Landgericht entscheidet gegen Cheat-Bot

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16. Juli 2009 - 16:20

Am 9. Juli hat das Landgericht Hamburg dem Schöpfer eines CheatBots für ein nicht näher betiteltes Free-to-Play Onlinespiel untersagt, seine "Erweiterung" weiter anzubieten. Den Streitwert des Verfahrens legte das Gericht mit 100.000 Euro fest.

Durch solche Programm können nicht nur kostenpflichtige Erweiterungen des Spiels freigeschaltet werden, sondern auch Funktionen, welche durch den Spieleentwickler gar nicht vorgesehen waren. Damit verstößt solch ein Bot laut dem Gericht gegen den Wettbewerb und bringt den Spielbetreiber um seine Einnahmen.

Das Prinzip der Free-to-Play Onlinespiele mache das kleine Programm sogar noch schlimmer, da die Spieler hauptsächlich in kostenpflichtige Erweiterungen investieren würden, da das Hauptspiel gratis zur Verfügung gestellt wird. Mit einem CheatBot wird das Geschäftsmodell sinnbefreit.

Damit ist die Entscheidung des Hamburger Landgerichtes Europaweit die erste dieser Art. Fast genau vor einem Jahr gab es allerdings einen Rechtsstreit zwischen Blizzard und dem Hersteller des Bot-Programms "Glider". Auch hier entschied das Gericht zu Gunsten des Spieleherstellers.

(Bild von kanzleikompa.de)

Phoenix 16 Übertalent - 4127 - 16. Juli 2009 - 17:04 #

find ich auch gut so! Solche Bots verschlechtern das Spiel für alle!

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73386 - 16. Juli 2009 - 17:05 #

Richtig so. Cheaten ist doof. Betrug ist noch doofer.

Armin Luley 19 Megatalent - 13655 - 16. Juli 2009 - 18:12 #

Dieses Urteil und das im Falle Blizzards sind zwei paar Stiefel. Das Cheatmodul bestiehlt den Anbieter, es entsteht ein effektiver Verlust.

Der Bot von Glider dagegen nutzt - soweit ich informiert bin - hauptsächlich die regulär zur Verfügung gestellte Infrastruktur automatisiert aus. Er tut nichts, was ein realer Spieler nicht auch tun könnte und die Abogebühren sind weiterhin fällig. Er schädigt damit nicht aktiv das Geschäftsmodell, und es ist in meinen Augen noch lange nicht das letzte Wort gesprochen, ob die tatsächliche Aktivität des Spielers erzwungen werden kann.

Ich bin auch nicht sicher, ob langfristig gesehen der Privathandel mit ingame-Besitztümern (Gold, Items, Charbuilds) unterbunden werden kann. Momentan ja, aber wenn es endgültig zum Mainstream geworden ist, könnte die Welt wieder ganz anders aussehen.

Liam 13 Koop-Gamer - 1222 - 16. Juli 2009 - 19:23 #

Seh die Frage weniger darin, ob man Spieler zwingen darf zu spielen, sondern vielmehr, welche Rechte hat ein Anbieter? Denn der Verbot von Itemhandel und Bots ist ja durchaus festgelegt und man stimmt den Richtlinien zur Nutzung des Dienstes zu.
Muß ich mich jetzt als Anbieter damit abfinden, dass jede Handlung die nicht spezifisch gesetzlich verboten ist erlaubt ist, auch wenn der Spieler einer Unterlassung selbiger beigepflichtet hat.

Vor allem wenn sie dem zustimmen, schadet es vielleicht weniger dem Anbieter als vielmehr den Spielern. Denn wenn ich damit leben muß, dass jeder mit meinem Gut frei handel treiben darf und ich keinerlei rechtliche Handhabe dagegen besitze, dann biete ich den Service doch einfach selber an. Dann werden wir nur noch MMORPGs mit kaufbaren Servicen bekommen, wenn dann auch dominiert von Herstellerseite aus.

Armin Luley 19 Megatalent - 13655 - 16. Juli 2009 - 20:51 #

Davon ist zukünftig auszugehen. Die ganzen Free2Play-MMOs, die Ankündigungen zur Neuausrichtung des BattleNet oder der bereits vorhandene Shop von Die Sims 3 lassen daran keinen Grund zum Zweifeln.

Liam 13 Koop-Gamer - 1222 - 17. Juli 2009 - 1:55 #

Eher zum verzweifeln, mich hat zumindest noch keines der F2P MMORPGs auch nur ansatzweise länger überzeugen können und die gnadenlose Geldabzieherei die momentan bei Sims 3 versucht wird oder für diverse donwloadbare minimal Inhalte anderer Spiele, ist dann langsam doch wieder an der Grenze, wo ich zumindest für meinen Teil mein Geld dann wieder in anderweitige Unterhaltung investiere.

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