GC12: Lilly Looking Through angeschaut (+Demo)

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Christoph Hofmann 55125 EXP - Redakteur,R10,S10,C10,A10,J10
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19. August 2012 - 17:16 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert
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Obwohl es die Crowdfunding-Plattform Kickstarter schon seit 2009 gibt, wurde sie im Spielebereich erst seit dem Erfolg des Double Fine Adventures so richtig bekannt und eine beliebte Anlaufstelle für eine Vielzahl an Entwicklern. Auch Steve Hoogendyk und seine Frau Jessica wählten Kickstarter, um Geld für die Fertigstellung ihres 2D-Adventure Lilly Looking Through zu sammeln – und waren erfolgreich. Ursprünglich wollten sie 18.000 Dollar, am Ende bekamen sie 33.516 Dollar. Am gamescom-Stand von Headup Games, die das Spiel in Deutschland, Österreich und der Schweiz in den stationären Handel bringen werden, haben uns Steve und Jessica persönlich die aktuelle Version des Spiels präsentiert.
 
Lilly und die Fliegerbrille
 
In Lilly Looking Through helft ihr Lilly, einem acht Jahre alten Mädchen in einem dunkelroten Kleid. Zusammen mit ihrem Bruder wächst sie in einer trostlosen und heruntergekommenen Welt auf, die nur noch ein Abziehbild ihrer glorreichen Vergangenheit ist. Entsprechend neugierig ist sie, als eines Tages ein grellroter Schal am Haus ihrer Familie vorbeifliegt. Alle Versuche ihn zu fangen schlagen jedoch fehl. Stattdessen verheddert sich ihr Bruder in ihm und wird davon getragen. Dass kann Lilly natürlich nicht zulassen und versucht in den 4-6 Stunden Spielzeit nicht nur ihren Bruder zu retten, sondern später auch ihre Heimat. Gegen Ende werdet ihr gar für kurze Zeit in die Haut des Bruders schlüpfen können.
 
Lillys wichtigstes Hilfmittel auf ihrer Reise? Eine magische Fliegerbrille, die sich gleich zu Beginn des Spiels findet. Diese kann Lilly auf Knopfdruck jederzeit aufsetzen und wechselt so zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit (inklusive unterschiedlicher Musikuntermalung). Während vor hunderten von Jahren das Haus noch in einem grünen Tal stand, durch den sich ein breiter Fluss windete, ist in der Gegenwart der Fluss ausgetrocknet und stattdessen eine große Maschine mit unbekannter Funktion aufgebaut. Um auf die andere Seite des Bildschirms zu kommen, muss Lilly nun immer wieder zwischen beiden Versionen der Szene hin- und herwechseln. Während wir in der Gegenwart besagte Maschine bedienen dürfen und so ein Stockwerk nach oben gelangen, können wir nur in der Vergangenheit über die damals noch funktionstüchtige Brücke zu unserem Ziel gelangen.


 
Keine Dialoge, kein Inventar
 
Doch nicht nur der fließende Wechsel zwischen der Gegenwart und Vergangenheit machen Lilly Looking Through zu etwas besonderem. Untypisch für ein Adventure gibt es auch kein Inventar und keinerlei Dialoge im gesamten Spiel. Stattdessen wird die Geschichte allein visuell erzählt und ihr interagiert durch Drag & Drop mit Gegenständen in der Umgebung, um sie zu benutzen und zu kombinieren. So klicken wir einfach auf das kugelrunde Objekt auf dem Teich, das daraufhin Feuerkugeln spuckt. Ein paar davon setzen einen nahen Schilfhalm in Brand, den wir wiederrum in die Hand nehmen, um mit seiner Hilfe ein Seil zu durchtrennen, das uns am weiteren Voranschreiten hindert. Sehr einfach. Währenddessen läuft Lilly auf einer Mauer hin und her und ist sichtlich mit sich und der Welt zufrieden. Sie steuern wir nicht direkt. Stattdessen reagiert sie automatisch, wenn wir für sie benutzbare Objekte aktivieren. Aber vorsichtig: Nicht mit dem brennenden Halm Lilly zu nahe kommen. Sie pustet ihn nämlich einfach aus, damit wir ihr nichts Böses tun können.
 
Nicht, dass wir das jemals tatsächlich absichtlich tun wollten. Wir haben Lilly stattdessen schon im Intro in unser Herz geschlossen. Neben ihren putzigen Animationen verblassen selbst die wunderschönen, handgezeichneten Hintergründe. Komplett per Hand animiert und in der gezeigten Version auch noch etwas gemächlicherem Ablauf, klettert Lilly kleine Vorsprünge hinauf, streckt sich um an höher gelegene Gegenstände zu kommen und breitet die Arme aus, wenn sie über ein schmales Brett geht. Es sieht einfach süß aus, wenn sie mit ihren großen Augen und ihrem kleinen Lächeln über den Bildschirm läuft und der Umgebung interagiert. Das alleine motiviert uns bereits dazu weiterzuspielen und die vielen Rätsel zu lösen. Deren Schwierigkeitsgrad soll sich im unteren bis mittleren Bereich bewegen und, so viel wurde bereits verraten, es werden euch im Spielverlauf auch ein paar (logische) maschinenbasierte Puzzle erwarten. Speziell die Myst-Serie wurde für diese Rätsel-Art bekannt und passenderweise hat Steve Hoogendyk damals für Cyan Worlds gearbeitet und ein paar Zeitalter designet. Aber keine Angst: Es steht auch ein Hilfesystem mit (kurzem) Cooldown zur Verfügung. Der Cooldown wäre laut Steve eingeführt worden, nachdem er feststellte, dass seine Tochter ständig nur auf den Button klickte.

Ausblick: Ein liebenswürdiger Titel

Lilly Looking Through ist ein wunderschönes Spiel, besser lässt es sich nicht ausdrücken. So nett die Idee mit dem fließenden Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart auch ist und so gut unser Eindruck auch war, den die bisher gezeigten Rätsel bei uns hinterlassen haben: Der wahre Star des Spiels ist ganz klar Lilly. Die von Jessica Hoogendyk handgezeichneten Animationen hauchen dem kleinen Mädchen so richtig Leben ein und lassen bei ihrem Anblick selbst die Herzen der härtesten unter den harten Spieler erweichen. Verstärkt wird das wollige Fühl im Bauch durch die hübschen Hintergründe und der sanften Hintergrundmusik. Wir sind uns deshalb jetzt schon sicher: Nicht nur Kinder werden Mitte 2013 sehr viel Spaß mit dem Erstlingswerk von Geeta Games haben. Es muss ja nicht immer nur Blut und Morde sein.
 
Anlässlich der Kickstarter-Kampagne hatten die Entwickler eine sehr kurze Demo-Version mit den ersten beiden Bildschirmen des Spiels veräffentlicht. Sie steht für Windows, Linux und Macintosh zur Verfügung und kann auf der offiziellen Homepage heruntergeladen werden. Nachfolgend haben wir euch zudem den kurzen, auf der Demo basierenden Teasertrailer eingebunden.

Video:

Christoph Hofmann Redakteur - 55125 - 19. August 2012 - 17:25 #

Philipp findet das Spiel übrigens auch schön, wie ihr im dritten gamescom-Podcast hören könnt -> http://www.gamersglobal.de/news/57152 :)

Wuslon 18 Doppel-Voter - - 9910 - 19. August 2012 - 21:43 #

Erinnert mich irgendwie an Heidi, die Lilly.

monkeyboobs 13 Koop-Gamer - 1458 - 20. August 2012 - 6:33 #

Knuffig. Behalte ich im Auge.

Zottel 16 Übertalent - 4309 - 21. August 2012 - 9:00 #

Ich kanns auf meinem Handy nicht richtig erkennen. Ist Lilly zufällig blond? :D

Christoph Hofmann Redakteur - 55125 - 21. August 2012 - 9:28 #

Nein, sie hat schwarze Haare.

Zottel 16 Übertalent - 4309 - 21. August 2012 - 15:12 #

Danke, war kein Witz, kann es auf meinem Handy wirklich nicht erkennen (kann nicht großartig zoomen und Videos abspielen geht auch nicht)
Naja ich dachte gleich mal so ganz spontan an eine andere berühmte Adventure-Lilly aber die wird Lilli geschrieben, hab ich grad mal recherchiert ^^

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7
Geeta Games
Headup Games
31.10.2013
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LinuxMacOSPC
Amazon (€): 5,30 (PC)