Summer of Arcade: Deadlight
Teil der Exklusiv-Serie Arcade-Check

360
Bild von FLOGGER
FLOGGER 8926 EXP - 17 Shapeshifter,R9,S3,A8,J10
Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertIdol der Massen: Hat mindestens 10.000 Kudos bekommenSilber-Jäger: Hat Stufe 10 der Jäger-Klasse erreichtBronze-Jäger: Hat Stufe 5 der Jäger-Klasse erreichtVielspieler: Hat 250 Spiele in seine Sammlung eingetragenBronze-Archivar: Hat Stufe 5 der Archivar-Klasse erreichtLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiBronze-Reporter: Hat Stufe 6 der Reporter-Klasse erreichtDiskutierer: Hat 1000 EXP durch Comments erhaltenStar: Hat 1000 Kudos für eigene News/Artikel erhaltenTop-News-Veteran: Hat mindestens 50 Top-News geschrieben

2. August 2012 - 15:08
Deadlight ab 9,24 € bei Amazon.de kaufen.
Zombies, Zombies und noch mehr Zombies. Die fauligen Gesellen haben in den letzten Jahren einen so prachtvollen zweiten Frühling erlebt, dass sie praktisch in allen Genres als geistlose Fieslinge herhalten mussten. Ob als Kanonenfutter in Left 4 Dead oder Call of Duty, in Wellenform in Pflanzen  gegen Zombies oder ganz aktuell in Telltales Adventure The Walking Dead, in dem sie für eine spannend-gruselige Atmosphäre sorgen. Die vielen Auftritte der lebenden Toten in Videospielen könnten einen ganzen Artikel füllen. Da die Thematik scheinbar immer noch nicht ausgelutscht zu sein scheint, flüchtet ihr in Deadlight dieses Mal in dreidimensionaler Optik auf 2D-Pfaden vor den Schlurfern.

Seattle 1986

Nachdem bei einem Patienten eine seltsame Krankheit festgestellt wurde, steht die Welt 145 Tage später, am 4. Juli 1986, vor dem Abgrund. Eine verheerende Pandemie hat die meisten Menschen in geistlose Wesen verwandelt, die jeden nicht Infizierten aggressiv attackieren, um sich von ihnen zu ernähren. Ein Biss oder Kratzer dieser sogenannten Schatten sorgt dafür, dass sich gesunde Menschen in einen der lebenden Toten verwandeln. Im Spiel übernehmt ihr die Rolle des kanadische Mountain-Ranger Randall Wayne, der auf der Suche nach seiner vermissten Familie ist. Mit einer Gruppe von vier weiteren Überlebenden versucht er eine Zuflucht außerhalb Seattles zu erreichen, von der im Radio berichtet wurde, und er hofft, Frau und Tochter dort zu finden. Doch es ergeben sich andere Probleme: Gruppenmitglied Karla ist verschwunden und Randall muss schließlich voller Entsetzen feststellen, dass sie gebissen wurde und ihre grausige Verwandlung schon begonnen hat. Also beschließt er, sie mit einem Gnadenschuss zu erlösen. Nicht bedacht hat er allerdings, dass sein Schuss eine ganze Meute der Schatten anlockt, die die Gruppe überrennt und Randall in Folge dessen von seinen Kameraden getrennt wird. Von da an ist er völlig auf sich allein gestellt...


Nach wenigen Schwingern mit der Axt, geht Randall die Puste aus.

Spielerisch orientiert sich Deadlight stark am Ur-Prince of Persia von 1989, das einige Leser sicherlich am ehesten vom Amiga kennen. Randall kann laufen, sprinten, sich abrollen, über Abgründe springen, behände von Kanten absteigen oder hangeln – und sieht dabei ähnlich agil aus wie der persische Prinz. Anfangs seid ihr noch völlig wehrlos gegen die Schatten, deshalb müsst ihr versuchen auf Distanz zu bleiben. Wenn sie euch den Weg versperren, könnt ihr sie mit einem Pfeifen in eine günstigere Position oder in Fallen locken. Bekommt euch doch mal einer der Zombies in die Finger, schüttelt ihr ihn euch mittels schnellem Tackern des B-Knopfes vom Leib – das kostet aber wertvolle Lebensenergie und sollte tunlichst vermieden werden. Selbst wenn ihr die Feuerwehraxt oder den Revolver besitzt, solltet ihr den offenen Kampf nur im äußersten Notfall suchen. Das Schwingen eurer Axt kostet eine Menge eurer Ausdauer, was dazu führt, dass ihr euch nur noch sehr langsam bewegen könnt, wenn diese verbraucht ist. Daher geht ein Kampf gegen mehr als zwei der Zombies meist schlecht für euch aus. Auch beim Klettern solltet ihr den Ausdauerbalken immer im Auge behalten, da die Stürze oft tödlich enden. Der Revolver hingegen hat chronischen Munitionsmangel und obendrein müsst ihr zum Laden jede Patrone einzeln in die Trommel stecken. Deshalb ist das sorgfältige Zielen mit dem rechten Stick auf den Kopf der Gegner sehr zu empfehlen.

Leichte Kopfnüsse

Wo im ersten Spieldrittel noch die Zombies im Mittelpunkt stehen, verschiebt sich das Gefahrenpotenzial im späteren Verlauf eher in Richtung tödlicher Fallen. Auch das Lösen von Schalterrätseln steht hier mehr im Vordergrund. Echte Gehirnverbieger braucht ihr aber nicht erwarten. Vielmehr kombiniert Deadlight meist einfache Knobeleien mit Geschicklichkeitseinlagen der Marke Limbo. Da während des Spielverlaufs eure tödlichen Waffen abhanden kommen, findet ihr "zufällig" eine Steinschleuder, mit der ihr einfache Rätselaufgaben lösen müsst. An vielen Stellen des Spiels werdet ihr mit kleinen Icons auf Abgründe und andere Gefahren oder Aktionsmöglichkeiten hingewiesen. Das vereinfacht das Deadlight ungemein, wodurch das Spiel allerdings auch einen Teil seiner ansonsten grandiosen Gruselatmosphäre einbüßt. Zudem wird vorsichtiges Erkunden deshalb oft unnötig. Um den Einstieg ins Spiel zu erleichtern, hätten die Icons als anfängliches Tutorium gereicht. So wäre wahrscheinlich das Spieltempo etwas gedrosselt und euch somit mehr Spiel eingeräumt worden.

Im letzten Drittel steigt der Actionanteil von Deadlight nochmal ordentlich an. Hier findet ihr zwar häufiger Munition, aber durch die schiere Überzahl der Schatten, bleibt eure Bewaffnung weiterhin nur ein Notnagel – so kommt echtes Survival-Horror-Feeling auf. Zudem bekommt ihr es noch mit "geistreicheren" Gegnern zu tun, auf die wir aber aus Spoilergründen nicht weiter eingehen wollen. Aufgelockert wird das Spiel zwischendurch immer wieder mit rasanten Parkour-Passagen, in denen ihr nicht viel Zeit zum Reagieren erhaltet. Durch die zahlreichen Rücksetzpunkte kommt aber in den seltensten Fällen Frust auf. Jäger und Sammler können sich auf die Suche nach Randalls verlorenen Tagebuchseiten machen, um mehr Hintergrundwissen zur Story zu bekommen oder versteckte Geheimnisse zu entdecken, damit ihr die Abschnitte mit 100 Prozent beendet. In jedem der drei Akte ist jeweils ein LCD-Handheld versteckt, die 1986 topmodern waren und mit denen ihr außerhalb des Hauptspiels wirklich spielen könnt – Artdesign und die begeisternde Werbung der Geräte im achtziger Stil, präsentieren sich mit einem humorvollem Augenzwinkern der Entwickler.


Die grafische Gestaltung vermittelt eine düstere Stimmung.

Motion Comic

Die Geschichte wird in stilistischen Comicbildern präsentiert, die mit kleinen Animationen angereichert sind und mit englischen Dialogen beziehungsweise Monologen des Protagonisten begleitet werden. Auch während des Spiels tragen die gesprochenen Gedanken Randalls zur morbiden Atmosphäre bei, da er nach seinen Erlebnissen seelisch ziemlich angegriffen wirkt. Unterstützt wird das Ganze noch von alptraumhaften, spielbaren Rückblenden, die andeuten, woran der Charakter zu knabbern hat. Obwohl die 2D-Perspektive nur während der Comicbilder verlassen wird, vermittelt Deadlight ein cineastisches Flair sondergleichen. Bis zum Ende bleibt die tragische Geschichte von Randall Wayne spannend und bietet sogar einen unvorhersehbaren Twist.

Grafisch gibt es bis auf Clipping-Fehler der Zombies an einigen Objekten und kleine Rucklern, nichts zu meckern. Die Hintergründe sind sehr detailverliebt gestaltet und exponieren eine glaubwürdige Kulisse für die Zombie-Apokalypse. Der fantastische Soundtrack trägt das Ambiente mit Leichtigkeit über die komplette Distanz. Das relativ kleine spanische Studio braucht sich damit kaum vor großen AAA-Produktionen verstecken.

Fazit: Zombies sind noch nicht tot

Die Entwickler von Tequila Works haben mit ihren Debüt ganze Arbeit geleistet und damit die Latte für den besten Titel im diesjährigen Summer of Arcade verdammt hoch angelegt. Obwohl unser Zähler nach dem Durchspielen nur 2:30 Stunden angezeigt hat, brauchten wir tatsächlich ungefähr fünf bis sechs Stunden dafür. Die Fehlversuche werden wegen der Ranglistenbewertung nicht berücksichtigt. Um eure Zeit zu verbessern, könnt ihr auch jedes Kapitel einzeln anwählen und gleichzeitig nach verpassten Geheimnissen suchen. Trotz des geringen Umfangs, erscheinen uns die 1200 Microsoft-Punkte für den Titel gerechtfertigt. Ihr bekommt für euer Geld ein abwechslungsreiches Spiel ohne Längen, dass für einen Arcade-Titel außergewöhnlich und stilvoll präsentiert ist.
  • Preis am 2.8.2012: 1200 Microsoft-Punkte (entspricht zirka 15 Euro)
  • 1 Spieler
  • Jump n' Run
  • Für Anfänger und fortgeschrittene Spieler geeignet
  • Ungewöhnlich cineastisch

Video:

McGressive 19 Megatalent - 13786 - 2. August 2012 - 15:26 #

Danke nochmal für deine "Preview" ;)

War ich anfangs aufgrund gemischter Reviews und des strittigen Preis/Spielzeit-Verhältnisses noch unentschlossen, werde ich nun doch zuschlagen. Ich glaub', Deadlight ist genau mein Ding!

FLOGGER 17 Shapeshifter - 8926 - 2. August 2012 - 16:51 #

Sag mal Bescheid wie du es findest.

Atlas (unregistriert) 2. August 2012 - 17:06 #

Schau dir mal das Lets Play der Jungs von GameTube an:
WehWehWeh.youtube.com/playlist?list=PL83C1AA18CD7EFC70&feature=plcp

Also wenns das Game für die PS3 gäbe, hätt ich mirs schon gekauft.

pauly19 14 Komm-Experte - 2508 - 2. August 2012 - 17:43 #

Wegen der geringen Spielzeit (2 Stunden?) ist das game für mich nur ein XBL-Sale Titel.

Herr Oelgemöller 09 Triple-Talent - 257 - 2. August 2012 - 18:29 #

Da hast du dich verlesen, die Bruttospielzeit liegt bei 5-6 Stunden.

Für etwa 12€ ist das durchaus gerechtfertigt.

Oynox Slider 14 Komm-Experte - 2108 - 6. September 2012 - 20:23 #

Gekauft und 12 Stunden gespielt. Fertig. Nichts mehr.

Artdesign war der Hammer. Der Rest war nur gut.

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)