Lesetipps zum Wochenende (KW23): Blizzard, Facebook, E3

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8. Juni 2012 - 12:50 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert

Es ist Freitag und angesichts des schönen Wetters in weiten Teilen Deutschlands habt ihr euch wohl eh schon das eine oder andere Bier in den Kühlschrank gestellt und fiebert nun der Fußball-Europameisterschaft entgegen – am GG-Tippspiel habt ihr bestimmt auch schon teilgenommen, oder? Wir haben unterdessen jedenfalls noch ein paar Lesetipps für euch gesammelt. Diesmal geht es um Blizzard und die Kundenfreundlichkeit sowie einmal mehr um die Urheberrechtsdebatte. Das wichtigste Thema für Computerspieler in dieser Woche war natürlich die E3 in Los Angeles, über die GamersGlobal sehr umfangreich berichtet hat. Nachdem sich Lenhardts Nachtwache bereits recht kritisch mit der Messe auseinandersetzt, blicken wir auch zum Mitbewerber und lassen GameStar.de zu Wort kommen. Obendrauf gibt's noch einen eher humoristischen Beitrag über die Schufa und deren Bemühungen, Facebook-Daten für ihre Bewertungen miteinzubeziehen.

Wie immer wünschen wir euch ein schönes Wochenende und viel Spaß beim Lesen!

"Blizzard's fall from grace"
99leben.de am 1. Juni, earlmobileh

Bizzard sei beim Start von Warcraft 3 deutlich kundenfreundlicher gewesen als bei Diablo 3, sagt 99leben.de: Damals konnte man den beiliegenden Key noch mehrfach verwenden, einen Always-On-Kopierschutz gab es nicht. Letzterer sei im Fall von Diablo 3 jedoch notwendig aufgrund des Echtgeldauktionshauses, woran Blizzard dank Provision mitverdient. "Zum einen war eBay [bei WoW-Transaktionen] weder besonders unsicher, noch unbequem, zum anderen spricht die Art der Implementierung des Auktionshauses für sich, denn der Flow des Spiels ist freilich nicht so gestaltet worden, dass er ohne das Zukaufen von virtuellen Gegenständen optimal funktioniert."

"Neue Nutzungsbedingungen: Facebook lässt Mitglieder abstimmen"
sueddeutsche.de am 2. Juni

Auf Facebook könnt ihr noch bis 18:00 Uhr heute abend darüber abstimmen, ob ihr die alten Nutzungsbedingen beibehalten wollt ober eine vom Unternehmen vorgelegte neue Regelung eingeführt werden soll. Damit Handlungsbedarft seitens Facebook besteht, müssten mindestens 30 Prozent der 900 Millionen User abstimmen, vermutlich ein Ding der Unmöglichkeit. Finden doch genügend User die richtige Stelle und klicken gegen die neuen Regelungen, "dann würden die alten Bedingungen in Kraft bleiben - allerdings nur, wenn Facebook sich auf das "konsultative" Votum einlässt. " Ein Pro und Contra hierzu findet ihr beim oben verlinkten Artikel, die Abstimmung selbst ziemlich versteckt (natürlich!) auf der Site-Governance-Seite.

"Urheberrechtsdebatte: Was die Autoren umtreibt"
faz.net am 4. Juni, Juli Zeh und Ilija Trojanow

Mit dem schweren Leben von schreibenden Freiberuflern beschäftigt sich Faz.net: "Geht man von zwei bis drei Jahren Arbeitszeit für die Fertigstellung eines Romans aus, kommt man auf ein Monatsgehalt zwischen „fast nicht vorhanden“ und „äußerst bescheiden“. Mit dem Internet oder Raubkopierern hat diese missliche Lage überhaupt nichts zu tun." Es gibt in Deutschland trotzdem reichlich Autoren, die nebenher auch noch von der Künstlersozialkasse, von Lesungen und Co leben können. "Die Bedrohung durch eine (übrigens fiktive, weil von niemandem ernsthaft geplante) Einschränkung des Urheberrechts ist also keineswegs so existentiell, wie die Lautstärke des Aufrufs vermuten lässt."

"Da ist kein Gott im Netz"
Spiegel Online am 5. Juni, Sascha Lobo

Sascha Lobo, immer auf der Suche nach einem nicht schon zehnmal von ihm selbst breitgetretenen Thema, widerspricht aktuell Feulletonisten, die dem Internet etwas Quasi-Religiöses andichten. "Das gefährlich Religionsähnliche entsteht, wenn man vergisst, dass das Netz von Menschen absichtlich geschaffen ist und von Menschen gestaltbar. Jeder Pixel ist an seinem Platz, weil irgendjemand es so wollte (oder die Folgen nicht überblickte), irgendjemand ist verantwortlich, es gibt keinen Gott im Netz und damit kein Schicksal, in das man sich klaglos fügen müsste. Es herrsche also der Zweifel, der Widerspruch: das Gegenteil des Glaubens. Denn das Internet ist die Gesellschaft."

"E3stigkeit"
gamestar.de am 6. Juni, André Peschke

Krawall.de-Chefredakteur André Peschke war von der E3 in diesem Jahr eher enttäuscht. "Im bunten Kuddelmuddel der E3-Stände ist dann nämlich nicht mehr so viel Innovation, die sich enthüllen ließe. Dort streiten sich stattdessen Resident Evil 6 und Dead Space 3 darum, wer seine Horrorserie am schnellsten in Richtung Gears of War prügeln kann. Ein Eindruck, der sich schon am Vortag auf den großen Pressekonferenzen abzeichnete. Microsoft zeigte dort stolz, dass sie Ideen von Nintendo und Apple auch abkupfern können, ohne dafür gleich eine neue Hardware produzieren zu müssen." Einzig Dishonored konnte ihn noch begeistern.

"Ratgeber: So wirkt sich Ihr Verhalten bei Facebook & Co auf ihren SCHUFA-Score aus"
der-postillon.com am 7. Juni, Stefan Sichermann, Satire

Passend zur Meldung, dass die Schufa künftig Facebook-Daten zur Bewertung von Kreditnehmern heranziehen will (wir berichteten), erklärt Stefan Sichermann, wie sich bestimmte Statusmeldungen fortan auf die eigene Kreditwürdigkeit auswirken könnten: Die Pinnwandnachricht "Kann mir irgendeiner von euch 5000 Euro leihen? Ich bin total pleite. Naja, solange die SCHUFA nix weiß.", ergäbe eine Basisscore-Verschlechterung von 30%. Die gegensätzliche Pinnwandnachricht "Will sich irgendwer von mir 5000 Euro leihen? Ich hab so den Arsch voll Geld, ich weiß gar nicht wohin damit.", steigere entsprechend den Basisscore um 30%.

Wenn ihr selbst interessante Links zum Thema Videospiele entdeckt, freut sich der Autor über eine PN oder einen entsprechenden Kommentar. Er wird sie lesen und bei Gefallen bei den nächsten Lesetipps verwenden. Dieses Mal bedanken wir uns bei den GG-Usern BiGLo0seR und Sher!

Anonymous (unregistriert) 8. Juni 2012 - 13:49 #

Ob sich die Schufa da nichts ins eigene Bein beisst? Deren Bewertung ist doch nur solange relevant wie die Daten nachvollziehbar erhoben werden. Wenn die anfangen FBookäußerungen und Fotos nach selbst gewählten Kriterien abzugrasen kann das nur nach hinten losgehen. Allein schon weil die notwendige Automatisierung nicht nach Sarkasmus, Spaß oder ernst gemeinten Inhalten unterscheiden kann.

Bsp. Thomas FB Account liefert Indikator:
- Bier, Besoffen: 52x, Foto mit Pulle in der Hand: 13x - negative Bewertung weil Alkoholismus oder laxe Lebensführung/gesundheitliche/soziale Defizite angenommen werden, oder postive Bewertung weil Thomas Mitbesitzer einer Mikrobrauerei ist?

Bsp. Thomas GG liefert Indikator:
- Onlinegaming: 2890x Texteinträge, Spieleliste enthält 152 Spiele, Kommentardatum belegt täglich 2h Anwesenheit auf GG, täglich 6h Steamnutzung dank Achievements: Positive Bewertung weil Thomas sich für immer erreichbar und technisch versiert und sozial hält, derart viel Geld für Unterhaltung ausgeben kann und sozialen Onlineumgang pflegt, oder negative Bewertung weil der Bewerter Thomas nun für einen onlinesüchtigen (Einträge/Aktivität über 8h/Tag??), infantilen (29 Jahre und der Spielt noch Kinderspiele???), verschwenderischen Killerspieler (COD und Warcraft?) hält?

Bewertungen hängen immer von den Ansichten der Bewerter ab. Bewerter und deren Einstellungen ändern sich mit der Zeit. Aber das wissen die älteren Webnutzer schon seit den 90er.

Anonymous (unregistriert) 8. Juni 2012 - 15:07 #

Die sind in erster Linie nicht nur an den sichtbaren Webdiensten interessiert, sondern würden gerne ausdrücklich auch das Deepweb auswerten. Das macht die Sache problematisch weil das Zusammenführung der Daten von hunderten von Analyticsschnüfflern andeutet:

-> Sammeln von persönlichen Daten in kommerziellem Maßstab, analysiert mit intransparenten Algorithmen um sie in fragwürdige Verhaltensprognosen einfliessen zu lassen, die sich konkret auf der Leben der betroffenen Personen auswirken sollen.

Die Schufawertungen sind jetzt schon intransparent, wird Zeit das Auskunfteien in Zukunft stärkere Auflagen bekommen.

Sher Community-Event-Team - 3635 - 8. Juni 2012 - 16:15 #

Das Partnerinstitut hat die geplante Zusammenarbeit bereits wieder aufgekündigt. Zunächst wird also nichts aus dem Testlauf - glücklicherweise.

Anonymous (unregistriert) 8. Juni 2012 - 18:40 #

Facebook AGB-Abstimmung: Beteiligung nur 0,05 Prozent. Vielleicht ist das mit ein Problem für den IPO Absturz? FB kann seine Nutzer nicht mal über sowas wichtiges vernünftig informieren, wie sollen die da brauchbare Werbung liefern?

Icy 12 Trollwächter - 1033 - 9. Juni 2012 - 17:28 #

Facebook will doch nicht das da abgestimmt wird, wäre ja für sie kontra produktiv. Aber nun kann Facebook sagen das es doch super auf die Nutzer eingeht und alles wunderbar ist!

Anonymous (unregistriert) 9. Juni 2012 - 19:55 #

Die Abstimmung hätte zwar keine bedeutenden Änderungen ermöglicht, damit hast du also eigentlich recht. FB wollte nicht.

Sie können aber auch nicht, selbst wenn die Nutzer davon nen Vorteil hätte nimmt das keiner zur Kentniss. Werbepartner leben davon das Kunden-nutzer für vorteilhafte Botschaften erreichbar sind. FB bringt denen auf Mobilgeräten schon keinen Profit (weil keine Werbung), zustätzlich wird der Tunnelblick der Nutzer auf der Webseite neu bewiesen.

ball (unregistriert) 9. Juni 2012 - 20:17 #

Eigentlich kann Facebook das nicht sagen, weil die Abstimmung ungültig ist. Nach ner ungültigen Wahl die für User schlechteren Bedingungen (mehr Auswertung von Textnachrichten, Links, Bildern) durchzusetzen ist doch total ..ungültig.. undemokratisch.

In etwa so als gäbs die Wahl zwischen Merkel und nem koreanischen Diktator, um dann den Diktator einzusetzen nachdem man niemandem von der Wahl informiert hat. Wunderbar wärs gewesen wenn die Abstimmung beim Seitenaufruf aufgepoppt wäre.

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