Kickstarter: Spiele-Rubrik sehr erfolgreich // Versch. Statistiken

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7. September 2012 - 10:07 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert

Anstieg der Unterstützung für Spiele seit 2009; Grafik: Kickstarter.

Neben Crowd-Funding-Plattformen wie zum Beispiel Gambitious oder indiegogo, ist es vor allem das Unternehmen Kickstarter, durch das in den vergangenen Monaten zahlreiche neue Spiele angekündigt und mit der Unterstützung der Community finanziert wurden. Als aktuelle Vertreter seien an dieser Stelle mit Baphomets Fluch 5 und Project Giana nur zwei Projekte genannt, deren Kickstarter-Kampagne erfolgreich verliefen.

Anhand mehrerer Vergleiche und Diagramme verdeutlichen Yancey Strickler (Mitbegründer von Kickstarter) und Fred Benenson (als Data Engineer angestellt) nun in einem offiziellen Blogposting den großen Erfolg der Spiele-Kategorie auf Kickstarter.

$50 Mio. für Spiele, seit 2009 immense Steigerung

Demnach wurden von den Usern bis zum 31. August 2012 mehr als 50 Millionen US-Dollar für Spiele bereitgestellt – so viel, wie in keinem anderen Bereich (erwähnt werden muss allerdings, dass die Spiele-Rubrik in zwei Unterkategorien aufgeteilt ist: Videospiele sowie Brett- und Kartenspiele; mehr dazu weiter unten). Auf dem zweiten Platz befindet sich die Kategorie Film mit $42 Mio. und an dritter Stelle der Design-Bereich mit etwa $40 Mio. Spenden. Es folgen die Rubriken Musik ($25 Mio.) und Technologie ($16 Mio.). Deutlich wird durch diese Zahlen auch, dass Kickstarter nicht „nur“ als Plattform für Ideen rund um Computer- und Videospiele dient, sondern auch andere Bereiche erfolgreich vertreten sind.

Noch deutlicher wird das Wachstum der Spiele-Rubrik auf der Crowd-Funding-Plattform durch die Zahlen, die die Entwicklung von 2009 bis 2012 zeigen: Folglich wurde im Jahr 2009 von den Benutzern die Summe von 48.190 US-Dollar in Spiele-Ideen investiert, während es 2010 etwa $520.000 und im Jahr darauf $3.615.841 waren. In diesem Jahr schließlich die bemerkenswerte Steigerung: Im Vergleich zu 2011 wurden im Jahr 2012 bislang um die 50.330.000 US-Dollar in der Spiele-Kategorie bereitgestellt.

Unter den 36 Kampagnen, die bis zum 31.8.2012 die 500.000-Dollar-Grenze erreicht haben, befinden sich 20 Spiele-Projekte. Zudem wurden 23 Prozent der via Kickstarter gespendeten US-Dollar für diese Rubrik verwendet – im vergangenen Jahr waren es nur 3,6 Prozent

Double-Fine-Projekt löst Anstieg aus

Am 8. Februar 2012 veröffentlichten Tim Schafer und sein Team eine Projekt-Idee namens Double Fine Adventure, deren Ziel es war, ein Grafik-Adventure „der alten Schule“ zu entwickeln. Innerhalb von nur 24 Stunden wurde der ursprünglich angepeilte Betrag von $400.000 deutlich übertroffen beziehungsweise erstmals die Marke von einer Million Dollar innerhalb dieses Zeitraums erreicht. Am Ende der Aktion (13. März) wurden den Entwicklern von etwa 87 000 Usern um die 3.335.000 US-Dollar zur Verfügung gestellt.

Dieser Erfolg war der Anlass für zahlreiche Entwickler, ihre Ideen ebenfalls via Kickstarter einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, sodass in den folgenden Monaten die Anzahl entsprechender Aktionen stetig anstieg. Auch die Spieler selbst beeinflussen die Statistik, denn diese User stellen die aktivsten Spender dar: Im Durchschnitt unterstützt jemand, der sein Geld zuerst einem Spiel-Projekt zur Verfügung stellt, auch 2,43 andere Ideen (im Vergleich: bei allen anderen Benutzern liegt dieser Wert bei 1,78 Kickstarter-Kampagnen).

Sehr deutlich wird der Einfluss der Double-Fine-Kampagne auch durch die monatlich für Spiele gespendeten Beträge: Seit April 2012 wurde fast in jedem Monat die Summe von sechs Millionen US-Dollar zum Teil deutlich überschritten (Juli 2012: knapp $10 Mio. Dollar) – so viel, wie in den letzten drei Jahren zusammen.

Brett- und Kartenspiele ebenfalls erfolgreich

Wie eingangs erwähnt, wird der Spiele-Bereich bei Kickstarter in zwei Unterkategorien aufgeteilt: Videospiele sowie Brett- und Kartenspiele. Durch die Diagramme des Unternehmens wird deutlich, dass nicht nur die virtuellen Projekt-Ideen einen erfolgreichen Anstieg verbuchen konnten, sondern auch die zweitgenannte Rubrik mit großen Summen unterstützt wird.

Demnach wurden bis zum aktuellen Zeitpunkt für Computer- und Videospiele mehr als 30 Millionen US-Dollar bereitgestellt, während für Ideen in Bezug auf Brett- und Kartenspiele eine Summe von über $15. Mio. zusammengekommen ist. Im Zusammenhang mit erfolgreich unterstützten Vorhaben übertrumpft die Kategorie der Brett- und Kartenspiele den Bereich der Videospiel-Projekte: Während 23 Prozent der letztgenannten Rubrik ihr Spenden-Ziel erreichen, sind es bei den Brettspielen 47 Prozent.

Auswirkungen auf die Games-Branche?

Abschließend machen die Kickstarter-Angestellten nochmals deutlich, dass der rasante Anstieg der Zahlen in der Kategorie der Spiele allein in den letzten sechs Monaten stattfand. Zwar sei es noch zu früh, um mögliche Auswirkungen zu beurteilen, klar sei jedoch, dass sich „große Veränderungen in der Welt der Spiele ereignen“. Ob der Trend weiter anhalten wird und ob vor allem die fertigen Spiele tatsächlich bei den Usern/Unterstützern positiv ankommen werden, wird sich erst noch zeigen müssen.

Um euch einen Überblick über interessante Kickstarter-Projekte zu verschaffen, empfehlen wir euch die erste Ausgabe unserer „Kickstarter-Info“-Reihe, die von euch sehr positiv aufgenommen wurde und mit der wir versuchen wollen, euch auch zukünftig über neue und vielleicht unterstützenswerte Ideen zu informieren.

FLOGGER 17 Shapeshifter - 8926 - 7. September 2012 - 10:18 #

Hoffen wir nur, dass die erfolgreichen Projekte auch erfolgreich in Serie gehen. Dann könnte sich mit der Zeit vielleicht eine gute Basis für Indie-Entwickler bilden.

Punisher 19 Megatalent - P - 15766 - 7. September 2012 - 10:46 #

Erstmal müssen wir glaube ich hoffen, dass die Projekte auch alle tatsächlich fertig werden - garantiert ist das ja keineswegs.

FLOGGER 17 Shapeshifter - 8926 - 7. September 2012 - 10:51 #

Äh, hab ich was anderes gesagt?

SayWhatTF 15 Kenner - 3451 - 7. September 2012 - 11:03 #

Habe kürzlich erstmalig für Defense Grid 2 mitgemacht.
wenn es auf einem anderem Weg nicht umgesetzt werden kann ist es eine feine Sache

COFzDeep 19 Megatalent - P - 17285 - 7. September 2012 - 11:31 #

Also dass es derartige Dimensionen angenommen hat, hatte ich nicht ganz erwartet. Wobei dieses Jahr ja allein schon rund 8 Millionen im Games-Bereich auf das Konto der Ouya gehen. Aber trotzdem, nicht übel...

Im Brett-/Kartenspielbereich ist glaub ich das größte Stück vom Kuchen bei diesen Minifiguren zu finden. Da laufen/liefen einige Aktionen, die auch massiv unterstützt wurden. Wirklich ganz klassische Kartenspiele schaffen, glaube ich, nicht so hohe Fördersummen.

Nach dieser News wünsche ich mir noch mehr endlich mal einen schönen User-Artikel zu dem Thema. Hab selber leider nicht genug Zeit um vernünftig zu recherchieren (auch wenn jetzt hier ja schon einiges an Infos drin ist), aber irgendjemand wird sich da hoffentlich bald mal finden. Oder spätestens, wenn das Double Fine Adventure erscheint und alle dessen Erfolg feiern. (Das Gegenteil lasse ich jetzt einfach mal außer Acht^^)

PS: Danke übrigens für den Link auf die Kickstarter-Info-News ;)

Epic Fail X 15 Kenner - P - 3742 - 8. September 2012 - 1:09 #

Wird denn die Ouya wirklich unter Spielen aufgelistet? Könnte genauso gut auch in die Technologie-Sparte fallen.

COFzDeep 19 Megatalent - P - 17285 - 8. September 2012 - 8:42 #

Ja, wird sie. Check 1 - auf der Projektseite steht es oben rechts; Check 2 - in der Übersichtsseite zur Kategorie Video Games werden unten die "Most Funded" gelistet, da steht die Ouya auf Platz 1 mit 8,6 Mio, Platz 2 ist DFA mit 3,3 Mio

Claus 29 Meinungsführer - - 122464 - 7. September 2012 - 12:36 #

Schade, das es Wings wohl nicht schaffen wird.
Seufz.

Skeptiker (unregistriert) 7. September 2012 - 13:38 #

Erfolg ist relativ, wenn man mal genau
hinschaut.

Während ich finde, dass nicht genug Leute
die Spiele unterstützen - was sind schon
50 000 verkaufte (digitale) Kopien - sind die
gezahlten Durchschnittspreise sehr hoch,
weil viele die (digitale) Sammleredition kaufen.

FLOGGER 17 Shapeshifter - 8926 - 7. September 2012 - 13:42 #

Hauptsache die Beteiligten können von Leben und haben im Idealfall sogar Spaß an ihrem Job. Quasi das Gegenteil von Gewinnmaximierung und das unrealistische streben nach ewigem Wachstum.

volcatius (unregistriert) 7. September 2012 - 13:50 #

Naja, wenn man sich z.B. Shadowrun Online anguckt mit Basispreis, Premiumaccounts, kostenpflichtigem DLC und Itemshop...

COFzDeep 19 Megatalent - P - 17285 - 7. September 2012 - 13:50 #

Naja, die 50k Kopien in deinem Beispiel sind ja quasi nur die Vorbestellungen der Hardcore-Zielgruppe. Die meisten/alle Spiele, deren Entwicklung über Kickstarter mitfinanziert wird, gehen danach ja in den normalen (digitalen) Vertrieb und werden sicher noch öfter gekauft. Es sind ja längst nicht alle Leute bei Kickstarter aktiv, und die anderen sehen dann am Ende einfach nur einen neuen Teil von Baphomets Fluch bei Steam und kaufen es dann.

Und was Flogger geschrieben hat gilt natürlich auch :)

Vidar 18 Doppel-Voter - 12708 - 8. September 2012 - 15:35 #

Das ist ja das schöne an unabhängigen Entwicklern, die brauchen keine 5 Millionen von nem Spiel verkaufen, den reicht es schon wenn sie nen kleinen Gewinn damit machen!

und Gerade durch Kickstarter bekommen sie wohl selbst mit den 15$ mehr vom Kuchen als wenn sie unter einen Publisher hocken. Gab mal irgendwo ne Statistik was die wirklichen Entwicklerstudios so von nem 60€ Titel bekommen, und viel war es nicht (irgendwas unter 10$)

Cohen 16 Übertalent - 4509 - 8. September 2012 - 21:52 #

Charles Cecil hat in diesem Interview mal aufgerechnet, wie viel von einem 20-Pfund-Retail-Spiel bei den Entwicklern angekommen ist: http://www.hookshotinc.com/charles-cecil-how-app-store-saved-revolution-software/

"If a game costs £20 plus VAT at retail, the store gets about half of that, and the publisher will take off their costs, which is about three pounds. Then they’ll pay the developer 20 percent of the rest, which is £1.40."

Mag sein, dass er übertreibt, aber mit dem digitalen Vertrieb und dem Publisher-Verzicht scheint er deutlich zufriedener zu sein.

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