CeBIT 2013: Microsoft zeigt Surface Pro Tablets

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Dennis Ziesecke 29753 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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9. März 2013 - 15:21 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert

Nach dem eher durchwachsenen Start der Surface-RT-Tablets war es lange Zeit eher still um Microsofts hauseigene Windows-8-Tablets. Dabei warteten viele potentielle Käufer nur auf das vollwertige Microsoft-Tablet, das Surface Pro. Nun zeigt sich das Pro auch in Deutschland: Auf der CeBIT im weitläufigen Microsoft-Bereich lässt es sich nicht nur bewundern sondern auch ausprobieren. 

Während das Surface RT stark an ein Android-Tablet mit Windows-Oberfläche erinnert -- es setzt auf ARM-SoCs und kann keine Desktop-Software ausführen -- kommt das Surface Pro mit Ultrabook-Innenleben und voller Softwareunterstützung daher. Als Prozessor nutzt Microsoft die ULV-Version eines Core i5 von Intel. Diese stromsparenden Doppelkernprozessoren sind zwar nicht so schnell wie ihre Notebook- und Desktop-Schwestern, die Leistung reicht aber vollkommen für den Tablet-Alltag. Der Arbeitsspeicher ist mit 4 Gigabyte ebenfalls ausreichend bemessen. Für die Grafik sorgt Intels in die CPU integrierte HD4000-Grafikeinheit.

Ein Highlight ist das Display mit seinen 1920 x 1080 Pixeln auf 10,6 Zoll Diagonale. Die Bildqualität ist überzeugend, Microsoft hat hier eindeutig ein gutes Händchen für die wohl wichtigste Tablet-Komponente nach dem Akku bewiesen. Der Stromlieferant hingegen gibt Anlass zur Kritik: Die Laufzeit bewegt sich im Bereich weniger Stunden und entspricht nicht so recht den Anforderungen vieler Nutzer an ein Tablet. 
 
Das vorinstallierte Windows 8 ist sehr speicherintensiv und genehmigt sich eine gute Ecke des wahlweise 64 oder 128 Gigabyte großen SSD-Datenträgers. Den Kauf der 64-GB-Version sollten sich potentielle Surface-Nutzer gut überlegen, für Anwendungen bleibt dabei nur wenig Platz und das Auslagern von Programmen auf eine SD-Karte funktioniert zwar, ist aber keine dauerhaft sinnvolle Alternative. 

Mit 900 Gramm fällt das Surface Pro erstaunlich schwer aus, auch wenn es im Vergleich zu einem Ultrabook natürlich fast schon schlank wirkt. Apropos schlank: Das Surface RT ist deutlich weniger pummelig und kommt auch ohne aktive Lüfter aus. Immerhin: Die Lüfter des Pro hört man im Alltag so gut wie nie, sie drehen zudem nur bei längerer und dauerhafter CPU-Belastung. Das Gehäuse besteht beim Pro aus dem gleichen hochwertigen Material, einer Magnesiumlegierung, wie beim RT -- auch hier also ein Pluspunkt für Microsoft.

Zusätzlich zum Tablet bietet Microsoft die per Magnetclip anzubringenden Tastaturen/Schutzhüllen an, die bereits aus dem RT im Handumdrehen ein halbwegs brauchbares Arbeitsgerät gemacht haben. Der Verschluss ist hochwertig und kräftig, das Tablet löst sich nicht unvorhergesehen vom Keyboard. Zum Arbeiten ist zumindest das preiswertere Touch-Cover mit fehlender taktiler Rückmeldung auf Tastendrücke eher ungeeignet. Das Type-Cover ist hier die sinnvollere Anschaffung.

Da beim Surface Pro ein vollwertiges x86-Windows 8 zum Einsatz kommt, funktionieren auch alle für den Desktop vorgesehenen Anwendungen. Das Surface RT hingegen spielt nur Metro-Apps ab und ist damit im Einsatz deutlich stärker eingeschränkt. Dazu kommt, dass Microsoft dem Pro einen praktischen und fein auflösenden Stift zur Bedienung beilegt. Dieser ist abseits der Metro-Kacheloberfläche aber auch zwingend nötig - die feine Displayauflösung verhindert eine sinnvolle Fingerbedienung der klassischen Windows-Bedienelemente sehr effektiv -- und Windows 8 bietet noch zahlreiche mehr oder weniger sinnvoll platzierte "oldschool"-Elemente abseits der Metro-Schaltflächen.  

Am Ende bleibt ein ähnliches Fazit wie beim Surface RT: Nett gemeint aber nicht 100% bis zum Ende gedacht. Dieses Urteil betrifft allerdings primär das eingesetzte Windows 8, das seiner Rolle als Tablet-Betriebssystem nur bedingt gerecht wird. Metro funktioniert sehr gut und bringt mit pfiffigen Bedien-Ideen viel Spaß. Sobald aber der Desktop gefordert ist, sobald Anwendungen ohne Metro-Anpassungen laufen (und sei es nur das Microsoft Officepaket), fällt Windows in alte Bedienschwächen zurück: ohne Maus (oder Stift) geht kaum etwas.

Das Surface Pro soll in den kommenden Wochen auch in Deutschland im Handel erscheinen, aktuell plagen Microsoft noch Kapazitätsengpässe. Der Preis des Pro liegt in den USA bei 900 US-Dollar, was hierzulande erfahrungsgemäß 900 Euro entsprechen dürfte.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 24838 - 9. März 2013 - 12:35 #

Ich find persönlich die Samsung Ultrabooks (Multitouch, 256 GB SSD, Corei7 3,1 Ghz, 6 GB RAM, Radeon HD 8550M, 1,6 kg, 1399€) spannender, teuer ist es beides.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29753 - 9. März 2013 - 14:01 #

Ultrabooks dürften in absehbarer Zeit auch von Hybrid-Tablets verdrängt werden. Konnte man ja schon beim Erscheinen des ersten Transformer-Tablets von Asus ahnen - mit nem echten Windows gibt es eigentlich keinen guten Grund mehr für Ultrabooks wenns für wenig Aufpreis auch Tablets mit Anstecktastatur gibt.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 24838 - 9. März 2013 - 14:42 #

Außer man möchte kein Tablet, sondern einfach nur ein leichtes, aber trotzdem leistungsfähiges Notebook. Glaub nicht, dass die Ultrabooks das gleiche Schicksal wie die Netbooks ereilt.

Mit dem Teil oben kann man mangels AMD/Nvdia GPU wohl eher nicht so gut zocken, außerdem sind die meisten aktuellen Spiele ziemliche Speicherfresser, da kommt man mit 64 GB nicht weit.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29753 - 9. März 2013 - 15:36 #

Zwei Stichworte: Haswell und Triple-Level-Cell-SSDs. Haswell bringt eine integrierte GPU mit die auf dem Niveau aktueller "untere Mittelklasse"-GPUs liegt. Damit ließe sich dann genauso zocken wie mit einem kleinen Notebook oder einem Ultrabook (zwischen Ultrabooks und Tablets mit Win8 gibts eh kaum Unterschiede, die technische Basis ist identisch).

TLC-Speicherchips speichern (etwas zu lasten der Lebensdauer) mehr Daten pro Zelle, so dass entsprechend bestückte SSDs preiswerter werden. 512 Gigabyte werden in absehbarer Zeit unter 200 Euro liegen, 256er dürfte es bald für 100-130 Euro geben. "Bald" ist dehnbar, ich weiß. Aber bis 2014 rechne ich damit.

Wunderheiler 20 Gold-Gamer - 21507 - 9. März 2013 - 12:45 #

Was heißt denn "wenige Stunden"? Und unter welcher Belastung?

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29753 - 9. März 2013 - 14:01 #

Hab noch keines länger in der Hand gehabt - aber die US-Medien schreiben von "maximal 4 Stunden" und "2,5 - 3 Stunden bei Videowiedergabe".

Cohen 16 Übertalent - 4515 - 9. März 2013 - 19:25 #

Ganz so schlimm soll es nicht sein, wenn man die Display-Helligkeit nicht auf Maximum dreht und das Surface Pro überwiegend für typische Tablet-Aufgaben verwendet.

Anandtech kommt auf 6 Stunden beim Webbrowsen und etwas über 5 Stunden bei Videowiedergabe (720p-Material):
http://www.anandtech.com/show/6695/microsoft-surface-pro-review/9

TheVerge und Engadget kamen zwar nur auf knapp 4 Stunden, aber deren Tests waren auch etwas fordernder und mehr auf Ultrabooks denn auf Tablets zugeschnitten.

mpa 13 Koop-Gamer - P - 1587 - 9. März 2013 - 13:48 #

Typo:
Kapazitätsenpässe

eQuinOx (unregistriert) 9. März 2013 - 17:15 #

Interessante News!

2 Fragen habsch dazu:
- Ist das Display so stark spiegelnd wie auf dem Teaserpic?
- kann man die SSD selbst tauschen (ohne das Gerät zu zerstören)?

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29753 - 9. März 2013 - 17:40 #

Wie so gut wie alle Tablets ist das Gerät sehr fest verbaut, da lässt sich nichts tauschen ohne mindestens die Garantie zu verletzen (Heißluftfön zum Öffnen des Gehäuses..). Und ja, das Display spiegelt stark. Als Tablet-Nutzer gewöhnt man sich irgendwie dran, zumal es sehr leuchtstark erscheint. Matte Displays gibts ja leider so gut wie gar nicht auf dem Markt. Schwach spiegelnd scheint noch kein Hersteller für sich entdeckt zu haben.

Gastarsch (unregistriert) 9. März 2013 - 17:41 #

"ohne Maus (oder Stift) geht kaum etwas."

Seh ich nicht so krass. Bin selbst Besitzer eines W8-Tablets Acer W510, allerdings mit Atom. Schwerwiegender finde ich, dass das Ding fast ein KG wiegt und die Akkulaufzeit gering ist. Ich schätze mal die Hälfte von einem atomangetriebenen Tablet. Diese beiden Punkte haben mich letzendlich auch dazu bewogen erstmal abzuwarten, was eine neue Surface Generation bringt.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29753 - 9. März 2013 - 17:44 #

Dein W510 hat auch nur 1366x768 Pixel. Bei 1920x1080 wirds SEHR eng auf dem Bildschirm.. Da findet so ein mitteleuropäischer Durchschnittsfinger nur noch schwer den richtigen Platz im Drop-Down-Menü.

Gastarsch (unregistriert) 9. März 2013 - 19:25 #

aha, dann habe ich ja durchaus die richtige Entscheidung getroffen *** auf die eigene Schulter klopf *** Auch wenn ich diese Entscheidung auch wegen 3D-Performance getroffen habe, diese ist nämlich bei nuklearen Tablets wohl recht mies, aber Android ist für mich einfach keine Alternative.

Spiele gerade Neverwinter Nights auf dem Tablet und bin überrascht, wie gut es geht. Aus Komfortgründen steuere ich noch ein zwei Dinge mit externem Numpad: "Kamera drehen" ist nämlich so nicht möglich, weil man die Tasten ja nicht hat und "Pause" auch nicht. Man kann zwar die Bildschirmtastatur aufrufen, aber das zerstört das Zockfeeling zu sehr. Benutzt man beide Hände kann man auch durchaus einige Sachen schneller machen als mit der Maus. Ist aber häufig ungemütlicher!

Freu mich schon auf SHADOWRUN RETURNS, das hat ja keine 3D-Engine-Welt.

Daniel (unregistriert) 9. März 2013 - 22:42 #

Toller Artikel.
Finde das Gerät sehr sexy und habe mich auch darüber im Windows Phone Podcast unterhalten.
@ Metro-Apps: Diese Bezeichnung hat MS aufgeben, die Windows8 Apps hören jetzt auf den Namen Modern UI Apps :D

Bis bald
Daniel

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29753 - 10. März 2013 - 0:56 #

Ich weiß wohl, dass die Dinger nicht mehr offiziell Metro heißen. Aber es nennt sie noch jeder so. Und warum einen Begriff nutzen den keiner kennt ;) . Wir schreiben hier ja auch "Megabyte" und nicht "Mibibyte" :D

Daniel (unregistriert) 10. März 2013 - 17:16 #

Hallo Dennis, vielen Dank für deine schnelle Rückmeldung.
So macht die Interaktion auf GG.de wirklich Spaß.
Hast natürlich recht, das Metro UI den Mainstream Begriff darstellt.

Bis bald
Daniel

Doc Bobo 16 Übertalent - P - 5226 - 10. März 2013 - 9:06 #

Das Ding ist laut vieler Blogquellen des Sektors (The Verge, Mashable, Mossberg usw.) ein schlechter Kompromiss. Als Tablet viel zu schwer und unhandlich, als Laptop Ersatz zu teuer bzw. unperformant. Ich hatte überlegt mir so ein Gerät für unseren in die Jahre gekommenen eeePC zu holen, aber so taugen die Dinger einfach noch nichts. Wenn überhaupt, dann macht das Asus Vivo noch die beste Figur, aber zum Kauf überzeugen konnte es mich auch nicht. Jetzt denke ich derzeit darüber nach, mal ein Nexus 10 anzutesten.

1000dinge 15 Kenner - P - 3039 - 10. März 2013 - 12:21 #

Ich verstehe Win8 ja nicht, Metro klappt auf den Tablets super aber sobald das Ding auf den Desktop umspringt hast du verloren. Und auf dem Desktop ist es umgekehrt. Ich verstehe nicht was sich Microsoft dabei gedacht hat.

Das erinnert mich stark an das alter MS Mobile 6.1 für Mobiltelefone, das ähnlich "halbgar" war.

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7390 - 11. März 2013 - 4:09 #

W8 wäre wohl optimal für einen Desktop PC mit Touch Tablet als Bildschirm :D Quasi eine WiiU als PC.

hoetz 10 Kommunikator - 537 - 12. März 2013 - 9:06 #

Ich arbeite bereits eine Woche testweise mit einem Surface Pro. Es ist wie erwartet sehr flink und kann einen normalen Business Laptop komplett ersetzen- abgesehen von exzessivem VMware Einsatz wegen "nur" 4 Gig Ram. Es ist schwerer, ja, aber nicht so schwer, dass es für eine gemütliche Civ5 Runde (im Touch Modus und Full HD top!) auf der Couch unbrauchbar wäre. Anderen Tablets klar überlegen durch die wirklich gelungene Tastatur Mechanik (kein ein-Finger-Wisch System mehr). Das Zusammenspiel von Keyboard und Touch gewöhnt man sich schnell an. Ich sehe das so: Momentan ist es "gut". Wenn dieses Gerät aber noch 1,5 Stunden länger läuft und 150g weniger wiegt, wird es alles andere vernichten.

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