Activision: Rechtsstreit mit EA beigelegt // "Project Icebreaker"

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18. Mai 2012 - 10:32 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert
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Das Bild stammt aus Call of Duty - Modern Warfare 2.

Ziemlich genau zwei Jahre ist es nun her, dass die ehemaligen Infinity-Ward-Chefs Jason West und Vince Zampella von Activision im Streit um ausstehende Boni für den Verkaufserfolg von Modern Warfare 2 gefeuert wurden und ihr eigenes Studio Respawn Entertainment gründeten. Unmittelbar danach wurde bekannt, dass Respawn für mindestens einen Titel mit Electronic Arts zusammen arbeiten würde.

Daher stand natürlich der Verdacht im Raum, dass Electronic Arts West und Zampella vorsätzlich abgeworben habe, zumal beide von einem EA-eigenen Firmenjet zu einer Grillparty auf dem Privat-Grundstück von Firmenchef John Riccitiello abgeholt worden seien. Deswegen verklagte Activision EA dann auch und wollte einen Schadensersatz von stolzen 400 Millionen US-Dollar haben (wir berichteten). Jetzt wurde bekannt, dass sich die beiden Parteien außergerichtlich geeinigt haben. Details hierzu wurden aber nicht veröffentlicht.

Doch auch im Prozess Activision gegen West und Zampella tut sich noch etwas. Giantbomb hat nämlich Scans über ein sogenanntes "Project Icebreaker" geleakt. Diese sollen ursprünglich aus einer Gerichtsakte stammen. Der Autor will diese von einer PR-Firma, die im Auftrag der Anwälte von West und Zampella arbeite, bekommen haben. Er habe auch länger über die Veröffentlichung nachgedacht, da Activision hier nicht gerade gut dargestellt wird.

Icebreaker sei demnach der Codename einer Activision-internen Untersuchung, die von Bobby Kotick initiiert wurde und deren Ziel es gewesen sei, eine möglichst große Handhabe gegen West und Zampella zu schaffen, um diese so schnell wie möglich loszuwerden. Diese Initiative habe schon vor der Veröffentlichung von Modern Warfare 2 begonnen, die Unterlagen, Computer und Mobiltelefone der beiden sollten dabei gecheckt werden. Es habe sogar zur Debatte gestanden, einen Feueralarm vorzutäuschen, um an deren PCs zu kommen. Der Firmenanwalt von Activision wollte dies auf Anfrage von Giantbomb natürlich nicht bestätigen. Die veröffentlichten Dokumente könnt ihr euch in ihrer Gänze bei der unten verlinkten Quelle anschauen.

Anonymous (unregistriert) 17. Mai 2012 - 20:53 #

Klingt illegal. Rupert Murdoch style.

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 95765 - 17. Mai 2012 - 21:37 #

Ujj, das wäre ne krass dreiste scheisse, buuuh!

FLOGGER 17 Shapeshifter - 8926 - 18. Mai 2012 - 3:36 #

LOL! Project Icebreaker! Der fiese Bobby ist scheinbar viel mehr Dr. Evil als wir immer dachten...

volcatius (unregistriert) 18. Mai 2012 - 9:01 #

Activision scheint Verträge wirklich hemmungslos gebrochen zu haben, wenn bereits 42 Millionen Dollar an ehemalige Mitarbeiter gezahlt wurden und das nur ein kleiner Teil der entgangenen Boni und Entschädigungen sein soll.

Weryx 18 Doppel-Voter - P - 10490 - 18. Mai 2012 - 15:35 #

Tjo selber schuld.

avalonash 12 Trollwächter - 1147 - 18. Mai 2012 - 10:29 #

Der Autor der Originalmeldung empfand es für geboten die Quelle die Herkunft seiner "Informationen" ausdrücklich anzugeben und als womöglich einseitig und willentlich manipulativ zu kennzeichnen:
"This filing landed in my inbox from the public relations firm for West and Zampella's attorneys. I've been sitting on the filing for a few weeks, knowing full well this very specific filing was handed over to me, a reporter, with a specific agenda in mind, and one that doesn't paint Activision in a great light."

Es wäre nicht verkehrt, das auch in diese News noch mit einzubauen.
In einem Rechtsstreit, in dem es um hunderte Millionen Dollar geht, sind beiden Seiten alle Mittel recht. Und allein, dass die Anwälte von West und Zampella für ein juristisches Verfahren eine PR Firma einspannen, spricht schon Bände.
Bevor hier also wieder die nächsten "Kotick ist der Teufel" Schreie losgehen und zu Fackeln und Mistgabeln gegriffen wird, sollte man sich das nochmal auf der Zunge zergehen lassen und sich fragen, ob hier nicht nur falsche Infos an die Presse lanciert werden, um einen Medien-Shitstorm auszulösen (und wir wissen ja wohl alle wie ungeprüft die Spielepresse jeden clickversprechenden Newsschnipsel abschreibt - je kontroverser umso besser). Das riecht doch alles stark nach Verhandlungstaktik, um Activision unter Druck zu setzen und einen höheren Vergleich rauszuschlagen. Für einen zwei- bis dreistelligen Millionenbetrag mehr dürften da die wenigsten Skrupel haben.

Johannes 22 AAA-Gamer - P - 37907 - 18. Mai 2012 - 11:34 #

Da hast du nicht unrecht, das könnte noch mit rein

Edit: 1. Habe die News ergänzt, 2. nicht umsonst ist der Part im Konjunktiv geschrieben.

Anonymous (unregistriert) 18. Mai 2012 - 11:27 #

Berechtigter Einwand zur Quelle. Zur PR Firma aber nicht, da Activision ihre PR Abteilung auch in allen Öffentlichen belangen einsetzt.

avalonash 12 Trollwächter - 1147 - 18. Mai 2012 - 13:06 #

Schon, aber verdeutliche dir nochmal den Unterschied:
- Activision nutzt seine PR Abteilung um zu allen öffentlichen Belangen Statements abzugeben und Informationen über das eigene Spiele-Portfolio publik zu machen.
- W. und Z. beschäftigen Anwälte mit einem hochklassigen Wirtschaftsfall gegen Activision und die wiederum beauftragen eine PR-Firma, um angebliche Mitschriften einer Deposition (die ganz sicher nicht öffentlich ist) mit sehr negativen Inhalten über den Prozessgegner an die Presse zu lancieren.

Depositions in so einem Fall finden fast nie ohne NDA statt, wogegen ein beauftragter Leak an die Presse klar verstoßen würde. Das Gericht darf die tatsächlichen Protokolle nicht herausgeben und Activision kann nur Dementieren - und in einer Wort gegen Wort Situation gewinnt nunmal meist derjenige die öffentliche Meinung für sich, der als erster die Opferrolle für sich beansprucht und die heftigsten Beschuldigungen ausgesprochen hat. Vor allem wenn der eine ein Großkonzern ist, die ja selbst ohne kontrovers aufgenommene Firmenpolitiken keine Sympathieträger sind.
Dass die Ex-Infinity-Wardler zu solchen Schmierkampagnen-Methoden greifen und überhaupt Prozessinterne Dokumente ganz bewusst an die Presse streuen finde ich aber auch schäbig und unethisch.

Anonymous (unregistriert) 18. Mai 2012 - 17:14 #

In dem Fall sollten wir dann aber gerechterweise auch die zurückliegenden Sachverhalte (ua ältere News dazu) berücksichtigen, die Activisions Verhalten nicht in ein besseres Licht rücken. Ganz ohne vermutete verleumderische PR Kampgagne durch diese PR Firma. Außergerichtliche Einigung legt oft auch nahe, das die ärmere Partei zur Einigung gezwungen wurde da sie sonst mglw allein durch Prozesskosten ruiniert oder Jahrelang geschädigt worden wäre.

Erinnern wir uns an Lidl, DB, Post, NotW und das ganze Bündel an Überwachungsskandalen. Solche Fälle haben gezeigt das sowas nicht die Ausnahme sondern eher die Regel ist. Teufelchen Kottik ist für seinen Auspruch ~ er 'spiele nicht herum sondern stände für eine Atmosphäre der Angst ein' bekannt, wodurch er sich ein geschäftsmännischeres Image aufsetzen wollte. Gänzlich unverdient und unrealistisch wäre das Überwachungsszenario also nicht.

In jedem Fall kannst du davon ausgehen, das PR Versuche, rechtschaffende wie unseriöse, nicht so einseitig ablaufen wie du es darstellst (nämlich nur seriös seitens Blizzard, schandhaft seitens W.& Z.). Das erweckt sehr stark den Eindruck das propmt der Spieß umgedreht und der eigentlich Geschädigte beschuldigt wird.

Die eigentlichen Schmierenkampagnen von großen Firmen sind überdies darauf ausgelegt nicht als solche erkannt zu werden. Das haben uns ua Microsoft gegen Google im EU Parlament und Facebook gegen Google mehr als deutlich gezeigt. Einen Dritten einschalten und perfekte Abstreitbarkeit ist immer gewährleistet. In einer Wort gegen Wort Situation gewinnt der mit den größeren Ressourcen, besonders in einem hochklassigen Wirtschaftsfall. Populistisch gesehen mag das anders sein, sollte das juristische Ergebnis aber ohnehin nicht beeinflussen.

Betrachten wir es nur aus Sicht der Sympathien, versuchen natürlich beide Parteien möglichst im besten Licht darzustehen. Wenn du aber eh annimmst dass derjenige mit den schlimmsten Anschuldigungen ohnehin die meisten Sympathien gewinnt, braucht uns garnicht kümmern wo die Sympathien liegen. Denn mit der Einstellungen können die nach belieben manipuliert werden.

avalonash 12 Trollwächter - 1147 - 18. Mai 2012 - 17:37 #

West und Zampella spielen doch beide selbst auf einem Vermögenslevel, wo mehrere Millionen an Prozesskosten absolut aufbringbar sind. Allein durch die kürzlich erfolgte Nachzahlung ausstehender Boni gingen über 40 Millionen an ehemalige IW Mitarbeiter - der Löwenanteil dürfte auf die beiden Chefs entfallen. Dem vorausgehend haben sie ja aber bereits stattliche Gewinnbeteiligungen an den MW-Titeln erhalten. Als Produzenten eines der erfolgreichsten Entertainment-Produkte aller Zeiten dürften beide jeweils zig Millionen auf dem Konto haben. Das ist nun wirklich nicht überwachten Kassiereinnen bei Lidl oder Postleuten zu vergleichen.
Und ich sage auch nicht, dass ich Activision für unschuldig halte. Ich sage aber, dass die (ich zieh sie mal salopp aus dem Strafrecht rüber) Unschuldsvermutung für beide Seiten gelten sollte. Und ich halte es für verlogen, wenn sich diese Spitzenentwickler, die sich an ihren Titeln längst eine sehr goldene Nase verdient haben, immer weiter auf der "aber.. aber wir sind doch die armen Kreativleute, die ausgebeutet werden und tun müssen, was der böse Finanzriese von Publisher verlangt" Welle reiten wollen. Diese Leute sind alles andere als kleine, gemobbte Angestellte. Die sind eher mit einem Hollywood Big-Player wie Michael Bay vergleichbar.

volcatius (unregistriert) 18. Mai 2012 - 17:48 #

Laut Quelle gingen die 42 Millionen allein an ehemalige Mitarbeiter, die ihre eigene Klage erhoben hatten. West und Zampella sollen noch mal separat entschädigt werden.
Die Sauereien hatten bei Activision anscheinend System.

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