an sich ist für viele "im Grünen" nicht unattraktiv. Man hat nachts seine Ruhe, die Luft ist besser etc. Wenn man eine schnelle Anbindung an die Großstadt hat, hat man ja auch allen Zugriff auf deren Annehmlichkeiten (Kultur, Arbeit, Einkauen etc)

vicbrother (unregistriert) 7. Mai 2013 - 11:08 #

Sicherlich ist "Wohnen im Grünen" nicht unattraktiv, aber es ist in Entfernung zu Großstädten oft nicht zukunftssicher: Oft gibt es nur ein bis drei große Arbeitgeber, die bei Weggang auch den Niedergang des Ortes bedeuten und der Anschaffungspreis für eine Immobillie wird fallen, weil die demografische Entwicklung nur wenige junge Käufer aufzeigt, die dann alle in der Nähe einer Großstadt/Hochschulstandortes leben wollen. Das Internet spielt da oft keine Rolle.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29697 - 8. Mai 2013 - 7:52 #

Das Internet spielt eine sehr große Rolle. Mittelständige Unternehmen werden sich in solchen Orten nämlich mangels Internet gar nicht erst ansiedeln. Daraus folgen weniger Arbeitsplätze, eine geringere Attraktivität für neue Bürger und so weiter. Ich sehe es hier in der Umgebung: Im Nachbarort sind sehr viele neue Arbeitsplätze erst entstanden als ein kleinerer Betreiber in Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister Glasfaser verlegt hat. Die Telekom bietet dort immer noch maximal DSL Light an, auch Geschäftskunden müssen damit leben wenn sie bei der Telekom bleiben wollen. Da ist es klar, dass die Unternehmen abwandern oder?

Hier in der Ecke wohnen zudem viele Leute die in der nahegelegenen Großstadt Hamburg arbeiten. Es wären deutlich mehr wenn sie die Möglichkeit hätten im HomeOffice zu arbeiten wie ihre Vorgesetzten es oft fordern. Geht leider nicht, LTE verhindert durch die Volumenbeschränkung (und hey die neue SpeedOn-Aktion mit 15 Euro für 10 zusätzliche Gigabyte ist preislich ein schlechter Scherz) die effektive Arbeit übers Internet, DSL light (sofern überhaupt möglich) schließt sich ganz aus. Du kannst es nicht wegdiskutieren, das Internet ist für extrem viele Bürger nicht nur privat sondern auch beruflich elementar geworden. Ein flächendeckender Breitband-Ausbau wäre auch für die Politik von Vorteil. Das können die halbtoten Greise in den Parteien natürlich nicht wissen, dort gewöhnt man sich ja offenbar nur schwer an die Vorstellung dass es keine Gaslaternen mehr in den Straßen gibt..

vicbrother (unregistriert) 8. Mai 2013 - 9:35 #

Es ist sicherlich elementar, aber spielt bei der Wohnortentscheidung keine Rolle, idR geht man ja von einem funktionierenden Internetanschluss aus.

Der Mittelstand hat auch kein Problem mit dem Standort - er kann sich immer eine feste Verbindung mit beliebigen Geschwindigkeiten schalten lassen. Selbst 1000€ im Monat spielen da keine Rolle.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29697 - 8. Mai 2013 - 9:54 #

Kann er eben nicht wenn die Leitungen es nicht hergeben. Es gibt mittlerweile viele komplett abgehängte Ortschaften, da sind auch Businessleitungen nur via LTE möglich. Geht gar nicht, sorry.

Und nein, man kann in Deutschland inzwischen nicht mehr von einem funktionierenden (ok, das vielleicht, sagen wir besser "schnellen") Internetzugang ausgehen. Selbst in Städten sind ja teilweise nur weniger als 1 Mbit möglich weil der Ausbau hängt.

ChuckBROOZeG 19 Megatalent - 19234 - 8. Mai 2013 - 12:45 #

Es ist sogar so das in einigen Städten, ok da auch nur in einigen Wohngebieten, die Leitungen durch immer steigendere Überbelegung langsamer werden. Ausbau? Ach I Wo seit sie vor 20 Jahren mal ne Kupfer VST hingestellt haben muss das reichen.

Ukewa 15 Kenner - 3689 - 8. Mai 2013 - 16:12 #

*Lach* @ Dennis' "halbtote Greise" :-) Danke, bin jetzt viel besser gelaunt.

NoUseForAName 17 Shapeshifter - 7077 - 6. Mai 2013 - 17:26 #

Als wenn das was nützen würde....

Guldan 17 Shapeshifter - P - 8351 - 6. Mai 2013 - 17:27 #

Zum Glüc bin ich bei Unitymedia also Kabel hoffe da findet das keinen Einzug.

Pro4you 18 Doppel-Voter - 12684 - 6. Mai 2013 - 17:37 #

Marktwirtschaft und Gewinnmaximierung ist ne feine Sache, sie sollte aber nicht soweit gehen die eigenen Verbraucher derart einzuschrecken. Da der einzige Gedanke hinter diesem Vorhaben Geld ist, sehe ich keine Rechtfertigung dieses "System" in Deutschland einzuführen. Sie hätten es erst in den USA ausprobieren müssen, bevor sie nach Deutschland mit so einem Vorhaben antanzen.

keinname (unregistriert) 8. Mai 2013 - 1:56 #

Weil die Telekom das hier auch so einfach ausprobieren kann. Hier haben wir dafuer mit anderen Problemen beim Internet zu kaempfen.

Taggerd (unregistriert) 6. Mai 2013 - 18:22 #

Man darf wohl stark davon ausgehen, dass die Telekom auf derartige Reaktion und Schritte vorbereitet ist.

Zottel 16 Übertalent - 4304 - 6. Mai 2013 - 18:41 #

Ja der Vorstand hat jetzt seit 2 Wochen täglich 5 Minuten Schulterzucken geübt

COFzDeep 19 Megatalent - P - 17194 - 7. Mai 2013 - 8:27 #

Ich dachte das muss man schon perfekt beherrschen, um überhaupt zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden? ;)

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 96918 - 6. Mai 2013 - 19:14 #

Hoffentlich gehts grad so weiter mit dem Protest!

Ardrianer 19 Megatalent - 19100 - 6. Mai 2013 - 19:43 #

scheinbar braucht es da wirklich erst einen Gerichtsentscheid und ein Gesetz, um diesen Unfug ein Ende zu bereiten

Jetfighter3 12 Trollwächter - 937 - 6. Mai 2013 - 19:59 #

Im Endeffekt kann da kein Gericht was machen da die Telekom ein Privates Unternehmen ist was viele hier vergessen sowie auch der Verbraucherschutz und die FDP und die ganzen Konsorten!
Das ist hier wieder mal ganz viel Augenwischerei um den Bürger wenigstens das Gefühl zu geben man habe ja etwas getan, passieren wird wie so oft NIX!
Solange die ganzen Personen weiter zur Telekom gehen, werden die das durchziehen und alle anderen werden folgen wenn sich das System etabliert hat, ihr denkt doch nicht wirklich das die anderen nicht nachziehen werden, wenn ja dann seid ihr echt irgendwo in der Welt stehengeblieben.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9711 - 6. Mai 2013 - 20:06 #

Nun der Gesetzgeber könnte schon aktiv werden. Da ist es völlig Wumpe, ob die Telekom privat ist, wenn der Staat die Regeln für den Markt vorgibt.

Jetfighter3 12 Trollwächter - 937 - 6. Mai 2013 - 22:12 #

Der Markt darf nicht vom Staat reguliert werden! Wohl in Wirtschaftswesen gepennt, oder?
Der Markt regelt sich von selber mit diesen Faktoren Preis, Mengen- oder Absatz. Das nennt man auch gerne offener Wettbewerb und das soll auch so bleiben, denn der Staat hat schon zu genüge gezeigt wie er regulieren kann, nein danke dazu! Wenn das passiert kannst gleich auf den Mond auswanderen.

Grohal 14 Komm-Experte - P - 1960 - 6. Mai 2013 - 22:24 #

Die Telekom ist ein Teilnachfolger der Deutschen Post - es ist ja nicht so das die Telekom das Netz komplett auf eigene Kosten aufgebaut hat, von daher darf der Staat hier gerne den Daumen draufdrücken - schließlich hat es der Steuerzahler finanziert (natürlich ist es mittlerweile ausgebaut worden, aber der Vorteil den die Telekom anfangs hatte war immens).

matthias 13 Koop-Gamer - 1355 - 6. Mai 2013 - 22:34 #

der markt darf nicht vom staat reguliert werden? ist das ein wahlspruch der fdp aus dem vergangenen jahrhundert?

DomKing 18 Doppel-Voter - 9711 - 6. Mai 2013 - 22:42 #

Gänzlich offener Wettbewerb führt immer zu Auswüchsen, die der Gesellschaft nicht gut bekommen. Davon profitieren dann i.d.R. nur einige Wenige und der große Rest guckt in die Röhre.

Das ist das Problem, wenn man nur Wirtschaftswesen studiert/gelernt hat und nicht mal über den Tellerrand geschaut hat. Ein Blick auch in Sozialwissenschaften hilft, um mehr, als nur Zahlen und Wettbewerb zu sehen. Im Endeffekt geht es immer um Menschen.

In der (jüngeren) Geschichte war es häufiger mal der Markt, der zu Katastrophen geführt hat und danach hat der Staat neue Regeln eingeführt, damit so etwas nicht noch einmal passiert.

Slaytanic 22 AAA-Gamer - P - 37733 - 6. Mai 2013 - 22:42 #

Jep, stimmer dir zu.

Ardrianer 19 Megatalent - 19100 - 6. Mai 2013 - 23:36 #

nach den Erfahrungen der letzten Jahre kommt man eher zu dem Schluss, dass der Markt vom Staat reguliert werden muss. grenzenlose Freiheit ohne Verantwortung und Nachhaltigkeit sind doch genau das Problem in diesem Wirtschaftssystem. grenzenloser Wachstum, Gewinn und Co sind dieser perverse Irrglaube, wodurch alles besser wird. Wettbewerb.. je nach Wirtschaftsgut zwischen ein paar und einer Hand voll Großkonzerne vielleicht und dann? dieser Immer-mehr-Prinzip ist doch nur für die eine Lösung, die kräftig dran verdienen

vicbrother (unregistriert) 7. Mai 2013 - 8:02 #

Auch wenn ich hier als Liberaler gelte, weil ich andere ausreden lasse und mit meiner Meinung nur zum Nachdenken anregen und nicht überzeugen möchte, so möchte ich doch richtig stellen, dass es noch mehr Faktoren für die soziale Marktwirtschaft gibt.

Der Staat hat in der sozialen Marktwirtschaft die extrem wichtige AUFSICHTSPFLICHT, allerdings hat er die seit Rot-Grün extrem abgebaut: Toll Collect mit höchststufigen Top-Secret-Verträgen, die "Heuschrecken" und die extreme Lockerung des Finanzmarktes, unkontrollierte Energiebezuschussung - aber darunter dürfte die Telekom natürlich nicht fallen. Die jetzige Regierung forciert aber den Ausbau des Lands mit LTE. Denn das ist die zweite Aufgabe eines Staates: Sinnvoll Lenken.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29697 - 8. Mai 2013 - 7:59 #

LTE ist doch ein schlechter Scherz. Als Notlösung ok aber als flächendeckender DSL-Ersatz wie es Vodafone plant (und die Telekom gerne hätte bevor die tolle Idee mit den Volumenbegrenzungen kam) gehts mal gar nicht. Warum? Größtenteils wieder mal aufgrund der Drosselungen. 30 Gigabyte sind in heutigen Zeiten absolut nichts. Ein Gigabyte pro Tag für eine ganze Familie? Bitte wie? Aber die Telekom ist ja freundlich und verlangt "nur" 15 Euro für weitere 10 Gigabyte (wobei der ungenutzte Rest am Monatsende verfällt und nicht übernommen werden darf) - Vodafone ist mit 5 Euro für 1 GB sogar noch dreister. Der vorgeschobene Grund für die Begrenzung: Sonst würde das LTE-Netz zu stark gefordert werden weil ja alle Leute die Leitung plötzlich zu stark nutzen. Bitte wie? Am Monatsanfang ist das Netz doch ungeachtet aller Drosselungen unter voller Last weil da alle ihre Volumenzähler resettet bekommen. Die letzten Tage im Monat hingegen tut sich am Funkturm so gut wie gar nichts, sind ja alle gedrosselt.

Ergo: Die Politik lenkt nicht sinnvoll. Sie lenkt ein wenig hilflos und greift oft falsch ins Steuer. Sinnvoller wäre es wenn sie das Ruder in wirtschaftlich derart wichtigen Fragen wie der Breitbandversorgung selbst in die Hand nehmen würde. Der Markt reguliert sich ja offenbar nicht von selbst.

vicbrother (unregistriert) 8. Mai 2013 - 9:39 #

Auch bei LTE wird die Datenmenge sich den Bedürfnissen anpassen. Die Regierung kann aber sagen: Hey, bevor sich alle nur die Großstädte zuwenden müssen die Halligen erschlossen werden. Das ist die Lenkungsfunktion der Regierung, das ist schon mal mehr als nichts.

Aber in der Tat ist eine Vollversorgung per LTE statt DSL nicht möglich, dazu nutzen es zuviele Teilnehmer gleichzeitig, die die verfügbare Bandbreite dann doch ziemlich runterziehen. Zumal Funk auch noch anderen Störungen unterliegt...

Anonhans (unregistriert) 7. Mai 2013 - 9:08 #

Der Staat reguliert heute schon an allen Ecken und Enden (und das ist auch gut so!). Viel Spaß auf dem Mond ;)

vicbrother (unregistriert) 6. Mai 2013 - 20:47 #

Die Telekom ist ein marktwirtschaftlich orientiertes Unternehmen und
die Marktwirtschaft lädt uns alle ein über das Vorhaben der Drosselung abzustimmen. Wo ist jetzt das Problem?

Escalbryt 13 Koop-Gamer - P - 1732 - 6. Mai 2013 - 22:40 #

Vorraussetzung für dieses Prinzip sind mündige Verbraucher. Also müssen sich die Verbraucher allesamt mit den Folgen auseinandersetzen, die das eine oder andere Produkt mit sich bringt.
Bei mir zumindest ist es so, dass ich mich nicht für jede Sache die ich kaufe stundenlang hinsetze und schaue, welches Produkt jetzt das passendste für mich ist, sondern in erster Linie bei Produkten, aud denen mein persönlicher Fokus liegt. Bei nem Mixer, der 50mal im Jahr benutzt wird ist mir der Verschleiß herzlich egal, insbesondere wenn er mir beim alltäglichen Einkauf für 20 Tacken ins Auge fällt. Im Gegenzug dafür wende ich beim Kauf eines PCs durchaus mal ein ganzes Wochenende auf um mich zu informieren.
Zudem ist ein weiterer grundlegender Faktor des Prinzips Marktwirtschaft das Vorhandensein von Alternativen. Aus diesem Grunde gibt es das Bundeskartellamt, um Monopolen und Kartellen vorzubeugen. Im Falle der Drosselung spreche ich zwar nicht von Kartellen, aber ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass die anderen Anbieter nachziehen werden, sollte die Telekom erfolgreich sein. Zudem hat die Telekom nach wie vor eine Platzhirschposition, insbesondere in ländlichen Regionen.
Dazu kommt, dass der Internetanschluss in meinen Augen zu einem Grundbedürfnis geworden ist, und daher eines gewissen Verbraucherschutzes bedarf, da es für die meisten Menschen in Deutschland entweder sozial oder finanziell(z.B. beruflich) nicht möglich ist zu kündigen, falls keine Alternative mehr vorhanden ist.

Und zum Abschluss male sich jeder bitte eine Schlagzeile in der Bild zu einem vergleichbaren Vorhaben, z.B. für Lebensmittel oder Wohnraum, aus.;)

Korbus 15 Kenner - 3189 - 6. Mai 2013 - 20:53 #

Hui das geht ja fix, jetzt muss nur noch was anständiges für uns Verbraucher bei rauskommen.

Hemaehn 16 Übertalent - 4574 - 6. Mai 2013 - 21:36 #

Erinnert mich irgendwie an Steam, das ja auch vom Bundesverband angeklagt wurde, weil man seinen Account nicht verkaufen kann. Was wurde daraus eigentlich? ^^

Deathproof 14 Komm-Experte - 1985 - 6. Mai 2013 - 22:09 #

Das sind aber auch unterschiedliche Rechtslagen. Bei Steam war es ja nie anders, wenn die Telecom jetzt einen günstigen Volume tarif neben der Flaterate anbieten würde hätte da auch niemand was dagegen. Bei Steam wusste man was man bekommt, will jetzt aber mehr Rechte, als wie beim Kauf.

matthias 13 Koop-Gamer - 1355 - 6. Mai 2013 - 22:37 #

das ist noch offen.
erfolgreich waren sie aber bei geänderten agbs. man kann nun weiterhin auf seine spiele zugreifen, wenn man geänderten agbs nicht zustimmt.

VikingBK1981 19 Megatalent - P - 14271 - 6. Mai 2013 - 22:48 #

Hoffentlich bringt es was, nicht das die Drossel schule macht.

toji 14 Komm-Experte - P - 2355 - 6. Mai 2013 - 23:22 #

amsel,DROSSEL , fink und starr.seit einiger zeit mag ich das kinderlied ned mehr

maddccat 18 Doppel-Voter - 11586 - 7. Mai 2013 - 6:40 #

Du hast wohl'n Vogel! =)

keinname (unregistriert) 8. Mai 2013 - 2:05 #

Amsel, Drossel Fink und Meise, und die ganze Vogel Sch..... oder so?

toji 14 Komm-Experte - P - 2355 - 6. Mai 2013 - 23:25 #

KÖNNTE man ned davon mutmassen das wenn einer mehr verbrauchen will, ein gamer oder (reine mutmassung will keinen was in die schuhe schieben !!) gar ein downloader von gewissen quellen sein KÖNNTE ? So nach dem Motto: Schaut mal, der will mehr als 75gb haben, kontrollier das mal was er da tut usw

ChuckBROOZeG 19 Megatalent - 19234 - 7. Mai 2013 - 1:07 #

Das könnte man vielleicht wenn die Mengen weitauss größer angesetzt sind. Aber 75GB im Monat sind jetz shcon ein Witz in 2-3 Jahren erst recht.

Cupp (unregistriert) 6. Mai 2013 - 23:25 #

Ich befürchte die Telekom wird mit so was gerechnet und schon mal die eigenen Anwälte befragt haben, wie das juristisch aussieht. Und irgendein Schlupfloch werden die schon finden, leider...

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7390 - 7. Mai 2013 - 2:14 #

Warum irgend wen fragen? Einfach machen und gucken, ob man damit durch kommt. Ich merke immer öfter, nur weil irgendwas irgendwo als Gesetz steht, muss das noch lange nicht bedeuten, dass man Recht bekommt. Gibt nicht umsonst den Begriff des "Rechtsverdrehers". Oder bei kleiner Mann gegen Großkonzern, kann dir schon mal schnell der Kostenapparat nen Strich durch dein offensichtliches Recht machen.

Anonhans (unregistriert) 7. Mai 2013 - 9:19 #

Das Problem hier ist ja eher, dass es halt keine Gesetze gibt, die solche Vorgehensweisen wirklich verbieten. Wie so oft sind die Verbraucherschützer da leider nicht viel mehr als zahnlose Tiger. Trotzdem machen sie einen guten und wichtigen Job...leider halt oft ohne wirkliche Konsequenzen, weil der Rest der Politik nicht nachzieht, um entsprechende Gesetze zu erlessen, die den Schutzd er Verbraucher wirklich mal in den Vordergrund stellen.

Tassadar 17 Shapeshifter - 7783 - 7. Mai 2013 - 0:37 #

Es bleibt dabei: Einzig eine gesetzlich festgeschriebene Netzneutralitätspflicht für die Provider kann hier helfen, da es der Drosselkom ja nicht wirklich um die Bandbreiten und Flatrates geht, sondern ausschließlich darum eigene Dienste zu bevorteilen und sich von anderen Diensten bezahlen zu lassen, diese ebenfalls zu bevorteilen.

Der Gesetzgeber ist gefragt. Leider ist von den Nulpen an der Regierung nichts zu erwarten.

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