User-Test: Ceville

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20. Juni 2009 - 19:59 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert
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Wir befinden uns im Schloss des fiesen Tyrannen Ceville, der gerade nach bester Despotenmanier seinen Amtsgeschäften nachgeht. Das bedeutet, in seinem Reich Faeryanis Recht zu sprechen, dafür zu sorgen, dass die Wirtschaft floriert und dergleichen Dinge mehr. Ceville jedoch pflegt eine unkonventionelle Herangehensweise: da werden eben mal beide Parteien eines Gerichtsverfahrens bestraft und die Wirtschaft wird angekurbelt, indem kurzerhand sowohl Kläger als auch Beklagten zum Arbeiten im Bergwerk verknackt werden. Es ist nicht schwer vorzustellen, dass das Volk von Faeryanis auf den König nicht besonders gut zu sprechen ist. Deshalb kommt es zur Revolution, woraufhin Ceville plötzlich Gefangener in seinem eigenen Schloss ist. Wie sich herausstellt, ist sein ehemaliger Vertrauter, der hinterlistige Basilius, der Rädelsführer des Aufstandes. Durch ein Komplott will er dafür sorgen, dass er selbst an die Macht kommt. Um das zu verhindern, muss Ceville aus seinem Schloss ausbrechen und die Pläne des bösen Basilius vereiteln.

Gewohntes Spielprinzip

Dabei gilt es, nach alter Point-and-Click-Tradition, alles, was nicht niet- und nagelfest ist, aufzusammeln, zu kombinieren und so eine Reihe von sehr unterhaltsamen Rätseln zu lösen, um schließlich aus dem Kampf "Böse" (Ceville) gegen - genau! - "noch böser" (Basilius) als Sieger hervorzugehen. Im weiteren Spielverlauf bekommt Ceville dabei Unterstützung von dem kleinen, herzensguten Mädchen Lilly, dem eitlen Paladin Ambrosius und anderen. Das Gameplay gestaltet sich einfach und inuitiv: die Namen von Gegenständen und Charakteren leuchten auf, wenn man mit dem Mauszeiger darüberfährt. Einmal im Inventar, können diese mit anderen Gegenständen des Inventars oder der Spielwelt kombiniert werden. Als Hilfestellung steht dem Spieler dabei eine Hotspot-Anzeige zur Verfügung. Wem das nicht reicht, der kann zusätzlich eine farbliche Darstellung der Tooltips aktivieren, die signalisiert, welche Elemente miteinander kombiniert werden können. Bis auf wenige Ausnahmen funktionieren diese Hilfen auch fehlerfrei. Außerdem lassen sich Untertitel zu den gesprochenen Texten zuschalten, was ebenfalls eine Hilfe darstellt, da der Inhalt der Dialoge nicht nur größtenteils extrem komisch ist, sondern auch von Fall zu Fall sehr wichtig für das Vorankommen bei den Rätseln sein kann.

Die Vertonung der Dialoge ist dabei durchgängig sehr überzeugend. Hat man bei manchen Adventures den Eindruck, dass die Sprecher die Texte lieblos ablesen, wirken diese bei Ceville lebhaft und farbig vorgetragen - man merkt, dass hier Profis wie z.B. die deutschen Stimmen von Ian Holm (Herr der Ringe) oder Kevin James (King of Queens) am äußerst unterhaltsamen Werk sind.

Gelungener Denksport

Die Qualität eines Adventures bemisst sich hauptsächlich am Rätseldesign - und hier muss man dem Team von Realmforge ein großes Lob aussprechen: die Rätsel sind nicht nur durchgängig fair und nachvollziehbar, sondern warten auch das ein oder andere Mal mit einer durchaus unterhaltsamen Auflösung auf. Ein Beispiel: Ceville muss von Ambrosius durch einen Speisenaufzug nach oben gezogen werden. Da das nicht auf Anhieb funktioniert, montiert der Paladin ein zuvor von Ceville entwendetes Hamsterrad, das ihm dieser ebenfalls durch den Speisenaufzug ins andere Geschoss zukommen ließ, an die Kurbel des Aufzugs. Anschließend setzt er den Hamster, der von Ceville erst aus seinem Haus gelockt und gefangen werden musste, in das Rad. Der Hamser läuft sogleich fleißig los und hilft so dem Aufzug auf die Sprünge und Ceville nach oben. Aber keine Angst, so einfach wie in diesem Spoiler dargestellt ist die Lösung nicht - wir wollen ja nicht zu viel verraten. Das Beispiel zeigt aber, auf welche intelligenten Rätsel die Entwickler gekommen sind. Es lohnt sich wirklich auf jeden Dialog zu achten, ansonsten gehen euch wichtige Hinweise zur Lösung eines Rätsels verloren. Dennoch ist es teilweise auch möglich, durch Herum probieren auf die Lösung zu kommen - auf Grund der Vielzahl der Möglichkeiten jedoch oft etwas zeitaufwändig. Bei manchen Rätseln müssen gar erst bestimmte Dialoge geführt werden. Schon deshalb solltet ihr euch wirklich jeden Fetzen, den die NPCs zu sagen haben, anhören. Als Belohnung verstecken sich in den Dialogen viele Seitenhiebe und Anspielungen auf Filme und Spiele, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Mehr davon!

In der getesteten Version fanden sich noch einige, wenige Bugs. Darunter war ein einziger Plotstopper, der das Weiterspielen unmöglich machte. Nach einem kurzen Blick in die Komplettlösung konnte jedoch ein automatischer Spielstand aufgerufen und das Abenteuer fortgesetzt werden - hier zahlte sich die automatische Speicherfunktion aus, die alle 5 Minuten den Spielfortschritt konserviert. Leider - und das ist das wirklich einzige große Manko - stürzte das Spiel hin und wieder beim Speichern ab. Ob dieser Fehler in der gepatchten Version noch auftritt, konnte nicht überprüft werden. Bisher stehen zwei Patches auf der Homepage des Spiels bereit, die kleinere Fehler im Gameplay sowie gelegentliche Abstürze beheben sollen.

Insgesamt ist das Spiel auf Grund der witzigen Dialoge und überraschenden Story-Wendungen sehr unterhaltsam, dabei durch die verfügbaren Hilfestellungen auch für Einsteiger nicht zu schwer, bietet jedoch auch für Profis das ein oder andere knifflige Rätsel, wenn man auf alle Hilfestellungen verzichtet. Nach den ca. 15 Spielstunden sind einem Ceville und Lilly so ans Herz gewachsen, dass man fast traurig ein wenig traurig ist, dass es bereits vorbei ist. "Fortsetzung folgt" ist dort zwar mit einem Fragezeichen versehen, aber mit Ceville haben die jungen Realmforge Studios gezeigt, dass sie Adventures auf hohem Niveau produzieren können. Es wäre also schön, wenn noch einige Titel mit diesem Format folgen würden.

Fazit: intelligente Rätsel, tolle Sprecher, witzige Story - wir freuen uns auf die Fortsetzung!

User-Wertung: 8.0 von 10 Punkten

melone 06 Bewerter - 1512 - 21. Juni 2009 - 8:15 #

Hi,

ich hab's noch nicht durch, finde aber, daß das Spiel auf der technischen Seite etwas schwächelt. Die Kombination aus der Ogre-3D-Engine, Irrklang und anderen frei erhältlichen Komponenten ruckelt ab und wann, zeigt Tearing Probleme und wartet mit kleineren Soundproblemen hier und da auf.

Zudem sind einige Aspekte wie die Hotspotanzeige, Wegefindung und Inszenierung, z.B. Kamerawinkel und -schwenks, bei weitem nicht so gut gelungen wie bei anderen Adventures und lassen Feinschliff sowie etwas mehr Liebe zum Detail vermissen.

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Mitarbeit
Adventure
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7
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19.02.2009
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