Steve Ellis: "Die meisten Ego-Shooter sind Verlustgeschäfte"

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partykiller 6231 EXP - 17 Shapeshifter,R2,S1,A1,J10
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3. Mai 2012 - 20:27 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert

Wie Steve Ellis, Gründer von Free Radical Design (heute Crytek UK), in einem Interview mit dem Edge Magazine erklärte, ist es schwierig geworden, außergewöhnliche Shooter-Konzepte umzusetzen. Call of Duty und Battlefield sind laut Ellis die einzigen Ego-Shooter-Franchises, die Geld einbrächten. Das Resultat sei, dass die Publisher übervorsichtig agieren, wenn es darum geht, einem Projekt grünes Licht zu geben, das nicht dem etablierten Trend folgt.

Ellis habe das ganze Jahr 2008 mit dem Versuch verbracht, Publisher dazu zu bringen, Timesplitters 4 mit an Bord zu nehmen. Es bestehe jedoch einfach kein Interesse daran, irgendetwas zu realisieren, das den Versuch unternehme, von den Regeln des Genres abzuweichen. Ellis fügt hinzu, dass niemand etwas ausprobieren wolle, das skurril oder anders sei, weil die Produktionskosten für ein solches Projekt nach Ansicht der Publisher ein zu hohes finanzielles Risiko darstellen.

Aber auch sonst haben andere Shooter laut Steve Ellis einen schweren Stand. Laut ihm kaufe sowieso kaum jemand irgendwelche Ego-Shooter, wenn nicht Call of Duty draufstehe. Battlefield schlage sich noch ganz gut, aber abgesehen von dieser Ausnahme sei so ziemlich jeder Ego-Shooter ein Verlustgeschäft. Als Beispiel führt Ellis Crysis 2 an. Das sei ein großartiges Spiel und wäre dennoch weit davon entfernt, seine Entwicklungskosten auch nur annähernd wieder einzuspielen.

Die Entwicklung des Genres im Vergleich zu seinen Anfängen gefällt Ellis gar nicht. Mittlerweile habe man mehr als ein paar Konsolen-Generationen durchlebt und Dinge verfolgt, die sich immer weiter zu einem Punkt entwickelt und ausgewachsen hätten. Und der hätte einfach nicht mehr den ursprünglichen Ideen entsprochen. Am Ende sei es nicht mehr das gewesen, was man zu Beginn geplant hatte.

Ellis verließ Crytek UK im Februar 2009 und gründete ein Studio für die Entwicklung von Mobile Games mit Namen Crash Lab. Ob er aus Frust ging, weil das bereits 2007 angekündigte Timesplitters 4 nicht umgesetzt werden konnte, ist nicht bekannt. Vor kurzem dementierte Crytek UK Gerüchte, dass sich das Spiel aktuell in der Entwicklung befinde (wir berichteten),

Vidar 18 Doppel-Voter - 12847 - 3. Mai 2012 - 20:29 #

Nun da braucht man sich auch nicht wundern wenn von 10 Spielen 6 Shooter sind :p

q 17 Shapeshifter - 6711 - 3. Mai 2012 - 20:33 #

Selbst Schuld, wenn sie die Entwicklungskosten so in die Höhe treiben.

Izibaar 16 Übertalent - 5857 - 3. Mai 2012 - 21:10 #

Ganz meine Meinung.

Just my two cents 16 Übertalent - 4851 - 3. Mai 2012 - 21:45 #

"Fordern" wir Spieler nicht genau das?
Die Budgetmonster wie CoD spielen Ihre Kosten wieder ein, an einem mal neuen und unkonventionellen Bulletstorm hat Epic nach eigener Aussage am Ende keinen Cent verdient...
Selbst Schuld liebe Publisher ist leider zu einfach. Wir Spieler tragen an der Entwicklung durch unsere Einkaufspolitik ebenso Anteil...

q 17 Shapeshifter - 6711 - 3. Mai 2012 - 21:46 #

Morgen kommt ein Artikel von mir dazu. Ist schon fertig, aber noch nicht freigeschaltet. Vielleicht mit der Diskussion dazu noch etwas warten.

Anonymous (unregistriert) 3. Mai 2012 - 23:48 #

Ohoh ;)

q 17 Shapeshifter - 6711 - 3. Mai 2012 - 23:52 #

xD

Just my two cents 16 Übertalent - 4851 - 4. Mai 2012 - 5:20 #

ick freu mir drauf. ;)

Anonymous (unregistriert) 3. Mai 2012 - 23:59 #

Neu und unkonventionell?
Autohealing, Schlauchlevel mit vielen automatischen Scripten, kindischer Humor statt kindeschem Patriotismus.
Was war "neu" irgendwelche abgedrehten Killarten.
Ehrlich, wenn ich die Wahl habe ob ich Bulletstorm oder NOLF1 oder 2, Quake 1 bis 3, Duke3D, Unreal, Serious Sam 1 und 2, AvP2, Marathon 1 bis 3, Rainbow Six (die alten), Rouge Spear (die alten), Swat 3 und 4, Doom 1 bis 3 (3 so halbwegs), Descent (alle und auch 3D Shooter im Herzen) und andere ältere spielen sollte. Ich würde mich immer gegen Bulletstorm entscheiden.

Nehme das Grundprinzip von CoD und tausche die Grafik, damit lockst du nicht diejenigen, denen das Prinzip nicht gefällt.

Kurz, ich hasse Autohealing, weil es viel Taktik rausnimmt, ich hasse Schlauchlevel, weil sie komplett das Entdecken rausnehmen, ich hasse es Scriptsequenzen Handlungsunfähig zuzusehen (ein mal dann wirds langweilig) und am meisten hasse ich das heute so moderne Deckungsgeballer das eher an ein horizontales Space Invaders erinnert. Aber scheinbar scheinen heute ja einige Spieler überfordert, wenn es aus mehr als 120° pfeift.

partykiller 17 Shapeshifter - 6231 - 3. Mai 2012 - 22:46 #

Tja, das ist ein zweischneidiges Schert, ich bin da manchmal auch hin und her gerissen in der Argumentation.
Liegt es wirklich nur an den abgesetzten Einheiten, die nicht stimmen, weil wir Spieler (zu denen natürlich wirklich alle Arten von Spielern zählen) es nicht wirklich honorieren?
Oder haben die Studios oder Publisher auch ganz einfach ihre Kosten nicht im Griff und schauen da nicht so drauf? Dann kann man nachher immer auf die bösen Spieler schimpfen.
Es ist sicherlich etwas von beidem. Vielleicht sollte man auch als Spieler mal den Games "aus der zweiten Reihe" eine Chance geben und nicht immer nur bei den "Flaggschiff-Franchises" konsumieren. Denn dann hätte Ellis wirklich Recht, dann wird der "Mut zum Abweichen und Anderssein" einfach generell nicht belohnt. Es reicht eben nicht aus, wenn nur ein paar Leute sich ein etwas abgefahreneres Spiel zulegen.
Andererseits sollte ein Publisher auch wissen, dass "Risiko-Projekte" geringere Absatzchancen haben und dementsprechend vorsichtig agieren. Also weniger Budget dafür hergeben, dann ist der Jammer nachher nicht ganz so groß. Und vielleicht manche Games einfach mal etwas realistischer einschätzen?!

Labrador Nelson 28 Endgamer - - 103538 - 3. Mai 2012 - 20:59 #

Gute News! Aber bitte konsequent die indirekte Rede verwenden, wenn einmal angefangen und nicht hin und her wechseln bitte.

partykiller 17 Shapeshifter - 6231 - 3. Mai 2012 - 22:15 #

Danke. Die einzige Ausnahme von der indirekten Rede ist in der Tat die Überschrift. Ansonsten wurde das indirekt belassen, das mag ich generell mehr als echte Zitate.

GrotesqueTactics 07 Dual-Talent - 123 - 5. Mai 2012 - 12:30 #

Ein Shooter mit geringerem Budget wäre machbar, aber der Grafikstil darf dann nicht realistisch sein. Denn am meisten frisst ja die realistische Grafik, Cutscenes , Megaphysik bla blubb.
Ein preiswerten Shooter heutzutage zu bauen, halte ich für fast unmöglich. Muss dann wohl eher retro sein.
Wobei Retro automatisch bedeutet kein Open World shooter zu sein, und das ist heutzutage auch schon wieder ein Problem. ;)

Ganon 23 Langzeituser - P - 38939 - 7. Mai 2012 - 10:08 #

Den letzten Satz würde ich angesichts super-erfolgreicher und super-linearer Spiele wie der CoD-Reihe noch mal überdenken. ;-)

partykiller 17 Shapeshifter - 6231 - 5. Mai 2012 - 12:51 #

Ich persönlich hätte nichts gegen einen Shooter mit weniger realistischer Grafik einzuwenden. XIII hatte ja einen Cel Shading Look, aber dieser "etwas andere Shooter" wurde eben auch nicht mit guten Verkäufen belohnt. Und dass sich keiner des Timesplitters Franchises annehmen wollte, ist auch ein wenig schade, denn das Spiel war mit Teil 2 irrsinnig umfangreich, nicht durch den Story-Mode, aber durch die Unmengen an Arcade-Missionen und Modi, die man sich mit der Zeit freischalten konnte. Ein richtiges Umfangmonster.

Nokrahs 16 Übertalent - 5813 - 6. Mai 2012 - 11:14 #

Deswegen findet man neue Spielideen praktisch nur noch im Indipendent Bereich. Von der wirtschaftlichen Seite aus ist das auch nachvollziehbar. Ein "AAA" Titel der neue Wege geht ist ein großes finanzielles Risiko.

Leider sorgt diese Einstellung aber eben auch für viele Aufgüsse von immer wieder den gleichen Spielen. Es ändert sich praktisch nur die Verpackung und die technische Umsetzung.

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