Tauss im Interview - Als Podcast verfügbar (Update)

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2. Juli 2009 - 16:44 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert

Der umstrittene Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss, der kürzlich bei der SPD nach 38 Jahren ausgetreten ist, um sich der Piratenpartei anzuschließen, ist heute Abend ab 21 Uhr im Interview des medienradio.org. zu hören.

Es sind alle dazu eingeladen, fragen via Twitter zu stellen. Das macht ihr mit Hilfe des Hashtags #fragenantauss. Die Sendung kann als Audiostream gehört oder als Video bei Ustream empfangen werden. Wer heute keine Zeit hat, der kann sich die Sendung voraussichtlich einen Tag später als Podcast runterladen.

Jörg Tauss kämpft schon lange für die modernen Medien und deren Freiheiten. Als Mitglied des Chaos Computer Clubs ist er wohl einer der wenigen im Bundestag, die wirklich selbst aktiv mit dem Medium Computer agieren.

Jörg Tauss ist in jüngster Vergangenheit aufgefallen, da gegen ihn ein Verfahren läuft. Ihm wird vorgeworfen, mit Aufzeichnungen von dokumentierten Kindesmissbrauch gehandelt zu haben. Tauss bestreitet dies nicht, da dies laut eigenen Angaben nur zu Recherchezwecken diente.

Nach der positiven Abstimmung des Zugangserschwerungsgesetz für das Internet, dass Ursula von der Leyen und andere Politiker vorantrieben trat Tauss bei der SPD aus, um nun an der Seite der Piratenpartei die Bundestagswahlen 2009 zu bestreiten.

Wer sich nicht sicher ist, ob er die Piratenpartei wählen soll, oder einfach am Thema interessiert ist, sollte sich das Interview anhören. In den klassischen Medien ist die noch junge Partei wenig präsent.

Update: Das Interview findet ihr unter diesem Link.

Patrick 15 Kenner - 3955 - 2. Juli 2009 - 13:06 #

Ich wollte mal wieder ein politisches Thema aufgreifen. Ich überlasse es euch, ob es online gehen soll oder ob es nicht passt. Ich wollte außerdem in den nächsten Tagen noch News zur SPD und CDU posten. Die haben auch ihre ganz eigene Art im Internet Wahlkampf zu bestreiten.

jaspajones 11 Forenversteher - 593 - 2. Juli 2009 - 17:57 #

Weiss nicht ob man dann nicht von hundertem ins tausendste gehen. Wenn wir auch noch Gesetzgebung und Wahlen behandeln.
Aber zusammengefasst gehen uns die Pläne der Zensur, vor allem in Hinblick auf die Wahl wohl alles was an...
Nicht das wir uns nachhher beschweren wegen den Gesetzen, aber selber die Partei gewählt haben ;)

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6522 - 2. Juli 2009 - 19:17 #

Was spricht denn dagegen? Keiner muß es anklicken, und wer will, kann es. Ich bin kein Freund von Tauss, aber darauf kommt es gar nicht an; ich habe aber nichts dagegen, hier eine "erwachsene" Spieleseite zu haben, die auch solche Themen nicht ausschließt.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29654 - 2. Juli 2009 - 20:51 #

Gerade die Zielgruppe von Seiten wie gamersglobal.de fühlt sich doch durch die Volksparteien nicht mehr vertreten. Da ist ein Interview mit einem Parteimitglied der Piraten entsprechen "on topic", da uns das Thema Zensur alle angeht.

Crizzo 18 Doppel-Voter - 11169 - 2. Juli 2009 - 21:48 #

Eben.
Eurogamer.de hat auch sogar eine größeren Artikel veröffentlich und weitere zu anderen Parteien sollen noch folgen: http://www.eurogamer.de/articles/eurogamer-wahlt-piratenpartei-interview
Sehe keinen Grund, wieso wir dieses Thema hierausklammern sollen, ist ja schließlich keine Diskussion um politische Kleinigkeiten. :D

Patrick 15 Kenner - 3955 - 2. Juli 2009 - 21:18 #

Damit verbunden auch die Möglichkeit "Killersites" zu blocken. Aber davon mal abgesehen, werde ich mir noch mal die Internetpräsens der Volksparteien anschauen.

Manowski 09 Triple-Talent - 261 - 2. Juli 2009 - 22:29 #

Aufschlussreiches und gut geführtes Interview. Vielen Dank für die Info!

Tim Gross Freier Redakteur - 23836 - 2. Juli 2009 - 22:19 #

Ich denke auch, dass solche Themen durchaus für viele Leser interessant sein können. Ich freue mich umso mehr, dass das in den Kommentaren hier bestätigt wird. Das ist halt im Moment eine ganz aktuelle Geschichte und schon wichtig. Klar ist das Interview vielleicht nicht das interessanteste Thema für Spieler, aber es sollte auf jeden Fall gut sichtbar für die erwähnt werden, die gerne mehr darüber erfahren wollen. Insbesondere da die Killerspiel- und Internetzensur-Debatte wieder so aktuell ist.

Gadeiros 15 Kenner - 3093 - 2. Juli 2009 - 23:11 #

die reden da zum beispiel über "die politik hat angst vor den medien" und da wunderts mich schon. warum hat die politik angst vor der bild, aber ignoriert das internet? ist das immernoch dieser wabernde freaktreff? dachte eigentlich, das wäre eigentlich DAS medium der heutigen zeit. vielleicht ist diese angst vor dem nicht für sie ernstnehmbaren unbekannten, welche sie zwingt, das internet unter die fuchtel bringen zu wollen.

ingesamt schönes interview.. und als teil der Inetcommunity deutschland schon wichtig und interessant.
außerdem ists immer mal schön, wenn ein politiker stammtischmäßig mal locker labert über alles, was so aufkommt und nicht "stock im verlängerten rücken" mit achtung-was-du-sagst-mitarbeitern im rücken.

derDomino 12 Trollwächter - 1137 - 3. Juli 2009 - 7:11 #

genau das ist ja das Problem (Wurde auch schon so im Veteranen Podcast angesprochen): Die meisten Politiker sind schlicht und einfach zu alt, um das Internet "nebenbei" kennen gelernt zu haben.
Und was der Mensch nicht versteht, will er kontrollieren.
Die "alten" Medien (wie die von dir angesprochene Bild), sind dem Durchschnittsabgeordneten da schon eher ein Begriff, auch was die dortige Meinungsbildung und Strukturen bezüglich der Verbreitung dieser Medien angeht.
Worauf ich hinaus will: Otto Normalpolitiker weiß wie ein Radio funktioniert, aber bei einer Newspage wird's da schon schwierig.

@Topic: Ich finde es gut und wichtig, hier auch politische Themen anzusprechen (natürlich soweit sie einen Bezug zu Gamern haben).
Den Podcast zur Sendung werde ich mir auf jeden Fall holen. Hoffe, mal einen internet-kompetenten Politiker zu hören.

MfG derDomino

CosmicBlue 04 Talent - 22 - 3. Juli 2009 - 8:49 #

Ich wüßte gern, ob Herr Tauss denkt, das die Piraten Patei wirklich die richtige Partei für seine (aber auch unsere) Anliegen sei.
Ich befürchte nämlich, das sich die Partei viel zu sehr auf Themen rund ums Internet stützt, aber bei anderen Themen wie der Sozialpolitik oder der Bildungspolitik viel zu schwach aufgestellt ist. Weiterhin denke ich, das die Piraten Partei auch deswegen nie genug Abgeordnete haben wird, um wirklich viel bewirken zu können.

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2206 - 3. Juli 2009 - 14:23 #

Ja, das ist die richtige Einstellung wenn man was verändern will. Am besten man geht garnicht erst wählen bringt ja eh nichts gell? :)
Niemand behauptet das die Piraten in den von dir genannten Bereichen gut aufgestellt sind. Das erwartet auch niemand von ihnen. Die Piratenpartei wird ja auch kaum die stärkste Partei Deutschlands werden, sie sollen aber eben darauf aufmerksam machen, dass es Leute gibt die sich mit dem Thema Datenschutz, Internet usw. auseinandersetzen, und zwar in einer anderen Weise als es die großen sog. "Volksparteien" tun.
Von den Grünen hat auch jeder gedacht sie seien Spinner, die warn im Grunde am Anfang auch nur gegen Atomkraft.
"Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch!" :D

Marco Büttinghausen 19 Megatalent - P - 19331 - 3. Juli 2009 - 14:56 #

Genau darum gehts, die Piratenpartei ist eine Spartenpartei die sich nur einem gewissen Themenkreis annehmen, logisch das dort keine Revolution der Rentenproblematik, oder der Einwanderungspolitik zu erwarten ist. Aber wenn die Partei etwas über 5% käme, würde man damit wirklich Zeichen setzen.

Ich überlege mir ernsthaft die zu wählen, ist die einzige Partei wo ich das Gefühl habe das es nicht heißt "Internet? Da habe ich Leute für die sich das mal angesehen haben".

Mal schauen, wenn das mit Tauss nicht nach hinten los geht weil der dann doch irgendwann verhaftet wird.

Reaktorblock 11 Forenversteher - 769 - 3. Juli 2009 - 10:53 #

Die Piraten sind keine Volkspartei. Und das ist gut so. Lass die Sozialpolitik, die Wirtschaft und die Bildung bei den etablierten. Niemand erwartet, dass die Piraten nächste Wahl in die alleinige Regierungsverantwortung kommen (auch wenn's sicher lustig wär). Als erstes käme irgendwann mal ne Koalition. Und da übernimmt man die Aufgaben, die man bearbeiten kann und möchte.

Wichtig ist vor allem, das die fetten Volxparteien mal merken, dass diese Themen wählerrelevant sind und dass zu diesen Themen eine Meinungsbasis existiert. Und das merken sie nur wenn sie Stimmen verlieren. An die Piraten zum Beispiel.

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10792 - 4. Juli 2009 - 15:17 #

Die Piraten wirken leider bei genauerem Hinsehen wie User, die in erster Linie das Herunterladen von Software/Musik/Filmen legalisieren wollen. Besonders die Einstellung zum Urheberrecht hält mich davon ab, für die Piraten zu werben.

Auch wenn viele Punkte meine klare Zustimmung finden - die Einstellung, dass etwas legalisiert werden soll, nur weil es einfach zu ist (Kopieren von Daten) finde ich unmöglich. Wenn Computerprogramme geschrieben werden ist damit eine Menge Aufwand verbunden. Genau so, wie die Herstellung von Möbeln o.ä.

Wenn jemand Musik/Filme/Software herstellt, um damit Geld zu verdienen hat jeder die Wahl dies zu konsumieren oder es sein zu lassen. Nur weil es möglich ist, den Willen des Herstellenden zu umgehen, ist das noch lange nicht richtig.

Die User im Piratenforum vertreten im Einzelnen die Position, dass ein Programmierer eben
Pech hat weil sein produziertes Gut nicht materiell ist und er sein Geld dann nun mal mit neuen, innovativen Ideen verdienen muss. Sonst stirbt er halt. Pech - nicht ihr Problem. Außer "Support gegen Geld" fällt den Teilnehmern der Diskussion aber nichts bemerkenswertes ein.

Ich bin auch für das Recht auf Privatkopie - mir ist aber deutlich bewusst, dass es nicht richtig ist, Raubkopien herunter zu laden. Privatkopie bedeutet für mich zudem, dass ich das Kopierte auch als Original besitze.

Im Zuge der Zensursula-Aktion und durch unseren lieben Schäuble bekommt die Partei nun großen Zulauf für eine richtige Sache. Das lässt leider viele Leute werben und hypen, ohne sich auch mit den anderen Themen auseinander zu setzen.

Die Grundstimmung scheint nämlich eher eine "Ich will das was mir Vorteile bringt und dass ich nix dafür bezahlen muss und außerdem ist es mir egal, dass ich keine Lösung für Probleme habe das ist eben das Problem von denen" zu sein.

Wie die Grünen früher und der Großteil der Linken heute immer noch - Hardliner und verbohrte Menschen, für die Kompromisse unmöglich sind und die eine ernste Auseinandersetzung mit Argumenten die nicht gefallen ablehnen. Ein Diskussionsteilnehmer sagt zu dem Punkt etwa sinngemäß: "Ein Musiker will seine Musik den Leuten zeigen, Konzerte spielen usw. - was ein Programmierer will, weiß ich nicht (ist mir aber auch egal)."

Alles für umsonst - das kann man doch einfach nur wählen, oder???!!!!

Patrick 15 Kenner - 3955 - 4. Juli 2009 - 15:56 #

Die Partei ist nicht die Lösung für alle Probleme. Dennoch vertritt sie eine Ansicht, die alten Parteien nicht nachvollziehen können. Ein Trend, dass es spezialisierte Parteien für den jeweiligen Bereich des Lebens abdeckt. Aber keiner großartig über 20% kommt.

Außerdem waren die Grünen mit einem Thema und ihrer Haltung damals auch krasse Außenseiter.

Was ich nicht so verkehrt finden würde. Die große Koalition hat unserem Land nicht besonders geholfen.

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