Past meets Present: Twittern am C64

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17. Juni 2009 - 2:04 — vor 8 Jahren zuletzt aktualisiert

Die Jüngeren werden sich fragen: Commodore 64? Was'n das? Die Älteren schwelgen derweil in Erinnerung an die Gerätschaft. Und die Community rund um die Brotkiste bringt sogar aktuelle Dienste wie Twitter auf den C64.

Man sollte es nicht glauben, aber es ist tatsächlich möglich mit einem 25 Jahre alten, 0,985 MHz schnellen CPU versehenem Teil an der schnellsten Art des Bloggens teilzunehmen: Dem Twittern. Und das mit einer atemberaubenden Bildschirmauflösung von maximal 320 x 256 und 128 KB Ram.

Das sind technische Eckdaten, die heutzutage jedes Mobiltelefon locker in den Schatten stellt. Wer selbst gerne auf einem alten C64 twittern möchte, muss den Einbau eines zusätzlichen Moduls, nämlich einer Netzwerkkarte, bedenken. Eigentlich ist es eine Sensation an sich, dass es noch Leute gibt, die so etwas überhaupt produzieren.

Das die Commodore Community noch nicht tot ist und mit so wenig zur Verfügung stehender Leistung seitens der Hardware solche Dinge ermöglicht, ist bemerkenswert. Alle mit C64 im Keller/Dachboden, die jetzt Lust darauf bekommen haben: Hier gibt es die Software zum Download und ein HowTo.

Video:

estevan2 14 Komm-Experte - 2006 - 17. Juni 2009 - 7:38 #

Der Brotkasten war schon ein sehr cooles Gerät. Vor allem war die Handhabung absolut simpel. Da konntest Du noch einfach in irgendeine Speicherzelle poke'en, und wusstest das der Inhalt immer an exakt gleicher Stelle bleibt. Oder einfach in den Bildschirm Speicher schreiben. Um Grafik zu erzeugen hast du dann mal eben den Zeichensatz geändert und jeglich Grafik mit Zeichen auf den Bildschirm gemalt. Na gut, 16 Farben waren dürftig, aber der TV Out war so matschig, und die Fernseher damals haben dann eh das Bild richtig rund und bunt gemacht :)

Ja ja - die gute alte Zeit. Was allerdings erstaunlich ist, das heutige Prozessoren einen Cache in 100 Facher Größe des C64'er Hauptspeichers haben. Der heutige Speicher moderner PC's ist oft um ein 10000 faches größer, Festplatten und Grafikkarten brauche ich da wohl gar nicht zu erwähnen. Trotz allem habe ich das Gefühl heute nicht viel anderes als Damals mit dem Gerät zu machen. Ich schreibe meine Texte, Spiele meine Spiele, die sich gefühlt nicht im Spielspaß vertausendfacht haben oder höre Musik und und und .....

Aber toll das es noch Leute gibt die sich aktiv mit dem Gerät beschäftigen.

Gucky 22 AAA-Gamer - P - 34200 - 17. Juni 2009 - 8:37 #

Der C64 war ein für seine Zeit genialer Spielerechner. Viele Spiele waren noch innovativ und es gab viele Spielhallenkonvertierungen. Und was einige Soundgurus, wie Rob Hubbard, Martin Galway oder unser deutscher Chris Hülsbeck aus dem C64 rausgeholt haben, ist nach heutigen Maßstäben schon fast unglaublich zu bezeichnen.

Twittern auf dem C64 ist eine coole Idee, aber in Zeiten in den man selbst mit Billig-PCs ins Internet kommen kann, wohl nur für Tüftler oder Retro-Freaks interessant.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29697 - 17. Juni 2009 - 12:11 #

Es gibt noch eine sehr sehr aktive Szene, die sich mit dem C64 beschäftigt. Da werden nicht nur Demos und Anwendungen wie der Twitterclient geschrieben sondern auch Hardware entwickelt, um SD-Speicherkarten als Medium statt dem Diskettenlaufwerk zu nutzen. Nebenbei gibt es Gruppen, die tatsächlich noch vollständige Spiele entwickeln. Sogar 3D-Shooter :D .. Und das mit nicht einmal einem Megahertz Taktfrequenz.

Zubehör, auch neueres, bekommt man in spezialisierten Shops auch noch zu kaufen.

Ermöglicht wird diese intensive Fantätigkeit aber hauptsächlich durch einen oft vernachlässigten Aspekt : So ein C64 (und vergleichbare Homecomputer aus dieser Zeit) ist einfach mal verdammt robust. Hey, ein Stück 25 Jahre alter Hightech funktioniert wie am ersten Tag. Und das tun die Dinger, problemlos.

Ich habe noch einen Sharp MZ-800 herumstehen, die Kiste ist auch gute 25 Jahre alt mittlerweile. Läuft wie ne eins, obwohl die Kiste mindestens 17 Jahre auf dem Dachboden meiner Eltern gestanden hat. Mit enormen Temperaturschwankungen.

Die Jungs von Welle:Erdball, einer Band die Synthimusik mit Unterstützung durch Bandkollege C64 macht (verdammt gute btw), nutzt auf der Bühne nicht nur normale Brotkisten sondern auch die seltene Mobilversion. Auch wenn die Jungs immer ein Gerät auf reserve haben - es spricht für die Haltbarkeit der Rechner, dass sie monatelange Touren überleben :D ..

Tim Gross Freier Redakteur - 23836 - 17. Juni 2009 - 12:58 #

Ich habe die News noch ein wenig umgeschrieben, möchte aber trotzdem bemerken, dass das eine ganz tolle Meldung ist!

Junkfoot 13 Koop-Gamer - 1533 - 17. Juni 2009 - 14:37 #

Der CPC 464 von Amstrad Schneider hat den C64 Grafiktechnisch an die Wand geklatscht. Allerdings sah es glaub ich bei C64 peripheriemäßig etwas besser aus und auch der Sound war wohl besser.

Die einzige Frage, die sich mit hier jedoch aufdrängt ist... wer will denn überhaupt Twittern... was das nun wieder für ein "neuartiger" Trend sein will, weiß der Kuckuck...

Armanuki 14 Komm-Experte - P - 2510 - 17. Juni 2009 - 20:07 #

Hi! Die technischen Daten sind nicht ganz richtig:
RAM: 64 kB (daher der Name C64)
Bildschirmauflösung maximal 320 x 200 (Hi-Res Modus; in Spielen wurde meist nur 160 x 200 verwendet, weil man dann mehr Farben nutzen konnte)

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29697 - 18. Juni 2009 - 13:12 #

Gestern stand da auch noch, dass es nur beim C128 die 128kb RAM waren. Verschlimmbessert?

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