Spielgewalt: Obama fordert Finanzierung für Studie

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17. Januar 2013 - 22:11 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert

Wie einem Artikel des Forbes-Magazin zu entnehmen ist, hat der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Barack Obama, auf einer Pressekonferenz Pläne vorgestellt, mit denen seine Regierung bewaffnete Gewalttaten, wie den Amoklauf von Newtown, verhindern will. Zu diesem Zweck hat er insgesamt 23 präsidiale Anordnungen erlassen. Hauptsächlich geht es bei diesen erst einmal um Ursachenforschung, also genauer um "die Gründe und die Vermeidung von bewaffneter Gewalt" und dazu möchte er vom Kongress insgesamt 10 Millionen US-Dollar für eine solche Studie bewilligt bekommen. Ein Punkt dieser Studie ist auch ein ausdrücklicher Blick auf Gewalt in Medien. Dazu zählen Film, Fernsehen und natürlich Videospiele. In seiner Rede sagte Obama wörtlich:

Ignoranz bringt uns nicht weiter. Die Vorgänge hinter dieser Gewalt-Epidemie nicht zu kennen bringt uns nicht weiter.(…) Der Kongress sollte Forschungen über den Effekt finanzieren, den Gewalt in Videospielen auf junge Menschen hat.

Bereits kurz nach dem Massaker im Dezember 2012 hatten US-Senatoren einen Gesetzesvorschlag für eine vergleichbare Studie vorgelegt (wir berichteten). Außerdem hatte sich schon Anfang Januar 2013 US-Vizepräsident Joe Biden mit Vertretern der Spielebranche getroffen, um unter anderem über Gewaltinhalte zu reden und daraus Vorschläge für Obama und weitere Initiativen zu machen.

Hauptpunkt der Pressekonferenz war jedoch das Thema Waffen-Kontrolle in den USA. Was die Unterhaltungsmedien betrifft, so gilt Obama als sehr aufgeschlossen und habe sich noch kein Urteil über Videospiele gebildet. Er wolle vorläufig erst einmal umfassende Daten sammeln und es sei nicht das Ziel Videospiele in irgendeiner Form einzuschränken oder gar zu verbieten. Ein Pressesprecher des Weißen Hauses formulierte den Standpunkt folgendermaßen:

Die Unterhaltungs- und Videospielindustrie hat die Verantwortung dafür, den Eltern Alternativen und Kontrollmechanismen zu den Filmen, TV-Sendungen und Spielen zu geben, die ihre Kinder konsumieren.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12583 - 17. Januar 2013 - 22:14 #

Nicht Unterhaltungsmedien bringen Menschen um sondern Waffen oder der Mensch selbst... irgendwann wird das auch jeder verstehen, spätestens wenn wir uns selbst alle gegenseitig umgebracht haben.

Flo_the_G 14 Komm-Experte - 2098 - 17. Januar 2013 - 22:23 #

Klar, weil in der Politik nur Menschen sitzen, die aus der Geschichte lernen und nicht von ihrer eigenen Ideologie verblendet sind.

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 17. Januar 2013 - 23:20 #

Nein, nicht wenn wir uns umgebracht haben, sondern wenn der Kongress dazu eine Studie bewilligt hat, die solches belegt. Oder auch nicht.

Es gab 1967 eine Kongresskommission "Untersuchung kausaler Zusammenhänge zwischen Pornographie und sozialschädlichem Verhalten", die auch eine Studie in Auftrag gegeben hat. Diese Studie kam zu dem Schluss, dass die Ursache zu sozialschädlichem Verhalten woanders zu suchen sei. Und damit gab es keine Rechtfertigung mehr für strenge Gesetze gegen Pornos.

Wenn jetzt eine vergleichbare Studie zu Zusammenhängen zwischen virtueller und echter Gewalt veröffentlicht wird, kann das meiner Meinung nur helfen, endlich Fakten auf den Tisch zu werfen.

Du verteidigst unser Hobby mit den selben Methoden, wie die Waffenfreunde ihres verteidigen. Das hilft keinem weiter.

Creasy 11 Forenversteher - 689 - 18. Januar 2013 - 12:34 #

Was meinst du denn mit "oder der Mensch"? NUR der Mensch. Autos bringen ja auch niemanden um, sondern der Mensch, der mit ihnen fährt.

Ansonsten ist an ner Studio ja erstmal nicht wirklich was auszusetzen. Spiele sind kein alleiniger Grund, aber - wie viele anderen Faktoren auch - ein (kleiner) Faktor bzw. können es sein. Dass "dahinter" natürlich viel mehr steht als pöse Spiele, ist klar.

Freylis 20 Gold-Gamer - 21469 - 17. Januar 2013 - 22:17 #

"Die Unterhaltungs- und Videospielindustrie hat die Verantwortung dafür, den Eltern Alternativen und Kontrollmechanismen zu den Filmen, TV-Sendungen und Spielen zu geben, die ihre Kinder konsumieren."

Das ist angenehm, dann brauchen Eltern (oder sollte ich sagen: Waehler) keine Verantwortung mehr uebernehmen und koennen klagen, wenn etwas schief geht. Prost! ;-)

heini_xxl 15 Kenner - P - 3159 - 17. Januar 2013 - 22:24 #

Auch wenn ich wie Vidar und Freylis auch nicht glaube, dass (platt gesagt) gewaltdarstellungen in spielen amokläufe verursachen, aber mal ehrlich: interessant zu wissen wäre das schon, in wie weit mediale gewaltdarstellung die einstellung zu real ausgeübter gewalt verändern kann, insbesondere unter besonderen bedingungen wie soziale umgebung, psychische verfassung etc. wenn es nur eine objektive studie wird, die sich nicht nur auf videospiele fokussiert...

Vidar 18 Doppel-Voter - 12583 - 17. Januar 2013 - 22:34 #

Das bei psychisch kranken Menschen Gewaltmedien negativen Einfluss haben können glaube ich schon aber deshalb gleich für alle die Gesetze verschärfen?
Dazu sind morde von "normalen" Leuten die mal schnell ihre ganze Familie auslöschen weil sie einen Streit haben weit aus höher als jugendliche welche durchdrehen (in deutschland)

Man muss sich eher Fragen warum, wie in den Fall von Amerika, ein psychisch krankes Kind von der Mutter mit zum Schießstand genommen wird.
Oder warum psychisch angeschlagene Menschen generell problemlos an Waffen kommen.

Freylis 20 Gold-Gamer - 21469 - 17. Januar 2013 - 22:51 #

Stimmt, die Behandlung und verstaerkte Analyse evtl. Zusammenhaenge ist schon interessant. (Da stimme ich dir voll zu.) - Nur sollte das an Universitaeten und Hochschulen geschehen und nicht im Rahmen von heuchlerischen Studien, die Millionen von $$ verschlingen und nur Lobbyisten und weltfremde Waehler befriedigen wollen.

Korbus 15 Kenner - 3189 - 17. Januar 2013 - 22:55 #

Hm, könnte auch gut ein taktisches Manöver sein um wenigstens ein paar Verschärfungen der Waffengesetze im Kongress durch zu bekommen. Da es hier um Spitzenpolitik, aka Spitzengeschacher geht halte ich das sogar für sehr wahrscheinlich.

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 18. Januar 2013 - 14:55 #

Ich auch.

Retrofrank 11 Forenversteher - 750 - 17. Januar 2013 - 23:21 #

Autsch !
Wieviele tausend Studien zu diesem Theme gibt es bereits und zu wievielen tausend Ergebnissen ist man da schon gekommen ?

Zu den Amokläufen in den USA kann ich nur zwei Dinge sagen.
1.Kümmert euch besser um eure Kinder.
2.Wenn es nicht so erschreckend einfach für jeden Deppen in eurem Land wäre an eine Waffe zu kommen, dann würden auch nicht so viele Deppen mit Waffen herumlaufen.

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 17. Januar 2013 - 23:22 #

"Hauptpunkt der Pressekonferenz war jedoch das Thema Waffen-Kontrolle" Das zeigt schon, dass Obama klar ist, dass Waffen-Kontrolle der wirksamste Hebel ist den er hat. Dass er alles andere auch untersuchen lässt ist nur gut und richtig.

fragpad 13 Koop-Gamer - P - 1514 - 17. Januar 2013 - 23:48 #

Also ich bin ganz froh nicht in den USA zu leben. Wenn es da reichlich Leute gibt, die meinen einen Teil des BF3 Arsenals zu Hause im Schrank zu brauchen, um sich sicher zu fühlen, dann fühl ich mich hier direkt mal ganz wohl ;)

Aiex 16 Übertalent - 4335 - 18. Januar 2013 - 8:40 #

Obama sollte mal an sich selbst ne Studie durchführen. Vielleicht ist ein Drohnenbomberpräsi ein schlechtes Vorbild.

Horstinator (unregistriert) 18. Januar 2013 - 10:43 #

Hmm im dem Zusammenhang ist der Artikel auf Cracked.com sehr gut.
Da wird neben dem üblichen amerikanischen Pathos eigentlich nur gefordert, dass man die bestehenden Alterskontrollen nicht anwende, und erstmal das machen solle, bevor man neue Gesetze schafft.
Ich fand das dahingehend eigentlich interessant, da sehr ähnliche Diskussionen ja auch hierzulande immer wieder auftauchen, wenn es um Jugendschutz o.ä. geht.

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 18. Januar 2013 - 15:03 #

So ganz lässt sich wohl nicht bestreiten, dass im Zuge der ständigen Niveauabsenkung in Spielen (die auf Seiten wie diesen ja oft beklagt wird) immer mehr auf "krasse", schlagzeilenträchtige Inhalte gesetzt wird, und dabei geht's im Zweifelsfall immer um mehr Gewalt. Siehe Sam-Fisher-Analogstick-Folter.

heini_xxl 15 Kenner - P - 3159 - 18. Januar 2013 - 20:27 #

und das ist leider auch richtig. für unbedarfte nicht-spieler ist das ein gefundenes fressen.

Chuck Morris 13 Koop-Gamer - 1887 - 18. Januar 2013 - 21:29 #

Mein Gott Kinners.
!!!Strengere Waffengesetze!!!

Flo_the_G 14 Komm-Experte - 2098 - 18. Januar 2013 - 22:14 #

Kannst so viele Gesetze erlassen wie du willst, vor der akuten Bleivergiftung werden die dich auch nicht beschützen.

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