GameStop: „Die Torte verbreitern!“

Bild von Freylis
Freylis 21127 EXP - 20 Gold-Gamer,R9,S7,J1
News-Redaktion: Hat von der Redaktion weitere Rechte für das News-Redigieren erhaltenGold-Gamer: Hat den GamersGlobal-Rang 20 erreichtAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertDebattierer: Hat 5000 EXP durch Comments erhaltenIdol der Massen: Hat mindestens 10.000 Kudos bekommenLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiBronze-Schreiber: Hat Stufe5 der Schreiber-Klasse erreichtBronze-Reporter: Hat Stufe 6 der Reporter-Klasse erreichtVeteran-Poster: Seine Forumsposts brachten ihm 2000 EXPDiskutierer: Hat 1000 EXP durch Comments erhaltenRedigier-Veteran: Verdiente 1000 EXP durch Edits fremder News/ArtikelStar: Hat 1000 Kudos für eigene News/Artikel erhalten

29. Januar 2013 - 18:29 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert

Im Zeitalter des DLC, wo Softwarekäufe vom heimischen Sofa aus möglich sind, wird die Luft für den traditionellen Spielehandel auf Datenträgern in Form von DVDs oder Blu-rays immer dünner. In einem Interview mit Gamasutra hat sich Brad Schliesser, Director for Digital Contents bei GameStop, über die Herausforderungen und Chancen der namhaften Ladenkette im Angesicht dieser Entwicklung ausgelassen.

Demnach habe sich nicht zuletzt am Verkauf von Borderlands 2 eindrücklich gezeigt, dass die Anzahl von Kunden, die den Erwerb eines Produktes mittels DLC (verbunden mit einem Season-Pass) bevorzugten, gegenüber den Vorjahren drastisch angestiegen sei – konkret: von 2% auf 18%. Schliessers Meinung nach hat sich die vermehrte Bemühung Gamestops um den digitalen Softwarevertrieb bezahlt gemacht. So seien derzeit bereits zirka 50% aller Neukunden reine „Digitalkunden“, davon 65% Xbox 360-User und 28-30% PS3-User. Die restlichen 5-7% setzten sich aus anderen DLC-Anbietern, allen voran Steam, zusammen.

Anstatt Microsoft und Sony ihre Digital-Download-Kerngemeinden abzugewinnen, was „am Ende niemandem helfe“, propagiere Gamestop derzeit die Erschließung völlig neuer Zielgruppen.

Wenn wir ein ernstzunehmender Konkurrent in der Branche sein wollen, müssen wir die Torte verbreitern!

Konkret richte GameStop den Fokus vermehrt auf den Gebrauchtspielmarkt sowie auf Kunden, die sich der Verwendung einer Kreditkarte (wie sie beispielsweise für Xbox Live- und PSN-Mitgliedschaft und Downloads nötig ist) aus finanziellen oder Datenschutzgründen verweigern. Gerade in diesem Punkt strebe GameStop eine engere Zusammenarbeit mit Steam an, die diese Philosophie teilen würden. Allerdings müsse noch über effektivere Modelle des Digitalvertriebs nachgedacht werden. Beispielsweise könnte mittels eines „Push-to-Box“-Modells ein Spiel sofort nach erfolgter Bezahlung im Laden automatisch auf die User-Konsole heruntergeladen werden, sodass dieser zuhause angekommen ohne zeitintensivem Download sogleich spielen könnte.

Schliesser zeige sich zuversichtlich, dass GameStop mit der Konkurrenz mithalten könne und sein angestrebtes Ziel von 1.5 Milliarden US-Dollar gegen Ende des derzeitigen Geschäftsjahres (im Jahre 2014) erreichen würde. Gleichzeitig jedoch versuche er, realistisch zu bleiben:

Wenn die [ganze] Branche [des herkömmlichen Softwarevertriebs] im Abgang ist, werden auch wir uns natürlich nicht darüber hinwegsetzen können.

CptnKewl 20 Gold-Gamer - - 22568 - 29. Januar 2013 - 18:30 #

Gamestop arbeitet ja nicht nur im Bereich DLCs. Auch Versicherungen kann der Kunde dort ja nun abschließen

Arkon 20 Gold-Gamer - P - 20698 - 29. Januar 2013 - 18:47 #

Was für Versicherungen bietet Gamestop an? Und nur auf dem US Markt oder auch in Europa?

CptnKewl 20 Gold-Gamer - - 22568 - 29. Januar 2013 - 18:54 #

neben der sogenannten Gameprotection (1EUR->30EUR/3EUR->über 30EUR)
gibt es dort seit Dezember die "Möglichkeit" eine Garantieerweiterung über die AXA zu bekommen.
Dies gilt zumindest für Deutschland bei allen Neukonsolen.

Die Gameprotection ist halt 2 Jahre Schutz auf das Spiel (was Gameprotection hat) im Defektfall wird die Scheibe anstandslos (auch bei eigenverschulden) ausgetauscht

Arkon 20 Gold-Gamer - P - 20698 - 29. Januar 2013 - 20:16 #

Vielen Dank für die Aufklärung, dachte schon an Lebens- und Rentenversicherungen.

Barkeeper 16 Übertalent - 4234 - 30. Januar 2013 - 5:06 #

Ich glaube man will Gamern keine Lebens- oder Rentenversicherungen verkaufen. Zuwenig Rendite :-P

Oder wie der Postillon mal so schön schrieb:
Studie: Vier von fünf Killerspiele-Spielern zu fett für Amoklauf
http://www.der-postillon.com/2011/07/studie-vier-von-funf-killerspiele.html

CptnKewl 20 Gold-Gamer - - 22568 - 31. Januar 2013 - 12:13 #

gerade dann, 100% marge :-P

Sarevo 12 Trollwächter - 1103 - 29. Januar 2013 - 18:31 #

ich glaube kaum das sie 1,5 billionen us dollar umsetzen werden. übersetzungsbedingt werden es wohl eher 1,5 milliarden us dollar sein.

q 17 Shapeshifter - 6711 - 29. Januar 2013 - 18:33 #

Habs eben grad schon korrigiert.

Freylis 20 Gold-Gamer - 21127 - 29. Januar 2013 - 18:37 #

LOL - ja, offenbar hatten sie das schon in der Quelle bei Gamasutra verkorkst (schaut mal rein). Hatte ich vergessen zu korrigieren, sorry. :-)

q 17 Shapeshifter - 6711 - 29. Januar 2013 - 18:41 #

In der Quelle stimmt es doch. Milliarden heisst im Englischen Billions. Klingt doof, ist aber so ;)

Freylis 20 Gold-Gamer - 21127 - 29. Januar 2013 - 18:43 #

LOL - ach Mensch, das hatte ich schon wieder vergessen :-) Ich triple-checke immer alles bei meinen News, aber auf die Milliarden und Billionen Geschichte falle ich immer noch rein *seufz* ...

floppi 22 AAA-Gamer - - 33577 - 29. Januar 2013 - 18:49 #

Tröste dich, ist mir beim Korrekturlesen auch nicht aufgefallen. ;)

Freylis 20 Gold-Gamer - 21127 - 29. Januar 2013 - 18:52 #

Danke, floppi, den Zuspruch habe ich gebraucht :-)

Zaunpfahl 19 Megatalent - P - 14598 - 29. Januar 2013 - 19:50 #

Vor dem Problem stehen aber auch gestandene Journalisten immer wieder:
http://www.bildblog.de/31869/schon-wieder-milchmaedchen-verschwunden/
http://www.bildblog.de/9311/wie-viel-macht-das-in-schilling/
;-)

Freylis 20 Gold-Gamer - 21127 - 29. Januar 2013 - 19:57 #

LOL- danke, Zaunpfahl, jetzt gehts mir sogar noch besser - da bekomme ich schon fast wieder genug Selbstvertrauen, um beizeiten eine weitere News herauszubringen...

blobblond 19 Megatalent - 17880 - 29. Januar 2013 - 18:33 #

"sein angestrebtes Ziel von 1.5 Billionen US-Dollar"

Eher Millarden oder?;)

Freylis 20 Gold-Gamer - 21127 - 29. Januar 2013 - 18:44 #

*huestel* *schonganzrotvorscham* (siehe oben) :-)

jguillemont 21 Motivator - P - 26606 - 29. Januar 2013 - 18:38 #

Ich glaube, dass es mittelfristig nur noch einen elektronischen Vertieb geben wird. Also von daher find ich es spannend zu sehen, wie sich dieser Bereich entwicklen wird.

Hinkelbob 13 Koop-Gamer - 1234 - 29. Januar 2013 - 18:46 #

Auf gar keinen Fall wird es in absehbarer Zeit nur noch digitale Vertriebswege gehen. Es gibt so viele Leute, die nicht die Lust oder die (schnelle) Internetverbindung für so etwas haben. Ich hätte in hohem Bogen k*tzen können, als ich 13 GB für Shogun 2 herunterladen musste. Und erst vor ein paar Tagen lief mein Internet nur sehr langsam, so dass ich nicht einmal ein Youtube Video (Länge: 4 Min., Auflösung 480p) gucken konnte ohne es 3 Minuten vorladen zu lassen.

Freylis 20 Gold-Gamer - 21127 - 29. Januar 2013 - 18:51 #

Das wollen sie mit dem "Push to Box" Modell aendern, bei dem der Download erfolgt, sobald du im Laden bezahlt hast. Wenn du nach Hause kommst, ist das Spiel dann schon runtergeladen - oder zumindest musst du statt 3 Stunden dann nur noch 2 warten, bis du es spielen kannst. ;-)
Ich sage das mit einem Laecheln, denn ich stimme dir zu: ich bevorzuge die altmodische Methode, wo ich eine BlueRay in Haenden halte, mit den Leuten beim Gamestop schnacke und zuhause gemuetlich die Disc reinschmeisse. Ausserdem gehoert mir dann die Software physisch und keiner kann mir den Hahn abdrehen, selbst wenn Sony und der Spielehersteller/Vertreiber etc. dicht machen.

Alex Althoff 20 Gold-Gamer - 20928 - 29. Januar 2013 - 19:02 #

Frage ist warum die da Steamspiele anbieten wollen. Wozu in den Laden gehen wenn man Online da stöbern kann.

Dazu mal was: Ich hab mit nen guten Kumpel damals 1991 Monkey Island 2 gekauft. Waren da in der Stadt und haben in den Läden gesucht wo es zu haben war. Er kaufte die Amiga Version für 80,- DM ich die PC Version für 120,- DM. Haben dann im Pizza Hut die Verpackungen aufgemacht. Bei ihm 11 Disketten (er hatte keine Festplatte und kein zweites Laufwerk) mit der Codescheibe usw. Bei mir 5 Disketten.

Und vor kurzem haben wir beide (praktisch 22 Jahre später) The Cave gekauft und das je von daheim aus über Steam füt 12 Euro. Damals waren Adventures genauso teuer wie Shooter oder Simulationen.

CptnKewl 20 Gold-Gamer - - 22568 - 29. Januar 2013 - 19:05 #

Weil der Konsument trotzdem immer wieder guckt und ne Packung sehen will (auch wenns zu 70% Leerhüllen sind)

Außerdem kriegst du bei GS auch Steamguthaben. Sodass du, auch wenn du beim Feind kaufst, umsatz für GS machst

Lipo 14 Komm-Experte - 2057 - 29. Januar 2013 - 19:27 #

Ich bekomme immer das leichte Gruseln, wenn ich von diesem laden lese . Die verkaufen gebrauchte Spiele teilweise teurer , als der Fachmarkt bei uns genau gegenüber .

stylopath 16 Übertalent - 4244 - 29. Januar 2013 - 19:49 #

Ich geh doch nicht in den Laden und kauf ein spiel um dann vor der Konsole zu sitzen und nem 30min. Download zuzugucken...

Freylis 20 Gold-Gamer - 21127 - 29. Januar 2013 - 19:52 #

Word, bro! :-)
Aber leider ist es ja auch mit den Updates schon so. Als ich letztens SSX installiert habe, hat es mich auch gute 20min gebraucht, bis patch 1.3 und der Online Pass fuer extra DLC runtergeladen war... - ist schon nervig, gell? :-)

NedTed 18 Doppel-Voter - P - 11749 - 29. Januar 2013 - 20:13 #

In dieser Lücke könnte Gamestop eine Chance haben. Klappt aber nur wenn die Zusammenarbeit mit Steam & Co. klappt. Analoger Kauf für digitales Produkt - dieses Modell könnte man auch durchaus für Musik etc. ausdehnen!

Freylis 20 Gold-Gamer - 21127 - 29. Januar 2013 - 20:18 #

Ja, irres Modell, nicht? Koennte aber funktionieren. Ebenso wie die Zielgruppe, die keine Lust hat, ihre Kreditkarteninfo uebers ganze Netz zu verstreuen. Da schliesse ich mich gerne mitein. Vor allem nach der Sony-Katastrophe...
Bin gespannt wie sich das alles entwickelt.

NedTed 18 Doppel-Voter - P - 11749 - 29. Januar 2013 - 20:37 #

Hmmm, wenn ich weiter darüber nachdenke. Ist die Lücke sogar ziemlich attraktiv. Was fehlt bei einem Download? -> Goodies wie Stoffkarten, Figuren, Bücher etc. Die könnten dann bei Gamestop mitverkauft werden. Der Plausch mit dem Verkäufer über aktuelle Spiele, Beratung für unbedarfte Eltern und andere soziale Interaktion bleibt erhalten. Da bin ich echt gespannt wie sich das auswirkt.
Ebenso könnte dadurch ein Gebrauchtlizenzenmarkt entstehen - Treuhänder wäre hier Gamestop.

eagel (unregistriert) 29. Januar 2013 - 22:01 #

da müssten die leute in dem laden erstmal ahnung davon haben O..o

Freylis 20 Gold-Gamer - 21127 - 29. Januar 2013 - 22:11 #

LOL - auch wieder wahr. Hier bei mir in Amiland verdienen die aber leider nicht genug, um Ahnung zu haben. Deshalb gehe ich gerne zur Konkurrenz: BullMoose, wo die Angestellten besser bezahlt werden und weitestgehend fachkundiger sind.

floppi 22 AAA-Gamer - - 33577 - 29. Januar 2013 - 22:21 #

In Amerika empfehle ich die Abteilung "Nerd Herd" in der Elektronikkette "Buy More". ;)

Freylis 20 Gold-Gamer - 21127 - 29. Januar 2013 - 22:24 #

Yeah, no shit :-)

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9225 - 30. Januar 2013 - 15:58 #

Soll Gamestop halt auch DLC's anbieten, und sich ne Plattform wie Steam schaffen. Die Kohle haben die jawohl locker.

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)
Mitarbeit
floppiq