Arcade-Check: Sacred Citadel
Teil der Exklusiv-Serie Arcade-Check

PC 360 PS3
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FLOGGER 8926 EXP - 17 Shapeshifter,R9,S3,A8,J10
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26. April 2013 - 16:19
Wenige Genres waren insbesondere in der Spielhalle so stark vertreten wie horizontal scrollende Beat Em' Ups. Zwar haben Vertreter wie Final Fight oder Streets of Rage auch auf den Konsolen eine gewisse Popularität erreicht. Die meisten Knaller des Genres wie The Punisher, Alien vs. Predator und die Dungeons-and-Dragons-Spiele waren allerdings vorwiegend Spielhallengängern vorbehalten. Deshalb eignet sich eine Neuentwicklung für das Genre vorzüglich zur Veröffentlichung auf XBLA, denn auf der Plattform sollten sich die meisten Liebhaber des Sub-Genres tummeln. Mit Rollenspielanleihen und vier unterschiedlichen Charakterklassen orientiert sich Sacred Citadel spielerisch wie thematisch stark an Capcoms D&D-Titeln. Das actionreiche Spinoff errichtet eine banale Story-Brücke zwischen Sacred 2 und dem kommenden Sacred 3 inklusive bösem Imperium, das für den Endsieg zwei mächtige Artefakte benötigt.
Drei aus Vieren
In Sacred Citadel zieht ihr idealerweise mit zwei Freunden lokal an einer Konsole oder online in die wilde Schlacht. Dabei stehen euch vier unterschiedliche Charaktere zur Auswahl. Der mächtige Safiri-Krieger ist der perfekte Mann für den direkten Infight. Der Ancaria-Jäger haut zwar nicht ganz so hart drauf wie sein hünenhafter Kumpane, macht die fehlende Kraft aber durch Geschwindigkeit wieder wett. Zusätzlich kann er Gegner schon von weitem mit seinem Langbogen ausschalten. Die Magierin der Seraphim braucht sich im Nahkampf zwar auch nicht verstecken, aber ihre wahre Stärke ist ihre mächtige Elementarmagie, mit der sie den Feinden ordentlich einheizt oder etwas Abkühlung verschafft. Bei der Khukuri-Schamanin verhält es sich ähnlich, mit dem wesentlichen Unterschied, dass ihre Zauberkräfte defensive Züge aufweist, um die Verbündeten zu schützen oder die Gegner zu schwächen.
Zu dritt macht Citadel natürlich am meisten Laune.

Theoretisch bietet der Brawler alles, was ihr vom Untergenre erwarten solltet: Schnelle und harte Attacken, die durch unterschiedliche Kombinationen zu verschiedenen Schlagserien verknüpft. Genauso lassen sich Sprünge zu Doppelsprüngen oder Sprungangriffen verbinden. Decken oder flink ausweichen könnt ihr natürlich auch. Deckt ihr mit dem richtigen Timing, sehen eure Kontrahenten für einen kurzen Augenblick Sterne und sind bewegungsunfähig. Wobei: Bis auf die um ihren Kopf kreisenden Sternchen gibt es eigentlich keinen Unterschied zu ihrem Normalzustand.

Das mag vielleicht etwas überzogen klingen, aber besonders in den ersten Spielminuten, in denen nur einzelne Gegner auftreten, wirkt deren Kampfverhalten freundlich ausgedrückt statisch. Wir könnten es auch als Ausdruck einer masochistischen Ader frei nach dem Motto "Schlag mich! Bitte, schlag mich!" beschreiben. Konkret bedeutet das: Zwischen ihren Angriffen könnt ihr selenruhig auf sie eindreschen, ohne dass sie wenigstens versuchen, die Angriffe abzublocken, geschweige denn zurückzuschlagen. Das sieht schlicht und einfach seltsam aus. Das Problem relativiert sich aber recht schnell, da die gegnerischen Kreaturen im restlichen Abenteuer meist in Massen auftreten und das anfangs kurios erscheinende Verhalten deshalb nicht mehr so auffällt – grundlegend anders verhalten sie sich aber auch in späteren Kapiteln nicht.

Schöne alte Welt
Habt ihr diesen gelangweilten Ersteindruck erst einmal überstanden, verbirgt sich hinter Sacred Citadel ein ordentlicher Klopper, auch wenn er bei weitem nicht an die großen Klassiker dieses Spieltyps heranreicht. Besonders punkten kann das Sacred Citadel durch seinen stilistisch sicheren Comiclook. Abgesehen von ihrem bereits erwähnten steifen Gebaren, sind die Gegner, wie auch der Rest des Spiels sehr ansprechend animiert. Schicke Zaubereffekte, das Geschehen im Hintergrund sowie die passive Fauna attestieren den Entwicklern eine gewisse Liebe zum Detail. In der erdigen Fantasywelt wechseln sich sonnige Schauplätze und verwunschene Wälder mit düsteren Passagen wie unheimlichen Höhlen oder surreal anmutenden Sumpfgebieten ab.
Mit einem eroberten Panzer mäht ihr durch die Gegner.

Durch die Rollenspieleinlagen bekommt der Sacred Citadel ein Fünkchen mehr Tiefe als man von üblichen Genrevertretern gewohnt ist. Nach jedem Stufenaufstieg könnt ihr zwei Punkte auf die vier Charakterattribute Angriff, Verteidigung, Geschicklichkeit und Kraft verteilen. Alle paar Levels lernt ihr neue Angriffstechniken hinzu, auch wenn ihr mit den Grundtechniken allein prima durch Sacred Citadel durchkommen würdet. Für Fans des Oldschool-Genres ist das aber ohnehin alles Mumpitz. Die kämen auch mit einer Schlagcombo aus! Nein, im Ernst: In diesem Bereich fehlt dem Spiel etwas Feintuning. Um das Kampfgeschehen etwas aufzulockern gibt es dem Klischee entsprechend, Reiteinlagen auf kuriosen Zweibeinern oder Fahrten im Steampunk-Panzer. Ab und an verlieren die Gegner Waffen oder Rüstungen, die ihr bei Bedarf gegen eure bestehende Ausrüstung tauschen könnt. Wenn ihr neben der Waffe steht, wird komfortabel eine Übersicht der Waffenwerte eingeblendet.

Fazit: Schicke Klopperei mit spielerischen Schwächen
Wer Sacred Citadel mit der Erwartung herunterlädt, ein modernes Golden Axe zu bekommen, wird sicherlich nicht enttäuscht werden. Auch wenn dem Titel an einigen Stellen das Quentchen zum Top-Brawler fehlt, merkt man dem Spiel an, dass die Entwickler das Genre mögen, aber ihnen scheinbar die Erfahrung für eine konsequente Umsetzung fehlt. Wer Aufgrund der Tatsache, dass es sich um ein Spinoff aus der Sacred-Welt handelt, spielerischen Tiefgang oder eine epische Story erwartet, wird mit dem Spiel hingegen keine große Freude haben. Auch wenn vier bis fünf Stunden Spielzeit für einen Durchlauf relativ kurz anmuten, erscheint der Kaufpreis von 1200 Microsoft-Punkten durch den offensichtlichen Produktionsaufwand schon gerechtfertigt. Dabei mag nur der Tag-Eins-DLC für 400 Microsoft-Punkte mit drei zusätzlichen Levels sauer aufstoßen. Bleibt noch die ordentliche deutsche Lokalisierung zu erwähnen, bei der einzig die Qualität der deutschen Synchronsprecher stark variiert.
  • Preis am 26.4.2013: 1200 Microsoft-Punkte (entspricht zirka 15 Euro)
  • 1 - 3 Spieler lokal und online
  • 2.5D Sidescroll-Prügelspiel
  • Für Einsteiger
  • Sacred mal anders

Video:

McGressive 19 Megatalent - 13786 - 26. April 2013 - 16:23 #

Hatte insgeheim auf einen Check zum Motocross Madness Remake gehofft ;P
Trotzdem danke für diesen Test, aber ich denke, ich verzichte hier.

Kith (unregistriert) 26. April 2013 - 19:41 #

Finde ich recht spaßig, aber technisch echt ein Graus. Startet zu 60% nicht, aufploppende Texturen, etc. :|

s und er (unregistriert) 26. April 2013 - 16:29 #

hatte es mir auf steam vorbestellt, für den preis ein tolles spiel eigendlich.

SirCartman 14 Komm-Experte - P - 2117 - 26. April 2013 - 16:34 #

Endlich wieder ein Arcade-Check. Leider interessiert mich das Spiel so gar nicht.... :/

Mal die Demo laden.

Robokopp 12 Trollwächter - 1068 - 26. April 2013 - 16:50 #

Mir hat die Demo überhaupt nicht gefallen. Da spiele ich lieber zum xten mal Castle Crashers.

Hendrik -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 61239 - 26. April 2013 - 16:51 #

Fand die Demo auf Steam gar nicht so schlecht, ist aber für mich ein typisches Sale Game...

Sciron 19 Megatalent - P - 15741 - 26. April 2013 - 18:22 #

Das Spielchen hat ja schon beim Abschweifer-Podcast mein Interesse geweckt. Rein vom Genre her ist es eigentlich genau mein Ding, aber die kleinen Schlampereien im Gamedesign lassen mich dann doch etwas zweifeln. Als Deal kuck ich's mir aber sicher mal an.

Simulacrum 17 Shapeshifter - P - 6461 - 27. April 2013 - 18:28 #

Hmm - mal die Demo spielen. :-)

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