GC12: The Inner World angespielt

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Christoph Hofmann 55130 EXP - Redakteur,R10,S10,C10,A10,J10
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19. August 2012 - 11:36 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert
Kennt ihr die Hohlwelttheorie? Nein? Laut ihr, leben wir nicht auf der Außenseite eines Planeten, sondern in seinem Inneren. Aber obwohl diese Theorie in so manchen Kreisen viele Anhänger findet, hält sie die Wissenschaft für völligen Blödsinn. Für den jungen Robert, Held des 2D-Point & Click-Adventures The Inner World, ist sie jedoch Realität. Wir konnten auf der gamescom die iPad-Version des Erstlingswerks von Studio Fizbin anspielen. 
 
Das Spielprinzip
 
Wir stehen mit Robert in einer wenig einladenden Hinterhofgasse, direkt nach dem Intro des Spiels. Unser Ziel: Eine Taube fangen. Sie hat etwas, was wir haben wollen. Doch als wir versuchen sie aufzunehmen, fliegt sie auf ein Fenstersims und wir kommen nicht mehr an sie ran. Als alte Adventureveteranen beginnen wir den Bildschirm nach brauchbaren Gegenständen abzusuchen. Dazu drücken wir mit unserem Finger ein paar Sekunden auf den Bildschirm und alle Hotspots werden eingeblendet. Ein weiterer Druck und Robert läuft zum jeweiligen Objekt hin und gibt einen Kommentar ab. Aufnehmen können wir Gegenstände hingegen durch einen Doppel-Tap. Sie landen dann in unserem, standardmäßig ausgeblendeten Inventar. Auch sonst befinden sich normalerweise keine Interfacelemente auf dem Bildschirm. Die sehr schönen Hintergründe und die, dank ihrer langen Nase und der blassen Hautfarbe stark an Pinocchio erinnernden Charaktere kommen auf dem großen iPad-Bildschirm so sehr gut zur Geltung.
 
Doch auch wenn der Grafikstil sehr kinderfreundlich daherkommt: Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel soll sich eher an fortgeschrittene Adventurespieler richten. Zum Ausgleich gibt es ein dreistufiges Hilfesystem, dass euch zuerst bildlich darauf hinweist, wo ihr etwas machen müsst-- beispielsweise im Inventar --, dann explizit den nötigen Gegenstand anzeigt und zum Abschluss die Lösung verrät. So kann jeder selbst entscheiden, wie stark er an die Hand genommen werden möchte.
 
Die Taubenjagd
 
Wie fangen wir also die Taube auf dem Fenstersims? Uns fällt ein Wurm auf, der seinen Kopf aus einem Loch im Boden emporregt. Darüber würde sich die Taube doch sicher freuen. Doch auch er ist zu schnell für Robert. Wie gut, dass wir in einem Müllhaufen eine uralte und mittlerweile vergährte Flasche Saft gefunden haben. Wir kippen sie ins Loch -- dabei zoomt die Kamera ins Geschehen hinein --, der Wurm wird betrunken und wir können ihn einfangen. Doch die Taube interessiert sich nicht für den Wurm. Also brechen wir einen Zweig ab, kombinieren durch simples Drag & Drop im Inventar den Wurm mit der Rute und erhalten eine Steinschleuder. Fehlt nur noch die Munition. Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen?
 
Wir entscheiden uns endlich mit der zwielichtigen Gestalt im Eingang zum Hof zu reden. Es ist ein Händler, der illegal Müll verkauft. Und er hat sogar Vogelfutter dabei! Das könnten wir gebrauchen. Was nun folgt, ist ein äußerst amüsanter Dialog, denn der Händler möchte natürlich Geld für die Ware sehen. Aber der naive Robert kennt das Zahlungsmittel nicht. Im folgenden Multiple-Choice-Dialog, bei dem ihr nicht aus Sätzen, sondern aus Icons wählt, zeigt sich Robert völlig irritiert. Das wiederrum veranlasst den Händler sich solange selbst im Preis herunterzuhandeln, bis er am Ende Robert das steinharte Vogelfutter dann doch kostenlos überlässt. Ein sehr stark an Monty Python erinnernder Moment. Endlich haben wir geeignete Geschosse für unsere Schleuder! Wir schießen auf die Taube, sie fällt vom Sims, ist aber immer noch putzmunter und entwischt uns wieder. Einige Minuten und einige weitere Gegenstände später haben wir es endlich geschafft, doch die mysteriöse Diebin Laura macht uns einen Strich durch die Rechnung und die Taube entwischt erneut. Dafür erhalten wir endlich Zugang zur Stadt und das eigentliche Abenteuer beginnt.

 
Die Hintergrundgeschichte
 
Roberts Heimat wird Asposien genannt und da es dort unten entsprechend keine Sonne gibt, ist Luft der Rohstoff, der alles am Leben hält. Nur dank der drei großen Windbrunnen können Kreaturen wie die Fosfos überleben, die überall in der Luft schweben und Licht spenden. Doch die Brunnen versiegen. Anstatt frischer Luft, kommen die Windgötter aus den riesigen Öffnungen der Erde und machen den Bewohnern Asposiens das Leben schwer. Und dann ist da auch noch Conroy, Herrscher über die innere Welt und der Bösewicht des Spiels. Er wüsste angeblich, warum die Windgötter entzürnt sind, und entlässt völlig abstruse Gesetze. Ihr tragt das falsche Hemd? Bestrafung! Ihr geht am falschen Wochentag vor die Tür? Bestrafung!
 
Robert weiß jedoch von all dem zu Beginn des Spiels nichts. Er wohnt seit seiner Geburt in Conroys Festung und ist mittlerweile zu seinem Novizen oder besser gesagt billiger Hilfskraft geworden. Als eines Tages eine Taube in die Festung fliegt, missachtet der kleine Junge Conroys Befehl und lässt sie am Leben. Doch die Taube stibitzt ein Amulett aus Conroys Gemach und fliegt davon. Von Schuldgefühlen übermannt, verfolgt Robert sie und findet sich erstmals in seinem Leben außerhalb der Festungsmauern wieder. Es folgt eine rund 6 Stunden und in 5 Akte aufgeteilte Entdeckungsreise von einem Ende von Asposien zum anderen, um das Geheimnis um das Verschwinden des Windes zu lüften.
 
Ausblick: Adventurespaß für Jung und Alt
 
Auch wenn derzeit nur der erste Bildschirm spielbar war: The Inner World hat uns bereits sehr gut gefallen. Besonders der schicke, handgezeichnete Grafikstil, der ein wenig an The Whispered World erinnert mit seinen teils surrealen Darstellungen und die Naivität des Hauptcharakters haben es uns bereits angetan. Aber auch sonst machte das Spiel bereits einen gelungenen Eindruck. Die Touchscreen-Steuerung ist einfach und verständlich und ging gut von der Hand. Und beim ersten Rätsel legten uns zwar die Entwickler immer wieder Steine in den Weg, dafür aber war es in sich logisch aufgebaut und gespickt mit sehr viel Humor. Und nein, das wir laut lachen mussten, lag nicht nur daran, dass uns die anwesenden Entwickler den Dialog zwischen Robert und dem Müllhändler live vertont haben. Für uns schon jetzt ein Titel, den Adventurefans im Auge behalten sollten.

Geplant ist es das ehemalige Studentenprojekt Mitte kommenden Jahres auf den Markt zu bringen. Neben einer Umsetzung für iPad und iPhone als Universal App, wird The Inner World auch für PC und Macintosh erscheinen.
 
Zottel 16 Übertalent - 4039 - 19. August 2012 - 14:46 #

Mein erster Gedanke (ohne den Text gelesen zu haben): Man, die Leute von Daedalic sind aber ziemliche Arbeitstiere :D

Christoph Hofmann Redakteur - 55130 - 19. August 2012 - 15:20 #

Ja, erinnert auf den ersten Blick definitiv stark an deren Adventures. Ist aber auch nichts schlechtes :).

Weryx 18 Doppel-Voter - P - 10029 - 22. August 2012 - 0:53 #

Ja schon irgentwie

monkeyboobs 12 Trollwächter - 1124 - 20. August 2012 - 5:36 #

Mir persönlich gefällt der Wurststil der Charaktere nicht besonders, aber vielleicht gewöhne ich mich noch daran ;)

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