Kickstarter: Crowdfunding in der Midlife-Crisis?

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6. Dezember 2012 - 0:35

In der Theorie klingt das Crowdfunding-Konzept, wie es etwa Kickstarter bietet, wie das Erfolgsrezept schlechthin. Auf diesem Wege hat gerade erst Star Citizen sein gestecktes Ziel erreicht (und sogar überschritten – wir berichteten) und Elite - Dangerous zumindest die Hälfte seiner Miete eingestrichen (wir berichteten). Doch wie jetzt die Gaming-Website Gamasutra berichtet, sollen mehr und mehr private Investoren davor zurückscheuen, ihr Geld Projekten anzuvertrauen, bei denen auch nur der geringste Zweifel am Erfolg besteht. Und bevor sie sich dessen bewusst werden, verschreiben die „Backer“ sich demselben kommerziellen Scheuklappendenken der etablierten Entwickler, denen sie als selbsternannte Freidenker eigentlich entfliehen wollten.

So sei Kickstarter zwar ein gutes Hilfsmittel, um der Spieleszene eindrucksvoll zu demonstrieren, dass tatsächlich Nachfrage an einem Projekt bestehe und in Folge einen vorsichtigen Probelauf der Finanzierungs- und Marketingkampagne durchzuführen. In der Praxis aber schafften es nur sehr wenige dieser Projekte durch die Finanzierungskampagne, geschweige denn bis zum Ende der eigentlichen Entwicklungsphase. So mussten sich die Spieleveteranen Brenda Brathwaite und Tom Hall erst vor kurzem geschlagen geben und ihre Kampagne vorerst auf Eis legen, um nach eigenen Aussagen eine schlagkräftigere Promotion für ihr angestrebtes Old-School-RPG vorzubereiten. Und die Oliver Twins, die mit Dizzy Returns das Comeback ihres gleichnamigen 80er-Jahre-Jump-and-run-Franchises einleiten wollen, warten immer noch vergeblich auf den Großteil ihres angestrebten Geldes.

An solchen Beispielen zeigt Gamasutra, wie wichtig es bereits in der Anfangsphase einer Kampagne sei, ein kompetentes Marketingkonzept in der Hinterhand zu haben und dieses auch vor seinen Fans kontinuierlich und detailliert zu artikulieren. Denn während beim traditionellen Publishing die finanziellen Träger am Hebel der Macht sitzen und stete Einblicke in den Fortschritt eines Projektes fordern, verlagere sich bei Kickstarter das Problem lediglich. Hier nehmen nun stattdessen die Backer die Rolle des unerbittlich drängenden Chefs ein, den der Entwickler stets informieren und bei guter Laune halten müsse. Hinzu komme, dass das Langzeitmarketing gleichzeitig eine wesentlich größere Zielgruppe involvieren müsse als allein die Backer, damit ein Spiel Verkaufswert erreicht und nicht als reines Nischenprodukt im Meer der Konkurrenzprodukte untergeht. So werde das Marketing bei Kickstarter zum Drahtseilakt zwischen der aktuellen Backergemeinde und dem Kreis potentieller, zukünftiger Kunden.

Laut Gamasutra möchten Backer ihrem Projekt zum kommerziellen Erfolg verhelfen, gleichzeitig jedoch etwas persönliches, also im Kern nicht-kommerzielles erschaffen, woran zu glauben es sich wirklich lohnt. Nur wenn ein ambitionierter Entwickler diese Ambivalenz produktiv in seine Kampagne zu integrieren versteht, mag sein Projekt am Ende von Erfolg gekrönt sein. Und genau diese Chancen stünden immer schlechter, da sich die anfängliche Euphorie vieler Fans im Laufe der Zeit zunehmend in ungeduldiges Drängen und selbstherrliche Besitzansprüche an dem intellektuellen Gedankengut ihrer Titel verwandelt habe.

Den kompletten Artikel in englischer Sprache findet ihr über die Quellen.

Miesmuschel (unregistriert) 5. Dezember 2012 - 17:11 #

"Und bevor sie sich dessen bewusst werden, verschreiben die „Backer“ sich demselben kommerziellen Scheuklappendenken der etablierten Entwickler, denen sie als selbsternannte Freidenker eigentlich entfliehen wollten."

So ein Blödsinn! Die einen haben Angst, daß sie bei einem Produkt nicht genug Geld verdienen, die anderen haben Angst, ob sie das Produkt überhaupt erhalten. Die Backer sind bereit, für ein Nischenprodukt zu bezahlen, haben aber keine Garantie, daß es überhaupt erscheint. Das wurde übrigens auch schon auf GG thematisiert.
Aber hauptsache irgendein tiefsinniges Geschwurbel schreiben.

roshi 13 Koop-Gamer - 1610 - 5. Dezember 2012 - 17:27 #

du bringst es auf den Punkt, ich denke auch hier wollte Gamasutra einfach nur mal was daherschrubbeln um ne News zu haben

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 7490 - 5. Dezember 2012 - 17:53 #

Letzten Endes ist es ganz einfach: wenn es nicht genug Leute interessiert dann klappt es halt nicht. :P

Leider ist es auch mit diesem Thema wie mit allem in den Nachrichten in den letzten Jahren. Es gibt einfach keine unaufgeregten Fakten mehr. Alles ist gleich ein Hype, megasuper oder unglaublich schrecklich. Kickstarter ist ein Werkzeug und es hat einige tolle Projekte angestoßen. Und einige schaffen es nicht. Das kann man auch ganz einfach als Fakt erzählen. Aber Journalisten halten die Menschen ja für Idioten und denken dann klickt keiner auf ihre Schlagzeile...

fightermedic (unregistriert) 5. Dezember 2012 - 20:20 #

Du sprichst leider Wahres...

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 7133 - 5. Dezember 2012 - 17:31 #

Ich zahle ja prinzipiell nicht für ein Spiel, das ich vielleicht irgendwann mal in den Händen halte, aber auch ich stimme einigen Veteranen zu, dass CF noch sein Erwachen haben wird in 2013. Ich will ein spielbares Spiel für x Euro, das mir y Stunden Spaß macht. Genau so, wie ich es auch bei einer Tageszeitung, einem Film oder einem Buch haben will. Für Retrogefühle zahle ich kein Geld, da habe ich auf meinem Retrotripp vor einigen Jahren zu oft die Erfahrung gemacht, dass zwischen der Erinnerung und der Realität im neuen Jahrtausend Welten liegen. Lieber kauf ich dann bei einem Steamevent für zehn Euro MW300 und habe sechs Stunden, sprich bei mir eine Woche, Spielspaß.

Jharvis (unregistriert) 5. Dezember 2012 - 19:43 #

Aber selbst bei Crowdfunding-finanzierten Projekten ändert sich doch nix für Dich, wenn Du dieses Prinzip weiter durchziehst. Wenn Shadowrun bsplw. irgendwann erscheint, kannst Du ja auch als Nicht-Backer noch zuschlagen. Wenn sich bis dahin rausstellen sollte, dass es für X Euro Y Spielspass für Z Stunden bietet und Du es dann kaufst, kannst Du ja zumindest honorieren, dass das Ding vielleicht ohne Crowdfunding nie zustande gekommen wäre... und wenn Du es nicht willst auch gut, gibt genug Spiele...

Mit dieser Begründung versteh ich die Ablehnung von Kickstarter einfach nicht, denn mehr Auswahl haben auch alle Nicht-Backer, sofern die Werke irgendwann erscheinen und wenn nicht, dann ist es wie bisher auch... who cares?

Cohen 16 Übertalent - 4509 - 5. Dezember 2012 - 17:46 #

Scheuklappendenken? Bei Kickstarter wird schon recht gut die Spreu vom Weizen getrennt.

Wenn die Personen hinter einem Kickstarter-Projekt kein schlüssigeres Konzept als "Remake / Fortsetzung / ein Spiel in der Art wie..." anbieten können und das Pitch-Video keine Begeisterung entfachen kann, sind also die Leute schuld, die nicht gleich die Brieftasche aufreißen?

Wenn die Mindestsumme für die Größe des Projektes (je nach Genre) entweder unrealistisch niedrig oder um ein Vielfaches überhöht wirken, muss man sich keine Gedanken machen, ob der Finanzierungsplan seriös ist, oder ob "man es einfach mal versucht"?

Wenn während des gesamten Kickstarter-Zeitraums keinerlei Updates folgen und sich die Entwickler anscheinend keinerlei Mühe geben, die vielfältigen Möglichkeiten des Internets zu nutzen, um die Werbetrommel für ihr Projekt zu rühren, ist das jetzt die Schuld der (Nicht-)Backers?

Ich würde mir eher Gedanken über Kickstarter & Co. machen, wenn jedes schwache Konzept von den Crowdfundern einfach so durchgewunken wird. Eine bloße Idee à la "Wir wollen (auch) ein 'Old School RPG' machen und wir sind/waren bekannt; bei den hohen Pledge-Stufen liefern wir das Spiel persönlich ab" reicht zum Glück nicht aus.

bolle 17 Shapeshifter - 7615 - 5. Dezember 2012 - 17:53 #

Midlife Crisis würd ich nicht sagen, vielmehr merken die Leute dass es mehr braucht als eine Idee um ein Projekt zu machen und sind entsprechend zögerlich.

Ich würde sagen Kickstarter ist gerade im Erwachsenenalter angekommen, nach den jugendlichen Exzessen ;)

Michl Popichl 24 Trolljäger - 51062 - 6. Dezember 2012 - 7:39 #

genau so sehe ich das auch, man hat gemerkt das nicht jeder kickstart funktioniert und die leute werden vorsichtiger wem und wofür sie ihr geld geben.

volcatius (unregistriert) 5. Dezember 2012 - 18:10 #

Das Budget von potenziellen Kunden ist nun mal endlich. Ich habe in diesem Jahr mehrere hundert Dollar auf Kickstarter ausgegeben (auch für viel überflüssigen Nippes), für die PS3 oder GOG auch noch ein bisschen. Dadurch fallen inzwischen KS-Projekte der Kategorie "Ganz nett, aber unausgereift/amateuerhaft/unbestimmt" einfach raus, für andere bleiben nur noch 20 Dollar für das Basissspiel.

Spender dürften auch wählerischer geworden zu sein, und das ist vollkommen gerechtfertigt. Immerhin finanzieren sie ein Spiel, geben einen Vertrauensvorschuss und tragen auch das Risiko eines Totalverlustes.
Shaker und Thorvalla sind zu Recht gescheitert - relativ hohe verlangte Summe, wenig Enthusiasmus, wenig Material, kein Team, keine finanziellen Reserven.

DocRock 13 Koop-Gamer - 1317 - 5. Dezember 2012 - 18:34 #

Ich zahle für Spiele, auf die ich mich nach der Ankündigung wirklich freue und die ein schlüssiges Konzept bieten. Thorvalla, Dizzy Returns (was auch immer das ist) etc gehören nun mal nicht. Die 10-20 Euro pro Unterstützung zahl ich gerne für Fortsetzungen von Wing Commander, Planescape Torment und Wasteland. Das die Spielentheoretisch gar nicht rauskommen könnten, finde ich ein vergleichbar geringes Risiko im Hinblick auf die Chance sie in den Händen zu halten.

Die paae Euro sind es mir wert, wenn ich dafür mal was anderes sehe als free2play, Fifa 45 und WiiSports die 28.

Inso 15 Kenner - P - 3786 - 5. Dezember 2012 - 19:03 #

"[...]sollen mehr und mehr private Investoren davor zurückscheuen, ihr Geld Projekten anzuvertrauen, bei denen auch nur der geringste Zweifel am Erfolg besteht. Und bevor sie sich dessen bewusst werden, verschreiben die „Backer“ sich demselben kommerziellen Scheuklappendenken der etablierten Entwickler, denen sie als selbsternannte Freidenker eigentlich entfliehen wollten."

Moooooooment!

Der Publisher verdient an hohen Verkaufszahlen. Der Backer will nen Spiel(konzept) das ihn interessiert.
Star Citizen, Shadowrun, Double Fine Adventure, Wasteland.. primär bietet doch eine (frühere) Größe der Branche eine (geistige) Fortsetzung einer Spielereihe an. Eine Person, der man durchaus zutrauen kann das er auch dazu fähig ist.
Jetzt hinzugehn und den Backern vorzuwerfen das sie nicht wild jede Idee mit Geld zuschütten ist ja wohl mehr als dreist.
Klar will der Backer hinterher ein Spiel für sein Geld sehen.
Klar gibt man nicht jedem Hampel sein Geld.
Klar muss die Idee auch so gut sein, das ich schon vom Konzept überzeugt bin.
Klar muss gerade bei Fortsetzungen, das Ur-Spiel so gut gewesen sein, das man sich auch nach Jahren noch für eine Fortsetzung interessiert.
Wo ist denn bitte das Problem das man bei Kickstarter wirklich nur Backt was man später auch spielen will? Und wo bleibt bitte die Motivation, wirklich gute Ideen vorzustellen, wenn jeder Mist finanziert würde? Wo man damit zum kapitalistischen Blutsauger mutiert sein soll ist mir schleierhaft..

Das im Nachhinein Leute hergehen und meinen sie hätten jetzt das volle Mitspracherecht - hallo Gamasutra, neu in der Branche?!? Schaut doch mal in´s Mass Effect 3 Forum, oder in nen MMO-Forum, oder auch bei normalen Spielen in´s Forum. Das jetzt von 50.000 Backern nen paar dutzend Idioten meinen sie hätten sonswas zu sagen ist ja wohl keine Überraschung. Zumal man auch zugeben muss, das die meisten Projekte ganz klar mit Mitspracherecht werben.

Schlussendlich hat der Kickstarter-Entwickler doch zwei glasklare Vorteile:
1. Der Entwickler hat unser Geld schon. Ob die Leute jetzt im Forum heulen oder nicht, eins könenn sie nicht: den Geldhahn zudrehen. Bedeutet auch, er kann seine Ideen theoretisch voll umsetzen, ohne das jemand vertraglich Mitspracherecht hat, ganz im gegensatz zum Publishervertrag.
2. das Projekt ist vom ersten Tag an bei Einhaltung des Budgets bereits fertig finanziert. Alles was hinterher an Geld fließt geht an den Entwickler, da steckt kein Publisher mehr mit drin der an dem Spiel mitverdienen will. Macht man es wie Star Citizen mit der Ingame-Währung, verdient man hinterher sogar nochmal an denen die das Spiel finanziert haben.

Letztendlich hab ich selten so´n Blödsinn gelesen wie den Artikel..

Name (unregistriert) 5. Dezember 2012 - 19:41 #

Gute Projekte finden auch weiterhin ihre Kundschaft, aber man kann (hoffentlich) auch nicht mehr jeden Mist verticken - und das ist auch gut so (Schröder?)!

Was manche Entwickler auf Kickstarter versuchen ist unseriös bis zum Anschlag; nur merkt's der Backer oftmals nicht, weil er keine Ahnung vom Entwicklungsprozess hat.

Im Idealfall ermöglicht Kickstarter Projekte, die für manchen Publisher aufgrund des Kosten/Nutzen-Verhältnisses unattraktiv sind. In der Realität erlauben sich manche Entwickler aber Freiheiten, die sie bei jedem seriösen Publisher abblitzen lassen würden. Es ist gut, dass solche Projekte scheitern, damit diese unseriösen Praktiken nicht noch belohnt würden.

Wenn man sich's mal etwas genauer ansieht, dann haben viele gescheiterten Projekte ihre ganz speziellen Probleme.

Ein Godus krankt u.a. an Molyneux und seiner Historie. Elite schleicht aufgrund des ignoranten Auftretens von Braben voran. Wer mal Dizzy-Spiele gespielt hat, fragt sich wer das heute noch spielen will.

Von daher finde ich es gut, wenn's nur die Projekte schaffen, die einen auch wirklich begeistern und/oder. professionell aufgezogen sind.

Freylis 20 Gold-Gamer - 21744 - 5. Dezember 2012 - 20:12 #

Stimme voll zu. Es klingt so, als ob bei KS gerade die Spreu vom Weizen getrennt wird. KS wird langsam "erwachsen", wie jemand anders weiter oben korrekt angemerkt hat. Das ist einerseits eine positive Entwicklung, da sich so die "schwarzen Schafe" unter den Entwicklern schneller ausfindig machen lassen - andererseits muss man natuerlich auf der Hut sein, nicht den Idealismus zu verlieren und ein Projekt zu frueh zu verdammen. - Was sich unterm Strich zeigt ist, dass Nostalgie nicht alles ist. Gesundes Marketing, detaillierte und gut-getimete Projektfortentwicklung und Transparanz gegenueber den Backern ist absolut vonnoeten.

Klaus Ohlig 14 Komm-Experte - 2200 - 5. Dezember 2012 - 20:29 #

Wieso wird KS erwachsen? Klingt für mich so, als wäre in der Anfangszeit jedes noch so durchgeknallte Projekt finanziert worden, aber das war doch sicherlich noch nie der Fall. Nur ist inzwischen a) das Interesse der Medien gewachsen und b) fallen auch mal ein paar bekannte Namen, die es in der Anfangsphase auf Kickstarter schlicht nicht gab, mit ihren halbgaren Vorschlägen auf die Nase.

Von erwachsen werden wird man frühestens dann sprechen können, wenn die ersten der gehypten und (über)finanzierten Projekte unter großer Enttäuschung der Geldgeber veröffentlicht oder gar unveröffentlicht eingstampft wurden, und DANN das Publikum neuen gegenüber übervorsichtig wird.

Cohen 16 Übertalent - 4509 - 5. Dezember 2012 - 21:06 #

Sehe ich auch so. Nach dem Double-Fine-Erfolg wurde den Nachfolge-Projekten auch nicht das Geld blind in den Rachen geworfen, wer sein Ziel erreichen wollte, musste dafür auch Einsatz zeigen.

z.B. die sehr unterhaltsame und durchdachte Tex-Murphy-Kampagne. Oder auch Republique, bei dem Logan & Co. trotz anfangs enttäuschender Zuwächse nicht aufgegeben haben, sondern sich richtig ins Zeug gelegt und das Ruder noch herumgerissen haben. Dieser Gamasutra-Artikel ist mMn sehr lesenswert: http://www.gamasutra.com/view/feature/176187/how_camouflaj_saved_rpubliques_.php

CBR 20 Gold-Gamer - P - 20857 - 5. Dezember 2012 - 20:12 #

Nicht Schröder, sondern Wowereit ("Ich bin schwul und das ist auch gut so.")

Freylis 20 Gold-Gamer - 21744 - 5. Dezember 2012 - 20:14 #

LOL - Hi CBR: Kannst du mich als USA-Ansaessigem mal aufklaeren, was mit Schroeder und Wowereit gemeint ist? Ich habe das letzte TV Total verpasst ;-) Danke.

CBR 20 Gold-Gamer - P - 20857 - 5. Dezember 2012 - 20:29 #

Klaus Wowereit (SPD), seinerzeit und immer noch Bürgermeister von Berlin - und nicht Schröder (SPD, ehem. Bundeskanzler) - hat sich mit dem genannten Zitat "geoutet", wie es heißt.
Die Suchmaschine Deines Vertrauen bringt Dir noch nähere Details (youtube-Video etc.).

Freylis 20 Gold-Gamer - 21744 - 5. Dezember 2012 - 20:31 #

Danke :-) - schau mir sofort mal die saftigen Details dazu an...

Name (unregistriert) 5. Dezember 2012 - 22:41 #

Ich sag mal: Vielleicht stammt der Satz ursprünglich vom Provinzpolitiker Wowereit. Ich meine aber, dass der Gerhard ihn in manchen seiner Auftritte genauso verwendet hat.

Farudan 11 Forenversteher - 823 - 5. Dezember 2012 - 22:20 #

Es ist mitnichten so, dass "gute" Projekte immer die nötige Kundschaft finden. Es läuft vielmehr darauf hinaus, dass die Projekte, die gut _scheinen_ und entsprechende Aufmerksamkeit erregen können die Kundschaft finden. Denn effektiv gibt es bei 10minütigen Pitchvideos und maximal ein bis zwei DIN A4 Seiten Projektbeschreibung inklusive Aufdröselung der Reward tiers, Selbstbeschreibungen und Risikoaufklärung kaum die Möglichkeit, das Konzept erschöpfend zu prüfen. Ganz besonders wenn es sich um so komplexe Projekte wie Rollenspiele handelt, wo wesentlich mehr Faktoren als Grafik über die Qualität entscheiden. Da kann vieles nur über Vertrauen laufen, wenn man keine seitenlangen Designdokumente studieren möchte (sofern sie bei Projekterstellung überhaupt existieren).

Wer sich also eine professionelle Aufmachung leisten oder entsprechenden Leumund generieren kann, hat tendenziell bessere Chancen. Bei Spieleprojekten entscheidet beispielsweise sehr oft die Berichterstattung über den Erfolg. Wer außerdem erstmal eine kritische Masse erreicht hat, der gewinnt wesentlich leichter noch mehr Unterstützer, das deckt sich mit psychologischen Studien zum Massenverhalten. Da gewinnt eben nicht zwangsläufig die bessere Idee, sondern die bessere Präsentation, und das ist genau das, was der heutigen Spieleindustrie ebenfalls vorgeworfen wird. Das Marketing / die Verkaufsstrategie entscheidet zunehmend mehr über den Erfolg, auch wenn die Argumentation immer noch anders aussehen muss wie im Publishermodell.

Insofern ist der Gedankengang sicher nicht aus der Luft gegriffen, auch wenn der Rahmen sicher ein ganz anderer ist und der Untergang des Abendlandes noch ein wenig auf sich warten lässt.

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3306 - 6. Dezember 2012 - 8:55 #

Gut auf den Punkt gebracht. Allerdings würde ich nicht sagen, dass Marketing im eigentlichen Sinne ein Muss ist. Aber wie du schon sagst, müssen die Entwickler zumindest ein ausgearbeitetes Konzept vorlegen. Ein „Wir wollen ein ganz tolles Spiel machen, so ähnlich wie dieses und jenes“ reicht da einfach nicht (mehr).

Farudan 11 Forenversteher - 823 - 6. Dezember 2012 - 16:03 #

Vielleicht muss ich das ein wenig ausführen. Marketing ist in der klassischen Wirtschaftslehre alles, was sich mit der Vermarktung eines Produkts beschäftigt. Es beschränkt sich nicht auf Anzeigenschaltung in der Presse und Lachs-Häppchen für Journalisten, auch wenn Kritiker das immer gerne darauf reduzieren wollen. Marketing ist bereits, sich eine Geschichte zum Produkt zu überlegen. Bei PE war es eindeutig: "Die Infinity-Spiele waren sooooo toll. Leider gibt es keine solchen Spiele mehr. Findet ihr das nicht auch schade?" Da wird bereits in der Botschaft auf einen offensichtlichen Mangel aufmerksam gemacht, den es zu beheben gilt, und wer liefert das passende Produkt? Das ganze wird dann noch ausgeschmückt mit plastischen, nachvollziehbaren Beispielen, wie dutzende Publisher schon gefragt wurden und immer wieder abgelehnt haben, usw. Dazu ein Trailer, der reines Namedropping betrieb, mit Emotionen argumentiert hat statt mit Fakten oder konkreten Plänen.

Da wurde nicht darüber gesprochen, warum es für die Firma wichtig wäre, ein neues Produkt zu entwickeln. Dass es 100 Angestellte gibt, die ihre Familien versorgen müssen, und dass Obsidian erst vor kurzem Leute rausschmeißen musste, weil ihnen ein Auftrag gecancelt wurde, dass ihr derzeit einziger Publisher-Partner THQ auch quasi am Abnippeln ist, die Zukunft für weitere Auftragsarbeiten ungewiss ist, usw. Das interessiert nämlich niemanden, dafür spendet niemand Geld. Es wurde also folgerichtig mit dem argumentiert, was die potentielle Käuferschaft interessiert. Und auch im Laufe der Kampagne wurden immer weiter Dinge hinterhergeschoben, durch die man sich mehr Unterstützer erhoffte, die diese Zusatzinvestitionen wieder reamortisieren. Lediglich an einer Stelle wurde ein persönliches ökonomisches Interesse zugegeben: Die Entwicklung einer eigenen IP, über die man volle kreative aber auch wirtschaftliche Kontrolle hat.

Auch die ganze Kommunikation von Obsidian war sehr zielgerichtet, ging immer wieder auf die Wünsche und Anfragen ein. Es wurde ein Dialog gepflegt. Da spricht nicht "das Projekt" für sich, sondern die Präsentation und die Kundenbetreuung, und das ist Teil einer Marketingstrategie, die eben auf größere Offenheit und Kundennähe setzt als beispielsweise beim Publishermodell.

Leya 13 Koop-Gamer - 1246 - 6. Dezember 2012 - 0:12 #

Genau so ist es. Die Kickstarter-Euphorie wird sich bald legen. Spätestens dann, wenn die ersten dick ausgestatteten Projekte nie erscheinen. Dann werden die Backer laut aufschreien, wo jetzt ihr Produkt bleibt. Es gibt schon einen Grund, warum die bösen, bösen Publisher so manche Fantasie-Projekte nicht finanzieren wollen.

Name (unregistriert) 6. Dezember 2012 - 11:24 #

Es kann auch Beides wunderbar nebeneinander existieren.

Zudem geht mir dieses mittlerweile stereotypische Schimpfen auf die Publisher auf die Nerven. Egal, ob ein Entwickler jemals eine berechtigte negative Erfahrung mit einem Publisher gemacht hat, wird in diese Kerbe geschlagen und was bei einem Brian Fargo sehr wohl seine Berechtigung hat, klingt bei so einigen Indies einfach nur noch abgedroschen.

Qualitativ bin ich von Kickstarter bisher gut bedient worden, siehe FTL und Resonance. Einzig, die Idee, dass man ein Spiel auch günstiger bekommt, ist eher eine Illusion, besonders bei Titeln, die's bei Release schwer haben werden.

Gray Mouser (unregistriert) 5. Dezember 2012 - 20:22 #

Die Projekte die nicht durchkamen, waren einfach schlecht aufgezogen. Das hat nichts mit der Natur von Kickstarter an sich zu tun. So früh in der Lebensspanne des Crowdfunding für Spiele von einer "Midlife"-Crisis zu sprechen, oder mit ausgestrecktem Zeigefinger "Ich hab's ja gesagt" zu rufen und Bilanz ziehen zu wollen, halte ich überdies für ausgemachten Blödsinn.

Den 6, im Artikel genannten, Punkten stimme ich ansonsten aber zu. Die erscheinen mir aber auch selbstverständlich, für jede Art der Spieleentwicklung. Also nichts was man erst durch Kickstarter lernen musste.

Karsten Scholz Freier Redakteur - P - 11935 - 5. Dezember 2012 - 20:42 #

Der Hype um Kickstarter und Co. wird sich irgendwann zwangsläufig einpendeln. 2012 war halt das Jahr, in dem Entwickler gesehen haben "Da draußen gibt es Privatleute, die Geld vorlegen, wenn denn das Projekt interessant genug ist." 2013 wird das Jahr, in dem wir Privatleute sehen, dass neben der einen oder anderen Perle auch sehr mittelprächtige und gerade für Fans enttäuschende Spiele durch unser Geld entwickelt werden. Ein paar dieser Projekte werden vielleicht sogar noch nicht mal fertig gestellt, weil das Entwickler-Team sich auflöst, die Kosten doch höher sind als geplant oder andere Katastrophen eintreten.

Letztlich wird es 2013+ dann unsere auf den Boden der Tatsachen zurückgeholte Einstellung zu Kickstarter sein, die den Markt in diesem Bereich reguliert. (Und mit "unsere" meine ich uns Gamer allgemein. Quasi das Mittelmaß, das sowohl die Leute unter uns wiederspiegelt, die bereits ein Dutzend und mehr Projekte finanzieren, aber genauso auch die Skeptischen, die ihre Kreditkarte noch nicht einmal gezückt haben.)

Kith (unregistriert) 5. Dezember 2012 - 21:55 #

Seh ich ähnlich, die ganzen finanzierten Projekte die womöglich gut klangen und hundertausende, wenn nicht Millionen Dollar in die Kassen gespült haben, müssen 2013 auch mal "liefern". Spontan fällt mir (bei Games) in diesem Jahr nur Giana Sisters: Twisted Dreams ein, dass auch wirklich nach einer erfolgreichen Finanzierung erschienen ist - und im Großen und Ganzen den Erwartungen gerecht wurde.

Skeptiker (unregistriert) 5. Dezember 2012 - 22:03 #

Ich schaffe es zeitlich gar nicht mehr, auf Kickstarter
zu stöbern.

Daher erfahre ich nur noch von
Leuchtturmprojekten, die es schaffen, irgendwo als Titel-Story
gelistet zu werden.

Cat Toaster (unregistriert) 5. Dezember 2012 - 22:47 #

Es ist ja wohl auch so, dass die "Kickstarter-Projekte" erst mal was liefern müssen. Hier konkurrieren VIELLEICHT erscheinende Projekte mit einem Markt der parallel mehr oder weniger fertige Produkte in den Handel drückt die man sicher und sofort bekommen kann und die "Gamer" können ihr Geld auch nur einmal ausgeben.

Ich habe über 250 Dollar in Star Citizen gesteckt weil da Herzblut und Nostalgie drinstecken und Herr Roberts einfach eine Kampagne gestemmt hat die dem epischen Ausmaß seiner Spiele in wirklich nichts nachstehen. Der Mann hat ein Oldschool-Konzept was ein Jahrzehnt lang keiner mehr nennenswert umgesetzt hat, eine Highend-Engine und eine Techdemo mit samt Teaser-Trailer und Bombast-Soundtrack Online gestellt der jedem Fan den Sabber aus dem Mund tropfen lässt. Dennoch besteht eine Chance dass auch das Projekt scheitert und die Kohle weg ist, shit happens. Aber es wird immer ein Paradebeispiel dafür sein wie man es erfolgreich anstellt erfolgreich an das Geld der Backer zu kommen. Allein der "Eventcharakter" bis hierhin hatte einen Unterhaltungswert der mich schon entschädigt hat. Sieben Millionen Dollar sind am Wochenende drin!

Kickstarter ist eine tolle Plattform und in jedem Fall ein Gewinn. Kickstarter setzt aber auch nicht das Prinzip "Angebot und Nachfrage" außer Kraft. Auch Kickstarter ist nur ein Marktplatz. Ende der Geschichte. Ist daran irgendwas neu?

Ganz sicher gibt es eine Menge Backer die sich weder eines Risikos bewusst sind noch der Tatsache, dass Sie für ihre paar Kröten KEINEN inhaltlichen Einfluss nehmen können. Der Künstler stellt eine Vision möglichst detailliert vor, ich entscheide ob ich sie unterstütze mit dem Risiko das gar nichts oder etwas rauskommt was ich nicht mag oder das "Versprechen" nicht eingehalten werden konnten. Es handelt sich immerhin um Softwareentwicklung. Das nicht alles nach Plan läuft ist nicht nur möglich, sondern höchstwahrscheinlich, genau wie bei jedem "Publisher-Projekt" auch. Ich kann vorher kein Dutzend "Tests" lesen um meine gigantische "Invesition" 50fach abzusichern. Sicher wird es Künstler geben die eines Tages einen Publisher herbeisehnen, weil sie dort nur mit einer handvoll von Idioten zu tun haben statt mit Hunderten/Tausenden. Es wird Erfolge geben und Misserfolge und furchtbar viel Durschnitt, wie im gesamtem Rest des Lebens auch!

Das Leute für die Geld etwas gilt auch ein Interesse haben zu sehen was damit passiert ist bei Backern nicht anders als bei Publishern? Ui, ist aber echt überraschend. Vielleicht muss man das durch KcKinsey und PWC erst noch mal überprüfen lassen, sonst kann ich das nicht glauben.

Freylis 20 Gold-Gamer - 21744 - 5. Dezember 2012 - 23:06 #

Ich finde es Klasse, dass du $250.00 fuer Star Citizen investiert hast - und dass du dabei ganz realistisch bleibst, und nicht den Anspruch erhebst, dass die Entwickler sich nur nach deinen Wuenschen richten koennen. Damit gehoerst du in die Sparte der "guten" Backer, von Idealismus angetrieben, aber mit realistischem Einblick in den Prozess. Das Problem sind scheinbar die Backer, die von falschen Erwartungen angetrieben werden. Das gleiche gilt natuerlich auch von KS-Entwicklern, die leere Versprechungen machen oder faules PR/Marketing/Management betreiben (und so zu recht ihre Backer verlieren)
Ich ziehe ganz ehrlich meinen Hut vor dir. Ich bin selbst drauf und dran, Elite-Dangerous zu unterstuetzen. Braben verdient das ganz einfach, und seine Kampagne ist scheinbar auch auf bestem Wege. Wenn das Spiel auch nur halb so viel an den Tisch bringt wie versprochen, wird es ein Knaller!

Ditze 13 Koop-Gamer - 1259 - 5. Dezember 2012 - 23:40 #

Ich finde man muss der ganzen Sache auch ein wenig Zeit geben. Vor einem halben Jahr war für mich ein Kickstarter noch ein Fußhebel am Roller. Ich denke mal Ende 2013 kann man sich vieleicht ein Urteil bilden. Und das sich Projekte entwickeln, die viele Menschen ansprechen, liegt doch in der Natur der Sache.

firstdeathmaker 17 Shapeshifter - P - 6818 - 6. Dezember 2012 - 0:43 #

Mal wieder hoffnungslos übertrieben. Nur weil gerade ein paar Projekte gefloppt sind für die sich einfach keiner interessiert hat und die einfach nicht überzeugen... So ist es halt. Sorry, aber ein Spielkonzept muss mich halt überzeugen. Kickstarter fördert Nischengames (der sog. long tail). Aber Games für die einfach kaum jemand Interesse über hat...

Jedenfalls von 2 Projekten direkt auf eine Midlifecrysis zu schließen ist mal wieder typisch Medienbranche, da wird hoffnungslos überinterpretiert.

Captain Placeholder (unregistriert) 6. Dezember 2012 - 0:48 #

Ich bin eigentlich sogar eher der gegenteiligen Meinung. Dadurch, dass unseriöse und halbgare Projekte von der Kickstarter-Community nicht unterstützt werden, während gute Projekte oft ein Vielfaches des gewünschten Betrages erreichen, scheint sich das Finanzierungsmodell für Spiele als langfristig tragfähig zu erweisen.

Kith (unregistriert) 6. Dezember 2012 - 1:09 #

Also dadurch das halbgare und unseriöse Projekte wie die OUYA unterstützt werden, haben die guten und weniger bekannten Projekte ... MOOOOMENT!

Captain Placeholder (unregistriert) 7. Dezember 2012 - 13:50 #

Und OUYA ist ein Spiel?

Makariel 19 Megatalent - P - 14072 - 6. Dezember 2012 - 1:30 #

Pffft, ich werf nicht gern mit Ausdrücken wie "Bild-Zeitungs-Niveau" rum aber das ist schon ziemlich reißerisch geschrieben. Der Kickstarter von Brenda Brathwaite und Tom Hall war schlicht und ergreifend schlecht. Sie zeigten absolut _nichts_ konkretes, haben nur wieder und wieder "oldschool RPG" gebrabbelt in der Hoffnung das reicht um Geldtaschen zu öffnen. Das ist bislang das einzige Kickstarter Video das ich vor Ende abgebrochen hab, weil mir das Geschwurbel auf die Nerven ging.

Zuvor ist auch Pitfall-Erfinder David Crane ziemlich eingefahren und musste lernen das auf Nostalgie zu pochen allein nicht ausreicht. Ich glaub die Leute die auf Kickstarter unterwegs sind und Projekte backen (oder eben nicht) sind cleverer als Gamasutra ihnen zutraut. Ausnahmen bestätigen wie üblich die Regel, ich versteh nach wie vor nicht wie Ouya Millionen einsacken konnte.

Ich seh Kickstarter auch nicht als "pre-order-Plattform", sondern bin mir voll bewusst das jedes Projekt in das ich einzahle genausogut im Sand versinken könnte.

Kith (unregistriert) 6. Dezember 2012 - 2:01 #

"Ich seh Kickstarter auch nicht als "pre-order-Plattform", sondern bin mir voll bewusst das jedes Projekt in das ich einzahle genausogut im Sand versinken könnte." und wird. 2013 will show, ich denke viele Versprechen die mit halb-bis-geilen Artworks oder Videos präsentiert wurden, waren den meisten 10-20$ wert, und ... nunja, 2013 wird sich einfach zeigen, was aus der ganzen kohle geworden ist.

1000dinge 15 Kenner - P - 3024 - 6. Dezember 2012 - 12:39 #

Da gebe ich dir recht, auch ich bin gespannt, was aus den ganzen Projekten wird. Ich sehe es als Risikokapital und "investiere" keine großen Beträge.

Ich unterstütze die Idee, hoffe das Beste und warte auf 2013.

Bumblebee. Game Designer - 878 - 6. Dezember 2012 - 2:34 #

Na, dann haben wir ja alles richtig gemacht – engagiert, mit Herzblut und aus Leidenschaft, ohne die kommerziellen Interessen in den Vordergrund zu stellen. Days of Dawn ist ein Projekt aus Liebe zum RPG. Dann sollte ja alles gutgehen ;)
Schaut mal rein: http://www.kickstarter.com/projects/bumblebee/days-of-dawn
Ich danke euch. Wäre toll, wenn nicht jeder das Vertrauen in KS verloren hätte. Für uns Indies, die nicht einfach nur die nächste Free2Play-Monetarisierungs-Eintagsfliege ausbrüten wollen, sondern vielleicht auch mal ein auf dem Markt weniger erfolgversprechendes Projekt realisieren wollen, ist das eine wichtige Plattform.
Danke euch!

Andi Amo 10 Kommunikator - 511 - 6. Dezember 2012 - 9:52 #

Ein großer Teil, das CF ausmacht, sind die Rewards und dass man, mehr oder weniger, mit den Entwicklern kommuniziert und nicht mit irgendwelchen Publisher-PR-Leuten dazwischen. Man ist direkt dabei und (gefühlt) sehr nahe dran am Enstehungsprozess.

Echomann 08 Versteher - 172 - 6. Dezember 2012 - 10:21 #

Aufgrund von ein paar Screenshots oder einem kurzen Video bin ich nicht bereit mein begrenztes Gehalt zu opfern. Erst bei Start Citizen juckte es mir in den Fingern... Dennoch ist mir das Risiko, dass schlussendlich alles im Sande verläuft schlicht zu groß.
Ich bin da dem ein oder anderem sicher etwas zu konservativ. Aber mit dem Gedanken zunähst überhaupt keinen greifbaren Gegenwert für Geld zu erhalten, kann ich mich(noch nicht) nicht anfreunden.

1000dinge 15 Kenner - P - 3024 - 6. Dezember 2012 - 12:36 #

Quatsch! Ich bin gerne der Risikokapitalgeber über Kickstarter, das Investment ist ja überschaubar.

ABER nur wenn die Entwickler greifbare Info zu Ihrem Projekt haben und ein brauchbares Konzept bieten (und erklären können). In EXAKT diesen Punkten haben Brenda Brathwaite und Tom Hall (und einige Andere) versagt. Verwirrendes Zwei-Spiele-Konzept, keine wirklich aussagekräftigen Details, keine Screenshots. Es geht halt nicht immer nur mit Namen und altem Ruhm.

Wobei: bei "Project Eternity" hat mich die durchgestylte, lang vorgeplante PR fast davon abgehalten Geld einzuwerfen. Bescheuert, aber so war es :-)

Farudan 11 Forenversteher - 823 - 6. Dezember 2012 - 15:40 #

Da warst du aber in der Minderheit, denn es ist trotzdem das erfolgreichste Kickstarter-Spieleprojekt. Demnach scheint "die Masse" anders herum zu ticken. Und genau darum geht es, denke ich. PE ist nur das jüngste und beste Beispiel, wie akribische Vorbereitung und professionelles Marketing den Erfolg bestimmen. Konnte man bereits bei Brian Fargo sehen und eigentlich auch bei Double Fine, denn deren Erfolg war zwar sicher überraschend, aber die Aufmachung war sehr professionelle, das Pitch-Video sehr schön inszeniert und nicht nur am Schreibtisch bei der Arbeit abgefilmt, etc.

thoreandon 10 Kommunikator - 433 - 6. Dezember 2012 - 17:54 #

Ich denke die Zeit ist vorbei in denen man mit einem unscharfen Video und irgendwelchen Versprechungen die Millionen hinterher geworfen bekam.

Wer jetzt ein KS Projekt macht muss sehr viel Zeit und Aufwand in seine 'Bewerbung' stecken, siehe Star Citizen.

Und ich denke das ist auch gut so den so trennt man die Spreu vom Weizen.
Wer nicht in der Lage ist die Disziplin aufzubringen eine anständige Beschreibung und erste Demos seines Projektes zu zeigen wird das Projekt möglicherweise nie zustande bekommen.

Die Projekte die zukünftig in KS zu seien sein werden müssen mehr bieten als Nostalgie und Worthülsen.

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