Summer of Arcade: Dust - An Elysian Tail
Teil der Exklusiv-Serie Arcade-Check

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FLOGGER 8926 EXP - 17 Shapeshifter,R9,S3,A8,J10
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17. August 2012 - 6:28
In den Achtzigern war es die Regel, dass Spiele von Einzelkämpfern produziert wurden. Heutzutage ist das für eine normale Spielproduktion praktisch undenkbar. Die grafische Gestaltung sowie Sounddesign sind deutlich aufwendiger und insbesondere der Spielaufbau beschränkt sich nicht mehr auf wenige oder gar nur einen einzigen Bildschirm. Umso überraschender ist die Tatsache, dass Dean Dodrill den finalen Titel dieses Summer of Arcade praktisch autonom entwickelt hat. Ursprünglich wollte er es im Indie-Kanal von Xbox Live veröffentlichen. Doch dann gewann das Spiel Microsofts Dream.Build.Play-Wettbewerb. Neben der Preissumme von 40.000 US-Dollar brachte das Dust - An Elysian Tail auch die Veröffentlichung auf Xbox Live Arcade ein, also im Profi-Lager. Und da gehört das Spiel auch hin!

Eine Reise ins Unbekannte

Dust, ein geheimnisvoller Kämpfer, erwacht auf einer friedlichen Waldlichtung, weil eine sonore Stimme immer wieder seinen Namen ruft. Als er sich suchend nach der Herkunft der Stimme umschaut, muss er voller Erstaunen feststellen, dass sie von einem schwebenden Schwert stammt. Auch sonst ist die Verwirrung groß, er kann sich nur an seinen Namen erinnern, an nichts sonst. Weder das Schwert noch das quirlige katzenähnliche Wesen, das das Schwert begleitet und sich als Fidget vorstellt, können ihm eine Erklärung geben. Also folgt Dust dem Rat der mit leuchtenden Runen verzierten Waffe, seiner inneren Stimme zu folgen. So zieht das ungleiche Trio gen Osten, um dort nach Spuren von Dusts Vergangenheit zu suchen...


Dusts Wirbelattacke verstärkt Fidgets Magie ungemein.


Kämpfen im typischen Action-Adventure-Stil

Ähnlich wie Jason Bourne hat Dust zwar sein Gedächtnis verloren, aber seinen Kampfkünsten hat es nicht wesentlich geschadet. Zwar lernt er ab und an neue Techniken hinzu, doch die Grundlagen reichen schon aus, um den Gegnern gehörig den Hintern zu versohlen. Als Basis beherrscht er eine schnelle und eine harte Attacke, die sich zu unterschiedlichen Kombos verknüpfen lassen. Zusätzlich kann Fidget Energiegeschosse generieren, die sich, mit einer Wirbelattacke von Dust kombiniert, als Fernkampfgeschosse verwenden lassen. Mit geschicktem Timing könnt ihr eure schnelle Attacke gedrückt halten, um Angriffe der Gegner zu parieren und sie so einen Moment lang zu betäuben – im Kampf gegen ganz dicke Brocken ist diese Technik essenziell. Zusätzlich beherrscht ihr einen flotten Ausweichschritt, mit dem ihr Abstand zu den Gegnern gewinnt oder schnell an sie heranstürmt. Besonders hierbei erinnern die Bewegungen des Protagonisten stark an Alucard aus Castlevania - Symphony of the Night. Die Steuerung geht in allen Belangen flüssig von der Hand. Die dynamischen Kämpfe sind ausgesprochen rasant und brachial inszeniert, ähnlich denen eines sehr bekannten cholerischen Spartaners.

Bunter Genre-Salat

Auch der Spielablauf ist stark vom sogenannten Metroidvania-Subgenre inspiriert. Ihr schnetzelt euch durch weitläufige Areale und kehrt zu einigen Stellen erst wieder zurück, wenn ihr die richtige Fähigkeit erlernt habt. So gibt es beispielsweise glitschige Ranken, an denen ihr abrutscht, weil euch anfangs der nötige Grip fehlt. Oder ihr müsst erst lernen, durch enge Gänge zu gleiten. Zudem hat Dust - An Elysian Tail jede Menge Rollenspielelemente. Nach einem Stufenaufstieg könnt ihr auswählen, ob ihr eure Lebensenergie, Angriffskraft, Verteidigung oder Fidgets Geschosse verbessern wollt. Darüber hinaus kann Dust seine Werte mit Rüstungen oder Accessoires wie magischen Ringen oder Amuletten aufbessern. Ab und zu findet ihr Baupläne für besonders mächtige Extras. Wenn ihr die nötigen Bestandteile gesammelt habt, besucht ihr den Schmied, der euch dann das Ding herstellt. 

Abseits der Hauptquest geben euch die Dorfbewohner kleine Nebenaufgaben. Im Questlog ist alles ordentlich vermerkt und lässt sich nach Bedarf komfortabel nachschlagen. Um euch später größere Gewaltmärsche zu ersparen, habt ihr an den Speicherpunkten die Möglichkeit, euch in bereits entdeckte Gebiete zu teleportieren. Dafür benötigt ihr aber Transportkristalle, die ihr kaufen müsst oder auch selten von besiegten Gegnern fallen gelassen werden.


Verschiedene Landschaften und Varianten von Details an den Gegnern sorgen für optische Abwechslung.


Kleine Tricks, große Wirkung

Durch den Einsatz von Pastellfarben sieht Dust grafisch sehr märchenhaft aus. Stilistisch wirkt das Artdesign der von Hand gezeichneten Hintergründe wie eine Mischung aus Disney und Studio Gibli-Anime. Viele Animationen der Flora und Fauna im Hintergrund oder auch auf der Spielebene, sorgen für einen sehr lebendigen Gesamteindruck. Obendrein wechselt in manchen Abschnitten auch das Wetter.

Genau wie die Protagonisten sind auch die vielen unterschiedlichen Gegner geschmeidig animiert. Um euch nicht mit den immer wiederkehrenden Standartgegnern zu langweilen, hat der Entwickler toll getrickst. Auch Monster der selben Gattung, unterscheiden sich meist voneinander, da sie anders gefärbt sind, andere Waffen in der Hand halten oder einzelne Körperpartien etwas anders aussehen. Mit einfachen Mitteln sorgt Dean Dodrill für eine beachtliche Wirkung – da könnte sich manch großer Entwickler eine Scheibe abschneiden. Unser einziger Kritikpunkt an der Grafik ist, dass die Schattierungen an manchen Stellen nicht ganz professionell wirken. Das fällt aufgrund des fabelhaften Gesamteindrucks aber nicht wirklich ins Gewicht.

Dust wird von einem tollen Soundtrack unterstützt. Egal ob märchenhaft, düster oder episch, die Musik passt immer gut zum Geschehen. Während der Dialoge sind die Figuren stark vergrößert im Vordergrund eingeblendet und werden stimmungsvoll von englischen Sprechern lippensynchron vertont. Die deutschen Textfelder wurden akkurat übersetzt und bieten keinerlei Anlass zum Meckern.


Fazit: Rundum gelungen

Unglaublich, was Dean Dodrill mit Dust - An Elysian Tail fast im Alleingang auf die Beine gestellt hat. Dynamisches Gameplay, eine toll erzählte Geschichte und eine riesige Spielwelt mit märchenhafter Grafik machen den Titel zum Highlight des Summer of Arcade. In Anbetracht der Qualität sind 1.200 Microsoft-Punkte ein Schnäppchen! Selbst wenn ihr nur der Hauptquest folgt, werdet ihr ungefähr 12 bis 15 Stunden benötigen, bis ihr die Credits zu sehen bekommt. Die vier Schwierigkeitsgrade sind so ausbalanciert, dass das Spiel für Einsteiger bis Profis geeignet ist. Dadurch erhöht sich auch der Wiederspielwert von Dust. Metroidvania-Genrefans können ungesehen zuschlagen. Alle anderen Xbox-360-Besitzer mit Faible für schicke 2D-Games sollten sich unbedingt die Demo herunterladen..
  • Preis am 16.8.2012: 1.200 Microsoft-Punkte (entspricht zirka 15 Euro)
  • Ein Spieler
  • "Metroidvania"-Subgenre
  • Für Einsteiger bis Profis geeignet
  • Faszinierendes Werk eines Einzelkämpfers

Video:

Crazycommander 14 Komm-Experte - P - 1863 - 16. August 2012 - 10:00 #

Oh schön, das wird dann wohl mein erstes Summer of Arcade 2012-Spiel.

Bernd Wener 19 Megatalent - 13635 - 16. August 2012 - 10:00 #

Spiegelt genau meinen Eindruck nach bisher rund 3-4h Spielzeit wieder. Das Teil ist dermaßen gelungen, dass ich immer noch nicht glauben kann, dass der gute Dean das alleine (und ich hörte das Gerücht: sogar als Grund, um überhaupt erst programmieren zu lernen) gemacht hat.

Sieht super aus, spielt sich fantastisch, enormer Umfang und Tiefgang und auch die Usability in den Menüs, etc. ist grandios.

In meinen Augen mit Abstand das Highlight des diesjährigen Summer of Arcade.

falc410 14 Komm-Experte - 2356 - 16. August 2012 - 10:22 #

Das ist kein Gerücht. Ich habe mich mit ihm per Mail und Forum ausgetauscht bevor er den DBP Contest gewonnen hat. Für mich war es damals schon ein heißer Favorit.

Er hatte vorher wirklich noch nie etwas programmiert (nur ganz früher mal in Basic glaube ich) und sich C# und XNA in wenigen Wochen selber beigebracht, bzw. mit Hilfe des Buches von James Silva (der ja den Dishwasher Samurai programmiert hat). Abgesehen davon das James Silva einen fürchterlichen Programmierstil hat, so ist sein Dishwasher ja genau das gleiche Genre und das Buch zeigt sehr gut wie man so eine Art von Spiel programmiert - und vorallem wie viel Arbeit gerade in den Animationen steckt.

Das ist auch ein Grund warum es so lange gedauert hat bis Dust fertig war. Das Programmieren an sich ist nicht halb so aufwendig.

Hier sieht man mal das Beispielspiel das man mit Hilfe des Buches programmiert (die Grafiken werden mitgeliefert):
http://www.youtube.com/watch?v=WoboG8y1TuQ

Bernd Wener 19 Megatalent - 13635 - 16. August 2012 - 10:45 #

Naja, "lange gedauert" ist relativ. Für den Umfang und Tiefgang den das Spiel bietet, und das von einem Einzelkämpfer, der noch dazu offenbar Anfänger war, ist das eine in meinen Augen alles andere als lange Entwicklungszeit. Danke für den Hinweis. Wahnsinnsleistung. Hut ab!

FLOGGER 17 Shapeshifter - 8926 - 17. August 2012 - 12:03 #

Wie lange hat es denn gedauert?

Old Lion 25 Platin-Gamer - P - 64882 - 16. August 2012 - 10:03 #

Sieht doch ganz nett aus! Falls mir mal gar nicht einfällt was ich spielen soll werd ich zugreifen!

FLOGGER 17 Shapeshifter - 8926 - 16. August 2012 - 10:22 #

Die Funktion eines Lückenfüllers ist für Dust etwas unfair. ;0)

Old Lion 25 Platin-Gamer - P - 64882 - 16. August 2012 - 10:51 #

Mag sein das es unfair ist, aber da wird Dust in meinem Falle mit leben müssen, da ich eigentlich gar kein Arcade-Nutzer bin! Ich denke Dust wird es überleben!

Weryx 18 Doppel-Voter - P - 10036 - 22. August 2012 - 0:26 #

Grade so...

Sciron 19 Megatalent - P - 15787 - 16. August 2012 - 10:14 #

Da hat man sich das Highlight dieses "Arcade-Summers" wohl wirklich bis ganz zum Schluß augespart. Ich sehe keinen Grund, dieses Spiel nicht sofort hysterisch schreiend zu kaufen. Nunja, ausser das es mir grade an MS-Points mangelt *hüstel*. Wird aber schnellstmöglich nachgeholt.

McGressive 19 Megatalent - 13786 - 16. August 2012 - 10:24 #

Wow! Meine Eindrücke der Demo werden durch den Check nur noch be- und verstärkt. Das Ding ist einfach extrem gut und grafisch 'ne Bombe!
Außerdem: Metroidvania?!? Shut up and take my money! =)

Mein erster Summer of Arcade hat sich für mich wirklich gelohnt. Hatte mit THPS und Deadlight bereits sehr viel Spaß und hier wird es sicher nicht anders sein.

Ghostwriter (unregistriert) 16. August 2012 - 11:05 #

Tolles Spiel! Blindkauf für jeden der auch nur irgendwas mit dem Genre anfangen kann.

Kitty (unregistriert) 22. August 2012 - 10:06 #

Hallo liebe Dust fans... Ich hab da mal ne blöde Frage. Ich finde dieses Spiel total super, aber ich weiss nicht wo ich die Fähigkeiten "klettern" und "rutschen" (unter felswände durch) her kriege... Auf den Karten gibt es wirklich viele Möglichkeiten und ich komme da einfach nihct hoch oder durch????? Kommen die Automatisch mit Levelaufstieg? Ich bin Level 9. Danke für eure Antworten.
Kitty

Bernd Wener 19 Megatalent - 13635 - 22. August 2012 - 10:26 #

bekommst du im späteren Verlauf der Geschichte, unabhängig vom Level deines Charakters.

Kitty (unregistriert) 24. August 2012 - 9:47 #

Ich danke dir... habe schon ein bissl weitergespielt und zwei neue Fertighkeiten bekommen. Vielen Dank und noch ne Menge Spass euch allen beim Anblick von "Fidget" <3

Oynox Slider 14 Komm-Experte - 2108 - 6. September 2012 - 20:21 #

Werde ich mir sicherlich bald zulegen. Spätestens im Dotw.

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