AMD: 25% Umsatzrückgang // 15% der Mitarbeiter müssen gehen

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19. Oktober 2012 - 20:57 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert

Intel-Konkurrent AMD hat nach der Umsatzwarnung letzte Woche nun die Zahlen für das dritte Quartal bekannt gegeben. Selbst die Analysten, die vorher noch 20% Umsatzrückgang vorausgesagt haben, waren überrascht, dass der Umsatz sogar um 25% auf 1,269 Milliarden Dollar zurückgegangen ist. Es ist ein Verlust von 157 Millionen US-Dollar zu verzeichnen, im Gegensatz zum Vorjahresgewinn von 97 Millionen.

Bei den Prozessoren wurde ein Rückgang von 28% gemeldet . Allein in diesem Segment ist ein Verlust von 114 Millionen Dollar zu verzeichnen. Aber auch die Grafiksparte hat Federn lassen müssen: Im Gegensatz zum Vorquartal musste man einen Umsatzrückgang von 403 auf 342 Millionen Dollar hinnehmen. Aber es wurde dennoch ein Gewinn von 18 Millionen erwirtschaftet.

Diese schlechten Zahlen haben nun zur Folge, dass 15% der Arbeiter, circa 1.700, ihren Arbeitsplatz räumen müssen. Laut Gerüchten (siehe Link) soll die Grafikabteilung viele Arbeitsplätze verlieren. Damit sollen im Jahr 2013 über 190 Millionen Dollar eingespart werden. Die Aussichten für das 4. Quartal fallen ebenso erschreckend aus. Man schätzt nochmals einen Rückgang von 5-13 %. Dabei hatte AMD erst vor einem Jahr über 1500 Mitarbeiter entlassen. Vor 3 Jahren hatte der Konzern noch 15.000 Mitarbeiter. Nach den Abgängen hat die Firma nun circa 10.000 Beschäftigte.

Name (unregistriert) 19. Oktober 2012 - 21:08 #

mh.. und google. und ms..

Mclane 18 Doppel-Voter - P - 11871 - 19. Oktober 2012 - 21:41 #

Ich kann mir kaum vorstellen, dass die ausgedünnte Grafikabteilung dabei hilft die Produkte zu verbessern und den Umsatz anzukurbeln. Aber Entlassungen sind ja inzwischen die Standartantwort auf jedes Problem.

Alex Althoff 20 Gold-Gamer - 20726 - 19. Oktober 2012 - 21:52 #

Grade da wo man Gewinn macht, werden die Leute entlassen. Und wenn man bedenkt das ca 1/3 in den letzten 3 Jahren gekündigt wurden...AMD Prozessoren kann man atm wirklich nicht empfehlen. Zu langsam, zu hoher Verbrauch. AMD Grafikkarten sehen da schon weng besser aus aber es wird von 10 Karten 9 mal zu Nvidia gegriffen. Die Games sind oft für diese Karten besser optimiert, PhysX, Cuda...und AMD gibt schon für die next Gen an Grafikkarten grad mal ein Plus von 15 % aus. Nvidia will hingegen nen komplett neuen Chip bringen mit über 40 % Leistungsschub... wie will AMD dagegen ankämpfen? Dazu kommt das Intel nun die Fühler nach den AMD Grafikleuten ausstreckt. Sind ja ehemalige ATI Leute. Die könnten nun helfen das die Haswell on Chip Grafik nen Schub bekommt und damit fällt die letzte AMD Überlegenheit im APU Sektor (der ja noch Gewinn bringt). Selbst wenn ich nun meine Intel + Nvidia Fanbrille absetz...gut siehts nicht für AMD aus!

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29501 - 19. Oktober 2012 - 21:56 #

Öhhm, nein. Nvidia will keinen neuen Chip bringen sondern den bisher zurückgehaltenen Vollausbau von Kepler. Das mit den 15% verwechselst du zudem mit dem CPU-Markt - die 15% Mehrleistung soll Piledriver gegenüber Bulldozer bringen (und schafft es nicht einmal).

Haswell ist bereits komplett designt, selbst wenn das jetzt noch AMD/ATI-Leute zustoßen werden die nichts mehr ändern können.

Alex Althoff 20 Gold-Gamer - 20726 - 19. Oktober 2012 - 21:58 #

Ne meinte die Sea Islands:
http://www.computerbase.de/news/2012-10/legt-amds-sea-islands-gpu-nur-um-15-prozent-zu/

Deathproof 14 Komm-Experte - 1985 - 20. Oktober 2012 - 20:27 #

Vielleicht gab es aber auch bei der übernahme von ATI eine Klausel das für einige Zeit keine ATI Mitarbeiter entlassen durfte und sie behalten mußte.
Meistens werden bei einer Fusion ja leute entlassen weil es viele Abteilungen doppelt gibt.
Es ist zwar nicht gut für die Mitarbeiter, kann sich aber auch wieder ändern wenn es AMD besser geht.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29501 - 19. Oktober 2012 - 21:53 #

Wenns wirklich die Grafikabteilung trifft, dann wäre das wohl ein typischer "Berater-Kahlschlag". Sorry, was ich von McKinsey und co bisher mitbekommen habe ist nicht wirklich positiv: "Oh, das Unternehmen macht große Verluste im CPU-Bereich und geringe Gewinne bei den GPUs. Mitarbeiter entlassen, sofort, um den Börsenkurs zu stabilisieren! Hmm, im GPU-Bereich, die sind ja noch gut aufgestellt, die CPU-Leute müssen sich ja noch berappeln!". Mag sich auf einer Excel-Tabelle sinnvoll darstellen lassen ist aber in der Realität absoluter Irrsinn.

(Disclaimer: Jaaa, die automatisierten Prozesse zur Herstellung neuer Chips sind wirklich toll. Auf dem Papier überzeugen die jeden BWLer im zweiten Semester. Supi! Aber schaut euch mal an, was Apple in Handarbeit aus dem A5 gemacht hat - der A6 ist ausnahmweise nicht durch diese tolle Printout-Tools gelaufen und eben WEGEN der Intelligenz zahlreicher Ingenieure so effektiv. Das könnte AMD auch, wenn sie nicht dauernd Leute in den relevanten Sparten entlassen würden. Rory Read, hörst du das? Du kommst doch aus dem Segment. Nimm dir das zu Herzen und schmeiß die Deppen von den Consultingfirmen wieder raus. Kostet nur Geld und das hast du nicht.)

Alex Althoff 20 Gold-Gamer - 20726 - 19. Oktober 2012 - 22:04 #

Muss dir zustimmen. Du macht deine Arbeit Top, bist auf einen Level mit Nvidia die um einiges mehr in die Forschung stecken können und machst in dem Quartal Gewinn - und wirst gekündigt??? WTFX? Diese ganzen BWL Leute lernen heutzutage anscheinend nicht wie man ein Unternehmen führt sondern gegen die Wand fährt. Ich muss (als Nürnberger) immer wieder Quelle als Beispiel nehmen. Da wird das Unternehmen gegen die Wand gefahren, 20.000 Leute entlassen und... der Manager bekommt noch Abfindung in Höhe von 163 Millionen Euro???? Für was? Fürs zerstören einer Firma? Nice... ich red am Montag mit dem Chef ob ich nur noch die Finanzen machen darf, verlange aber nachdem ich den Laden ruiniert habe 60 Millionen (bin ja nicht so) und hab den ersten Titel "Ich hab eine Firma zerstört" (100 Gamerscore) ....

Trax 14 Komm-Experte - 2503 - 20. Oktober 2012 - 6:48 #

Also ich muss gestehen, dass ich seit Juli arge Zweifel habe, dass AMD in seiner Grafikabteilung wirklich noch auf einer Höhe mit Nvidia ist.
Ich habe leider den Fehler gemacht mir einen neuen Laptop mit der AMD Radeon M 7970M geholt und der Zustand der Treiber bzw. der Treibersupport seitens AMD ist eine absolute Frechheit.
Die Karte mag an sich gute Leistungen bringen, aber bis heute warte ich auf einen einigermaßen bugfreien Treiber...
Ich habe mir definitiv vorgenommen: "Vorerst nie wieder AMD kaufen".

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29501 - 20. Oktober 2012 - 7:36 #

Technisch sind sie auf jeden Fall auf einer Höhe, zeitlich sogar etwas voraus (Kepler hat sich doch arg verspätet). Hab mich sehr gewundert, dass sich das nicht positiver auf den Gewinn niedergeschlagen hat.

Treiber sind immer so eine Sache. Die Mobiltreiber sind auf jeden Fall ein anderes Ding als die Desktoptreiber. Vor allem das automatische Umschalten zwischen iGPU und dedizierter GPU ist AMDs Sorgenkind, das macht Optimus deutlich besser. Auf dem Desktop sind die Treiberprobleme mittlerweile aber größtenteils Geschichte, von der grottigen OpenGL-Performance bei AMD einmal abgesehen.

Deathproof 14 Komm-Experte - 1985 - 20. Oktober 2012 - 20:34 #

Bei OpenGL könnten die Konsolen für AMD doch vorreiter werden.
Immerhin werden Spiele für Konsolen entwickelt und dann erst auf andere Systeme geportet.
Die Programmierer werden wohl auch froh sein wenn OpenGL direckt auf 4 Systemen läuft und die anpassungen sich in Grenzen halten.

Aiex 16 Übertalent - 4334 - 20. Oktober 2012 - 7:43 #

Nur weil Manager zuviel Geld bekommen, sind nicht BWLer generell unfähig. Manager machen nichtmal ein Promille aus. Die meisten Unternehmen gehen heute in die Insolvenz, weil die eben keine BWLer fürs Controlling einsetzen.

Roboterpunk 16 Übertalent - P - 4269 - 19. Oktober 2012 - 22:24 #

Ach AMD, seit Jahren bist du Sorgenkind, Übernahmekandidat und Totgesagter. Jetzt, wo die ganze Branche arge Probleme hat (schaut euch mal die Ram-Preise an), mach ich mir aber wirklich Sorgen um dich.

Satyrias83 11 Forenversteher - 809 - 19. Oktober 2012 - 23:27 #

Erstmal ruhig bleiben und sehen, was AMD noch in Zukunft auf die Beine stellt. Nur für Nvidia Fans ist das auch nciht gut wenn AMD schwächelt. Sollte Nvidia stärker Richtung Monopol rücken können im Grafikbereich genauso wie Intel im Prozessorbereich, dann werden die Produkte dort ebenfalls mangels Konkurrenz schlechter werden und teurer, gibt ja eh keine Alternative.

Alex Althoff 20 Gold-Gamer - 20726 - 20. Oktober 2012 - 7:42 #

Ja zerschlagen werden sie nicht. Das würden sie nur werden wenn sie ihr Monopolstellung ausnutzen und zb. fast nicht mehr bezahlbare Ware liefern der wenn Intel AMD kaufen wollte. Da würde dann das Kartellamt eingreifen. Intel könnte es wie MS machen wo man auf iOS, Android und Linux verweist. Also in dem Fall auf ARM zb.

Ich hatte ja mal AMD 9800 XT Grafikkarte (sag nur Doom 3 - leise rieselt der Schnee) denn wieder zu Nvidia und nach dem Athlon Thunderbird 850, 1200 und Athlon XP2400+ (allesamt alles andere als stabile Prozessoren gewesen) bin ich wieder zu Intel (eingebaut, Spiel laufen lassen - nach 45 min noch kein Absturz? 2 Std? 5 Std? - welcome back Intel). Aber selbst als Intel und Nvidia Fanboy ist diese Nachricht schlimm. Erstens: 1700 Leute die vor Weihnachten vor die Tür gesetzt werden ist einfach shice! Dazu kommt das Nvidia und Intel lange Zeit erstmal die Forschung ruhen oder langsamer angehen würden. Wozu der Stress? Easy. Und das wäre für die Entwicklung schädlich.

Aber AMD hatte außer der Zeit des ersten Athlon bis zum Athlon 64 gegen Intel nie ne Chance. Erinnert euch nochmal an die K6 Reihe wo ein AMD mit 133 Mhz langsamer in den Spielen war als ein Pentium 75 (siehe alte PC Player ausgaben von 1995-1998) Seit dem ersten Pentium war AMD nur noch in der Fahrrinne von Intel.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29501 - 20. Oktober 2012 - 8:04 #

Die AMD-CPUs waren durch die Bank weg immer stabile Prozessoren. Abstürze und Instabilitäten gab es NICHT durch die CPUs sondern aufgrund der Chipsätze auf dem Mainboard. VIA und SiS haben sich damals nicht mit Ruhm bekleckert, etwas besser waren AMDs hauseigene Chipsätze.

Übrigens hat AMD beim K6 den gleichen Fehler gemacht wie heute beim Bulldozer: Es gibt in dieser Welt viele Leute, die eine flotte Gleitkommaeinheit schätzen und benötigen. Dem gegenüber stehen Entwickler (die eventuell zu viel Serverluft geschnuppert haben), die Gleitkommaberechnungen für vernachlässigbar halten. Der K6 fiel bei Gleitkommaberechnungen stark zurück und war daher für Spiele nur sehr bedingt brauchbar. Die Bulldozer-Module verfügen zwar über jeweils zwei Integer-Einheiten, müssten sich aber eine Gleitkommaeinheit teilen - für Gamer nicht nachvollziehbar, im Server durchaus praktisch.

Keine Ahnung ob AMD die Bulldozer-Module primär für den Servereinsatz konzipiert hat und schon bei der Entwicklung kein Interesse mehr am Desktop hatte, oder ob AMD auf im Desktopeinsatz bereits auf APUs wie Trinity geschielt hat (wo die GPU die fehlende Gleitkommaleistung erbringen könnte wenn angepasste Software vorhanden ist). Sollte letzteres der Fall sein, hat Mr. Read in seinem Masterplan nur einen Punkt übersehen: Es fehlt, verdammt noch mal, an Software. Schickt ein Heer von Programmierern raus und macht massiv PR für OpenCl - aber hofft nicht darauf, dass die Softwareentwickler das schon irgendwie selbst machen.

Das ist übrigens auch der Grund für meine BWL-Stichelei - auf einer Tabelle mag das Konzept aufgehen, in der Realität tut es das nicht.

Edit: Hmm, das sollte jetzt eine Antwort auf den Beitrag von Alex sein. Seltsam.

Alex Althoff 20 Gold-Gamer - 20726 - 20. Oktober 2012 - 9:44 #

Ich denke das AMD sich einfach übernommen hat. Denen fehlen einfach hinten und vorne das Geld um mit Intel mitzuhalten. Was die an Umsatz haben geht bei Intel für ein Forschungsprojekt evtl. drauf wenn nicht mehr.
die APU sind nicht schlecht. Das sagte ich ja bereits. Warum soll man wenn die Trinity APU rauskommt sich noch ne Grafikkarte unter 150 Euro holen wenn die interne schon so schnell ist? Deswegen meine Befürchtung wegen Nvidia. Intel holt nun die Grafikkartenspezis die gekickt wurden, baut dann eben nach dem Haswell eine sehr stark verbesserte Grafikeinheit rein und in 2 Jahren könnte das so rauskommen. Warum dann noch eine Nvidia unterhalb der 860 (150 Euro Karten) kaufen wenn Intel und AMD bis zu diesen Punkt interne Grafikeinheiten haben? Dann könnte Nvidia nur noch im High End Bereich punkten, Geforce 860 TI und besser, und mit ihren Tegras. Da fällt einiges an Umsatz dann weg. Mag nun schwarzmalerei sein, aber unwahrscheinlich ist es nicht das Intel nun diese Leute einstellt. Grade weil Intel im Bereich der APU noch deutlich hinter AMD ist.

PS: Dennis kannst ja dann in deine Hardware News evtl. einbauen
http://www.gamestar.de/hardware/news/vermischtes/3005959/amd.html
da geht der Weg hin.

Aiex 16 Übertalent - 4334 - 20. Oktober 2012 - 14:09 #

AMD will doch sich mehr dem Markt zuwenden der durch ARM Hersteller besetzt wird, weil sie gegen Intel eh nicht ankommen. Dadurch hätte NVIDIA mit Tegra dann auch ein Problem.

Azzi (unregistriert) 21. Oktober 2012 - 12:37 #

Kein Wunder, Intel hat viel mehr Kohle für Entwicklung und Marketing und halt immer noch einige Exklusivdeals. AMD könnte es helfen wenn die neuen Konsolen tatsächlich auf deren Hardware basieren.

Dazu kommt das man seit dem Athlon64 jede neue CPU in die Tonne treten kann. Intel ist seit dem Core2Duo/Quad und dem Nachfolger I3/5/7 AMD einfach meilenweit vorraus. Selbst aus Preisleistungs-Sicht ist ein Core i5 einfach deutlich attraktiver und das war früher AMDs Steckenpferd.

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