Computerspiele-Petition nimmt entscheidende Hürde

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Ralph 642 EXP - 11 Forenversteher,R8,S3
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14. Juli 2009 - 10:47 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert

Die Online-Petition gegen das Herstellungs- und Verbreitungsverbot, das von den Innenminnistern der Länder angestrebt wird, hat eine entscheidende Hürde genommen. Die Grenze von 50.000 Unterzeichnern wurde durchbrochen, was zur Folge hat, daß sich der Petitionsausschuß des Bundestags in einer öffentlichen Sitzung mit dem Thema befassen muss.

Die am 5. Juni 2009 initiierte Petition kann noch bis zum 19. August von weiteren Befürwortern unterzeichnet werden.

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11023 - 14. Juli 2009 - 10:00 #

Wann wäre dann diese Anhörung?

Ralph 11 Forenversteher - 642 - 14. Juli 2009 - 10:18 #

Weiß ich leider nicht. Aber ich nehme an, daß dafür erst noch ein Termin festgelegt wird, nachdem die 50k erreicht sind.
Demnach müsste sich der ja bald mal ergeben. Vielleicht findet sich ja auf der Site vom Bundesrat Info dazu?

Aber ich denke es wäre eine gute Idee, wenn diese Anhörung - da sie ja shcon öffentlich ist - reichen Zufluß findet. Einfach mal um ein Zeichen zu setzen.

Edit:
Konnte AdHoc nur diesen Text finden:
Wird eine Petition innerhalb von 3 Wochen nach Eingang (bei öffentlichen Petitionen rechnet die Frist ab der Veröffentlichung im Internet) von 50.000 oder mehr Personen unterstützt, wird über sie im Regelfall im Petitionsausschuss öffentlich beraten. Der Petent wird zu dieser Beratung eingeladen und erhält Rederecht.

Corak 04 Talent - 26 - 14. Juli 2009 - 11:45 #

Ich glaube der Termin wird erst nach dem Ende der Petition festgelegt, nicht nach erreichen 50k.

Phoenix 16 Übertalent - 4127 - 15. Juli 2009 - 18:42 #

glaub ich auch.

vllt. kommen wir ja noch auf 100k :D

TECC (unregistriert) 14. Juli 2009 - 11:22 #

Ich bezweifle das soetwas die Politiker Interessiert... geschweige denn
viele anwesend sein werden. Sind doch sowieso immer 70% Abwesend, und nochmal 25% im Raum AFK ;)

Ralph 11 Forenversteher - 642 - 14. Juli 2009 - 12:07 #

Ob es die interessiert oder nicht ist für uns erstmal zweitrangig. Denn bei uns liegt es doch, das Thema groß zu machen. Was meinst Du, wie eine Reaktion aussehen kann, wenn die Bude voll ist?

Corak 04 Talent - 26 - 14. Juli 2009 - 12:11 #

Das wird vermutlich der Fall sein, aber sollte ein Verbotsgesetz verabschiedet werden, so wird dies immer als "im Widerspruch zu großen Teilen Bevölkerung" geschehen.
Und weil das in einer Demokratie immernoch doof klingt, und die Parteien vielleicht doch Schiss bekommen, kann man hoffen, dass sie sich dann auch nicht trauen so einen Blödsinn durchzubringen nur um ein paar Stimmen von uninformierten Eltern zu fangen.

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2201 - 14. Juli 2009 - 12:07 #

130.000 Unterzeichner der Petition gegen Internetzensur haben die Politiker auch nicht interessiert...

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11023 - 14. Juli 2009 - 12:12 #

Leider richtig. Aber deshalb aufgeben? Niemals. wink

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2201 - 14. Juli 2009 - 21:54 #

Ich bin der letzte der wegen diesen Schwachköpfen in der deutschen Politik aufgibt ;)

Corak 04 Talent - 26 - 14. Juli 2009 - 12:13 #

Die war aber auch erst beendet, als die Regierung bereits das ensprechende Gesetz beschlossen hatte. Und da unter unserer großen Koalition kaum ein Gesetz nicht durch den Bundestag kommt, das die Regierung schon beschlossen hat, kam diese Petition leider zu spät. (-> auch wenn eine Demokratie natülich anders funktionieren sollte, so mit eingenem Kopf von jedem gewählten Volksvertetter und vielleicht sogar noch mit Hirn drin)

Liam 13 Koop-Gamer - 1222 - 14. Juli 2009 - 13:09 #

Tja jetzt könnte man natürlich sagen mit Politikern ist wie mit Göttern, jedes Volk bekommt die, die es verdient hat.
Wie können wir von unseren Politikern mehr erwarten als vom Wähler, der entweder nicht zur Wahl geht oder einfach die Partei wählt die seine Familie schon immer gewählt hat oder den der am schönsten in die Kamera lächeln kann oder die Partei, die sich am christlichsten nach außen gibt.... usw.

Anonymous (unregistriert) 14. Juli 2009 - 17:43 #

Petitionen sind generell der falsche Weg um gegen Verbote vorzugehen. Ein Petition gegen Autobahnblitzer würde auch nen Haufen Unterzeichner finden. Man kann ja davon ausgehen, dass jeder Actionspiel-Spieler die Petition prinzipiell unterschreiben würde. Und dass es diese Spieler gibt wissen die Politiker auch ohne Petition. Deswegen wollen Sie die Spiele ja verbieten.

Vielmehr geht es darum Studien vorzulegen, die einen kausalen Zusammenhang zwischen dem zu Verbietenden und den Folgen sicher ausschließt.

BenTonic 05 Spieler - 57 - 14. Juli 2009 - 21:37 #

Petitionen dieser Größenordnung sind die quasi kostenlosen Meinungsumfragen der Parteien.

Prinzipiell finde ich es ja gut, dass Anliegen der Bevölkerung via Petitionen zu einer Debatte im Bundestag führen. Ich bekomme jedoch speziell bei dieser Petition Bauchschmerzen und zwar aus folgenden Gründen.

Da wäre zunächst einmal die Art der Forderung. Nach einer kurzen Klarstellung des Sachverhaltes, dessen Ursache aus dem Blickwinkel des Hauptpetenten der Amoklauf in Winnenden ist, folgt eine Kette an Vorwürfen.
"Mit Bedauern stelle ich fest, dass die
Debatte von Unkenntnis, Polemik, Unsachlichkeit und Vorurteilen geprägt ist, gerade aus den Reihen
der Politik."
Ich hingegen halte eben dies für unsachlich und polemisch und vor Allem auch für populistisch. Forderungen stellt man nicht, indem man Vorwürfe macht und auf sein Gegenüber mit Worten eindrischt (meiner Meinung nach). Was nicht heißen soll, dass ich Mitleid mit entsprechenden Amtsträgern habe! Es ist schlicht unprofessionell und hat Boulevardniveau.

Dann kommt NATÜRLICH Artikel 5. "Recht der freien Meinungsäußerung"
Es mag ja richtig sein, ebene diesen hier anzuführen. Aber ich komme gleich noch auf Art. 5 (2) zu sprechen. Denn dieser ist ebenfalls Bestandteil des Art. 5.

Gegen Ende folgt eine Auflistung nachdrücklicher Bitten. Das Wort nachdrücklich soll dem Ganzen wahrscheinlich gewissen ... puh ... Nachdruck verleihen ?! -omG-

"Killerspiele", ein von den Medien in der öffentlichen Diskussion etablierter Begriff soll aus der politischen Diskussion genommen werden. Eine harte Forderung in der Wahlkampfzeit. Aber gut, okay.

" - das Vertrauen der Öffentlichkeit in die bestehenden staatlichen Jugendschutzmechanismen zu stärken."
Das steht im Widerspruch mit dem oben genannten Amoklauf. Also zumindest im Hinblick auf diese Petition und dem aktuellen Wahlkampf.

" - den Vollzug bestehender Gesetze zu verbessern und zu gewährleisten, dass Kindern und Jugendlichen nur Computer- und Videospiele entsprechend der USK-Jugendfreigabe zugänglich
gemacht werden."
Hier landen wir wieder bei Art. 5 (2).
"Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre."
Die Forderung geht also vermutlich zwangsweise mit einer Verschärfung der Vertriebsbeschränkungen einher. Aufgrund dieser unkonkreten Formulierung. Was wir ja auch nicht unbedingt wollen. Wenn die Petition überhaupt für voll genommen wird.

"- Eltern, Pädagogen sowie erzieherisch verantwortliche Personen bei der Förderung der Medienkompetenz zu unterstützen."
Das würde ich sofort unterschreiben und dürfte den Personenkreis der Politiker ergänzen um sicher zu gehen, dass auch alle beteiligt sind.

"- die Computer- und Videospiele-Branche in Deutschland und insbesondere die Ausbildung in diesen zukunftsträchtigen Berufen zu fördern."
Ich finde das geht am Thema leicht vorbei. Aber das würde ich auch unterschreiben.

In der Liste der Bitten fehlt mir das eigentliche Anliegen. Dass man gegen das Verbot ist geht da schon wieder unter.

Es steht und fällt aber im Kern mit Art. 5. und hier ist die Petition nach meiner Ansicht nicht hinreichend definiert. Das nächste mal einfach von einem Juristen abklopfen lassen!

Ich denke dass wir uns gute Hoffnungen machen können, dass die Petition noch vor den Wahlen diskutiert wird. Die meisten Abgeordneten sind für ein solches Thema derzeit sicher dankbar.

Mister Y 10 Kommunikator - 448 - 15. Juli 2009 - 13:52 #

Die ARD bringt ja demnächst wieder ihr Sommerinterview. Auf der verlinkten Seite soll darüber abgestimmt werden, welche Fragen gestellt werden sollen. Unter anderem auch eine Frage zu den pösen Aktion-Computerspielen.

http://www.t88198792.de/chat/index.php?cid=257&id=bab

Es würde mich freuen wenn da noch einige mitvoten würden um die Frage der Kanzlerin aufzudrängen (sollte sie nicht von vornherein von der ARD aussortiert werden). Auch eine Frage zu den Internetsperren ist votebar.

BenTonic 05 Spieler - 57 - 15. Juli 2009 - 16:34 #

Vielleicht wäre es ratsam zu klären, welche Haltung die Bundeskanzlerin zu den Spielen und zur Internetsperre hat, bevor man ihr die Frage "aufdrängt".
Weil der "Schuss" sonst nach Hinten los geht.
Die handhabe solcher Fragen ist für die Berater und die Kanzlerin sicher ein leichtes. Entscheidend ist Grundhaltung der Kanzlerin zum Thema und wie der Moderator die Frage stellt (d.h. behandelt er sie kritisch oder gibt er sich mit einer simplen Antwort zufrieden).

Es gibt darüber hinaus bestimmt wichtigere Dinge die man zu solch einer Gelegenheit ansprechen sollte. Aber das möchte ich jetzt nicht gewichten. Da kann ich mich auch täuschen.

Liam 13 Koop-Gamer - 1222 - 15. Juli 2009 - 18:53 #

Man könnte natürlich auch spekulieren, dass Angesicht von Thema wie Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, Verschuldung und zunehmende kritische Lage in Afghanistan so Themen wie "wollen wir brutale Computerspiele bannen ja/nein" auf der Agenda der Kanzlerin rel weit gen irrelevant gehen.

BenTonic 05 Spieler - 57 - 15. Juli 2009 - 20:43 #

Ja das kann man.
Auf der Themenliste der Kanzlerin werden die Themen der Bürger stehen. Die von dir genannten gehören sicher dazu!
Action-Computerspiel mit einer Petition von ca. 60.000 Mitzeichnern stehen bestimmt auch auf der Liste, aber weiter unten.
Ein dankbares Thema um bei einem Großteil der Wähler zu Punkten.
60.000 Menschen sind kein Großteil. 100.000 wären das auch nicht. Machen wir uns nichts vor. Selbst wenn da ein paar 100.000 Stimmen mehr dran hängen wird das nicht dazu führen, dass viele eben dieser Wähler, aufgrund der bedeutsameren Themen, ihr Häkchen anderswo auf dem Stimmzettel setzen. Es führt allen Falls dazu, dass einige nicht wählen gehen, was aber auch falsch wäre.

Was ich gern wissen würde ist, wie denn die Spieleindustrie, denen wir jährlich Milliardengewinne bescheren, darüber denkt und was man dagegen unternehmen möchte. Mit einer Sammelklage wäre mehr getan als mit einer Petition. Ich finde das alles etwas unorganisiert.
Kann natürlich sein, dass ich da auch das ein oder andere Statement verpasst habe. Klärt mich da mal auf, bitte !

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