Arcade-Check: Mark of the Ninja
Teil der Exklusiv-Serie Arcade-Check

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FLOGGER 8926 EXP - 17 Shapeshifter,R9,S3,A8,J10
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14. September 2012 - 11:51 — vor 1 Jahr zuletzt aktualisiert
Üblicherweise erscheinen neue Spiele auf Xbox Live Arcade am Mittwoch. Das wirft schon die Frage auf, warum Mark of the Ninja sang und klanglos an einem Freitag erscheint, an dem Arcade-Fans normalerweise nicht nach Neuigkeiten stöbern. Eigentlich kann es sich doch nicht um einen belanglosen Titel oder einen Fehler des Publishers handeln. Immerhin zeichnet Entwickler Klei Entertainment für das stilsichere Shank verantwortlich – und als Publisher tritt Microsoft Studios auf. Warum es letztlich ein Freitag war, können wir euch nicht beantworten. Eines können wir euch jedoch schon jetzt sagen: Dieser Exklusivtitel hätte eigentlich in die Reihe des Summer of Arcade gehört und hätte ihn deutlich aufgewertet.

Die Tattoos der Hisumi

Es ist Nacht. Eine dunkle Gestalt huscht über eine Hochhausfassade. Schaltet Wächter aus. Dringt in einen gut bewachten Raum ein, in dessen Zentrum sich das Ziel des maskierten Meuchlers befindet. Rauch vernebelt den drei Wachen die Sicht. Sie können nicht verhindern, dass wir einen nach dem anderen ausschalten. Sie haben keine Chance. Wir sind schon nahe am Ziel. Alarm! Schüsse! Doch alles nur geträumt? Nicht ganz: Die Schüsse und der Alarm sind echt. Ora, ein weiblicher Ninja eures Clans, fordert euch auf, ihr zu folgen. Wir sollen ihr helfen, euren Meister zu retten. Beim ersten Erkunden der Situation bemerken wir, dass der Unterschlupf des Hisumi Clans überfallen wurde und viele eurer Freunde dabei auf brutalste Weise getötet wurden. Nachdem ihr Meister Azai befreien konnten, bittet er euch, den Clan zu retten und klärt euch über das Geheimnis eurer Tätowierung auf. Die Tinte verleiht den Trägern der Hisumi besonders geschärfte Sinne, die übernatürlichen Fähigkeiten gleichkommen. Aber für welchen Preis...?


Mit Bambus-Pfeilen lassen sich lästige Lichtquellen beseitigen.

Auf den ersten Blick ist die Verwandtschaft mit Shank nicht von der Hand zu weisen. Doch schon nach wenigen Spielminuten fällt auf, dass die starke Ähnlichkeit nur von oberflächlicher Natur ist. Wo Shank wie ein wilder Rottweiler durch die Reihen geprescht ist, müsst ihr euch hier geschmeidig wie ein Panther heranpirschen, da direkte Konflikte meist schlecht für euch ausgehen. Bei Mark of the Ninja handelt es sich um ein konsequentes Schleichaction-Spiel, dessen Affinität zu Hideo Kojimas Metal Gear-Reihe ganz sicher kein Zufall ist. Obwohl allerhand Inspirationsquellen offensichtlich sind, birgt die Transformation des Prinzips in die 2D-Umgebung jede Menge Potenzial für kreative Ideen – und das beweist Klei auch beeindruckend!

In der Nacht sind alle Ninjas schwarz

Das traditionelle Schwert des Hisumi Clans wird nur gezogen, wenn der Schlag zum sicheren Tod des Opfers führt. Deshalb haltet ihr ständig Ausschau nach Möglichkeiten, die Gegner aus dem Hinterhalt zu attackieren. Hilfreich dabei ist, dass ihr als Ninja berufsbedingt ausschließlich in der Nachtschicht arbeitet. So könnt ihr euch prima durch die Dunkelheit der Nacht bewegen, in der ihr für die Gegner praktisch unsichtbar seid. Nur die Taschenlampen der Patrouillen oder zu lautes Vorgehen können euer schwarzes Versteck enthüllen. In hellen Bereichen gibt es viele Gegenstände oder Einbuchtungen hinter oder in denen ihr auf Knopfdruck Schutz suchen könnt. Nahegelegene Deckungen könnt ihr anvisieren und per Knopfdruck direkt dorthin sausen. Unter anderem sorgt dies für die nötige Ninja-Präzision, um sicher und verdeckt zu arbeiten.


Die Wache ist durch den Gong abgelenkt. Die blaue kreisförmige Linie deutet den Schall an.

Weiterhin helfen euch typische Ninja-Gimmicks bei eurer Aufgabe, die ihr während des Spielverlaufs hinzugewinnt. Von Anfang an seid im Besitz von Bambus-Pfeilen, die einen Gegner zwar nicht verletzten, aber beispielsweise Lichtquellen zerstören können. Wenn ihr die linke Schultertaste haltet, friert ihr die Zeit ein. Das gibt euch die Möglichkeit, eure Ziele genau ins Visier zu nehmen und mit dem Y-Knopf zu markieren. Lasst ihr die Taste los, findet die gewünschte Anzahl von Pfeilen zuverlässig ins Schwarze. Kleine Feuerwerkskörper dienen dazu, die Gegner abzulenken, damit weitere Aktionen möglich sind. Als weiteres unverzichtbares Extra für den Ninja von Welt, darf natürlich der Greifhaken nicht fehlen. Hiermit könnt ihr euch zu Ankerpunkten hochziehen oder lernt später noch hinzu, euch herabzulassen und Kopfüber-Aktionen durchzuführen. Während des Spiels findet ihr nämlich Siegel, die ihr an bestimmten Punkten in neue Extras oder Angriffstechniken umsetzen könnt.

Der Ninjameister bleibt unbemerkt

Das Bewegungsrepertoire eures Ninjas ist ohnehin schon sehr reichhaltig. Neben der Standardpalette wie springen, rennen, klettern, und hangeln, gibt es an vielen Stellen kontextabhängige Bewegungen. So entscheidet ihr, ob ihr euch abseilt oder lieber direkt abspringen wollt; an Kanten umgreift, um von Decke zur Wand zu wechseln und noch einiges mehr. Durch diese Vielfalt räumt euch stets die Chance ein, ohne zu töten durch die Levels zu kommen. Um komplett unbemerkt durch die Levels zu schleichen, braucht ihr jedoch eine Engelsgeduld, jede Menge Fingerspitzengefühl und gutes Timing. An manchen Stellen müsst ihr punktgenau über einen Gegner springen oder wenn ein Hund kommt, im richtigen Moment um eine Kante schlenzen. Letztere bemerken euch natürlich auch in der Dunkelheit. Dank eures Ninja-Instinktes wird der Radius in dem euch der Flohbeutel aufspürt visualisiert. Die Level später nochmal unbemerkt zu durchspielen sorgt für Wiederspielwert und den höchsten Punktebonus. Mark of the Ninja zu meistern, ist jedenfalls eine echte Herausforderung.


Ihr seid ertappt! Für die höchste Punktzahl wird es diesmal nicht reichen.

Um euch das vorsichtige Vorgehen zu erleichtern, werden euch auch gegenwärtige oder geplante Geräusche, mit Kreisen um die Geräuschquelle visualisiert. Eure Spielfigur ist standardmäßig im Schleichgang unterwegs, wobei ihr keinerlei Geräusche erzeugt. Beginnt ihr jedoch schnell zu laufen, erscheint um euren Charakter herum ein großer Kreis, in dessen Radius die Gegner auf euch aufmerksam werden. Bei den Knallern verhält es sich umgekehrt: Genau wie bei den Bambus-Pfeilen friert die Zeit zum Zielen ein und ihr müsst nun darauf achten, dass sich die abzulenkende Person im Schallradius befindet. Des Weiteren gibt es Geräuschquellen, auf denen euer Einfluss eher begrenzt ist. Wenn ihr allzu unvorsichtig herumstapft, kann es passieren, dass ihr im falschen Moment Krähen aufscheucht, deren Geräuschpegel äußerst groß und unberechenbar ist.

Umsicht lohnt

Eine großartige Idee der Entwickler sind die für die Spielfigur unsichtbaren Bereiche hinter Kanten oder Türen. Wenn ihr auf eine Kante zugeht, enthüllt die Sichtlinie des Ninjas den Teil des Levels, der vorher durch diffusen schwarz-grauen Nebel verhüllt ist. Wenn ihr nah an Türen herangeht, könnt ihr dank eures übersinnlichen Gespürs sehen, was sich dahinter verbirgt. Wenn sich Gegner im Raum befinden und das Sichtfeld beim Wegbewegen wieder ausgeblendet wird, seht ihr noch für eine Weile die Aura der Person. So könnt ihr noch einen Moment abschätzen, wo sie sich befindet. Werdet ihr ertappt, kommt ähnlich wie bei Metal Gear ein kurzer Warnton und sämtliche Wachen verfolgen euch. Dann macht ihr euch am besten so schnell es geht aus dem Staub, bevor ihr von den Kugeln der Gegner durchsiebt werdet – das geht schneller als ihr Schatten sagen könnt. Erst wenn ihr ungesehen in ein sicheres Versteck gefunden habt, beruhigt sich die Lage wieder nach einigen Sekunden. Die stetig ansteigende Lernkurve durch neue Gegnertypen und Gegebenheiten sorgt für immer kniffligere Zwickmühlen. Besonders kompliziert sind die optionalen Rätsel-Levels, die mit kleinen Belohnungen aufwarten.

Fazit: Äußerst erfrischendes 2D-Gameplay

Mark of the Ninja ist nahezu perfekt inszeniert und transportiert wie kein anderes Spiel solch eine gelungene Ninja-Atmosphäre. Insbesondere die großartige musikalische Untermalung sorgt dafür, dass immer die passende Stimmung vorherrscht. Klei Entertainment beweist eindrucksvoll, dass auch im 2D-Genre noch jede Menge Potenzial steckt, wenn eine Thematik sorgfältig analysiert und konsequent umsetzt wird. Das Spiel ist definitiv die Arcade-Überraschung des Jahres, insbesondere, da der Titel nicht im Rahmen einer Sonderaktion erschienen ist. Wenn ihr nichts gegen "schleichende" Action habt oder gar eine Rauchallergie, können wir nur dazu raten die 1200 Microsoft-Punkte zu investieren. Zumal auch der Wiederspielwert durch die verschiedenen Herangehensweisen besonders hoch ist.
  • Preis am 14.9.2012: 1200 Microsoft-Punkte (entspricht zirka 15 Euro)
  • 1 Spieler
  • Schleich-Action
  • Für erfahrene Spieler bis Profis geeignet
  • Shanks ungleicher Zwillingsbruder

Video:

Oynox Slider 14 Komm-Experte - 2108 - 9. September 2012 - 0:14 #

Arcade Game des Jahres!

McGressive 19 Megatalent - 13786 - 14. September 2012 - 11:52 #

Absolut geniales Spiel!! 3 Daumen nach oben! :)

Kam für mich auch völlig überraschend, aber die 15€ ist es wirklich mehr als wert.
Wer sich über die Neuausrichtung eines Splinter Cells ärgert, sollte sich dieses Spiel definitiv anschauen; mehr Schleichen geht nicht. ;)

Wenn es einen guten Grund gibt, der für die Xbox360 spricht, dann ist es in meinen Augen ganz klar XBLA. Allein dafür haben sich die 150 Tacken schon gelohnt. Besitze dafür mittlerweile sogar mehr Arcade-Games als Retails. ^^

Alex Althoff 20 Gold-Gamer - 20734 - 14. September 2012 - 11:42 #

Nix mehr exklusiv!!!

http://www.pcgames.de/Steam-Software-69900/News/Mark-of-the-Ninja-Stealth-Game-erscheint-wohl-auf-PC-1024395/

kommt für Steam!!!

McGressive 19 Megatalent - 13786 - 14. September 2012 - 11:43 #

...und ins PSN.

Roland_D11 15 Kenner - 3685 - 14. September 2012 - 12:13 #

Solche Datenbank-Seiten gibt es aber auch für viele Spiele, die es bisher immer noch nicht auf Steam geschafft haben ;-) , man muss also abwarten.

Mit PSN wäre ich vorsichtiger, der Publisher von dem Spiel ist Microsoft selbst.

q 17 Shapeshifter - 6711 - 14. September 2012 - 13:34 #

Sehr erfreulich. Shank 1 und 2 sagten mir sehr zu.

Kith (unregistriert) 14. September 2012 - 13:54 #

Allerdings hat Mark of the Ninja nix mit Shank zu tun - zum Glück :)

q 17 Shapeshifter - 6711 - 14. September 2012 - 14:52 #

Der Artstyle ist aber der selbe, und den mochte ich sehr :>

Kith (unregistriert) 14. September 2012 - 14:54 #

Hab ich mir fast gedacht.

Herr Oelgemöller 09 Triple-Talent - 257 - 14. September 2012 - 12:07 #

Dank des Tests were ich es jetzt doch kaufen ;)

Die Demo hatte mir schon außerordentlich gut gefallen, aber nachdem ich im SoA mit Deadlight so reingefallen bin, wollte ich lieber erstmal warten.

Chipp 10 Kommunikator - 510 - 14. September 2012 - 12:28 #

Ich habe eben die Demo gespielt und die gefiel mir richtig gut. Werds mir defintiv überlegen.

Oynox Slider 14 Komm-Experte - 2108 - 14. September 2012 - 14:13 #

Seit der ersten Stunde beobachtet und ich wusste, dass es mich nicht entäuscht.

Sciron 19 Megatalent - P - 15763 - 14. September 2012 - 20:12 #

Und ich dachte "Dust" wäre schon das Arcade-Highlight des Jahres. Bei dem aktuellen Mangel an gescheiten Stealth-Titeln kommt dieses Spielchen genau richtig.

Robokopp 12 Trollwächter - 1068 - 14. September 2012 - 20:34 #

Der Trial war super. Wenn es mal für 800 MSP angeboten wird, werde ich zuschlagen.

SirCartman 14 Komm-Experte - P - 2117 - 14. September 2012 - 23:17 #

hab gerader die Demo gespielt: sehr nett. Hach, aber 1200 Punkte....mal überlegen ;)

KrateroZ 06 Bewerter - 91 - 16. September 2012 - 11:07 #

Die Demo war klasse - werde ich im Auge behalten.

Farang 14 Komm-Experte - 2356 - 16. September 2012 - 16:55 #

habs mir auf gut glück mal gesaugt hoffe es stimmt was man so über den titel hört...

KingPott 17 Shapeshifter - 7272 - 14. Oktober 2012 - 15:02 #

Tippfehler:
"ausschalten.ie haben keine Chance."

RoT 17 Shapeshifter - 8555 - 6. Juni 2015 - 0:58 #

guter check :D

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