GG-Kurztest: New Little King's Story

PSVita
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Jonas Schramm 11329 EXP - Redakteur,R9,S9,C9,A9
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13. Oktober 2012 - 23:02 — vor 3 Jahren zuletzt aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal. Das Wasserzeichen am unteren Bildschirmrand wird von der PSVita automatisch eingefügt.

Geht es um richtig gute Wii-Spiele, wird ein Titel meist sträflich vernachlässigt: Little King's Story. Der im Jahr 2009 erschienene Titel mischte das aus Pikmin bekannte Kommandieren von Truppen mit dem Aufbau-Aspekt eines Siedler-Spiels, bot zudem ein kleines bisschen RPG und verpackte alles in eine kunterbunte Grafik. Eine gelungene Zusammensetzung, die auch bei den Spielern gut ankam (GG-User-Wertung: 8.2). Ein großes Problem gab es aber: Die alles andere als zufriedenstellenden Verkaufszahlen. Sie trugen wohl auch ihren Teil dazu bei, dass der kleine König seitdem weit und breit nicht mehr gesehen wart. Bis jetzt! Denn seit Ende September ist New Little King's Story für die PSVita erhältlich. Dieses erzählt zwar eine neue Geschichte, verspricht aber weiterhin die gelungene Mischung der Spielelemente.

Eine Party geht schief

König Corobo ist in Feierlaune und hat nicht nur seine Freunde sondern auch die sieben Prinzessinnen der umliegenden Königreiche von Alpoko in sein Schloss eingeladen. Die gute Stimmung wärt aber nicht lange, da plötzlich Dämonen angreifen. Corobo und seine Freunde fliehen in ein sicheren Unterschlupf. Die Prinzessinnen hat es schlimmer erwischt: Sie wurden in ein Koma versetzt und in Lichtsäulen eingesperrt, die von mächtigen Monstern bewacht werden. Als König ist es nun natürlich eure Aufgabe, die Damen zu retten und die bösen Mächte aus Alpoko zu vertreiben. Mit eurer zu Beginn nur aus normalen Bürgern bestehenden „Armee“ streift ihr also durch die Lande und erobert nach und nach euer Königreich zurück.
Eurem Trupp erteilt ihr per Tastendruck Befehle. Hier greifen sie einen Drachen an. 

Automatisches Kleinholz

Am Spielprinzip hat sich, wie bereits erwähnt, nichts verändert. Ihr seht euren Charakter von schräg oben und steuert ihn direkt per Analog-Stick durch die Spielwelt. Trefft ihr auf einen eurer Bürger, fügt ihr ihn per Tasten-Druck zu eurem Trupp hinzu. Er oder sie folgt euch dann auf Schritt und Tritt. Per Touchscreen (oder mit einem weiteren Tastendruck) schickt ihr sie an eine bestimmte Stelle, wo sie die jeweils passende Aktion ausführen. Wollt ihr einen Baumstamm aus dem Weg räumen? Dann lasst sie einfach dorthin laufen und sie fangen an, Kleinholz daraus zu machen. Beordert ihr sie zu einem Loch im Boden, fangen sie an einen Schatz auszugraben und wenn ihr sie zu einem Monster entsendet, werden sie dieses angreifen. Das spielt sich alles so simpel, wie es sich anhört, ist aber mit einer großen Einschränkung verbunden: Jeder Bürger kann nur einen Beruf und damit auch nur eine bestimmte Fähigkeit erlernen. So graben die Standardbürger zwar Schätze aus, werden aber weder einen Baumstamm für euch zerkleinern, noch sind sie sonderlich effektiv im Kampf.

Hier kommt der Ausbau eures Reichs zum Tragen: Im Grunde lässt sich jeder Gegenstand, den ihr auf euren Reisen findet, in Geld ummünzen. Mit diesem errichtet ihr dann unter anderem neue Gebäude, wie eine Kaserne oder eine Werkstatt. Schickt ihr einen eurer Bürger in die Kaserne, wird dieser zu einem Soldaten ausgebildet. Nun kann er besonders gut kämpfen, im Gegenzug aber keine Schätze mehr ausgraben. New Little King's Story erfordert also eine gute Planung, bevor ihr die Welt erkundet. Ihr solltet immer einen ausgewogenen Trupp beisammen haben. Zieht ihr nur mit Soldaten ins Land, werden euch die Kämpfe sehr viel leichter fallen. Gelangt ihr aber eine Anhöhe, seid ihr aufgeschmissen, da dieses Gebiet nur mithilfe einer Treppe zu erreichen ist. Dann müsst ihr erst einmal in eure Stadt zurückzulaufen und einen Bürger zum Handwerker auszubilden, bevor ihr weiter voranschreiten dürft. Euer Charakter teilt übrigens ausschließlich mit seinem Schwert aus. Somit seid ihr zwangsläufig auf die anderen Fähigkeiten der Bürger angewiesen.

Taktische Mehrphasen-Bosskämpfe

Ein taktisches Highlight stellen die Bosskämpfe dar. Die mächtigen Gegner bringen euch immer wieder mit neuen Angriffen aus dem Konzept. Beim Trunkenbold handelt es sich zum Beispiel – wer hätte es gedacht – um einen betrunkenen Riesen, der im ersten Moment noch planlos durch die Gegend torkelt. Wenig später spuckt er (brennender Alkohol...) Feuer auf euch, nur um sich kurz darauf zu übergeben. Zu guter Letzt schläft er für kurze Zeit ein und wird so ein einfaches Ziel für euch und eure Armee. In anderen Fällen wird die Spielmechanik komplett über den Haufen geworfen. Der Kampf gegen den übergewichtigen Süßigkeitennarr Shishkebab ist nichts anderes als eine Partie Pinball, wobei der kugelige Bossgegner den Ball darstellt. Ihr platziert eure Truppen auf dem Spielfeld, sodass Shishkebab von ihnen abprallt und schießt ihn gegen Gegenstände. Dadurch verliert er an Gewicht und wird immer kleiner.
Eine Partie Pinnball gefällig? Bosskämpfe bieten abwechslungsreiche Variationen der Spielmechanik. 

Wuselige Geduldsprobe

New Little King's Story mangelt es an Komfortfunktionen. So wird das Zusammenstellen des Trupps schnell zur Geduldsprobe, da ihr eure Bürger immer persönlich antreffen und zu eurem Trupp hinzufügen müsst. Vereinfachen soll dies ein Balkon, der sich an euren Unterschlupf anbauen lässt. Über diesen beordert ihr Bewohner des gleichen Berufes und später auch individuell zusammengestellte Gruppen vor eure Haustür. Die Bürger müssen dann aber trotzdem noch manuell und einzeln zu eurem Trupp hinzugefügt werden. Die immergleichen Laufwege sind ein anderes Ärgernis. Ihr kehrt immer wieder ins Startgebiet zurück, um Truppen neu auszubilden, euer Reich auszubauen oder die Story weiterzuführen. Dabei durchquert ihr auch immer wieder dieselben Landschaften. Zwar gibt es ein Schnellreisesystem, mit ihr zurück zu eurem Unterschlupf gelangt, den Laufweg in ein neues Gebiet könnt ihr euch aber nicht sparen.

Mängel in der technischen Umsetzung

Dass die PSVita einiges an Hardware-Power beherbergt, würde man bei dem technischen Eindruck, den New Little King's Story hinterlässt, nicht vermuten. Ja, das Spiel bietet eine sehr hübsche und bunte Grafik. Und auch die Spielwelt hält viele unterschiedliche Eindrücke parat, von grünen Wiesen bis zu einer Welt aus Süßigkeiten. Da stört es umso mehr, dass die Frame-Rate alles andere als Konstant ist. Es gilt die einfache Gleichung: Je größer euer Trupp, desto öfter und stärker wird die Bildwiederholrate einbrechen. Stellenweise machen sich auch aufpoppende Objekte bemerkbar. Bei ein, zwei Umgebungsobjekten fällt das vielleicht noch nicht so stark auf. Betretet aber mal das Krankenhaus, wenn es gut mit verwundeten Truppen gefüllt ist. Oder besser ausgedrückt „sein sollte“. Denn es erwarten euch vorerst nur leere Betten, die sich dann nach und nach mit den Charaktermodellen füllen. Einige Textnachrichten oder auch das Startmenü fallen zudem durch ein schlechtes, weil viel zu kleines, Design auf. So sind viele Texte schwerer entziffern, als es nötig wäre. Das stört auch deshalb, weil auf dem Bildschirm der Vita noch einiges an Platz ungenutzt bleibt.

New Little King's Story lässt sich auf Deutsch spielen, wobei die Umsetzung ziemlich unkonstant ausgefallen ist. Die unvertonten Dialoge wurden noch übersetzt, wählt ihr aber einen Bürger für euren Trupp aus, gibt dieser einen englischen (!) One-Liner zum Besten. Am oberen Bildschirmrand verläuft außerdem eine Leiste, in der aktuelle Ereignisse wie in einer Nachrichtensendung entlanglaufen. Sammelt ihr zum Beispiel eine Pflanze auf, steht da die schöne Meldung „Get Pflanze“. Wer auf diese kleinen Ärgernisse verzichten will, der spielt New Little King's Story lieber komplett auf Englisch.
Je größer euer Trupp, desto öfter wird auch die Frame-Rate in die Knie gehen.
Gelungener Elemente-Mix

Wie im Wii-Spiel funktioniert auch in New Little King's Story die Mischung der Spielelemente. Die immerwährende Spirale aus Bauen, Bürger ausbilden, Erkunden und Kämpfen motiviert uns auch im PSVita-Titel. Zumal euch das managen der Truppe, sowie die Kämpfe eine taktische Vorgehensweise abverlangen. Taktik ist auch bei den Bosskämpfen gefragt, in denen ein ums andere mal die Spielmechanik komplett verändert wird.

Letztendlich ist den Entwicklern mit New Little King's Story aber nicht der ganz große Wurf gelungen. Da es sich um ein Spiel für unterwegs handelt, stört der Mangel an Komfortfunktionen. Eine kurze Busfahrt werdet ihr in einigen Fällen nur damit verbringen, euer Bürger mühselig zusammenzusuchen und dann manuell zu eurem Trupp hinzuzufügen. Und auch die ständig gleichen Laufwege nerven mit der Zeit. Aber vor allem in technischer Hinsicht macht das Spiel eine schlechte Figur. Die Frame-Rate ist alles andere als stabil – ein Problem, dass sich mit einem größer werdenden Trupp weiter verstärkt – und immer wieder erscheint das ein oder andere Objekt aus dem Nichts. Einige Menüs sind sehr klein, wodurch sich die Texte schwerer entziffern lassen und die deutsche Übersetzung ist nicht vollständig.

Wer endlich wieder ein neues Little King Story spielen will, der kann aber trotzdem zum PSVita-Spiel greifen. Wenn ihr zu dem großen Kreis der Spieler gehört, die den Quasi-Vorgänger noch nicht ausprobiert haben, dann nehmt aber lieber erst einmal Little King's Story für die Wii!
LittlePolak 13 Koop-Gamer - 1583 - 14. Oktober 2012 - 1:08 #

Danke für den schnellen Test!

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9235 - 14. Oktober 2012 - 7:26 #

Auf Wii hab ich mir den Titel mal ausgeliehen. War seeehr kindlich aufgemacht, hat aber schon Spaß gemacht, jedenfalls einen Nachmittag ^^

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