Games-Anwalt: Nutzungsbedingungen beim Nintendo 3DS XL
Teil der Exklusiv-Serie Games-Anwalt

3DS
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28. Juli 2012 - 19:08 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert
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Heute erschien auch in Deutschland der neue Nintendo 3DS XL. Wer die Internetverbindung nutzen will, muss mit Nintendo einen Nutzungsvertrag abschließen ("Vertrag zur Nutzung der Nintendo 3DS-Services und Datenschutzrichtlinie"). Klar, das macht im Normalfall jeder, ohne groß drüber nachzudenken, aber es lohnt sich schon, sich die Sache einmal genauer anzusehen. Das hat Games-Anwalt Henry Krasemann für GamersGlobal getan.

Nicht nur, dass der Vertrag nur auf dem Gerät selber zur Verfügung steht, er hält auch noch ein paar weitere Überraschungen für den Nutzer bereit. Insbesondere der Datenschutz ist weiterhin leider "branchenüblich" schwammig – was nicht bedeutet, dass die Richtlinie rechtlich in Ordnung wäre. Nach diesem 12-Minuten-Video wisst ihr mehr ...

Video:

McGressive 19 Megatalent - 13786 - 28. Juli 2012 - 19:19 #

"Nicht nur, dass der Vertrag nur auf dem Gerät selber zur Verfügung steht [...]"

? Unter der Quellenangabe ist er doch ebenfalls einsehbar...

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324286 - 28. Juli 2012 - 19:28 #

Gemeint ist, dass er dem Gerät nicht ausgedruckt beiliegt.

henrykrasemann 16 Übertalent - P - 4518 - 28. Juli 2012 - 19:55 #

Tatsächlich ist der Text auch nicht online. Die verlinkte Version ist Stand Oktober 2010 und das, was man beim 3DS abnickt ist Stand 1.1.2011. Ich weiß nicht, was die Unterschiede sind. Die gültigen Regelungen finden sich somit nach meiner Recherche nur auf dem Gerät in denkbar schlechtest lesbarer Form. Außerdem scheint die Online-Version auch nicht mit Nintendo.de verlinkt. Unglaublich...

Gruß

Henry

McGressive 19 Megatalent - 13786 - 28. Juli 2012 - 20:54 #

Verstehe... Danke für die Erläuterung.

Garm (unregistriert) 28. Juli 2012 - 19:18 #

Es wird endlich Zeit, dass diese irrwitzigen AGBs verboten werden und es dafür Standardvarianten gibt, die bestenfalls noch leicht angeglichen werden dürfen. Es kann doch nicht sein, dass man wirklich nen Anwalt einschalten muss, nur um eine Handheldkonsole zu nutzen.

Anonymous (unregistriert) 28. Juli 2012 - 20:00 #

also ich muss keinen anwalt anschalten, um ne handheldkonsole zu nutzen.
es wird endlich zeit, dass benutzer mal selber ihr gehirn anschalten, und diese nicht immer durch gesetze etc "geschützt" werden müssen.

Garm 07 Dual-Talent - 144 - 28. Juli 2012 - 21:47 #

Das war freilich eine überspitzte Formulierung, aber alleine der Umstand, dass man 38 (oder wie viele waren es?) Seiten lesen muss (oder zumindest sollte), wenn man so ein Gerät zum ersten Mal einschaltet ist doch eine Ungeheuerlichkeit.

Man muss sich außerdem vor Augen führen, dass ein so eine Konsole wohl kaum nur von Volljährigen gekauft wird (und selbst von denen, werden wohl die wenigsten die AGB vollständig und konzentriert gelesen haben).

Davon abgesehen: Wären diese AGB so einfach und verständlich geschrieben, würde es ja auch so ein Video (das ich im übrigen zur Gänze gesehen habe) gar nicht erst brauchen, nicht wahr?

Larnak 21 Motivator - P - 25591 - 31. Juli 2012 - 0:14 #

Das Hirn-Einschalten hilft dir bloß nicht viel. Was hat man denn davon, wenn man weiß, dass Nintendo dort Dinge tut, die wahrscheinlich nicht so einfach erlaubt wären?

Klar, da es die Gesetze gibt, hätte ich theoretisch die Möglichkeit zu klagen. Immerhin. Ohne Gesetze hätte ich nicht einmal die. Dass "Boykott" keine zielführende Alternative ist, zeigen DRM-Systeme.

steever 16 Übertalent - P - 4932 - 28. Juli 2012 - 20:09 #

wieso? was ist denn an den AGBs für dich jetzt schlimmes dabei, von dem du vorher nichts wusstest?

Weryx 18 Doppel-Voter - P - 10033 - 28. Juli 2012 - 20:35 #

Kann mir nicht vorstellen das er das youtube Vid komplett gesehen hat, in 10Minuten 12 Minuten sehen ist eher schwer.

CruelChaos 11 Forenversteher - P - 711 - 28. Juli 2012 - 22:37 #

Find ich auch ... allein die Vorstellung das sich jeder User, für jedes App, Programm, Spiel, Update, Hotfix, AGB-Änderung diese lächerliche Anzahl an Wörtern reinknallt ist Absurd. Niemand tut das und es ist von Niemanden zu erwarten dass er das tut. Da find ich die Modulare-AGB wenn man Android-Apps installiert schon ein Schritt in die richtige Richtung.

Boeni 14 Komm-Experte - 2383 - 29. Juli 2012 - 8:18 #

Im Grunde gibt es eine Standardvariante der AGBs. BGB §305 bis §307 war das glaub ich. Da wird recht klar geregelt was in AGBs rein gehört und was nicht. Ergo braucht man sich eh kaum Gedanken machen.

Gab es nicht sowieso mal ein Urteil das solche "klicken sie einfach auf akzeptieren, der Text ist eh zu lang"-AGBs nicht rechtens sind? Hab da irgendwie was im Hinterkopf was das angeht.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12274 - 28. Juli 2012 - 20:25 #

Zu der Sache das man allein für sein eigenes Gerät verantwortlich ist (5:30) ist doch normal oder? Wenn jemand andres über meinen PC irgendwo etwas reinstellt/macht bin auch ICH dafür verantwortlich ob ich es nun gemacht habe oder nicht. gibt doch auch Urteile dazu...

Aber das Nintendo eine Sammelwut hat weiß man doch, hier schon jemand mal ein Spiel bei Nintendo registriert um Punkte zu bekommen? 5 Seiten Umfrage woher man das Spiel hat, wie alt man ist ect...
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Was mich beim 3DS viel mehr interessiert ist die Meldung bei einem Software Update wo sich Nintendo rausnimmt das der 3DS, sollte man zB Flashkarten nutzen, evtl gar nicht mehr funktioniert.
siehe:

Nach der Aktualisierung des Nintendo 3DS-Systems oder der Software können jegliche bestehenden oder zukünftigen unautorisierten technischen Veränderungen der Hardware oder Software Ihres Nintendo 3DS-Systems oder der Einsatz eines unautorisierten Geräts im Zusammenhang mit Ihrem Nintendo 3DS-System dazu führen, dass Ihr Nintendo 3DS-System auf Dauer nicht spielbar ist.

Darf Nintendo so etwas wirklich machen?

henrykrasemann 16 Übertalent - P - 4518 - 28. Juli 2012 - 20:33 #

Das sehe ich auch kritisch. Wenn ich Hardware kaufe, dann kann ich damit zunächst alles machen. Der Betreiber eines Onlinedienstes kann die Teilnahme hieran zwar von Bedingungen abhängig machen. Aber dafür, die Harware selber von außen unbrauchbar machen, sehe ich keine Rechtsgrundlage, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren...

Zaunpfahl 19 Megatalent - P - 14326 - 28. Juli 2012 - 21:42 #

Das ist wohl Nintendos Absicherung falls ein böser Mensch das System hackt und modifizierte Firmware einspielt. Bringt Nintendo dann ein Software Update, könnte sich die ja nicht mit der gehackten Version vertragen und eben möglicherweise das Gerät unbrauchbar machen, aka "brick".
Das wäre jedenfalls mein Verständnis dieser Passage, nicht das die einen "Killswitch" eingebaut haben und von außen aktiv einzelne Geräte außer Betrieb setzen können.

henrykrasemann 16 Übertalent - P - 4518 - 28. Juli 2012 - 21:50 #

Einen Killswitch lese ich auch nicht daraus. Aber Nintendo behält sich m. E. vor Updates automtisch einzuspielen. Der Nutzer sollte so weit wie möglich die Chance haben, Updates nach Wahl abzulehnen.

q 17 Shapeshifter - 6711 - 28. Juli 2012 - 21:57 #

Und wenn, dann sollten sie ja auch wenigstens ehrlich sein. Für die Wii gab es ja auch ein paar Firmwareupdates, die man "installieren", musste, weil sonst einige Spiele nicht abspielbar waren. Offiziell wurde ja immer gesagt, dass man damit die Systemperformance verbessert hat, was ja einfach nur Unsinn ist. Da ging es einzig und allein darum, Lücken zu schliessen, damit man die Konsole nicht knacken konnte.

Hyperbolic 15 Kenner - P - 3934 - 29. Juli 2012 - 11:25 #

Nintendo hat eine unheimliche Panik vor Flashkarten.
Immerhin haben sie es geschafft das man über Paypal nichts mehr bezahlen kann was am entferntesten daran erinnert.
Das geht dann soweit das sogar Multicarts für Uralt Klassik Konsolen nicht mehr per Paypal bezahlbar sind.

Anonymous (unregistriert) 28. Juli 2012 - 23:11 #

Danke Nintendo! Ihr wollt mir das Ding einfach nicht verkaufen! Soll mir recht sein, spart Geld ;P

Vidar 18 Doppel-Voter - 12274 - 29. Juli 2012 - 16:16 #

Hoffe du hast auch sonst keine Konsole zu hause stehen, das meiste ist Branchen üblich :p

Anonymous (unregistriert) 29. Juli 2012 - 20:45 #

Psst! Das ist "branchenüblich", aber nicht weitersagen! ;P

Jakuza 11 Forenversteher - 563 - 28. Juli 2012 - 23:21 #

Ich will ja jetzt nichts sagen aber erstens heißt es ja nicht das Nintendo das auch macht sondern das sie nur das Recht dazu haben. Und bei nem Handheld wird man ja wohl nicht soviel Daten angeben es ist also quasi relativ Anonym. Ist ja kein Facebook oder Smartphone wo man irgendwelche Privaten Informationen über sich verbreiten würde. Und dazu kommt noch das es ja Branchenweit so genutzt wird Nintendo sind nicht die einzigen.

Und es kann eben nicht auf Bilder usw. zugegriffen werden:

" Nintendo would like to reassure any concerned consumers that under our European terms and conditions and in compliance with European requirements Nintendo does not have rights to user content, such as comments, messages, images, photos or movies, which are shared in private communications between users or simply stored on Nintendo 3DS."

http://www.defectivebydesign.org/200-bricks-Nintendo-response

q 17 Shapeshifter - 6711 - 28. Juli 2012 - 23:40 #

"Und dazu kommt noch das es ja Branchenweit so genutzt wird Nintendo sind nicht die einzigen."

Hat Henry im Video doch selbst gesagt. Nur weil es üblich ist, machts das ja nicht gleich besser.

Anonymous (unregistriert) 29. Juli 2012 - 9:00 #

Ja klar, man räumt sich Rechte ein, und nutzt sie dann nicht. Glaubst du das wirklich?

Boeni 14 Komm-Experte - 2383 - 29. Juli 2012 - 10:48 #

Du willst mit dem Gerät ins Internet? Ok, dann musst du dafür zahlen. Wie machst du das? Richtig.. schon haben sie deinen Namen und andere Daten. Denen können sie dann wunderbar dein Nutzungsverhalten und sogar deine Bewegungen im RL zuordnen. Erst war er mit dem Gerät im Cafe online, dann dort, dann dort, usw. Denkst du wirklich das du das willst?

Wenn, dann musst du auf etwa 50% der Features verzichten die das Gerät (wie die meisten heutzutage) bietet.

Sniizy 14 Komm-Experte - 2513 - 29. Juli 2012 - 11:25 #

Bei Nintendo gibt man aber nirgends seinen Echtnamen an, die sehen höchstens Nicknames oder Vornamen wie "Bernd" oder bei mir "Sniizy".

Lediglich mit der IP können sie dann wohl bestimmen, wo man genau sitzt, sofern man da keine Schutzmaßnahmen ergriffen hat.

Aber ich sehe das bei Nintendo wesentlich weniger dramatisch als bei den anderen beiden großen Herstellern, bei denen du Echtnamen angibst, den dazugehörigen Nickname sowie die dazugehörige Email-Adresse (die bei Nintendo ebenfalls nicht verlangt wird, es sei denn, man verbindet seine Konsole mit dem Club Nintendo Account, DANN haben sie auch Realnamen).

Larnak 21 Motivator - P - 25591 - 31. Juli 2012 - 0:16 #

Ach, das machen alle so? Na, dann muss es in Ordnung sein :)

CBR 20 Gold-Gamer - P - 20298 - 29. Juli 2012 - 2:02 #

Wie immer interessante Informationen. Danke dafür.

firstdeathmaker 17 Shapeshifter - P - 6558 - 30. Juli 2012 - 7:48 #

Sind überraschende und dem deutschen Gesetz wiedersprechende AGB nicht sowieso unwirksam? Vor allem wenn sie in so einer schlecht zugänglichen Form vorliegen?

Anonymous (unregistriert) 30. Juli 2012 - 18:31 #

Bringst du das Gerät deswegen zurück? Willst du Nintendo verklagen?
Auch wenn sie unwirksam sind, hindert das Nintendo ja erstmal nicht sich darauf zu berufen und fleißid Daten zu sammeln oder ggf. deine 3DS zu "bricken".

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