GC12: The Rabbit’s Apprentice angeschaut

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Benjamin Braun 361186 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C10,A10,J10
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17. August 2012 - 17:09 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert
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Unter Fans von Independent-Adventures ist der Name Matthias Kempke längst bekannt. Und das nicht nur im deutschsprachigen Raum. Denn die von ihm und Greg McWilliams entwickelten Point-and-Click-Abenteuer What makes you tick und die Fortsetzung A Stich in Time wurden nämlich direkt auf Englisch entwickelt. Bei The Rabbit’s Apprentice – Im Bann des Zaroff, seinem neuen Spiel, das er als Game Designer der Hamburger Spieleschmiede Daedalic entwickelt, sieht das etwas anders aus. Das gibt es bislang nur in einer deutschen Sprachfassung. Und auch die technische Basis ist eine andere. Anstatt Gregs Flashengine für Adobe Air zu nutzen, muss er für sein neues Spiel Daedalics Fassung der Visionair-Engine verwenden, die unter anderem bei Spielen wie The Whispered World oder Satinavs Ketten zum Einsatz kam.

Ein Märchenabenteuer für die ganze Familie


Dass Matthias Kempke weiß, wie man eine gute Geschichte schreibt, glaubwürdige Charaktere entwirft und ihnen die richtigen Worte in den Mund legt, ist hinlänglich bekannt. Deshalb machen wir uns um diese Bereiche auch keinerlei Sorgen. Worum geht`s? Im Mittelpunkt der Handlung steht der 12-jährige Jerry, der kurz vor dem Ende der Sommerferien noch ein letztes Abenteuer erleben möchte, bevor die Schule wieder losgeht. Also zieht er los in den Wald und macht eben das, was man als 12-jähriger so tut. Wenn ein Stock auf dem Boden liegt, dann kann ein Junge in dem Alter einfach nicht widerstehen und nimmt ihn mit. Mit dem, was danach passiert, hätte er aber wohl kaum gerechnet. Ihm erscheint der Marquis de Hoto, ein Hase der ihm anbietet, die magischen Künste zu erlernen und öffnet ihm den Weg in eine fantastische Welt, deren verschiedene Teile er mittels Baumportalen erreichen kann. Ein Teil der Welt, die er besucht, ist die Stadt Mauswald, in der er dem Namen entsprechend mit diversen Nagern zusammentrifft. Fröhlich sind sie und verspielt, aber Jerry beginnt zu begreifen, dass das unbeschwerte Dasein schon bald ein Ende haben könnte. Denn Graf Zaroff (inspiriert von der gleichnamigen Figur aus Richard Connells Kurzgeschichte aus den 30er Jahren) bedroht diese Welt und all ihre Bewohner. Jerry schwant, dass der Marquis de Hoto ihm die magischen Künste nicht nur zum Spaß beibringen möchte…

Spielkarten und Hotspotanzeige wider Willen


Das Point-and-Click-Abenteuer wird neben klassischen Inventar- und Kombinationsrätseln auch eine Besonderheiten mitbringen. So werden im Spiel auch Spielkarten, genauer gesagt eine Art Quartett auf Jerrys Reise eine wichtige Rolle spielen. Wie das genau aussieht, wissen wir noch nicht, was uns Matthias Kempke dazu bisher verriet, klingt aber in jedem Fall interessant. Ein weiteres, wohl nicht ganz nebensächliches Element für die Rätsel wird ein Tag-Nachtwechsel sein, den ihr manuell herbeiführt. Einige Aktionen sind nämlich nur Tags, andere nur nachts möglich. Wie komplex das ausfällt, wird sich zeigen. Wirklich viel gesehen haben wir von den Rätseln bisher allerdings noch nicht. Wir gehen aber davon aus, dass das grundsätzliche Spieldesign von The Rabbit’s Apprentice ähnlich wie A Stich in Time nicht weit von dem von The Secret of Monkey Island oder Deponia entfernt ist. Also eine relativ große Menge an zeitgleich betretbaren Schauplätzen und mehreren Aufgaben, die miteinander verknüpft sind, aber bis zu einem gewissen Grad auch unabhängig voneinander lösbar sind. Interessantes Detail zu den Komfortfeatures: Am liebsten hätte Kempke keine Hotspotanzeige in seinem Spiel gehabt, sich aber letztlich doch vom Einbau überzeugen lassen. Er hat sich allerdings etwas sehr Nettes ausgedacht, damit das Hilfsfeature nicht so oben aufgesetzt wirkt. Jerry wird früh im Spiel eine Art magische Münze mit einem Loch in der Mitte finden. Wenn er sich die vors Auge hält, werden die relevanten Objekte hervorgehoben.


Mauswald ist nur einer von vielen Orten, die Jerry im Laufe des Spiels bereist. Unter anderem dort spielt auch der Wechsel zwischen Tag und Nacht eine Rolle, der für das Lösen mancher Rätsel wichtig ist.

Mitten im Märchenland

The Rabbit’s Apprentice ist nach unseren bisherigen Eindrücken ein Leckerbissen für Fans von Zeichentrickgrafik. Die Hintergründe sind wunderschön und werden hier und dort auch mit netten Effekten wie Parallax-Scrolling – also mehrere, sich unabhängig voneinander bewegende Bildebenen, die so für eine gewisse Tiefenwirkung sorgen – aufgewertet. Der wesentliche Unterschied zu A Stich in Time (vom Setting einmal abgesehen): Das Spiel liegt in Full HD vor. Und vor allem: Die Charakteranimationen sind um Welten besser. Sicherlich könnte sich hier und dort noch etwas mehr in den Hintergründen tun, aber bei den wenigen Szenen, die wir bisher gesehen haben, wollen wir noch keine Rückschlüsse auf den Rest des Spiels ziehen.

Ausblick: Für Märchenfreunde und die, die es noch werden wollen

The Rabbit’s Apprentice hat uns sehr gut gefallen. Optisch sagt uns die Zeichentrickoptik auf Anhieb zu und wir sind uns sicher, dass wir nicht bloß das Best-Of aus dem Spiel gesehen haben. Das Szenario an sich ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Märchen mag nun mal nicht jeder – oder man muss zumindest in der richtigen Stimmung dafür sein. Aber selbst das sollte euch keinesfalls abschrecken. Denn nach dem von Kafkas "Das Schloss" inspiriert A Stitch in Time, können wir nur glauben, dass The Rabbit's Apprentice weit mehr als ein Spiel im Märchenstil ist. Viel mehr erwarten wir eines mit Tiefgang und einer Botschaft. Spielerisch ist es noch schwer einzuschätzen. Die Idee mit den Karten klingt interessant und das Gamedesign dürfte sich erneut an dem von Genre-Größen wie Monkey Island orientieren. Eben so, wie alteingesessene Adventure-Freunde es am liebsten mögen – inklusive einer gesunden, aber nicht abgehobenen Portion Humor. Doch wir wollen den Tag auch nicht vor dem Abend loben und bleiben vorsichtig zuversichtlich. Spätestens im vierten Quartal werden wir mehr wissen. Dann nämlich soll das Spiel bereits in den Handel kommen.
Markus 13 Koop-Gamer - 1535 - 17. August 2012 - 14:27 #

Klingt gut. Aber mal ehrlich - kommts nur mir so vor, oder stellt Daedalic mittlerweile gefühlt alle 3 Tage ein neues Adventure vor?
Edit: Nicht dass ich mich als alter Adventure-Fan über diese Schwemme beschweren würde...

Vidar 18 Doppel-Voter - 12976 - 17. August 2012 - 15:26 #

Nun man muss schon unterscheiden ob es von Deadelic selbst kommt wie dieses hier oder sie nur als Publisher für den deutschen Raum fungieren wie zB bei Alcatraz

Ganon 23 Langzeituser - P - 40379 - 17. August 2012 - 22:46 #

Der Ausstoß ist für so einen Entwickler aber trotzdem erstaunlich hoch. Dieses Jahr kamen schon Harvey, DSA und Deponia raus und nun entwickeln sie am Deponia-Nachfolger (oder gleich an zwei) und diesem hier und vielleicht auch einem neuen DSA-Spiel... Schon nicht schlecht.

Weryx 18 Doppel-Voter - P - 10895 - 22. August 2012 - 0:44 #

Beleben eines Genres..^^

MoorhuhnIndy (unregistriert) 20. August 2012 - 14:19 #

Der Ausstoß an Adventuren durch Daedalic Entertainment ist dieses Jahr definitiv sehr hoch, in einem Interview von Ende 2011 gab Geschäftsführer Carsten Fichtelmann bekannt, dass sie dieses Jahr "unter Umständen 6" eigens produzierte Neuerscheinungen zu verzeichnen haben. Darunter die schon sehr früh angekündigten Spiele Deponia und Satinavs Ketten; die kurz nach dem Release von Deponia vorgestellte Fortsetzung desselben, Chaos auf Deponia; das auf der E3 vorgestellte Point and Click Adventure "1954 Alcatraz", wiederum eine eigene Entwicklung von Daedalic und kein lediglich gepublishter Titel, wie Vidar es sagte; und schlussendlich der dritte Teil der Deponia Triologie. Die beiden letzteren Spiele erscheinen allerdings erst nächstes Jahr. Inwieweit weitere Spiele für dieses Jahr angesetzt sind, werden wir mit Sicherheit noch erfahren. Eventuell waren die Anfang 2013 erscheinenden Spiee letztes jahr noch für 2012 angesetzt. Wer sich das Interview gern einmal selbst durchlesen möchte, kann das hier erledigen: adventurecorner.de/pages/457/interview-mit-carsten-fichtelmann-daedalic

Tristan 11 Forenversteher - 824 - 18. August 2012 - 4:40 #

Zitat: «Ihm erscheint der Marquis de Hoto, ein Hase...»

Wie heisst der Marquis wirklich? Später wird er «Soto» genannt und ich tippe eher auf diesen Namen. Bitte nochmal ansehen.

Könnten Sätze wie dieser:

«Aber selbst das sollte euch keinesfalls abschrecken, denn nach dem von Kafkas Das Schloss inspiriert A Stitch in Time, können wir nicht anders als zu glauben, dass das Spiel weit mehr als Spiel im Märchenstil ist, sondern eins mit Tiefgang und einer Botschaft.»

der einfacheren Lesbarkeit halber nicht etwas anders formuliert werden? Auch die ohne jedwede Kenntlichmachung eingefügten Werksnamen erleichtern nicht das Verständnis, zumal ein "en" und das Wörtchen «ein» zu fehlen scheinen.

Flitzefisch 17 Shapeshifter - P - 6030 - 19. August 2012 - 16:39 #

Abgesehen von dem kleinen Tippfehler finde ich den Satz, für einen solchen in dem der Name ,Kafka' vorkommt, recht gelungen. ;-)

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