EuGH: "Weiterverkauf gebrauchter Software ist zulässig"

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4. Juli 2012 - 13:30 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg hat kürzlich ein Urteil gefällt, das auch für Spieler interessant sein dürfte (mehr dazu auch in unserer aktuellen Folge von Der Games-Anwalt). Die Firma Oracle hatte vor dem EuGH gegen den Gebrauchtsoftware-Anbieter usedSoft geklagt, um die Weitergabe von bereits eingelösten Softwarelizenzen zukünftig zu unterbinden. Das Gericht wies jedoch die Klage Oracles ab und erklärte, dass die Veräußerung gebrauchter Softwarelizenzen zulässig ist – auch wenn man diese nicht als physischen Datenträger besitzt. Sprich: Auch als Download erworbene Software dürfte nach dem Urteil weiterverkauft werden. Der neue Besitzer hat zudem das Recht, Aktualisierungen der Software zu erhalten. Voraussetzung für den Weiterverkauf ist jedoch, dass der Verkäufer die Lizenz komplett abtritt und nicht weiterverwendet.

Interessant ist das Urteil des EuGH auch deshalb, weil der Weiterverkauft von als Download erworbener Software nicht konform mit dem deutschen Urheberrechtsgesetz (UrhG) ist. In §69c Nr. 3 Satz 2 ist dort noch von einem "Vervielfältigungsstück", das demnach einen Datenträger voraussetzt. Auch wenn der Weiterverkauf gebrauchter Lizenzen nach dem EuGH-Urteil zulässig ist, ist der Erfolg für den einzelnen Nutzer von Software fraglich:

Denn obwohl nach dem Urteil jeder Nutzer das Recht hat, gebrauchte Software in Form eines Datenträgers oder eines Downloads weiterverkaufen zu dürfen, heißt das nicht, dass die Anbieter von Software oder Downloadportalen wie Steam oder iTunes dieses dem Nutzer ermöglichen. Heise.de führt als Beispiel die fehlende Möglichkeit an, gekaufte Apps im Appstore an andere Nutzer weitergeben zu dürfen.

Dieses Vorgehen, bei dem etwa durch Accountbindung ein Weiterverkauf quasi unmöglich gemacht wird,
ist laut dem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zu Half-Life 2 vom 11.2.2010 nämlich rechtskonform. De fakto ändert das Urteil des EuGH in Deutschland zum Thema Software zunächst einmal nur wenig, sofern Methoden wie die von Steam oder Origin zum Einsatz kommen. Seit dem Urteil des BGH im Jahr 2010 ist für Softwarehersteller und -anbieter in Deutschland klar, dass sie den Weiterverkauf ihrer Software unterbinden können und dürfen, wenn sie es wünschen. Weitere Eckthemen wie die Weitergabe von Musik, Hörbüchern oder Filmen bleiben davon bislang unberührt und dürften in Zukunft für weitere Diskussionen sorgen.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23249 - 4. Juli 2012 - 9:46 #

Theoretisch könnte Valve doch Items anbieten(für 1 oder 2€), mit denen man ein Spiel seiner Sammlung in ein Gift (Geschenk) umwandeln kann.
Dann könnte man auch Downloadspiele weiterverkaufen.

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7072 - 4. Juli 2012 - 11:50 #

Ja genau. Wie es bis zum dritten Absatz in meinen Augen gefunkelt hat, bis dann die Erinnerung an das damalige Urteil erfrischt wurde. Gnah! :O

ChuckBROOZeG 19 Megatalent - 18732 - 4. Juli 2012 - 10:08 #

Auf jeden Fall räumt es mit der indoktrin auf die sich einge shcon einbläuen lassen haben das man ne Lizenz einer Software nicht besitzt sondern nur mietet.

Anonymous (unregistriert) 4. Juli 2012 - 10:39 #

Wenn das Urteil uns was bringt ändern die Lizenzgeber einfach den Zeitraum von unbefristet auf sagen wir 99 Jahre befristet.

MachineryJoe 16 Übertalent - P - 4295 - 4. Juli 2012 - 10:52 #

Ich habe u.a. eine Provisionsabrechnungs-Software programmiert und verkauft. Nachdem mir das Gesetz vorschreiben will, dass ich in Zukunft auch Leuten meine Software zur Verfügung stellen soll, die sie nicht bei mir gekauft haben, die dann trotzdem anrufen und Fragen stellen, Support in Anspruch nehmen und meine Arbeitszeit kosten, denke ich darüber nach, keine Software mehr zu verkaufen. Ich kann alles auf einen Server auslagern, der Kunde pflegt seine Daten über eine Webmaske ein und ich liefere nur noch einen Service. Ich bekomme sogar regelmäßige monatliche Einnahmen.

Nicht viel anders wird es bald in der Gamesbranche werden, Sony geht mit dem Kauf von Gaikai genau diesen ersten Schritt.

ChuckBROOZeG 19 Megatalent - 18732 - 4. Juli 2012 - 11:01 #

Also der Supportanspruch ist doch nochmal ein ganz anderes Thema. Den gibst du doch eh nicht lebenslang. Und um den geht es doch bei dem Richtspruch und nicht Gesetz.
Für mich klingt das nach erstmal losplärren ohne sich wirklich damit zu beschäftigen.
Der Supportanspruch ist auch keine Ware sondern eine Dienstleistung anders als die Software selbst und unterliegt somit auch anderen Regelungen denke ich mal. Aber da ich weder den Richtspruch genau gelesen habe noch mich wirklich ernsthaft mit Supportansprüchen beschäftigt habe will ich da nix definitives äussern.

Wie gesagt allein schon die Äusserung "Nachdem mir das Gesetz vorschreiben will ..." zeigt mir das du ohne den Text wirklich gelsen zu haben einfach losgeplärrt hast.

Und wenn du anstatt ne lokale Softwar nen Webservice anbieten willst dann mach das doch, das wäre sicher auch vor dem Richtspruch lukrativer gewesen wenn du Kunden dafür begeistern kannst.
Und Sony und Gaikai ist auch nochmal ein anderes Thema da muss man auch das Geschäftsmodell kennen um das zu beurteilen, ich kenne es aber nicht.

Ich bleibe aber dabei das eine Software die ich kaufe nicht pseudo gemietet ist sondern die Lizenz dann meine ist und genau das bestätigt doch das Urteil.

MachineryJoe 16 Übertalent - P - 4295 - 4. Juli 2012 - 11:10 #

Jetzt mal abgesehen von Deiner beleidigenden Art (z.B. losplärren) und Deinen Annahmen ohne Hintergrundwissen (Den Support gibst du doch eh nicht lebenslang), liegst Du schlichtweg falsch.

Erst einmal habe ich keine Einschränkungen und keine Befristung bei meinem Support. Wer meine Software einmalig kauft, bekommt Support, das gehört einfach dazu. Und bisher habe ich den nicht extra abgerechnet, Fehlerbereinigungen sind kostenlos, gewünschte Anpassungen rechne ich allerdings ab.

Aber genau das ist der Sinn meiner Aussage, die mit "Plärren" nichts zu tun hat, sondern ein Beispiel einer logischen Schlussfolgerung ist. Ein vernünftiger Entwickler wird mehr Komponenten aus der Software heraus in eine Dienstleistung verlagern. Vielleicht wird der Support monatlich abgerechnet oder die Software selbst als Dienstleistung auf einen Server verlagert.

Das hat auch deswegen mit "Plärren" nichts zu tun, weil es vernünftige wirtschaftliche Logik ist, denn es macht wenig Sinn, sein Geschäft auf fragile Füße zu stellen, auf ein Fundament, das rechtlich jederzeit verschoben werden kann.

ChuckBROOZeG 19 Megatalent - 18732 - 4. Juli 2012 - 11:31 #

Wenn du kostenlos lebenslang Support gibst ist das ganz allein dein Ding. Das machen andere aus gutem Grunde nicht. Wer hindert dich daran das nur Erstkäufern zu gewähren und ansonsten nur im Rahmen der üblichen Gewährleistungspflicht?

Das ändert nix an der Grundaussage des Richterspruchs den du als Gesetz ausgelegt hast. Das ist ein Richterspruch der bestehendes Recht auslegt und wegweisend Software wieder als Ware deklariert, was btw schon im Namen selbst zu sehen ist ^^.

Und wenn dich das losplärren beleidigt haben sollte. Tja dann verwechsel nicht Gesetz und Gesetzauslegung durch ein Gericht dann klingt das auch nicht nach losplärren. Ich habe lediglich ein Synonym für unüberlegtes schnelles reflexposten verwendet dich aber weder als unwissendes Kleinkind noch sonstwas betitelt. Wenn du also beleidigt sein willst bitteschön seie dies.

Ich kann nix für deine Geschäftsgebahren und hab nur auf deine Antwort auf meinen, mit Absicht, recht einfach gehaltenen Post reagiert.

Hättest ja nicht sowas hinwischen müssen als Antwort auf nen Post der nur aussagt das es toll ist für den Verbraucher das endlich mal wieder Ware als Ware betiteklt und behandelt werden kann. Stattdessen hättest du einen konstruktiven Post verfassen können der erstens deine Sicht in Zusammenhang mit deinem Geschäftsmodell darlegt.

MachineryJoe 16 Übertalent - P - 4295 - 4. Juli 2012 - 11:41 #

Interessant, wie Du mehrfach im selben Post die immer gleichen Punkte erwähnst, um zu sticheln und dann anzudeuten, dass ich wie ein kleines Kind beleidigt wäre und im gleichen Atemzug wieder nachbohrst. Da fragt sich, wer hier kindisch reagiert.

Um da mal "erwachsen" zu antworten: Ja, ich habe tatsächlich ohne nachzudenken Gesetz und Richterspruch verwechselt und habe das auch nicht korrekt recherchiert. Im Grunde ist es mir auch persönlich ziemlich egal, da technische Einschränkungen als Kopierschutz nicht verboten werden und meine Software eh an eine Hardware gebunden ist.

Mir ging es grundsätzlich auch weniger um mich, sondern nur beispielhaft um die Aussage, dass Entwickler, mich eingeschlossen, recht schnell auf Servicedienstleistungen ausweichen können und werden. Es mag hier "nur" ein Richterspruch sein, aber er wird viele Entwickler zum Nachdenken anregen. Ob das bei den Einzelnen persönliche oder berufliche Gründe hat oder von Dir als "Plärren" bezeichnet wird, spielt im Resultat keine Rolle, welches die Ware mehr zu Dienstleistungen überführen kann und vermutlich auch wird.

ChuckBROOZeG 19 Megatalent - 18732 - 4. Juli 2012 - 12:02 #

Tja wenn du das gleich so formuliert hättest wäre das einfach kontruktiver gewesen.

Und ich bleibe dabei als Antwort auf meinen Post ist das ziemlich vorbei diskutiert. Wenn du solche Schnellschüsse als Antwort auf Posts raushaust musst du damit rechnen das derjenige sich angesprochen oder angegriffen fühlt und entsprechend auch antwortet. Ich sagte es schonmal nen ordentlich ausformulierter eigener Post anstatt ne Antwort wäre in deinem Falle einfach die bessere Wahl gewesen.

Btw ich habe weder nachgefragt noch gestichelt noch habe ich dein Geschäft in irgendweiner Form bewertet. Es ist mir herzlich egal wie du deine Software vertreibst, ob du Support gibst oder ob du sie verdongelst bzw anderweitig an Hardware bindest, ich habe nur meinen Standpunkt dargelegt auf den du btw nicht eingegangen bist. Ich sagte nur das das ganze wie du Support gibst ganz dein Ding ist, aber fühl dich ruhig erwachsener als meiner einer.

Und ich bleib dabei ich find es Toll das man jetz das vermieten einer Software und das zeitlich begrenzen vorher klar machen muss so das man bei Kauf Sicherheit hat ob man was mietet oder Eigentum erwirbt.

Das es Geschäftmodelle gibt die Software weiterhin zu Mietware machen ist mir bewusst und auch Recht. Nur wird es nun hoffentlich für jeden Kunden in Zukunft klarer gemacht was er für eine Geschäftsbeziehung beim Softwarekauf eingeht.

MachineryJoe 16 Übertalent - P - 4295 - 4. Juli 2012 - 12:33 #

Du fühlst Dich von einer Antwort auf Deinen Post "angegriffen", obwohl ich dort lediglich von mir und meiner Firma rede und das bewegt Dich dazu, regelmäßig zu sticheln? Hmm.

Und wie egal mir Dein Beruf ist, werde ich im Gegensatz zu Dir, nicht im Internet breit treten, es hat hier schlicht wenig zu suchen.

Abgesehen von Deiner Art und Weise kann ich Deine Position nachvollziehen. Natürlich ist es besser, wenn mehr Klarheit und Transparenz zwischen Kunden und Anbieter existiert. Bei meinen Kunden habe ich das Problem nicht, die geben etwas mehr aus und informieren sich vorher auch intensiver.

ChuckBROOZeG 19 Megatalent - 18732 - 4. Juli 2012 - 13:59 #

zitat: "damit rechnen das derjenige sich angesprochen oder angegriffen"

schön wie du mich immer wieder anscheinnd bewusst fehlinterpretieren willst. ich habe niemals gesagt das ich mich angegriffen fühle was ich auch nicht tat, zumindest bis jetzt weil du zum widerholten mal mein "art" erwähnst.

und du hast doch mit deinem beruf angefangen und mir dann vorgeworfen ich stichle in diese richtung da werd ich doch wohl noch bemerken dürfen das es mir nicht um deinen beruf ging und der mich im speziellen auch in keinster weise interessiert. immerhin kenne ich dich nicht persönlich. und ganz ehrlich da du das schon mehrfach erwähnst ... mit deiner art hier will ich dich auch gar nicht persönlich kennen lernen. möglicherweise bist du von angesicht zu angesicht total umgänglich aber hier ständig den leuten (im spziellen mir) irgendwas komisches, möglichst negatives, in den mund legen was sie nicht gesagt haben stört mich.

na ja leg dir deine sachen auch schön weiter aus wie du das auch immer willst ich bin raus da das ganze hat schon die ganze zeit nichts mit meinem ursprungspost zu tun hat und wahrscheinlich nur noch persönlicher werden wird weil ich jetz anfange angepisst zu werden.

bye

MachineryJoe 16 Übertalent - P - 4295 - 4. Juli 2012 - 16:26 #

Tut mir leid, ich konnte nicht wissen, dass Du meine Aussagen über meine Gedanken zur Softwareherstellung und -vertrieb so persönlich nimmst. Das war mit Sicherheit nicht meine Absicht, dir persönlich damit nahe zu treten.

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 4. Juli 2012 - 17:14 #

Korrekt gelöst. Respekt vor deiner Artikulation

Anonymous (unregistriert) 4. Juli 2012 - 11:26 #

Genau darauf wirds hinauslaufen. Echt putzig wie Leute glauben, durch diese Urteil würde sich irgendwa ändern. Es werden sich vermutlich einige Dinge ändern, aber mit Sicherheit nicht so wie sie es sich vorstellen. Noch mehr Accountbindung, noch mehr Always-On (womit ich auch Angebote in der "Cloud" einschließe" etc. werden die Folge sein.

ChuckBROOZeG 19 Megatalent - 18732 - 4. Juli 2012 - 12:08 #

Na klar wird sich was ändern.
Die Geschäftsmodelle werden klarer umrissen werden. Anbieter müssen nun klar und deutlich darlegen was ich kaufe und was ich miete.
Bei Gaikai und anderen Games on demand Anbietern könnte ich mir duale Modelle vorstellen.
Aber bisher ist es doch so sie verkaufen dir ein Produkt und falls es zu unklarheiten kommt heisst es dann na was solls du hast eh nur ne zeitlich begrenzte Lizenz erworben. Gerade Leute die sich nicht ständig mit Recht beschäftigen bietet das in Zukunft viel mehr Sicherheit weil man sich vorher klar sein könnte auf was man sich einlässt.

Niemand hat gesagt das es dadurch im Spielemarkt zb so kommen wird wie früher freiher handel für alle.

Aber das Thema mit Acoount sperren und Co könnte auch im Fahrwasser dieser Entscheidung neu aufgerollt werden.

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 5. Juli 2012 - 7:43 #

Es gibt schon Anbieter, wo man SW zurueckgeben kann. Wenn ich mich recht erinnere: Green man gaming

falc410 14 Komm-Experte - 2354 - 4. Juli 2012 - 11:26 #

Ich verstehe deine Argumentation nicht. Zuerst warum gibst du kostenlos Support? Es zeigt sich doch immer deutlicher das der Trend in Richtung Opensource geht - sprich die Software ist kostenlos aber der Support kostet.

Und ob jetzt Kunde A anruft der die Lizenz bei dir gekauft hat oder Kunde B der die Lizenz von A hat, spielt doch keine Rolle mehr da Kunde A deine Software nicht mehr hat und somit auch keinen Support mehr benötigt. Die Anzahl der verkauften Lizenzen steigt nicht, aber auch nicht die Anzahl der Kunden.

Man könnte jetzt argumentieren das ein Kunde am Anfang mehr Support braucht und später weniger - mir fällt der Fachausdruck gerade nicht ein - aber Studien in der Telekommunikationsbranche haben gezeigt das langjährige Kunden nicht deutlich weniger die Hotline in Anspruch nehmen als wie Neukunden.

Trotzdem solltest du über dein Geschäftsmodell nachdenken. Es gibt eigentlich keine Firma die unbegrenzten Support anbietet.

MachineryJoe 16 Übertalent - P - 4295 - 4. Juli 2012 - 16:34 #

Das kann ich erklären. Ich habe Software erstellt und mein Bestes getan, diese gut zu dokumentieren, auch mit Beispielvideos. Ich habe häufig über Fernwartung den Kunden direkt eingeführt. Da bleibt am Ende wenig Support übrig. Die Kunden brauchen hin und wieder mal Hilfe, beim Wiederherstellen oder Übertragen von Daten, aber scheinbar war meine Software immer so gut, dass sie so ziemlich keinen Support brauchte.

Meine kleineren Tools, wie mein Ernährungsberater haben auch nach jahrelangem Abverkauf vielleicht eine Handvoll Support-Mails ausgelöst.

Daher habe ich ja angedeutet, dass es sinnvoller scheint, den Service als Ganzes zentral anzusiedeln und dann monatlich, jährlich oder nach jeweiliger Nutzungshäufigkeit abzurechnen. Dann wäre es auch egal, wenn jemand seinen Service-Anspruch abtritt oder "gebraucht verkauft". Der neue Kunde muss dann ja auch monatlich zahlen.

Ähnlich läuft es ja bei MMO's mit Abomodell auch.

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 4. Juli 2012 - 14:00 #

in einem Wort: SaaS :-)
Dann brauch der Klient auch keine zusätzliche Infrastruktur

MachineryJoe 16 Übertalent - P - 4295 - 4. Juli 2012 - 16:35 #

Das ist exakt, was ich damit andeuten wollte.

Anonymous (unregistriert) 4. Juli 2012 - 11:04 #

Es erschreckt mich grundsätzlich wie sehr darüber diskutiert werden muss das ich Dinge die ich selbst gekauft habe und mir gehören weitergeben oder verkaufen darf. Ich meine, das ist doch mein Eigentum, das gehört mir doch.
Ich sag' mal wenn ich mir was kaufe wo der weiterverkauf oder die weitergabe nicht so recht möglich ist (DLC) dann hab ich selbst schuld, aber prinzipiell hab ich ja auch die Möglichkeit mein XBox oder Steamaccount und damit alle Inhalte an jemanden zu verkaufen. Das sollte mir keiner verbieten dürfen.
Es zeigt wie sehr Konzerne in ihrem Komerzwahn immer mehr die Finger nach uns ausstrecken und versuchen die Fußketten an den Endverbraucher zu legen.
Wenn man mich fragt muss die Rechtslage grundlegend wieder zugunsten des Verbrauchers geändert werden, allein schon um ein Zeichen zu setzten das es so nicht weiter gehen darf.

GrimReaper 13 Koop-Gamer - 1478 - 4. Juli 2012 - 11:48 #

Kann dir nur zustimmen.

n3oang3l (unregistriert) 4. Juli 2012 - 11:50 #

Ist es eigentlich nicht so dass EuGh Entscheidungen über dem Landesrecht steht und somit für alle Länder bindent sind. Grade was das Wettbewerbs- und Verbraucherrecht betrifft hat der EuGh doch weit reichenden Einfluß.

Anonymous (unregistriert) 4. Juli 2012 - 16:46 #

Der EUGH wurde sogar auf ausdrücklichen Wunsch eines deutschen Gerichts (afaik BGH) tätig. Dort wurde der Prozess ursprünglich geführt und das Gericht hat vom EUGH eine Einschätzung eingefordert. Das weist stark darauf hin, dass dies für deutsche Gerichte wegweisend ist.

Der Unterschied zu Steam liegt meines Erachtens in der Account-Bindung. Meine Vermutung ist, dass man auch weiterhin kein Anrecht auf die Lösung einer Lizenz aus einem bestehenden Account wird erzwingen können. Interessant könnte es werden, ob der Verkauf des ganzen Accounts mitsamt seiner enthaltenen Lizenzen dadurch möglich wird.

Das Resultat wird, wie von MachineryJoe angedeutet, wohl eher sein, dass unbefristete Softwareprodukte wie die lebenslang eigene Windows-CD zunehmend durch Mietverträge, zwingende Serviceabkommen und Cloud-Services ersetzt wird, vermutlich auch zukünftig stärker zeitlich eingeschränkt. Das ist sowieso der Trend. Open Source ist das beste Beispiel, das Produkt wird kostenlos, der Service (Einrichtung, Wartung, Anpassung) wird zur Haupteinnahmequelle. Kopierer kann man mittlerweile auch nicht mehr kaufen, die muss man inklusive Wartungsservice leasen. Das Urteil spielt wohl vor allem Gaikai, Onlive und Free2Play-Anbietern in die Hände.

Roland 18 Doppel-Voter - 10797 - 4. Juli 2012 - 15:58 #

Solange ein Download kein DRM-Schutz hat, ist ja alles legal. Als Beispiel kaufe ich mir bei GOG ein Spiel, lade es runter und spiele es. Nach einiger Zeit mag ich es nicht mehr und verkaufe es - dem Käufer gebe ich die Datei und er kann sie in vollem Umfang nutzen. Im Gegenzug muss ich aber mich von der Datei trennen, ergo keine Kopie!

Bei solchen Downloads ist es problemlos möglich. Kommen aber Plattformen wie der iStore oder Steam zum Einsatz, bin ich kernig ausgedrückt, auf das Wohlwollen der Betreiber angewiesen.

Anonymous (unregistriert) 4. Juli 2012 - 16:55 #

Ich bezweifle, dass das dadurch möglich wird, denn du verweigerst dem Käufer damit den Zugang zur Serviceplattform GOG. Die bietet weitere Leistungen, die zum Kaufvertrag dazu gehören. Das Gericht hat die Legalität von Accounts und Accountbindungen nicht in Frage gestellt, aber festgehalten, dass der Verkäufer das Werk gesamtheitlich inklusiver sämtlicher Leistungsansprüche weiterverkaufen muss. Du müsstest ihm also vermutlich Deinen Account zugänglich machen. Bis zu einem entsprechenden Urteil halte ich deine Interpretation nicht für gesichert.

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 5. Juli 2012 - 11:16 #

Hmm, welche Zusatzleistungen die an ein auf dem Account vorhandenes Spiel gebunden sind, sollen das sein?

Man kann dem Käufer ja das Spiel mit sämtlichen Zusatzdownloads (Soundtrack, Handbuch) versorgen. Und der kann sich einen eigenen Account auf GoG anlegen um Foren etc. zu nutzen. Blöd ist natürlich, dass das Spiel nur weiterhin auf dem Account des Verkäufers steht.

Anonymous (unregistriert) 4. Juli 2012 - 17:14 #

Beim iLaden geht es zusätzlich noch anders um Lieder. Das Urteilt deckt erstmal Software mit softwarespezischen Merkmalen ab: mit Programmierschleifen und so.

Michl Popichl 24 Trolljäger - 50609 - 4. Juli 2012 - 16:40 #

ich kauf mir gerne mal ein gebrauchtes spiel, also find ich das sau gut :-)

Francis 14 Komm-Experte - 2550 - 4. Juli 2012 - 17:11 #

Obs was ändert...

MachineryJoe 16 Übertalent - P - 4295 - 4. Juli 2012 - 18:09 #

Vermutlich ändert es in der Praxis vorerst nichts. Zasi hat dazu in der anderen News einen interessanten Link einer Analyse dazu gepostet:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/EuGH-Klares-Ja-zum-Weiterverkauf-gebrauchter-Software-1631306.html

Just my two cents 16 Übertalent - 4357 - 6. Juli 2012 - 9:20 #

Sollte das jemals relevant für Steam werden und Steam irgendwann gezwungen sein, die Plattform mit einer Wiederverkaufsfunktion zu koppeln wird sich für Europäer was ganz gewaltig ändern - die Sales und 80% und ähnlich Angebote werden ausblieben, das lohnt sich nicht, wenn da auf einmal Reseller mitmachen, vielleicht über Bots tausende Exemplare kaufen und über die nächsten Monate verkaufen - das wird passieren und das gesamte Konzept killen.

partykiller 17 Shapeshifter - 6003 - 4. Juli 2012 - 23:32 #

Naja. Viel wird das nicht ändern. Es sieht zwar erst einmal bahnbrechend aus, aber dann werden die Firmen eben hingehen, und nur noch Software als Mietmodell vertreiben, für das gilt dann der Erschöpunfsgrundsatz nicht. Das wird den Firman sowieso gefallen, denn damit haben sie Dauerschuldverhältnisse, können die Kundenbindung vorantreiben, und sie haben dadurch relativ gut planbare wiederkehrende Einkünfte.
Oder sie gestalten das Nutzungsrecht mit so vielen Tricks, dass die Weitergabe der "Begleitmaterialien" dann nur noch wertlos ist. Denn das Nutzungsrecht dürfen die Hersteller ja weiterhin ausgestalten, nur beim Weiterverbreitungsrecht haben sie eine Niederlage erlitten. Aber dieses Recht kann man durch die Hintertür dann quasi wertlos machen.
Ob sich das mit den technischen Hürden/Schikanen/Beschränkungen im Nutzungsrecht wie beispielsweise Accountbindung im Geschäftskundenbereich noch praktikabel durchsetzen lässt, ohne dass einem die Kunden abspringen, ist fraglich, daher tippe ich im Business Bereich tatsächlich bei Volumenverträgen auf Software-Mietverträge.

Roland 18 Doppel-Voter - 10797 - 6. Juli 2012 - 11:00 #

Da bin ich mal gespannt wie sich das entwickelt.

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