Elite - Dangerous: Braben zeigt sich selbstkritisch

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15. Januar 2013 - 11:17
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Vor einer Woche berichteten wir über die erfolgreiche Finanzierung von Elite - Dangerous via Kickstarter. Letztendlich erreichte das Projekt eine Summe von 1.578.316 Britischen Pfund (circa 1,95 Millionen Euro) und übertraf damit sein veranschlagtes Ziel von 1,25 Millionen Pfund um mehr als 26 Prozent. Gegenüber Gamasutra gab David Braben jetzt zu, dass er während der laufenden Kampagne ernsthaft an dem Projekt zweifelte:

Ich startete selbstbewusst, aber in der Mitte war ich etwas nervös. Aber alle letztendlich erfolgreichen Kickstarter-Kampagnen scheinen einen ähnlichen Verlauf zu nehmen. Daher war ich voller Hoffnung, dass es am Ende einen Aufschwung gibt.

Selbstkritisch führt er auch Gründe für den verhältnismäßig schwachen Start der Kampagne an. So haben er und sein Studio laut eigener Aussage zu wenig Material wie Videos oder Screenshots zu Elite - Dangerous vorweisen können. Dies habe sich zwar schnell geändert, jedoch habe das dem Projekt von Beginn an ein negatives Image verliehen. In diesem Punkt sieht Braben auch ein grundlegendes Problem von Kickstarter, da es schwierig sei, annähernd fertiggestelltes Material zu präsentieren, wenn das Spiel gerade erst am Anfang seiner Entwicklung stehe.

RoT 17 Shapeshifter - 8550 - 15. Januar 2013 - 11:24 #

"In diesem Punkt sieht Braben auch ein grundlegendes Problem von Kickstarter, da es schwierig sei, annähernd fertiggestelltes Material zu präsentieren, wenn das Spiel gerade erst am Anfang seiner Entwicklung stehe."

ist ja nicht nur das problem von Kickstarter, dürfte bei jeder präsentation vor einem investor so sein, wenn das ding erst am anfang steht.

MrFawlty 17 Shapeshifter - P - 6317 - 15. Januar 2013 - 12:09 #

Grundsätzlich schon. Je fertiger das präsentierte Material, desto höher die Erfolgschance.

Aber man geht auch nicht unvorbereitet zu einem pitch, sondern produziert vorher genug überzeugendes Material und präsentiert es erst dann. Bei Elite wäre es vielleicht besser gewesen, wenn sich die Entwickler noch ein paar Wochen länger darauf vorbereite hätten.

Ein Unterschied zwischen Kickstarter und einem normalen pitch bei einem Spiele-Publisher ist auch, dass man beim Publisher vor Leuten mit Erfahrung sitzt, die frühe Konzepte und Ideen aufgrund ihrer Erfahrung besser einschätzen können. Bei Kickstarter präsentiert man dem Endkunden, der häufig wenig über den Entstehungsprozess einen Spiels weiß und die Präsentation dann erstmal mit fertigen Spielen vergleicht, die er schon kennt. Deshalb haben "fast fertig" aussehende Kickstarter Projekte wie Star Citizen vermutlich eher Erfolg, als solche wie Elite, wo man nur ein paar Konzeptgrafiken und unfertig aussehende Spielszenen gezeigt bekommt.

RoT 17 Shapeshifter - 8550 - 16. Januar 2013 - 0:35 #

klingt einleuchtend :)

danke

Kulin 13 Koop-Gamer - 1312 - 16. Januar 2013 - 9:34 #

Das einzige was daran nicht einleuchtet ist, dass ein paar renderfilmchen höchstens Publikumswirksam sind, jedoch nichts über den grad der Fertigstellung aussagen. Ich glaube kaum, dass ein Publisher sich mit sowas abspeisen liese. Zu einem echten Spielkonzept gehört sicher ein wenig mehr, als die Kunst ein paar Flugzeuge in der CryEngine herumschwirren zu lassen.

Aber ich kann schon verstehen, dass die breite Masse bei Kickstarter da eher drauf anspringt, als ein fundiertes 5000-Seiten Konzept.

Severian 17 Shapeshifter - P - 7088 - 15. Januar 2013 - 11:25 #

Ich sehe das aehnlich wie Braben. Projekte, die wirklich von Anfang an auf das Geld von Kickstarter angewiesen sind, haben meiner Ansicht nach weniger Chancen auch erfolgreich gebackt zu werden, weil eben noch keine Nachweise der Durchfuehrbarkeit zu Verfuegung gestellt werden. Damit ist dann die Schwelle, das Risiko tatsaechlich eingehen und ein Projekt backen zu wollen, relativ hoch.
Bei Projekten, die schon einige Zeit laufen und schon Prototypen und Screenshots haben ist das was anderes.

Maik 20 Gold-Gamer - - 21479 - 15. Januar 2013 - 11:32 #

Aber ist denn nicht auch die Idee von Kickstarter, Ideen zu finanzieren? Es gibt schliesslich Bereiche ausserhalb von Software, wo selbst Protoypen nicht möglich sind. Ein bisschen auf Kickstarter rumsuchen und man findet sehr viele Projekte, die nur eine Idee präsentieren.

falc410 14 Komm-Experte - 2354 - 15. Januar 2013 - 11:54 #

Eben! Bevor die ganzen AAA Projekte von Nahmhaften Studios (die früher andersweitig Geld aufgebracht hatten) waren noch viel mehr Indi Projekte vertreten. Da gab es bis auf ein paar Konzeptzeichnungen nichts zu sehen. Natürlich wurden auch nicht alle erfolgreich finanziert, aber sicher doch mehr als wie im Moment.

Der Geist, oder die Idee hinter Kickstarter ist für mich ziemlich schnell verflogen. Jetzt geht es für die Großen Firmen nur noch um Risikominimierung oder "Unabhängigkeit" von einem Publisher - wie viel diese Unabhängigkeit dann wirklich ausmacht wage ich aber zu bezweifeln.

Mike H. 14 Komm-Experte - P - 2244 - 15. Januar 2013 - 11:54 #

Es gibt mehr als genügend sehr erfolgreiche Kickstarter-Projekte, die das Gegenteil bewiesen haben (Double Fine Adventure, Wasteland 2, Shadowrun Returns und viele andere). Prototypen und Demos sind dann nicht notwendig, wenn ein wirklich bekannter Name hinter dem Projekt steht, wie ja auch bei Elite.

Für unbekannte Entwickler ist es allerdings in der Tat unbedingt empfehlenswert, bereits etwas vorzeigen zu können (wobei man in Ausnahmefällen auch ohne viel Material erfolgreich sein kann, wenn man eine sehr gute Kampagne führt, wie z.B. The Banner Saga).

Anomm (unregistriert) 15. Januar 2013 - 12:06 #

Ich denke er kann sich glücklich schätzen, dass das Projekt erfolgreich finanziert wurde. Sein Hauptfehler lag mMn in der sehr hohen Forderung von 1,25 MioPfund. So viel hat bisher kaum einer verlangt. Es ist für ein Projekt glaub ich günstiger, weniger zu verlangen und dann mit Stretch-Goals zu locken, als zu sagen "unter 2 Mio wirds nix"... Die Euphorie der Backer ist einfach größer, wenn nach wenigen Stunden schon die benötigten 400k zusammen sind und von da an nur Boni kommen und man ein Projekt unterstützt, dass in jedem Fall erscheint (so etwa geschehen bei DF Adventure). Bei Elite musste halt jeder bis zum Ende zittern, was bis zum Schluss potentielle Backer verunsichert hat.

Maik 20 Gold-Gamer - - 21479 - 15. Januar 2013 - 12:17 #

Wenn Herr Braben aber soviel haben MUSS, um das Spiel fertigzustellen, dann ist die Forderung doch in Ordnung. Jeder macht vorher eine Kalkulation, die dann den Startwert bildet. Die Idee klein anzufangen, halte ich für gewagt. Sieh dir einfach die sonstigen physischen Zugaben zum reinen Spiel an. Da kann ein kleines Projekt schnell wieder in Schieflage kippen. Denn die Herstellung/Versendung muss alles bezahlt werden. Somit bleibt eben nicht die volle KS-Summe für die Entwicklung, ebenso will KS was abhaben. So einfach ist das alles nicht, was zumindet Teams betrifft. Einzelkämpfer haben es deutlich einfacher.

Kirkegard 19 Megatalent - P - 15070 - 15. Januar 2013 - 12:12 #

Elite war noch nie was für schwache Nerven, hat sich auch als Backer nicht geändert ;-)

Slaytanic 22 AAA-Gamer - P - 32740 - 15. Januar 2013 - 12:32 #

Ich sage nur Targoiden.

FLOGGER 17 Shapeshifter - 8926 - 15. Januar 2013 - 12:46 #

Noch krasser: Targoiden im Zwischenraum!

Slaytanic 22 AAA-Gamer - P - 32740 - 15. Januar 2013 - 19:30 #

Das war beim ersten mal echt krass. Hatten mich mit ihren kleinen Beischiffen einfach plattgemacht.

thoreandon 10 Kommunikator - 433 - 15. Januar 2013 - 12:36 #

Eine Idee finanzieren, schön und gut, aber die Idee muss aussagekräftig und gut durchdacht präsentiert werden. Hohle Phrasen (wie z.b. bei dem ollen 'Old School RPG') nimmt zum Glück kaum jemand ernst.

Ich kann doch nicht 10 Millionen bei Kickstarter einsammeln weil ich z.B. gerne ne Zeitmaschine erstellen will, nur weil ich die Idee habe, aber keinen Plan wie ich das realisieren kann.

Ich muss natürlich erstmal in Vorleistung treten und durch Unterlagen, Zeichnungen, Pläne usw den Leuten zeigen das es mir auch Ernst ist.
Dann fliest auch Geld.

Wenn es jemand nicht auf die Reihe bekommt seine Idee anständig zu präsentieren wird er die Idee wohl auch nie umsetzen weil er weder Disziplin noch Durchsetzungsvermögen hat.

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 15. Januar 2013 - 13:59 #

Vielleicht hätten sie bekanntgeben können, wenigstens einen Teil des Überschusses als Abfindung an die zwei Wochen vor Weihnachten entlassenen Mitarbeiter zu zahlen. Fand das ehrlich gesagt ganz schön zynisch: "So können sie ihre Ausgaben besser planen..."

Freylis 20 Gold-Gamer - 20960 - 15. Januar 2013 - 15:22 #

Ich kann nur vor jedem den Hut ziehen, der sich ohne Finanzspritze von Sponsoren bzw. etablierten Publishern daran macht, ein Projekt auf die Beine zu stellen. Im Gegensatz zu letzteren, hat ein Kickstarter naemlich zunaechst mal so gut wie gar kein Startkapital. Grossartige Videos, Sounds und Grafikdemos kann man da zu Anbeginn der Kampagne wohl kaum erwarten. Wohl aber sollten Artwork, konkrete Designvorschlaege, detaillierte Projektinfos etc. vorliegen und fuer die Fangemeinde transparent sein. Erst dann, wenn man sein eigenes Sparschwein pluendert und sich die ersten zaghaften Backer einfinden, geht es los: Nachtschicht schieben, so schnell wie moeglich Gehalte erstellen, Marketing betreiben, Spieldesign vorantreiben, ein Team auf die Beine stellen... Nervenzusammenbrueche ob der Arbeitslast vermeiden... und und und. Ich beneide die Kickstarter wirklich nicht, freue mich aber fuer jeden einzelnen (wie Braben) mit, wenn ihr Projekt von Erfolg gekroent ist. Weiterhin alles Gute, David!!!

ElliotYouIdiot (unregistriert) 15. Januar 2013 - 18:21 #

Interessante 50k$ Ideen von Indie-Entwicklern backe ich auch dann, wenn bei Projektstart noch nicht viel zu sehen ist.

Aber bei David Braben weiss jeder, dass er seit 15 Jahren an Elite 4 werkelt. Ein halbes Leben lang feilt er an dieser einen Idee! Bei ihm hab ich wesentlich mehr erwartet: Artworks, ausgereifte Konzepte, fertigen Code. Was hat er da nur 15 Jahre lang gemacht? oO

Lasstmichdurch 11 Forenversteher - 650 - 16. Januar 2013 - 19:44 #

Die Screenshots, die er dann während der Kampagne erstellt hat, hätte er auch vorher machen können, wenn er sich vorbereitet hätte...
Ich bleibe dabei, der Start war aus der Hüfte heraus im Kielwasser von CR/Star Citizen...
Und wer weiß, wo er gelandet wäre, wenn ihm CR mit Spendenaufruf an die Star Citizen-Gemeinde und Tipps für eine erfolgreiche KS-Kampagne nicht geholfen hätte...

Nokrahs 16 Übertalent - 5681 - 17. Januar 2013 - 7:59 #

Wenigstens keines dieser bereits fertigen Spiele die dann noch mal zusätzlich über Kickstarter präsentiert werden um vier Wochen später ohnehin im Regal zu stehen.

Dangerous hört sich auf alle Fälle interessant an. Viel Weltraum in den nächsten beiden Jahren im Umlauf. DS3, Colonial Marines, Elite, Star Citizen, X-Rebirth...

Name (unregistriert) 18. Januar 2013 - 10:42 #

Der größte Klotz ist David Braben selbst, und die Art wie er hierüber resümiert zeigt, dass er das immer noch nicht begriffen hat.

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