Europa Universalis 4 erscheint Q3 2013 und ist auf der Gamescom

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11. August 2012 - 2:38 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert
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Paradox kündigte vor kurzem den neuesten Streich in der Globalstrategiereihe Europa Universalis an und erste Informationen werden bei Kotaku und Strategyinformer verraten. Der vierte Teil wird wieder vom internen Studio entwickelt und soll unter anderem die seit 2005 gezogenen Lehren, da begann die Entwicklung von Europa Universalis 3, umsetzen. Das wohl größte Versprechen ist laut einer Aussage von Paradox-Development-Studio-Manager Johan Andersson "ein drastisch anderes Tutorial", wenn man bedenkt, dass diese bisher bestimmt keinen Glanzpunkt darstellten.

Neben der Verfeinerung vorhandener Konzepte legt Paradox diesmal auch einen größeren Fokus auf Grafik und Mehrspielermodus. Die 3D-Weltkarte bekommt Jahreszeiten, Einheiten besitzen mehr Details und das Mehrspielersystem wird grundlegend verbessert. Eine Anleihe am erfolgreichen Crusader Kings 2 (GG-Test: 7.0) holt man sich, indem unterschiedliche Monarchen eigene Auswirkungen für das jeweilige Land haben. Ebenso sollen reale historische Ereignisse für mehr Atmosphäre sorgen, ohne euch dabei in vorbestimmte Bahnen zu lenken.

Das Spielsystem baut auf Teil 3 inklusive dessen Erweiterungen auf, wobei auch hier Mechaniken wie Kampf und Handel neu umgesetzt werden. Zugänglichkeit und Interface sollen Dank der neuesten Clausewitz Engine ebenfalls verbessert werden und Modifikationen sollen die gleiche Unterstützung wie in Crusader Kings 2 erfahren. Neben den nun veröffentlichten Screenshots und einem kurzen Ankündigungstrailer wird das Spiel erstmals auf der Gamescom zu sehen sein.

Video:

Vidar 18 Doppel-Voter - 12492 - 11. August 2012 - 7:18 #

Tolle ankündigung!
Nach CK2 werd ich wohl blind zuschlagen so buggy sind die Spiele ja nicht mehr von Paradox selbst ^^

Elton1977 19 Megatalent - P - 15196 - 11. August 2012 - 8:20 #

Neues Strategiefutter für 2013. Den Titel werde ich mal ins Blickfeld rücken.

Weryx 18 Doppel-Voter - P - 10323 - 20. August 2012 - 14:47 #

Ja hoffentlich wird was gutes draus.

monkeypunch87 14 Komm-Experte - 2510 - 11. August 2012 - 8:36 #

HURRA!!! Lasst uns alle diese Ankündigung feiern. Nur noch etwas über ein Jahr!

Ich habe so viel Zeit in EU3 gesteckt (laut Steam über 1000 Stunden), da kann gerne ein Nachfolger kommen.

SaRaHk 16 Übertalent - 4452 - 11. August 2012 - 10:11 #

Also irgendwie war ich ja schon beim ersten Teil völlig überfordert. 80

volcatius (unregistriert) 11. August 2012 - 10:57 #

Die Engine sollte wohl "Clausewitz" heißen, bitte korrigieren.

Limper 16 Übertalent - P - 5212 - 11. August 2012 - 11:12 #

Im Interview stands mal so mal so, aber Clausewitz ist vermutlich richtiger, danke :)

Trollwynn 11 Forenversteher - 621 - 11. August 2012 - 10:29 #

Pflichtkauf! Das wird sich einreihen zwischen all meinen anderen Paradoxspielen^^. Ich glaub aber, dass es leider wieder nur (wie schon CK2) über Steam läuft, wenn man sich die Box holt (ich hab nichts gegen Steam und nutz es selbst oft genug, aber ich fand's schöner, als man wirklich nur das Spiel und keinen Account irgendwo brauchte).
Wenn die wirklich ENDLICH mal Dynastien nach Muster eines Crusader Kings einbauen, würden die mir damit genau den Wunsch erfüllen, den ich schon immer von einem EU hatte. :D

derblaueClaus 12 Trollwächter - 932 - 11. August 2012 - 12:03 #

Kaufs doch über Gamers Gate. Keine Box, kein Steam. ;)

Trollwynn 11 Forenversteher - 621 - 11. August 2012 - 12:55 #

Ich möchte aber Box + Spiel ohne Steam^^. Werd es mir aber wohl mit Steambindung holen, wenn der Fall eintreten sollte.

ChuckBROOZeG 19 Megatalent - 19059 - 11. August 2012 - 17:12 #

Mit Box und ohne Account und ich hätt es jetz shcon vorbestellt :-D.

Ganesh 16 Übertalent - 4985 - 11. August 2012 - 11:35 #

Ich freu mich. Mit keinem anderen Spiel habe ich in den letzten zwei Jahren so viel Zeit verbracht, wie mit EU3...

Anonymous (unregistriert) 11. August 2012 - 11:43 #

Zwei Dinge würde ich mir wünschen, ein interessanteres Handelssystem und mehr beeinflussbare Events, ala Crusader Kings 2 oder eben Magna Mundi.

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9232 - 11. August 2012 - 12:14 #

Sehr heftige Simulation. Kann ich nur den Leuten empfehlen die sich ein wenig für Geschichte interessieren und ihre Fernseher selber reparieren ^^ Sehr komplex.

Easy_Frag 14 Komm-Experte - P - 2320 - 11. August 2012 - 12:23 #

Ja klingt fast nach einem Pflichtkauf!

GamersAnonyGlobalmous (unregistriert) 11. August 2012 - 13:25 #

Irgendwie stellt Paradox immer nur die selben Spiele her, die sich nur jeweils darin unterscheiden in welcher Zeit der Weltgeschichte sie spielen. Wer Hearts of Iron beherrscht hat auch bei Crusader Kings keine Probleme und auch nicht bei den Mittelalter, Kolonial und Amerika-Ablegern, folgt irgendwie immer dem selben Muster.

Trollwynn 11 Forenversteher - 621 - 11. August 2012 - 13:37 #

Solange sinnvolle Erweiterungen im Gameplay dazukommen, soll's mir recht sein. Ich hab bisher jeden Strategie-Titel von ihnen (ausgenommen HoI) blind gekauft und bereue keinen einzigen davon. Allein bei CK2 kan eine Menge hinzu, die es so im ersten Teil nicht gab und die in meinen Augen das Setting sinnvoll ausfüllen.

DerStudti 11 Forenversteher - 768 - 11. August 2012 - 15:04 #

Es geht immer um das Schaffen eines Reiches auf einer mehr oder minder großen, in der Echtwelt liegenden Landkarte. Die einzelnen Spiele legen aber durchaus verschiedene Schwerpunkte, teils auch innerhalb einer Serie. Europa Universalis ist für mich ein "Risiko" in komplex, Victoria (v.a. Teil 1) simuliert soziale und Wirtschaftsstrukturen zusätzlich zur reinen Welteroberung, Sengoku und Crusader Kings beziehen dynastische Strukturen mit ein, Hearts of Iron II legt den Schwerpunkt auf den Kampf und die Wiedergabe der Historie, Hearts of Iron III betont die Armeestruktur und Logistik innerhalb eines (leider) nicht historisch korrekt festgezurrten Umfelds. Wie man aus meiner Zusammenfassung herausliest, gefällt dabei bei weitem nicht jedes Prinzip jedem Spieler. Ich finde beispielsweise EU repetitiv und viel zu ahistorisch; Victoria versemmelt seinen wunderbaren Ansatz durch mangelhafte Diplomatie, fehlende Innenpolitik und das Fehlen einer nationenspezifischen KI; Hearts of Iron III ist mir ebenfalls zu ahistorisch/beliebig und auf die Nutzbarkeit durch die KI optimiert, schreit also in zu vielen Spieldetails danach, die Automatik zu benutzen. Dafür hänge ich seit 2006 an HoI2 in allen Varianten intensiv fest.

Man könnte also sagen: Ja, Paradox macht eigentlich immer dasselbe Spiel, aber das hilft letzten Endes dem Spieler, genau die Variante zu finden, die zu ihm/ihr passt.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12492 - 11. August 2012 - 16:13 #

Wobei ich mal gern ein Spiel hätte welches alle Vorteile der einzelnen Reihen vereint. Wäre zwar mega Komplex aber es wäre wohl einfach Klasse

DerStudti 11 Forenversteher - 768 - 11. August 2012 - 20:06 #

KI, Balancing und Zielgruppenorientierung sind da wohl die kritischen Aspekte. Wenn du's ne Stufe komplexer haben willst als bei Paradox, greif zu den Produkten von AGEOD und Gary Grigsby. Das Komplexitätsmonster scheint da "War in the Pacific: Admiral's Edition" zu sein. Mehrere Stunden Aufwand pro Zug, jahrelange Partien, Kontrolle über jedes einzelne Regiment, jede Staffel und jedes einzelne Kriegsschiff im gesamten Pazifikkrieg...Davon werden die meisten Einsteiger selbst nach jahrelanger Vorerfahrung erst mal erschlagen. Und in die Charts schafft es so ein Hardcore-Produkt natürlich auch eher selten.

John of Gaunt Community-Moderator - P - 59447 - 11. August 2012 - 18:31 #

Ich schwanke ja schon lange, ob ich mir nicht mal EU3 zulege. Könnte eigentlich absolut ein Spiel für mich sein. Daher werde ich die weitere Entwicklung von Teil 4 auf jeden Fall sehr interessiert verfolgen.

gnal 12 Trollwächter - 1080 - 11. August 2012 - 19:26 #

Das Hauptproblem aller Paradox Spiele sind die Kämpfe. Das ist einfach viel zu unspannend und wenig spektakulär umgesetzt. Und dabei ist das eine so wesentliche Komponente!

DerStudti 11 Forenversteher - 768 - 11. August 2012 - 20:00 #

Also ich für meinen Teil habe schon x Tischkanten zerschlissen, während ich darauf wartete, dass die von mir eingeleiteten Maßnahmen (Bombardierung, Flankenangriff, Küstenbeschuss, Offensivversorgung,...) in einer entscheidenden Schlacht Wirkung zeigten. Da wurde das beobachten der Uhr ("Mist, nur noch 5 Stunden bis Sonnenuntergang!"), der Kampfmodifikatoren und des Fortschrittsbalkens zu ner absolut nervenaufreibenden Aktion. Und oft hat man in HoI2 drei oder vier solcher Kämpfe gleichzeitig. Eine Bombast-Inszenierung würde da nur unnötig Aufmerksamkeit beanspruchen. Globalstrategiespiele wie jene von Paradox spielt man zuletzt wegen der Grafik und Inszenierung.

Anonymous (unregistriert) 11. August 2012 - 20:34 #

Dem muss ich widersprechen, Kämpfe sind letztlich immer nur Mittel zum Zweck, das wirklich wichtige ist das was dahinter steht. Bei EU etwa deine "Makro-Strategie".
Zumal die Frage wäre, wie sonst umsetzen? Total War Schlachten (geeignete Engines hätte man ja von anderen Paradox spielen) würden das Spiel doch (zeitlich) unspielbar machen.
Man kann natürlich sagen, besser geht immer, aber so wichtig sind die einzelnen Schlachten aus meiner Sicht, überhaupt nicht, da wären Dinge wie Diplomatie, KI, Handel viel, viel wichtiger wenn es um Verbesserungen geht.

Ganesh 16 Übertalent - 4985 - 11. August 2012 - 20:55 #

Das ist schlicht falsch. Die Spiele behalten eine strategische Ebene bei und zerstören die nicht dadurch, dass der große Herrscher auf einmal eine Armee mikro-managen müssen.

Gelegenheitsmitleser (unregistriert) 12. August 2012 - 10:17 #

Das ist schlicht deine Meinung. Ich würde mir in dieser Hinsicht auch eine etwas bessere Präsentation wünschen. Man könnte es ja optional gestalten.

Ganesh 16 Übertalent - 4985 - 12. August 2012 - 15:41 #

Das ist keine Frage der Meinung, sondern eine Frage der Umsetzung. Schau dir Endless Space an: Kämpfe in einem Globalstrategiespiel anders zu präsentieren endet entweder in unpassendem Mikromanagement oder einem (interaktiven) Film. Die Ressourcen, die darein investiert werden müssen, sind an anderer Stelle besser aufgehoben.

Und wie soll man so was optional gestalten? Entweder es bringt dem Spieler einen Vorteil oder aber nicht. Wenn nicht, ist es bedeutungslos. Wenn ja, ist es halt eben nicht wirklich optional. Das ganze Mikromanagement in MoO2 war auch optional (du konntest den Auto-Knopf betätigen). Es hatte aber gravierende Nachteile das zu tun - ohne Mikromanagement warst du deinen Gegnern eher unterlegen, weshalb du es dann letztlich doch machen musstest. Optionale Features lassen sich in Strategiespielen schwierig umsetzen.

Statt solcher nahezu unmöglicher Aufgaben, gibt es noch genug anderes zu tun - für die Leute, die diese Taktikschlachten wollen, gibt es TW und seine zahlreichen Klone.

Gelegenheitsmitleser (unregistriert) 12. August 2012 - 21:55 #

Es ist eben doch eine Frage der Meinung. Man muss Micromanagemant nämlich nicht zwingend unpassend finden. Einen interaktiven Film möchte ich natürlich nicht. Aber es gibt eben Leute, wie mich, die nicht nur König, sondern auch der jeweilige General sein wollen. Das erschafft für mich eine wesentlich stärkere Immersion. Indem man beide Systeme einbauen würde, könnte man es auch optional gestalten, aber das ist, da hast du vollkommen recht, ressourcentechnisch, wohl nicht unbedingt umsetzbar ohne an anderer Stelle zu murksen.

TW ist meiner Meinung nach ein Globalstrategiespiel. Ich würde mich z.B. auch über ein Total War mit wesentlich komplexerem Wirtschaftsteil, bzw. Strategieteil freuen. Was dann wiederum eine Annäherung an die Sache aus der anderen Richtung wäre. Welche zahlreichen KLone meinst du denn? Die Total War Reihe steht doch in ihrer Art immer noch relativ alleine da. 'King Arthur' fiele mir da ein, aber das fand ich taktisch relativ flach.

Ganesh 16 Übertalent - 4985 - 12. August 2012 - 22:24 #

Das ist keine Frage der Meinung. Höchstens können wenn du darüber streiten magst, was die Paradox-Spiele eigentlich sind. Nach gängiger Definition handelt es sich hier um Grand Strategy Games, deutsch etwas unbeholfen übersetzt mit 'Globalstrategie'. Wichtig ist aber die Ebene, die ein solches Spiel hat: nämlich diejenige der großen strategischen Entscheidungen. Eben das ist ein Unterschied von der taktischen Ebene. Zwischen diesen Ebenen zu wechseln, bricht gerade die Immersion, weil es in der Geschichte äußerst wenige Menschen gab, die auf beiden Ebenen gut agieren konnten. Und diejenigen, die es konnten unterlagen anderen Einschränkungen. Nun sind Paradox-Spiele auch noch Simulationen - eine Simulation misst sich irgendwie an der Realität. Dieser Anspruch mag zwar nicht immer durchgezogen werden, aber irgendwie ist er doch da. Und genau da zerfällt TW und ähnliche Spiele (abgesehen davon, dass die Kamera stinkt).

Und ich habe ernsthafte Zweifel, dass es optional zu gestalten ist. Es muss halt eben dem Spieler einen Vorteil bringen, die Schlachten nicht einfach auszuwürfeln. Und in dem Moment ist es halt im strikten Sinne nicht mehr optional, sondern notwendig, wenn ich gewinnen will.

Im TW-Forum sind einige Klone zu historischen Spielen aufgeführt. Empfehlenswert soll auch das (komplett ohne die Trennung zwischen strategischer und taktischer Ebene auskommende) Spiel zu Phillip von Mazedonien sein. Das ist zwar im strikten Sinne kein TW-Klon, aber es bietet Taktik und Strategie.

Gelegenheitsmitleser (unregistriert) 12. August 2012 - 23:09 #

Es gibt nirgends eine feste, eindeutige Definition von Globalstrategie, schon gar keine die einen umfangreichen Taktikanteil verbietet. Außerdem ändert das Alles nichts daran, dass ich und einige andere, diese Kombination von Strategie und Taktik gerne hätten, es für uns also zur Immersion beiträgt und es somit, absolut und komplett subjektiv, sprich eine Frage der Meinung, ist. Was sich auch schön an unserer Diskussion erkennen lässt. Du magst es halt so, mir würde es anders noch besser gefallen.

Ganesh 16 Übertalent - 4985 - 13. August 2012 - 8:16 #

Also nur weil wir unterschiedliche Ansichten haben, ist das noch lange keine Geschmacksfrage. Vielleicht eine der Meinung, aber Gamedesign ist doch kein Wunschkonzert. Es gibt vermutlich viele, die sich eine Kombination aus unterschiedlichen Elementen wünschen, eben weil sie halt mehrere Genres gut finden. Es gibt aber Gründe, das so etwas selten gelingt und schon gar nicht aus einer bestehenden Serie hinaus.

Anders ausgedrückt: Egal, wie wir Globalstrategie definieren, dass es unterschiedliche Ebenen (taktisch, operational und strategisch) in irgendeiner Form gibt, ist weitestgehend Konsens. Dass Paradoxspiele sich auf die letzten beiden Ebenen konzentrieren, ist ein Fakt. Für das Hinzufügen einer taktischen Ebene sind umfassende Veränderungen notwendig (zu denen hast du noch gar nichts gesagt) - das Spiel muss in seiner Mechanik darauf abgestimmt werden.

Selbst wenn das möglich wäre (daran habe ich meine Zweifel), kommt am Ende ein anderes Spiel dabei raus. TW ist von Anfang an darauf ausgerichtet gewesen, dass die strategische Ebene den Kontext für das Zentrum des Spiels, die Schlachten, liefert. Und ich behaupte, dass es sich trotzdem noch wie zwei Spiele in einem anfühlt. Und da haben wir immer noch nicht drüber gesprochen, wie man damit umgeht, dass es sehr unplausibel ist, dass ein Feldherr aus dem Sattel ein ganzes Königreich regiert.

DerStudti 11 Forenversteher - 768 - 13. August 2012 - 14:11 #

In deinem letzten Satz steckt ein vermutlich brauchbarer Ansatz: Antike und mittelalterliche Herrscher taten genau das. Sie hielten stationär oder stetig durch das Reich reisend Hof (=> strategische Ebene) und führten selbst als Kommandant (=> taktische Ebene) die wichtigsten oder prestigeträchtigsten Schlachten. Die Total War - Reihe ist meines Erachtens in der Nähe dieses Konzepts angesiedelt, wobei allerdings konsequenterweise die Möglichkeit, in Schlachten einzugreifen, auf jene Kämpfe beschränkt sein sollte, an denen der eigene Avatar auch beteiligt ist. Die "Fernsteuerung" von Armeen unter dem Kommando von Generälen passt nicht ins Bild. Und genauso müsste die zur Kriegführung benutzte Zeit für die Reichsverwaltung fehlen. Bei Richard Löwenherz tanzten zu Hause auch die Mäuse auf dem Tisch, als er sich für Jahre zum Kreuzzug ins Heilige Land abseilte. Diesen Kompromiss "Krieg oder Staatslenkung" verlangen einem die TW-Spiele nicht ab.

Der Ansatz von Paradox-Spielen wie EU oder HoI liegt üblicherweise ne Ebene höher. Es ist oft nicht definiert, welche Rolle man nun eigentlich einnimmt. Man ist oft weder Staatsoberhaupt, noch Regierungschef. Man ist zweifellos Oberkommandierender der Armee, kann aber auch die Diplomatie, den Handel und die Forschung bestimmen. Eine reale Entsprechung für einen solchen Posten - erst recht nicht über Jahrhunderte hinweg - gibt es nicht. Daher kann man sich nicht beim Spieldesign an einem realen Vorbild orientieren, sondern muss rein spielerische Aspekte zugrunde legen. Konkret heißt das, dass der Spieler soviel Einfluss wie vom Designer gewollt und wie für ein pausierbares Echtzeitspiel vertretbar haben muss. Dazu kommt, dass das Spiel idealerweise für spannende Mehrspielerpartien geeignet sein soll. Alleine schon wegen der schieren Masse könnte man keinesfalls jede einzelne Schlacht in EU oder HoI auch taktisch abbilden.

Natürlich hatte auch ich schon mal vor Jahren wilde Vorstellungen von einem Spiel, das jede nur denkbare Ebene vereinte, von der obersten Strategieebene bis hinunter zu den einzelnen Hanseln, welche für die Ausführung der Unternehmungen zuständig sind. Von Strategiekarte bis Egoperpektive sollte Alles dabei sein, erträumte ich mir, und ich sah mit den Online-MMPGs die große Chance gekommen. Doch selbst die am weitesten reichenden Ansätze (EVE) konnten natürlich nie auch nur in die Nähe meines Wunschtraums kommen, weil er schlicht spielerisch nicht funktioniert. Der Stratege will seinen perfekt ausgeklügelten Plan nicht dem Geschick und der Tageslaune einiger heißblütiger Online-Jungspunde anvertrauen und letztere wollen sich nicht von einem anderen Spieler sagen lassen, wie und wo sie gerade welche Aufgabe in der virtuellen Welt zu erfüllen haben. Aber ich schweife ab...Ich denke, mein Punkt ist klar geworden: Schöne Spielkonzepte kann man sich immer vorstellen, aber sie müssen die Konfrontation mit der Realität und dem Spielergeschmack aushalten. Und da ist meines Erachtens mit den Grigsby-Spielen ("War in...") das Ende der Komplexitäts-Fahnenstange ziemlich erreicht.

Trollwynn 11 Forenversteher - 621 - 13. August 2012 - 14:22 #

Sag doch einfach nur kurz und knapp "Reisekönigtum" und pack nen informativen Link dazu. :) Hatte ich auch schon überlegt, als ich seinen Satz las. *lach*

Ich mag alle Paradoxspiele genau so, wie sie sind. Ich brauche da nicht noch etwas anderes drin - auf Schlachten ala "Total War" kann ich gut und gerne verzichten und die ermüden mich eher noch. Da ist all das Drumherum wesentlich spannender für mich.

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 12. August 2012 - 14:07 #

Huzzah! Dieser Kurfürst ist tot! Es lebe *mein* Kaiser! >:]

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