David Cage: "Ohne Innovationen geht die Spieleindustrie unter"

PS3
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Benjamin Braun 361186 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C10,A10,J10
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6. Juli 2012 - 10:41 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert
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Am lautesten hört man es von Spielern, aber auch Spieledesigner wie Peter Molyneux kritisieren regelmäßig die Innovationsarmut der Spieleindustrie und dass sich mittlerweile fast jedes Spiel wie ein Shooter spiele. Wohl auch deshalb finden Independent-Spiele zunehmend Zuspruch, da sie Dinge wagen, die sich nur die wenigsten "großen" Entwickler trauen würden. David Cage stimmt im Interview mit Gamesindustry.biz in den Kanon ein und warnt die Branche, dass die gleichen Inhalte auf Dauer eine Gefahr für die Industrie bedeuten:

Ich denke diese Industrie wird den Bach heruntergehen, wenn sie nicht versucht, innovativer zu sein, neue Ideen entwickelt, mehr miteinander redet und dabei stärker in die Tiefe geht. Es ist schön, dass man auf Monster schießen kann, das wird es immer geben und es wird immer funktionieren. Aber warum nicht gleichzeitig den Spielern Entscheidungsmöglichkeiten geben? Gebt ihnen verschiedene Optionen. Wer ersteres sucht, wird es finden, aber es gibt noch etwas mehr Tiefe und Interaktionen... Wie viele First-Person-Shooter können wir pro Jahr herstellen? Wie viele können wir pro Jahr spielen? Und wie viele von ihnen können erfolgreich sein? Ergibt das selbst aus geschäftlicher Sicht heraus überhaupt Sinn? Ich bin nicht sicher.

Als positives Beispiel aus der Spieleindustrie nennt Cage Spiele wie Journey (GG-Test: 9.0). Das habe zwar weniger mit Storytelling zu tun, aber es wecke beim Spieler ebenfalls Emotionen und habe so frischen Wind hereingebracht. Und das sei wichtig für das Medium der Computer- und Videospiele.

Cage, der aktuell am Playstation-3-Exklusivtitel Beyond - Two Souls (GG-Angetestet) arbeitet, will mit seinen Spielen den gewohnten Gang gehen, ohne es als Leitmotiv für die anderen zu verstehen, und setzt sich selbst das Ziel, mehr Emotionen beim Spieler zu wecken. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es für Cage guter Schauspieler und eines guten Drehbuchs. Die Themen, die er für das Spiel wählt, sind laut ihm sehr persönlich geprägt. Auch deshalb seien Fragen wie "Was ist auf der anderen Seite?" oder "Was passiert, nachdem du stirbst?", die Cage sich nach dem Verlust eines nahestehenden Menschen stellte,  zentral für Beyond - Two Souls.

Gleichsam gibt Cage auch einen kleinen Einblick in die Art, wie bei Quantic Dream Entscheidungen gefällt werden, die seiner Meinung nach die Qualität der Story positiv beeinflussen. Während bei vielen anderen Entwickler die Geschichte nicht sonderlich wichtig sei und lediglich dazu diene, die Levels irgendwie zusammenzuhalten, ginge man beim französischen Entwickler einen anderen Weg. Die Story betreffende Entscheidungen werde da nicht gemeinschaftlich getroffen:

... bei vielen Entwicklern werden die meisten kreativen Entscheidungen von Teams getroffen. Da sitzen 20 Leute in einem Raum, die etwas zustimmen oder ablehnen... ich arbeite da viel stärker wie ein Autor, in vielerlei Hinsicht schreibe ich sehr persönliche Sachen, vollkommen subjektiv. Ich denke, dass das unseren Spielen eine spezielle Note gibt.

David Cage versteht unter Innovationen aber nicht zuletzt auch technische Neuerungen. Im Gegensatz zu anderen Entwicklern ist er sich sicher, dass Spiele, ob es nun zwei, fünf oder sieben Jahre dauere, irgendwann so täuschend echt wirken können, dass Computerspiel und Wirklichkeit kaum mehr zu unterscheiden sind. Die Technik-Demo Kara war für David Cage ein erster Schritt in diese Richtung gewesen:

Ist es perfekt? Nein, in keinster Weise. Aber für mich persönlich war es das erste Mal, dass ich etwas anschaute und sagte 'Ich habe für eine Sekunde vergessen, dass sie nicht echt ist.'

Ob David Cage das wohl auch von Beyond - Two Souls behaupten würde? Nach unseren Eindrücken von der E3 liegt Quantic Dream mit Beyond deutlich näher am Niveau von Kara als es in Heavy Rain der Fall war.

Anonymous (unregistriert) 6. Juli 2012 - 11:05 #

Facepalm - Nicht das ich nicht auch Innovation für erstrebenswert halte und gut auf 50 % der Shooter verzichten könnte, insbesondere die von denjenigen Entwicklern, die nur versuchen die führenden Marken zu kopieren und statt dessen die Chance zu verpassen sich eine eigene individuelle und erfolgreiche Marke zu schaffen - Aber David Cage wird wohl kaum derjenige sein der ausgerechnet eine Leitfigur der Spieleindustrie sein wird oder sollte. Ich mochte zwar auch Heavy Rain, aber wenn Spiele irgendwann nurnoch auch Quicktime Events bestehen, dann ist das genau so innovativ und gut für die Spieleindustrie wie noch ein Militärshooter. Auch das die Technik der Innovationsfaktor sein soll ist absoluter Blödsinn. Wenn etwas die Industrie ankurbeln kann, dann ist das eben nicht die Technik sondern die Art wie Spiele gespielt werden. Neue Spielprinzipien, neue Spielregeln, neue Mehrspielerdynamik. Die Wii hat doch exemplarisch gezeigt das man den Markt erweitern kann ohne große Technik, auch wenn das jetzt nicht jden Core-Gamer anspricht. Day-Z zeigt wie auch ein Shooter mit bedingt laufender Engine durch seinen Spielwitz wieder eine Sensation sein kann. Counter-STrike war ein Mod, kein technischer Übershooter.
David Cage versteht soviel von Spielen wie er davon versteht Spiele zu machen, aber seine Spiele sind nun mal Filme mit Quicktime Events und das ist bei seinen Aussagen als aller erstes zu bedenken.

FLOGGER 17 Shapeshifter - 8926 - 6. Juli 2012 - 11:33 #

"Er will seine Spiele nicht als Leitmotiv verstehen." Er will die Industrie zum umdenken bewegen. Wie andere Entwickler Emotionen wecken oder eine Story transportieren will er niemandem Vorschreiben. Er merkt nur an, dass ohne Innovation Stillstand herrscht. Seine Spiele als Filme mit Quicktime Events zu bezeichnen finde ich etwas zu einfach. Er hat auf diese Weise probiert seine Geschichte zu transportieren. Mir gefiel Heavy Rain gut und hab mich nicht gelangweilt.

A Scattered Mind 13 Koop-Gamer - 1690 - 6. Juli 2012 - 12:25 #

Heavy Rain hat mich auch nicht gelangweilt, es hat mich sogar überraschend gut unterhalten. Das lag an vielen Dingen, allerdings nicht an der Spielmechanik selbst, denn die war derart reduziert, dass es schwer fällt, es überhaupt noch als Videospiel zu bezeichnen. Insbesondere Heavy Rain hätte in meinen Augen als Film ebenso gut funktioniert.

Gleiches gilt für To The Moon; dieses ist dem Medium Buch wesentlich näher als dem Videospiel. Das muss für sich genommen nichts schlechtes sein, schließlich kann man den Komsumenten auf diese Art unterhalten.

Bezeichnend ist allerdings, dass ausgerechnet diese Titel, welche die eigentliche Spielmechanik auf ein Minimum reduzieren und sich in ihrer Präsentationsart eher an anderen Medien orientieren, das überzeugenste Storytelling abliefern. Daraus leite ich für mich aber eben nicht ab, dass hier die Zukunft des Videospiels liegt, sondern dass hier aus der Verlegenheit heraus, nichts rechtes mit dem Medium Videospiel anfangen zu können, auf andere, etabliertere Erzählweisen zurückgegriffen wird.

Anonymous (unregistriert) 6. Juli 2012 - 18:11 #

Ich räume ein das ich den emotionalen Aspekt vernachlässigt habe, aber das qualifiziert auch nicht in erster Linie für ein Spiel. Ich hab auch lust auf gute und emotionale Storys, aber hne Spielmechanik ist das eben kein Spiel. Und es gefällt mir auch nicht.
Ich würde die Story von Spec-Opd The Line gerne auch erleben, sie soll sehr gut und autentisch inszeniert sein, aber was mich stört ist das Spiel. Ich hab' keinen Bock auf 'nen Shooter, auch dann nicht wenn er eine geniale Story hat. Das Spiel steht für mich im Vordergrund. Das mag jeder anders sein, aber dieser Umstand ist mit dem sich Cage für mich persönlich disqualifiziert.

FLOGGER 17 Shapeshifter - 8926 - 8. Juli 2012 - 13:30 #

Ich kann die Diskussion, ob Heavy Rain ein Spiel ist, nicht nachvollziehen. Allein durch die vielen Handlungsstränge, die sich ergeben, hab ich Interaktivität. Aber das scheint ja jeder anders zu empfinden.

Da das Durchzocken schon so lange her ist, bekomme ich durch die Diskussion Lust das Spiel nochmal zu Erleben...

Despair 16 Übertalent - 5176 - 6. Juli 2012 - 12:25 #

Also ich fand "The Nomad Soul" damals verdammt innovativ. Adventure, Shooter, Prügelspiel, frei begehbare Welt, David Bowie - alles drin. ;)

Ukewa 15 Kenner - 3689 - 6. Juli 2012 - 11:07 #

"Die Industrie" kann doch so nicht einfach untergehen. Was soll das überhaupt bedeuten? Firmen können pleite machen, ja. Aber wenn sie das durch Innovationsarmut selbst verschulden, dann soll es eben so sein. Es gibt genügend gute und sehr gute Spiele.

Ramireza (unregistriert) 6. Juli 2012 - 12:56 #

Nunja, ich finde die derzeitige Entwicklung hat schon was von einem Niedergang, zumindest bei den "High End" Produktionen :

- Zum ersten Mal seitdem es Computerspiele gibt entwickeln sich Spiele inhaltlich zurück, gerade in den Bereichen Gameplay und Anspruch.

- Fast die meisten (AAA) Spiele heutzutage sind Fortsetzungen bzw Reboots, oder greifen die immer gleichen (aktuell erfolgreichen) Ideen auf.

- Die größten Gewinne heutzutage werden mit Browser bzw Facebookspielen erzielt. Dabei muss man bedenken die Entwicklung solcher Spiele deutlich günstiger ist als eine klassische "AAA" Produktion.

- Die Spieler verlieren die Möglichkeit (durch Online Zwang und Kontobindung) Ihre Spiele zu verkaufen, bzw. die Möglichkeit Sie später (in zb 10 Jahren) noch einmal zu spielen. Viele mögen nun denken das wäre unwichtig, aber glaubt mir : Das ist KEINE gute Entwicklung. Gerade jüngere werden auch später das nostalgische Verlangen haben die alten "Klassiker" wieder spielen zu wollen. Ich wüsste nicht wie das zb mit Silent Hunter 5 möglich wäre, zumindest keinen legalen.

- F2P. Wohl die größte Frechheit im Moment. Dem Kunden wird vorgegaukelt Ihnen Weg zu schenken sich ein Spiel erst einmal anzuschauen um es dann bei gefallen zu kaufen. Dabei geht es bei diesen Spielen AUSSCHLIEßLICH darum den Leuten das Geld mit virtuellen Gegenständen aus den Taschen zu ziehen. Von daher sind solche Spiele zumeist Inhaltlich Minderwertig.

Ukewa 15 Kenner - 3689 - 6. Juli 2012 - 12:59 #

Du magst mit allem was Du sagst Recht haben. Auch finde ich die aktuelle Entwicklung ebenfalls nicht toll. Aber warum deshalb die ganze industrie den Bach runtergehen soll, kann ich nicht erkennen. "Die Industrie verändert sich" wäre wohl treffender..

Ramireza (unregistriert) 6. Juli 2012 - 13:07 #

Mmmh... Ich bezog meinen Beitrag auch eher auf die teuren "AAA" Produktionen. Innovative Spiele wird es wohl immer geben solange solche Entwickler die Möglichkeit haben diese für diverse Platformen zu produzieren.

Nur werden diese Spiele dann nicht mehr so aufwendig Produziert werden können.

Mögliches Scenario : Bioware wird von EA zerschlagen, deren kreatives Personal geht zu Obsidian und die machen dann endlich wieder ein richtig gutes Rollenspiel! \o/

Nab braucht keine 100 Mio Dollar um gute Spiele zu produzieren.

Insofern wäre ein partieller Niedergang sogar heilsam!

Ukewa 15 Kenner - 3689 - 6. Juli 2012 - 13:41 #

So sehe ich es auch! Eine heilsame Krise. Ehrlich gesagt wäre ich sogar froh, wenn eine ganze menge Holz den Bach runtergeht..

shadowhawk 13 Koop-Gamer - 1721 - 6. Juli 2012 - 11:29 #

wie recht er hat

Kaum jemand wagt etwas innovatives aus Angst das das Spiel ein (wirtschaftlicher) Flop wird und den kann sich kaum eine Firma wirklich leisten.

Admiral Anger 24 Trolljäger - P - 50009 - 6. Juli 2012 - 11:43 #

You don't say?
http://bearsharkaxe.com/wp-content/uploads/2012/05/you-dont-say.jpg

SonkHawk 14 Komm-Experte - 2251 - 6. Juli 2012 - 11:52 #

Eben wegen dieser mangelnden Innovationsbereitschaft lebt die Indie-Branche doch auch so extrem auf. Ich hab mir so viele Bundles geholt, ich komm gar nicht mehr dazu Vollpreisspiele zu spielen!!! ;-)

CBR 20 Gold-Gamer - P - 21314 - 6. Juli 2012 - 12:30 #

Genau so sieht es aus. Und mit den Indie-Spielchen habe ich Spaß!

Anonymous (unregistriert) 6. Juli 2012 - 12:34 #

Geht mir genauso. Und da sind so viele geniale Spiele bei, dass ich auch gar nichts anderes mehr brauche. Was nicht heißt, dass ein Blockbuster zwischendurch nicht auch Spaß machen kann, erst Recht, wenn er z.B. wie The Witcher 2 zwar ein AAA-Titel ist, aber nicht mit DRM verseucht ist und auch sonst nicht so "angepasst".

Ukewa 15 Kenner - 3689 - 6. Juli 2012 - 12:36 #

Dito. Naja fast, ich spiele schon auch zwischendrin mal ein AAA-Titel, als Lückenfüller sozusagen :-)

ScareYa 10 Kommunikator - 494 - 6. Juli 2012 - 12:31 #

Auch ich stelle fest, dass ich bei Computerspielen zunehmend häufiger Konsumverzicht übe. Das liegt aber nicht an der Innovationslosigkeit der Spiele selbst - es gibt nach wie vor genug gute und ausreichend innovative Titel. Vielmehr sind es die geradezu ausufernden Innovationen im DRM-Sektor, die mich gründlich vergraulen. Die vielgepriesenen Vorzüge dieser Online-Dienste sind sämtliche Hersteller bisher schuldig geblieben. Tatsächlich hat der Nutzer eigentlich nur Nachteile.

Ehrlich gesagt, wünsche ich mir WENIGER Innovation...

Anonymous (unregistriert) 6. Juli 2012 - 12:35 #

Und auch da hilft der Indie-Sektor weiter...

Anonymous (unregistriert) 6. Juli 2012 - 12:43 #

Weil die Indis mittlerweile hauptsächlich über die großen DRM-Plattformen wie Steam oder Origin vertrieben werden? ;)

Anonymous (unregistriert) 6. Juli 2012 - 13:17 #

Man kann Steam als DRM verdammen. Für etliche Indie-Entwickler, die sich kein aufwendiges Publishing oder eigene Lizenzierungs- und Bezahlsysteme leisten können, ist das Teil ein echter Gewinn. Zumal Steam als zentrale Anlaufstelle für Spiele etabliert ist.

Anonymous (unregistriert) 6. Juli 2012 - 15:22 #

Der Starter des Baumes hat gegen die Weiterentwicklung des DRM-Sektors geschrieben. Die Antwort darauf: Der Indisektor hilft. Nur ist der ebend hauptsächlich auf Steam.

Und es gab auch schon früher einen Indisektor, ohne Steam. Bezahlen und alles hat auch wunderbar geklappt.
Einziger Vorteil von Steam, du kannst es vielen zeigen. Nur je mehr dort angeboten werden je weniger gut wirst du gefunden. Von all den Indigames die es auf Steam gibt sind nicht mal 2 Hände voll wirklich erfolgreich. Und Steam bekommt ein gutes Stück vom Kuchen ab.

Tassadar 17 Shapeshifter - 7810 - 6. Juli 2012 - 23:44 #

Von den meisten Indie-Spielen, die ich kenne, gibt es eine DRM-freie Version. Dass viele AUCH auf Steam sind und manche nur bei Steam und damit nicht DRM-frei, ändert daran nichts.

Anonymous (unregistriert) 6. Juli 2012 - 13:19 #

Ich weiß ja nicht, was die Herren da zocken, dass sich alles wie ein Shooter anfühlt, aber wer mal über den Tellerrand des Marketing-Einheitsbrei-Menüs schaut, findet eine ganze Menge sehr Spielenswertes, das mit den ausgelatschten God of BattleDuty recht wenig zu tun hat.

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3396 - 6. Juli 2012 - 13:38 #

So lange sich "Call of Battlefields" millionenfach verkaufen und damit viel Geld verdient wird, passiert nichts.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12977 - 6. Juli 2012 - 13:43 #

Das hat man auch in den 80ern gedacht wo man sich eine goldene Nase verdient hat, aber auch da kam der Crash.

Er hat hier nicht ganz unrecht wenn man weiterhin ständig mehr vom gleichen bietet wird der Tag kommen andems mal nach hinten los geht.
Aber glaube der lässt noch etwas auf sich warten.

Anonymous (unregistriert) 6. Juli 2012 - 13:51 #

Das ist wie in der Politik. Es gibt halt so Themen der Stunde wie die Eurokrise, die beherrschen dann für lange Zeit den Boulevard und die Aufmerksamkeitsfenster der Politiker und Wähler. Da braucht es dann immer mal wieder so einen Hinterbänkler, der sich hinstellt und mit so Sätzen wie "Aber denkt denn niemand mehr an die Kinder? Kinder sind unsere Zukunft, dass ist das allerwichtigste!" die Aufmerksamkeit umlenkt. Und dann kriegt das Thema auch mal wieder seine 5 Minuten, alle klopfen sich auf die Schulter und gehen wieder zu business as usual über. Halt das, was uns dann doch regelmäßig mehr beschäftigt und interessiert. Aber für die paar Minuten konnten wir uns kollektiv nochmal toll finden, dass es uns im Leben nicht immer nur um das offensichtliche und ordinäre geht, sondern wie tiefgründig und vielschichtig wir doch sind.

Herr Cage kann sich mockieren wie er will, wenn es diese Shooter nicht gäbe, könnte er sich nicht als großer Alternativ-Guru inszenieren. Beziehungsweise wäre zu vermuten, dass wenn es mehr Spiele wie seine gäbe, er kritisieren würde, dass zu wenig Shooter existieren. Wer sich vor allem als Künstler sieht, und das trifft auf unseren französischen Freund zu, der definiert sich über die Abgrenzung. Insofern, lasst den kleinen Jungen einfach mal 5 Minuten granteln, das legt sich wieder und dann darf er auch weiter an seinem Spiel werkeln, um seine Fans zu beglücken. So ganz schlecht ist er darin ja auch nicht, daher sei ihm diese kleine Eitelkeit gegönnt.

DanceingBlade 10 Kommunikator - 545 - 6. Juli 2012 - 14:45 #

Naja ich sehe die Spielebranche macht es inzwischen genauso wie die Filmindustrie. Auf der einen Seite die großen Blockbuster die Bumm Bumm machen, auf der anderen Seite gibt es kleine Projekte die spezielle Gruppen ansprechen.
Auch gibt es immer wieder überraschende Erfolge wie zB Baldurs Gate / Herr der Ringe die einen Hype auslösen denen die Karawane folgt.

Bei mir rotiert im Moment zB. Fallout Las Vegas Ultimate im Laufwerk. Hab es vorher nicht gekauft da ich dachte das es nur mehr vom gleichen ist....und habe eine echte RPG Perle verpasst :).

Ramireza (unregistriert) 6. Juli 2012 - 14:55 #

"Bei mir rotiert im Moment zB. Fallout Las Vegas Ultimate im Laufwerk. Hab es vorher nicht gekauft da ich dachte das es nur mehr vom gleichen ist....und habe eine echte RPG Perle verpasst :)."

Ist ja auch von Obsidian und nicht von Casualesda :)

Anonymous (unregistriert) 6. Juli 2012 - 15:25 #

Herr der Ringe und überraschender Erfolg? Is klar.

Die Filmindustrie steckt allerdings wirklich in der gleichen Krise. Kaum neues, kaum neue Ideen. Nachdem viele Bücher abgearbeitet sind sind ja die Spiele und Comics dran.

Dann kommen solche Dinger wie Battleship raus. Oder ein erneutes Reboot von Spiderman. Wo der letzten Film nicht mal 10 Lenze auf dem Buckel hat.

Daeif 19 Megatalent - 13770 - 6. Juli 2012 - 16:18 #

Wenn man ausschließlich US-Filme mit einem Budget von 60 Mio.+ guckt, dann stimmt deine Aussage. Aber man ist doch heutzutage nicht mehr darauf beschränkt. Es gibt sie, die relativ innovationsarmen Blockbuster - aber gleichzeitig gibt es auch viele Filme mit geringen Budget, die vielleicht keine großen Effekte bieten, dafür aber viele neue Ideen bringen (in diesem Jahr z.B. Drive). Und darauf wollte DanceingBlade doch anscheinend hinaus. Du hast die Wahl, was du dir ansehen möchtest, genau so, wie du heute im Spielesektor zwischen AAA-Titeln und Indiespielen wählen kannst. Wüsste nicht, warum man sich da beschweren sollte :)

Anonymous (unregistriert) 6. Juli 2012 - 17:33 #

Die Meisten dieser Filme kommen eher nicht in den Kinos meiner Umgebung ;).
Bei Filmen mit geringem Budged denke ich bei US-Filmen allerdings eher an Remakes von europäischen Filmen als an wirklich Neues ;)

Daeif 19 Megatalent - 13770 - 6. Juli 2012 - 18:57 #

Stimmt, wenn man in der Umgebung kein Arthouse-Kino hat, dann muss man sich wirklich größtenteils mit Blockbustern abgeben. :/
Bleibt nur noch der Gang zur nächsten Videothek, denn viele kleinere Filme schaffen es leider erst gar nicht ins Kino hier, nicht mal ins Bahnhofskino ;)

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9295 - 6. Juli 2012 - 15:36 #

Die Grafik kann nie realistischer sein als unser eigener Blick. Es fehlen einfach die Fettschimmer die sich auf der Iris bilden ^^

Ramireza (unregistriert) 6. Juli 2012 - 17:20 #

In Sachen Grafik hat sich im Vergleich zu vielen anderen Dingen ja ne menge getan, im Gegenteil : Spiele sind eigentlich immer schöner geworden, nur eben inhaltlich dünner, vor allem viel zu einfach. Hirn ist im Grund kaum noch nötig, auch vielschichtige Charaktere oder eine anspruchsvolle Geschichte sieht man immer seltener.

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 8. Juli 2012 - 9:26 #

Iss 'ne Wurstschrippe und grabbel ein wenig auf dem Bildschirm rum: Voilà, Fettschimmer. XD

Knorpel (unregistriert) 6. Juli 2012 - 16:02 #

Halte ich für blödsinn, CoD verkauft sich prima

Anonymous (unregistriert) 6. Juli 2012 - 17:36 #

Und zwar NUR CoD.
Alle anderen Spiele die Versuchen wie CoD zu sein (sei es Splinter Cell, sei es Dead Space, selbst MoH) stinken gegen CoD mächtig ab.
Aber anstatt sich eine eigene Lücke zu suchen um nicht nur CoD-Kunden sondern auch andere anzsprechen scheint es nurnoch um diesen kleinen Anteil der Spieler zu gehen.

fellsocke 16 Übertalent - P - 5395 - 6. Juli 2012 - 16:03 #

Ich kann auch prima ohne große Innovationen leben. Solange mir auch ein GTA 4 noch Spaß macht, ohne dass es wirklich innovativ wäre oder auch Assassins Creed, ist die Spielewelt für mich in Ordnung. Natürlich ist gegen Innovationen überhaupt nichts einzuwenden, aber die Luft wird auch immer dünner, es gab eben in den ganzen Jahren schon sehr viele Innovationen im Spielesektor. Und natürlich liegt für die, die mit ihren Spielen möglichst viel Geld verdienen wollen, nichts näher, als das Risiko klein zu halten.

Weiter oben wurde auch die Filmindustrie erwähnt. Hier sieht es ja ähnlich aus, irgendwie war alles schon mal da, nur sind heute die Möglichkeiten ganz anders, vor allem im Action- und Fantasybereich. Und so hat man alles schon mal irgendwie gesehen...

Anonymous (unregistriert) 6. Juli 2012 - 17:38 #

Problem ist ja nicht, dass alter Wein neu gemischt wird und in neuen Schläuchen verkauft wird.
Im Unterhaltungssektor wird mittlerweile alter Wein in alten Schläuchen verkauft.
Du musst natürlich auch grade die Serien nennen, die nicht dem allgemeinen Trend folgen.
Obwohl das nächste AC wesentlich Actionlastiger zu werden scheint.

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9295 - 7. Juli 2012 - 11:46 #

"... bei vielen Entwicklern werden die meisten kreativen Entscheidungen von Teams getroffen. Da sitzen 20 Leute in einem Raum, die etwas zustimmen oder ablehnen.."

So sieht das nämlich aus ^^

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. Juli 2012 - 13:16 #

Ok, mangels Konsole habe ich Heavy Rain nicht "gespielt", was man allerdings durch das Gucken von YouTube-Videos (mit Verzweigungslinks am Ende) theoretisch leicht nachholen kann... *hust*

Hatte Warren Spector nicht vor 3 Tagen dazu einen sehr guten Kommentar gegeben? Es kommt mir fast so vor, als sei dies Cage' Replik darauf, und für jemanden, der mich in Fahrenheit zum Laboraffen degradierte mit seinen ach so innovativen QTEs finde ich diese ganz schon selbstbewusst.

Heavy Rain ist der Liebling der Feuilletons - weil es gar kein echtes Spiel ist, sondern ein (Render-)Film, und sowas kennt jeder Feuilletonist. Und wenn ein Spiel einem anderen, etablierten Genre gleich wird, ist es "erwachsen"...

Anonymous (unregistriert) 8. Juli 2012 - 10:09 #

Den einzigen Einfluss den man als Käufer hat, ist die Spielehersteller, die keine Innovationen bzw. sehr wenig bringen, einfach nicht durch Geld zu fördern- Vote with your wallet.

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12154 - 8. Juli 2012 - 12:58 #

als ob. nicht die spieleindustrie, sondern große innovationslose haie mögen den bach runtergehen. sehe auf den markt genügend innovationen und erfolgreiche spiele.
dass die großen publisher sich nichts trauen, ist deren pech. davon profitieren dann eben andere. mit dem ganzen indie-sektor und klein-entwicklern stellt man auch offensichtlich fest, dass man nicht bei jedem spiel hunderte von millionen investieren muss, damit sie erfolgreich sind.
insofern hält sich das risiko ja auch in grenzen wenn man mal neue konzepte ausprobiert. die müssen ja nicht technisch top of the art sein.

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