Innenminister wollen "Killerspiele" verbieten

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10. Juni 2009 - 13:53

Lange Zeit war es ruhig um die "Killerspiele". Die Politik hatte sich anscheinend auf andere Sündenböcke eingeschossen, die sie für Amokläufe wie am 11.03.2009 in Winnenden verantwortlich machte. Doch nun kommt es für die deutschen Actionspiele-Hersteller knüppeldick: nach Informationen der Welt Online soll bei der heutigen Innenministerkonferenz in Bremerhaven ein "Herstellungs- und Verbreitungsverbot" für so genannte "Killerspiele" beschlossen worden sein.

Die Internetseite der Welt zitiert aus der Beschlussvorlage der Innenministerkonferenz:

"Für Spiele, bei denen ein wesentlicher Bestandteil der Spielhandlung die virtuelle Ausübung von wirklichkeitsnah dargestellten Tötungshandlungen oder anderen grausamen oder sonst unmenschlichen Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen ist, ein ausdrückliches Herstellungs- und Verbreitungsverbot so schnell wie möglich umzusetzen."

Niedersachsens Innenminister Schünemann (CDU) spreche sich sogar dafür aus, das Verbot noch vor der Bundestagswahl zu ermöglichen.

Welche Auswirkungen das auf Entwickler wie Crytek, die jüngst Crysis 2 ankündigten, haben wird, dürfte auf der Hand liegen. Die Frankfurter hatten bereits vor einiger Zeit angekündigt, im Falle eines "Killerspiel"-Verbots ins Ausland abzuwandern.

Video:

Konso 12 Trollwächter - 974 - 5. Juni 2009 - 14:22 #

„Durch Killerspiele sinkt die Hemmschwelle zur Gewalt. Amokläufer haben sich vor ihren Taten immer wieder mit solchen Spielen beschäftigt.“ Ein weiteres Zitat des Herrn Schünemann. Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn sich auch Politiker mit solchen Spielen beschäftigen würden.

iStone (unregistriert) 6. Juni 2009 - 18:25 #

Problem ist wohl das man sich mit Spielen wirklich intensiver beschäftigen muss um sie zu begreifen. Video, Musik & Co. sind weitestgehend passive Medien. Für ein Spiel muss ich jedoch aktiv werden, ich muss mich darauf einlassen um die Faszination die diese ausüben können auch nur im Ansatz zu begreifen und ich muss mir Zeit dafür nehmen. Etwas das ich nicht verstehe zu verdammen ist einfach.

Tim Gross Freier Redakteur - 23836 - 7. Juni 2009 - 21:25 #

Ja, die Generation von heute. Früher haben die Leute auch ganz anders Musik gehört, und das stimmt einfach. Wer achtet heute schon noch auf die Texte? Was die Künstler damit aussagen wollen? Hey, keine Verurteilung, ich mach das 90 % der Zeit genauso, aber wie viele Leute kennst du, die sich einfach mal eine Stunde auf die Couch hauen um eine neue CD zu hören. Ich meine, richtig zu hören, nichts nebenbei machen? Ich kenne ganze zwei Leute, einer davon bin ich und selbst ich mach das nur sehr selten! Aber das war mal anders, ganz klar. So passiv war Musik damals nicht, als Heavy Metal noch was richtig böses war (in der Öffentlichkeit) :D So geht´s jetzt wohl auch den Spielen.

Jetzt noch die fiese Prophezeiung, dass mit Hilfesystemen wie dem neuen von Nintendo (was für dich spielt wenn´s dir zu schwer wird) macht Spiele passiv und toll für jeden. Schlimme Zeit. Wir schauen ja schon jetzt den 50-Stunden Spielen hinterher. Naja, long story short: Musik war damals weniger passiv, meiner Meinung nach.

Freeks 16 Übertalent - 5530 - 5. Juni 2009 - 14:26 #

mal schaun was aus diesem Schnellschuss wird. Die Alternativen für deutsche Spieler reichen dann von Import (falls mögliche) über Raubkopien (das will keiner) bis zu Auswanderung (mein Favorit...). Mal sehen wieviele Stimmen die Piratenpartei für so ne Aktion bekommt.

hoschi 13 Koop-Gamer - 1465 - 5. Juni 2009 - 22:59 #

na dann wander doch aus du held.

Freeks 16 Übertalent - 5530 - 5. Juni 2009 - 23:41 #

siehe Antwort Anonymos, 2 unter dir: Politikverdrossenheit

BiGLo0seR 21 Motivator - 29236 - 5. Juni 2009 - 14:39 #

Also falls das wirklich stimmen sollte, überlege ich mir ernsthaft die Auswanderung (falls Import nicht möglich sein sollte).
Aber gleichzeitig ist die Formulierung "Für Spiele, bei denen ein wesentlicher Bestandteil der Spielhandlung die virtuelle Ausübung von wirklichkeitsnah dargestellten Tötungshandlungen oder anderen grausamen oder sonst unmenschlichen Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen ist, ein ausdrückliches Herstellungs- und Verbreitungsverbot so schnell wie möglich umzusetzen." sehr interpretierbar. Selbst ein WarCraft 3 bzw. World of WarCraft könnte in dieses Muster passen (wenn man so will).
Bin mal gespannt wie sich das in Zukunft entwickelt, denn immerhin ist das nur ein Beschluss der Innenminister, dem der Bundestag noch zustimmen muss. Selbiger hat aber schon das zuletzt eingereichte Paintball-Verbot abgelehnt und ähnliche Entwürfe von 2006 und 2007 ebenfalls nicht zugestimmt.

Name 5. Juni 2009 - 18:53 #

Warum willst du auswandern? Kannst du nicht ohne Killerspiele leben?

Freeks 16 Übertalent - 5530 - 5. Juni 2009 - 23:52 #

Definier mir bitte mal Killerspiele. Nach deren Definition ist jeder Egoshooter und jedes Strategiespiel (ausser Sachen wie Anno) ein Killerspiel.
Und Auswandern ist für mich interessant, da diese Rundumschlag-Politik ein Trauerspielt ist, Anonymous.

Name 6. Juni 2009 - 8:03 #

Alternativ kannst du dich zur Wahl aufstellen. Auswandern ist Aufgabe.

Tim Gross Freier Redakteur - 23836 - 5. Juni 2009 - 14:57 #

Moment mal, die Innenminister an sich beschließen doch gar nichts, oder? Ich hab jetzt nicht so viel Ahnung von Politik, aber ich meine so etwas schon in der Vergangenheit gelesen zu haben. Die machen doch nur Vorschläge für den Bundestag, oder? Bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege... (hätte ich doch nicht aufgehört den Spiegel zu lesen)

Gamaxy 19 Megatalent - P - 13346 - 5. Juni 2009 - 15:01 #

(Bundes-)Gesetze werden immer nur vom Bundestag beschlossen. Die Ministerien arbeiten aber die Vorschläge für die Gesetze aus. Natürlich ist das Ganze noch kein Gesetz, aber die Gefahr besteht zumindest, dass es zu einem wird...

BiGLo0seR 21 Motivator - 29236 - 5. Juni 2009 - 15:07 #

Das stimmt, die Gefahr besteht. Aber (wie oben schon kurz erwähnt) wurden zwei ganz ähnliche Entwürfe von 2006 und 2007 abgelehnt bzw. nicht beschlossen und genauso erging es dem vor kurzen eingereichten Verbot von Paintball.
Allerdings kommt zur Zeit noch die Wahl dazu, deshalb darf man gespannt sein.

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 5. Juni 2009 - 17:07 #

Es ist ein Beschluss. Die Ministers haben sich zusammengesetzt und palavert was sie eigentlich wollen, um dann eine gemeinsame Linie zu fahren. Das ist dann wohl heute passiert. So versteh ich das.

Tom 15 Kenner - 2998 - 5. Juni 2009 - 15:20 #

Das ist auch nur ein Vorschlag den es bereits in der Vergangenheit gegeben hat. Wurde immer abgelehnt und wird dieses mal hoffentlich auch so sein. Mit ein Bisschen Vernunft weiß man, dass der Vorschlag Schwachsinn ist und dieses Bisschen schreibe ich unserem Land einfach mal zu. Falls es doch zum Gesetz wird bin ich gespannt, was beim nächsten Amoklauf der Sündenbock wird.

Gucky 22 AAA-Gamer - P - 33916 - 5. Juni 2009 - 15:30 #

Ach, da kann man noch viel mehr machen. Süchtigmachende (ist bei wenigen in der Tat so) Onlinerollenspiele nur noch Erwachsenen zugänglich machen, Sims 3 verbieten, weil durch dort gemachte sozial negative Erfahrungen, auch die Reaktionen in der realen Welt negativ beeinflusst werden können. Arkanoid ist in Wirklichkeit eine Anleitung für Jugendliche, um Fenster scheiben einzuwerfen, Mauern zu zerstören usw.

Der politischen Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt ;)

lg

Eldest 13 Koop-Gamer - 1718 - 5. Juni 2009 - 15:41 #

Die sollen endlich mal festlegen, was die unter "Killerspiel" verstehen! Die behaupten ständig es gäbe menschenverachtende Spiele, die verboten werden müssten. Dabei sind die von der USK in Deutschland längst verboten, sofern es welche gibt.

Diese sogenannten Politiker haben weder Ahnung von ihrem Fach, noch von Dingen, über die sie sprechen wollen. Als Politiker sollten sie wissen dass es Kontrolle in Deutschland gibt. Das wissen diese inkompetenten, von Paranoia getriebenen, und Propaganda nutzenden Möchtegern-Politiker aber anscheinend nicht.
Es ist zum Kotzen. Wenn jemand so etwas über Filme, Bücher oder etwas anderes sagen würde, würde er wie ein Baum gefällt werden.
Aber bei Videospielen kann man es natürlich machen.

Khayet 13 Koop-Gamer - 1300 - 5. Juni 2009 - 17:31 #

Sorry, ich bin ja auch gegen ein Verbot, aber wie kannst du spontan einen ganzen Berufsstand mit mehreren Tausend Menschen (=Politiker, die von ihrem Amt leben) so verurteilen?
Natürlich kommt es einem so vor, wenn man immer nur das betrachtet, was im Bundestag, der Innenministerkonferenz, etc. und somit auch in den Medien behandelt wird.
In der Debatte zur Internetzensur z.B. wurde im Bundestag wahnsinnig populistische Sprüche abgelassen - im Wirtschaftsausschuss aber waren alle ganz brav und haben fair diskutiert.
Suche doch einfach mal den Abgeordneten deines Kreises und schreib ihm eine E-Mail. Damit hast du schon mehr erreicht, als durch einen Post hier.

Eldest 13 Koop-Gamer - 1718 - 6. Juni 2009 - 18:16 #

Ich habe die Politiker gemeint, die diesen populistischen Blödsinn verbreiten.
Die anderen nicht, deshalb habe ich auch von eben diesen Politikern gesprochen.

Mir ist sehr wohl bewusst, dass es gute Politiker gibt. Und ich verurteile in keinster Weise deren Berufsstand. Ich habe Respekt vor vielen. Nur nicht vor den Idioten.

Mortymer 09 Triple-Talent - 249 - 5. Juni 2009 - 16:02 #

Hmm, langsam wird es wirklich Zeit das man sich aktiv gegen solche Art von Politik wehrt.
Gibt es denn wirklich keine Interessenvertretung von Spielern?
Gibt es wenigstens eine Partei in unserem Land, in der ein paar Leute mit Grips sitzen?
Ich bin 38 und werde ständig bevormundet und werde von Leuten die unsere Gesetze beschliessen schräg angeguckt und in die Killer Ecke gedrängt.
Gibt es bei uns dann nur noch Sims Online?

Edit:
Seltsamerweise stellt niemand Schützenvereine und Sportschützen in Frage, da würde ich als Politiker eher mal nachschauen.
Ach ja da sind die ja alle selber drin und man sägt ja nicht an dem Ast auf dem man sitzt.
Den ich wüsste nich das ich bei irgendeinem Shooter gelernt habe mit einer Waffe zu zielen und mit einem Rückstoß klar zu kommen.

Nicol_Bolas 12 Trollwächter - 831 - 5. Juni 2009 - 16:30 #

Hab beim googlen jetzt leider keine Zahlen zu Schützenvereinen gefunden. Aber man muss sich mal vor Augen führen, dass jedes Jahr 2 Millionen (!) Menschen zum Hannoveraner Schützenfest gehen. Ein politiker KANN nichts gegen Schützenvereine tun, die sind in der Mehrheit.

Taller Ghost Walt 15 Kenner - 3156 - 5. Juni 2009 - 18:31 #

Gerade bei spiegel.de gelesen:
"Vor dem Hintergrund des Amoklaufs in Baden-Württemberg Anfang März sprach sich die Innenministerkonferenz nach zweitägigen Beratungen zudem dafür aus, dass Bund und Länder gemeinsam bis Ende 2012 ein computergestütztes Nationales Waffenregister errichten.

Als Konsequenz aus der Tat hatte das Bundeskabinett bereits Ende Mai trotz heftiger Proteste von Sportschützen und Jägern eine Verschärfung des Waffenrechts beschlossen. Geplant sind strengere Kontrollen von Waffenbesitzern, eine Amnestieregelung für illegalen Waffenbesitz und eine höhere Altersgrenze für das Schießen mit großkalibrigen Waffen."

Immerhin etwas. Wobei ich gern Näheres zu dieser ominösen Amnestieregelung erfahrenh ätte.

ak.demiker 12 Trollwächter - 891 - 5. Juni 2009 - 16:58 #

Immerhin weiß ich jetzt, wen ich am Sonntag wählen werde.

Khayet 13 Koop-Gamer - 1300 - 5. Juni 2009 - 17:27 #

Abwarten. Die Spielegemeinde hat in der Vergangenheit einen wahnsinnig starken 'Einigelungsreflex' gezeigt, aber der wird ihr in der eventuell bevorstehenden Debatte nicht viel nützen.

Sheak 13 Koop-Gamer - 1625 - 5. Juni 2009 - 18:17 #

Hmm gibt es echt keinen Interessenverband für Spieler? Krass Sache.
Wollen nicht die Herren aus der GamersGlobal-Redaktion einen solchen Verband gründen? :-)

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 5. Juni 2009 - 20:28 #

Warum wird DAS eigentlich keine Top-News? Auch wenn die Innenminister oft nicht genug Macht besitzen, um ernsthaft Gesetze durchzupauken, das Signal ist komplett falsch und für uns als Gamer vernichtend.

HELDEN 11 Forenversteher - 804 - 5. Juni 2009 - 20:45 #

Natürlich ist das blinder Aktionismus. Die meisten Politiker wissen das auch. Es ist aber ja auch nicht so, daß es keine Politikerstimmen dagegen gibt.

Aber: Das ist ein Ergebnis des Prinzips CYA (cover your ass). Damit sich hinterher niemand sagen lassen muß, nichts getan zu haben. Denn das Falsche tun ist nach verbreiteter Politikeransicht besser als nichts zu tun.

Name 5. Juni 2009 - 22:28 #

Verbieten bringt meine Meinung nach nichts. Wenn es verboten wird, wird die Raubkopiererei nur noch interessanter, weil man sonst an die Spiele auf legalem Weg nicht mehr ran kommt. So eine Entscheidung ist kurzsichtig und zeugt von wenig Durchblick bei der Thematik.

VikingBK1981 18 Doppel-Voter - P - 12872 - 5. Juni 2009 - 22:38 #

Eigentlich ist es mir egal, was die Herren Innenminister beschließen. Denn ich bin weit über die Volljährigkeit hinaus, und meine Games sind zu 90% Importe.
Aber ich finde es bedenklich wenn man weiß wie genau die Minister über Spiele informiert sind und man dann überlegt das es bei den anderen Themen wahrscheinlich genauso ist, ist es doch schon ein wenig erschreckend. Auf ein neues Waffengesetz kann man sich nicht einigen.
Und da soll nochmal jemand sagen das es eine Demokratie ist.
Dachte immer in einem demokratischen Land gibt es keine Zensur.
Es hat auch Auswirkungen darauf wen ich bei der Europawahl wähle.
Und es ist schon komisch. Paintball soll verboten werden und nur ein paar Tausend protestieren dagegen, und die Sache ist vom Tisch. Aber bei Gamern, wo es Million in Deutschland gibt und wo mehre hundert Millionen Euro im Jahr umgesetzt werden, klappt das nicht.

Armin Luley 19 Megatalent - 13655 - 5. Juni 2009 - 23:00 #

Ein Verbreitungsverbot könnte zur Folge haben, daß auch Importe solcher Spiele möglicherweise nicht mehr erlaubt wären. Importe aus den USA können bspw. immer noch am Zoll geöffnet und überprüft werden. Fände sich dann ein entsprechendes Spiel darin, könnte es möglicherweise beschlagnahmt werden, vielleicht sogar zur Anzeige gebracht werden. Der Staat hat viele Möglichkeiten, was das angeht. Daher ist ein Verbreitungsverbot durchaus ernst zu nehmen, auch wenn ich bislang noch optimistisch bin, daß das Gesetz nicht durchkommt.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324509 - 6. Juni 2009 - 0:02 #

Mal eine ganz pragmatische Meinung: Wenn das (aus meiner Sicht deutlich "wirklichkeitsnähere") Paintball-Hobby, das weder für nennenswerte Umsätze sorgt, noch Deutschland in irgendeiner Art und Weise technologisch weiterbringt, schon nicht verboten wird, wieso sollte dann die Spielebranche einen derartigen Rückschlag hinnehmen müssen? Soviel vertrauen habe ich schon in den Überlebenswillen der in der Regierung vertretenen Parteien, dass sich da auch Gegenstimmen finden werden und der Unfug gestoppt wird.

Wie oben schon von jemand anderem geschrieben: Die Innenminister wissen nicht, worüber sie reden. Das scheint mir das sich durchziehende Hauptproblem bei der "Killerspiel"-Debatte zu sein. Dass sich zweitens Innenminister weniger mit denjenigen Grundgesetz-Artikeln auseinandersetzen, die den Bürgern Rechte einräumen (Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, ...) und deutlich mehr und deutlich lieber mit den Gesetzen, die uns Rechte wegnehmen -- oder eben vermeintlichen Gesetzeslücken, wo wir versehentlich Rechte haben, die wir nicht haben sollten -- das scheint mir Teil der Berufsbeschreibung zu sein.

BiGLo0seR 21 Motivator - 29236 - 6. Juni 2009 - 0:20 #

Ist zwar wirklich ne pragmatische Meinung, aber ich kann ihr nur voll und ganz zustimmen.
Der Bundestag hat solche Gesetzesentwürfe schon 2006 und 2007 nicht verabschiedet und ich habe vollstes Vertrauen, dass die Abgeordneten es dieses mal genauso machen werden.

Name 6. Juni 2009 - 1:58 #

Umso bemerkenswerter das das schon wieder hochkocht... Ich hoffe es machen sich auch diesmal wieder schön viele Leute bemerkbar bei ihren Abgeordneten, einfach nur "Vertrauen" haben, da hätt' ich Zweifel.
Andererseits: manchmal würd ich mir wünschen die würden ihr Verbot endlich beschliessen, jemand klagt dagegen vor dem Verfassungsgericht (Freiheit der Kunst, unverhältnismäßige Einschränkung der Rechte Erwachsener) und das ganze wird aufgehoben. Dann wär diese immer gleiche, lahme Debatte endlich mal durch *seufz*

Gucky 22 AAA-Gamer - P - 33916 - 6. Juni 2009 - 15:45 #

Zumal Paintball in Deutschland erst ab 18 Jahren gespielt werden darf und daher nichts für den Jugendschutz bringt. Hier werden Rechte von Erwachsenen beschnitten...

Name 7. Juni 2009 - 2:17 #

Ich sag nur Schäuble, Bundeswehr im Inneren einsetzen und so, der versucht es immer wieder. Und genauso versuchen es die Innenminister der Länder immer wieder mit den Killerspielen. Wahrscheinlich glauben sie wirklich, da was Gutes zu tun, vielleicht wollen sie aber auch einfach von anderen Sachen ablenken.

J4N 08 Versteher - 220 - 6. Juni 2009 - 2:29 #

Endlich werden Amokläufe abgeschafft, wurd auch Zeit! Was mich noch interressieren würde: wurde das Verbot der Wehrflicht mitbeschlossen? Da kriegt man doch diesen G36-Controller vom Logitech-Konkurrenten Heckler&Koch dazu (im Vergleich zum G19 ein klarer Realitätsgewinn).
Am Sonntag ist die Piratenpartei wählbar, nur so als Erinnerung ;)

rkunit 13 11 Forenversteher - 591 - 6. Juni 2009 - 23:06 #

sind doch nur Europawahlen.....warte ab wenn es in Deutschland losgeht
hehehe ..freu mich schon...

bersi (unregistriert) 7. Juni 2009 - 16:15 #

die europawahlen sind aber kein unwichtiger punkt in dieser debatte. das Europaparlament gewinnt zunehmend an einfluss, während die wahlbeteiligung leider immer weiter sinkt. Sie waren es z.b. auch, die uns vor der 60 Stunden woche bewahrt haben. Die haben schon einen gewissen einfluss. sollten die piraten heute einen enormen pusch verspüren, könnte das ein wichtiger indikator für die bundestagswahlen sein.

Es sind eben nicht "nur" europawahlen. das problem ist, dass viele unsere innenpolitik als fenster für die euripapolitik sehen und das ist eben verkehrt und fatal.

Nivek242 14 Komm-Experte - P - 2306 - 6. Juni 2009 - 5:58 #

Ich hoffe die setzen ihr Vorhaben schnell in die Tat um. Dann sind Schulen wieder sicher, Eltern haben mehr Zeit für ihre Kinder.
Die Welt in Deutschland ist dann fast wieder in Ordnung, fehlt nur noch die staatliche Kontrolle des Internets. Wird sind aber auf einen guten weg, das Problem auch zu lösen.

Wi5in 14 Komm-Experte - 2682 - 6. Juni 2009 - 9:13 #

War das jetzt Ironisch gemeint?

Mister Y 10 Kommunikator - 448 - 6. Juni 2009 - 10:48 #

Ich denke schon - so naiv kann doch kein Mensch sein (dachte ich zumindest bis vor kurzem, doch dann kam Zensursula)

rkunit 13 11 Forenversteher - 591 - 6. Juni 2009 - 23:07 #

genau...es lebe China...

DarkMark 15 Kenner - 2908 - 6. Juni 2009 - 8:06 #

Dieser Beschluss bestaerkt mich in der Annahme, dass die herkoemmlichen Parteien nicht mehr waehlbar sind. Ein fachlicher Offenbarungseid des politischen Establishment. Und ein schwarzer Tag unserer Demokratie.

Wi5in 14 Komm-Experte - 2682 - 6. Juni 2009 - 9:12 #

Also falls die den Vertrieb hier in Deutschland verbieten und auch die Entwicklung der "Killerspiele" bleibt einem ja immer noch das Ausland (vor allem bei mir :D:D:D). Die können ja nicht in den anderen Ländern auch verbieten, dass die den Deutschen sowas nicht mehr verkaufen, oder?

Taller Ghost Walt 15 Kenner - 3156 - 6. Juni 2009 - 9:56 #

Das zwar nicht, aber sie könnten die Einfuhr solcher Produkte verbieten. Und das wäre für diejenigen, die nicht vorhaben auszuwandern dann eine ziemlich endgültige Lösung. Wobei: Nicht, dass dann (wie im Amerika der 20er mit der wirkungslosen Prohibition) auf einmal ein "Gewaltspiel-Schmuggel" einsetzt.

Mister Y 10 Kommunikator - 448 - 6. Juni 2009 - 11:18 #

Kein Problem - ich habe mir schon einmal ein Büro angemietet, das einem Paten würdig ist ;)

Aber im ernst: ich glaube nicht, dass jemand mit so einem Vorschlag durchkommen würde - dafür leben in diesem Land noch zu viele Menschen, die ihr Gehirn auch hin und wieder einschalten. Außerdem stehen viele seriöse Medien zum Großteil hinter den volljährigen Spielen (ZEIT, heise, Welt, teilweise sogar ZDF,...). Mal ganz davon angesehen, dass ein großer Teil der Gegner langsam aber sicher ausstirbt und sich die Parteien mittelfristig selbst ein Eigentor schießen würden, wenn sie solche Forderungen mit ins Wahlprogramm nähmen. Traurig finde ich aber auch die Reaktion einiger weniger Gamer, die aufgrund der Diskussion dazu aufrufen extreme Parteien zu wählen, das ist nicht nur naiv, sondern grob fahrlässig. Außerdem sollte man als Spieler mit gutem Beispiel vorran gehen und, anstatt wie einige Politiker und Polemiker es zu tun pflegen mit der großen Verbotskeule um sich zu schlagen, sich lieber auf Vernunft und Moral zu berufen. Wüste Beschimpfungen nützen meist nur dem Gegner als Beweis für seine Position...

Name 6. Juni 2009 - 12:57 #

weil die innenminister ja so zugänglich sind für "moral" und "vernunft" (grad bei dem thema!). gerne hören sie zu und gehen auf argumente ein, wir sind seit erfurt sehr viel weiter gekommen ;-)
mal ernsthaft, das muss ja nicht rechts- oder linksextrem sein, aber dein argument "man sollte seiner verärgerung bei der wahl nicht zeigen" kann ich nich nachvollziehen.

Mister Y 10 Kommunikator - 448 - 6. Juni 2009 - 13:36 #

Dass die Innenminister alles scheinbar alle inkompetente Menschen sind haben sie bei ihrer Konferenz hinreichend bewiesen, keine Frage. Allerdings wird diese Generation früher oder später aus der Politik verschwinden und/oder wegsterben. Ich kann mich täuschen, aber ich glaube in den Medien, wie auch bei Politikern einen Hauch von frischen Ansichten zu bemerken. Als die ersten Frontal 21 Berichte auftauchten, kamen die einzigen Reaktionen von Gamern, die sich angegriffen fühlten und denen, die ihre Sendung verteidigten. In der jüngeren Zeit lese ich aber immer wieder kritische, objektive auch hinterfragende Artikel in namenhaften Zeitungen. Die "üblichen Verdächtigen" geben zwar immer noch den gleichen Müll von sich, aber sie schaffen es nicht mehr den ganzen Rest zu überzeugen. Die Ablehnung der IFNG mit fadenscheinigen Argumenten regionaler Politiker finde ich zutiefst peinlich, das zeugt einfach von Inkompetenz.
Was die Wahlen betrifft: Ich habe nicht gesagt, dass man daraus keine Konsequenzen auf dem Stimmzettel ziehen sollte, aber mich ärgert einfach, wenn in irgendwelchen Foren der Ruf zu hören ist, man solle extrem wählen um abzustrafen. Dass ich kein CDU/CSU wählen werde steht für mich, nich nur aber auch, aufgrund dieser Problematik außer Frage. Auch die SPD hat in dieser Hinsicht enttäuscht. Aber es gibt genug Alternativen, wie eben z.B. Piraten.
Außerdem gibt es immer wieder einzelne Dumme, die mit Srüchen wie "sollte man alle erschießen" oder so einem Unsinn, ob nun zum Spaß oder nicht, versuchen Stimmung zu machen. Dass so etwas nur nach hinten losgehen kann sollte jedem klar sein. Schließlich untergräbt man so jedes vernünftige Argument.

rkunit 13 11 Forenversteher - 591 - 6. Juni 2009 - 23:09 #

an Wi5in ...Importverbot...schon mal gehört??!!

Kleriker81 04 Talent - 27 - 6. Juni 2009 - 13:47 #

„Durch Killerspiele sinkt die Hemmschwelle zur Gewalt. Amokläufer haben sich vor ihren Taten immer wieder mit solchen Spielen beschäftigt.“

Toller Spruch, Herr Uwe Schünemann, schaut mal alle hier
http://www.niedersachsen.de/master/C362754_L20_D0

Der feine Herr ist also Mitglied im Sportschützen-Club, ich kann das nicht oft genug erwähnen!
Haben gewisse Amokläufer nicht auch Zutritt zu einem Sportschützen-Club gehabt. Müssten nicht nach dem Zitat von Herr Schünemann nicht auch diese Menschen potenzielle Amokschützen sein?
Es sind immer die Anderen Schuld und das was man selbst macht kann nicht falsch sein
Klasse Doppelmoral, fiktive Gewalt verbieten wollen um jeden Preis
aber reale Gewalt ist ja okay.

Hoffe bloß das es nur wieder heisse Luft ist was da Vorgeschlagen und angeblich beschlossen wurde.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324509 - 6. Juni 2009 - 15:34 #

Das hat noch nicht mal was mit Doppelmoral zu tun, sondern schlicht mit Wissensmangel: Menschen verteidigen das was sie kennen, und greifen das an, was sie nicht kennen.

Gucky 22 AAA-Gamer - P - 33916 - 6. Juni 2009 - 15:49 #

Herr Schünemann ist Innenminister von Niedersachsen. Und was gibt es da noch. Genau, den KFN von Herrn Pfeiffer. Der KFN bietet schnelle und kostengünstige Lösungen z.B. Verbote oder höhere Alterseinschränkungen für Computer- und Videospiele an.

Da würde ich als Politiker doch auch zugreifen, oder?

Der KFN wird großzügig vom Staat gefördert. So wäscht eine Hand die andere. Das ist Politik :/.

lg

Name 6. Juni 2009 - 15:52 #

@Jörg Langer, das sieht mir aber nicht nach Wissensmangel aus, sondern nach Neid...
Kennt ihr das, wenn ein Kind das Eis runter fällt, nimmt es sich a) das Eis seines kleinen Bruders oder b)schmeißt das Eis eines anderen Kindes ebenfalls zu Boden und genau Option b) ist hier passiert, weil jetzt Waffen besser kontrolliert werden sollen, müssen Virtuelle Waffen halt auch dran glauben.
Ich meine verliert einer irgendein Wort über "killerfilme"
"killertomaten" "killerbienen"?
[Zutaten: Sarkasmus ]

Name 6. Juni 2009 - 15:54 #

Der Polizeistaat kommt zu uns, bald dürfen wir nichtmal mehr auf Webseiten surfen wo etwas über Gewalt steht, es könnte uns ja abstumpfen und zu Gewalttätern machen...wirklich deutschland wird immer schäbiger durch die ganzen schlecht ausgebildeten Politiker...

Nicol_Bolas 12 Trollwächter - 831 - 6. Juni 2009 - 16:12 #

[aside] Ich finds gut, dass in diesem Fall auf der Titelseite auf die interessante und rege geführte Diskussion hingewiesen wird. So verschwindet die Diskussion nicht, wenn die News das Seitenende erreicht. [/aside]

Name 6. Juni 2009 - 16:22 #

Ich sag nur:
Morgen ist die Wahl zum Europaparlament und im September ist dann Bundestagswahl. Ich weiß jetzt zumindest, welche zwei Parteien ich garantiert NICHT wählen werde ;)

LEiCHENBERG 13 Koop-Gamer - P - 1788 - 6. Juni 2009 - 16:24 #

Wenn es hier schon ansatzweise um Wahlen geht, würde mich eine Übersicht interessieren, welche die Positionen möglichst vieler Parteien zu Actionspielen gegenüberstellt. Kennt da jemand etwas?

Natürlich sollte eine solche Liste nicht die alleinige Grundlage für die persönliche Stimmenvergabe bieten, aber interessant wäre es dennoch.

Name 6. Juni 2009 - 16:39 #

Was ist denn das hier für eine "Diskussion"?

Ich habe wirklich Zweifel, dass sich hier viele schon einmal mit den Thesen von Pfeiffer, Spitzer und co. sachlich auseinander gesetzt haben.

Statt dessen wird hier ein knackiges Zitat aus dem Welt-Online Artikel heraugenommen und jeder überbietet sich hier die Innenminister für absolut inkompetent zu erklären.

(Nicht, dass ich die Innenminister für kompetent halte, aber die Reaktionen hier sind nicht wirklich intelligenter).

Noch fröhliches auf die Kacke hauen!

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324509 - 6. Juni 2009 - 22:07 #

Also ich für meinen Teil kann bestätigen, dass ich bereits des öfteren versucht habe, mich mit Prof. Pfeiffers Thesen auseinanderzusetzen. Siehe auch das Interview auf dieser Website mit ihm. Ich kann aber keinen Versuch aufseiten der gescholtenen Innenminister erkennen, sich mit Spielen auseinanderzusetzen.

Was heißt denn "Inkompetenz"? Wenn ich micht nicht täusche, einer Sache nicht gewachsen zu sein. Wann ist man einer Sache oder einem Thema gewachsen? Wenn man weiß, worum es geht, und die Erfahrung hat, den Sachverhalt zu beurteilen. Das spreche ich den Innenministern beim Thema "Killerspiele" ausdrücklich ab. Ich spreche ihnen außerdem den Versuch ab, sich über das, was sie als "Killerspiele" verunglimpfen, ausreichend zu informieren, siehe oben.

Die Reaktionen hier finde ich überwiegend intelligent, und ich kann auch kein generelles "auf die Kacke hauen" erkennen. Der Hinweis etwa auf Mitgliedschaft von Politikern in einem Schützenverein ist ein valider, wichtiger Hinweis.

Noir 15 Kenner - 2711 - 6. Juni 2009 - 16:51 #

Auf eine Aussage folgen Reaktionen. Wäre es nicht inhuman, wenn hier keine Diskussion oder Meinungsaustausch zustande gekommen wäre? Ich finde auf eine solche Neuigkeit muss einfach eine Reaktion folgen.

Was soll man davon halten? "Killerspiele" sollen verboten werden. Und was genau wird unter dem ewigen Begriff "Killerspiele" verstanden? Was geschieht, wenn "Killerspiele" tatsächlich verboten werden? Was folgt dann nach dem nächsten Amoklauf? Können durch Handystrahlen Aggressionen hervorgerufen werden? Sind versteckte Botschaften in Onlinespielen schuld? Oder verleiten Horrorfilme dazu, in öffentliche Gebäude einzufallen und keinen anderen Ausweg mehr zu sehen, als um sich zu schießen?

iStone (unregistriert) 6. Juni 2009 - 18:16 #

"Was geschieht, wenn "Killerspiele" tatsächlich verboten werden? Was folgt dann nach dem nächsten Amoklauf?"

Dann sind es die illegalen Killerspiele. Und die Verbote müssen ausgeweitet und verschärft werden. Das ist das schöne an Spiralen, es geht immer ein bissel weiter ;-)

Name 6. Juni 2009 - 18:10 #

Von mir aus sollen die ego-Shooter generell auf 18 Jahre setzen, wär mir völlig Schnuppe, aber ich lasse mich nicht als Erwachsener derart bevormunden. Sollen sie den ohnehin stärkstenb Jugendschutz Europas nochmals verschärfen, aber den Erwachsenen zu sagen was sie zu tun haben und was nicht bzw. sie mit Sammlern von Kinderpornografien auf eine Stufe zu stellen geht einfach zu weit.
Dennoch bin ich mir sicher dass der Gesetzesentwurf nicht durchkommen wird, da hängt einfach zu viel Geld dran um das zu verbieten.
DIe Debatte btw. wird denke ich automatisch ersticken mit den Jahren wenn Leute im Bundestag sitzen, die selbst mit Spielen aufgewchsen sind.

Ich jedenfalls gehe morgen die Piratenpartei wählen, auch wenn die chancenlos sind, so verfällt meine STimme nicht und die großen bekommen sie auch nicht. Und ich rate euch das GLeiche zu tun.

Gadeiros 15 Kenner - 3062 - 6. Juni 2009 - 18:24 #

ums mal schnell zu sagen:
die inenminister sind nicht generell inkompetent, reden aber gerne wie auch alle anderen politiker mit einer sehr entschiedenen meinung und gespielten fachkompetenz über dinge, die sie tatsächlich nur namentlich kennen. das befällt uns alle.. auch mich. aber ich kann dann nicht auf einen verbot all desjenigen pochen, was ich nicht kenne im gegensatz zu den innenministern, jugenschützern und sonstigen familienministern.

und wie ich immer gerne sage und schreibe:
auf spieleseiten werden wenige kommen und sagen "sie haben doch recht- weg mit games". es werden auch keine leute kommen und einen bitten, es einem zu erklären, was denn killerspiele sind, was inhalte, spielmechanik, grafik und story dieser fraglichen spiele sind und was es sonst noch gibt als alternativen.
man sollte hausieren gehen mit diesem wissen^^

S64 (unregistriert) 6. Juni 2009 - 19:09 #

Ich spiele gerne, auch ziemlich lange, ich mag Verbote auch nicht - aber ...

Es wurde von über 21 Ländern eine Studie herausgegeben, dass eben die Tötungs"schwelle" deutlich abnimmt. Man kann immer alles abstreiten, aber Fakten bleiben Fakten. Verbote bringen in dieser Hinsicht niemanden weiter, aber mal über die Kehrseite nachdenken lohnt sich. Und ganz ehrlich, ob Crytek geht oder nicht? Mich interessiert sowas überhaupt nicht. Crytek hat als Firma, User wie Firmen hinters Licht geführt, müssen wir nicht drüber sprechen.

Last but not least, allein durch diese News kurbelt man das Gegenteil an. Spiele sollten wie die Gesetze es hergeben kontrolliert werden. Fängt bei der Kasse im Markt an. Geltendes Recht einhalten, dann brauch man auch keine Debatten. Habe mich nie als Killergamer gefühlt und werde es auch nicht. Die Debatte gibts seit Turrican1 oder dem bösen Rasenmähermann-Film. Auftritte wie von Möchtegern-Clans in Talkshows zeigen ja das Zerrbild. Ich beziehe meine Games seit Jahren über das Ausland. Warum? Kein deutscher Hersteller schafft es ein brauchbares Game anzubieten, ausgenommen diverse RPG und Adventure die ja nicht als klassischer Shooter gelten :>.

Webseiten sind eins, aber wo waren denn die Massen in Berlin als der CCC zur Demo eingeladen hat?

*thinking* ...

iStone (unregistriert) 6. Juni 2009 - 19:26 #

"Es wurde von über 21 Ländern eine Studie herausgegeben, dass eben die Tötungs"schwelle" deutlich abnimmt."

Es mag Dir neu sein, aber es gibt gute Studien, mittelmäßige und richtig schlechte. Papier ist geduldig und erst wenn man die Qualität der Studie geprüft hat, kann man das Ergebnis annehmen.

J4N 08 Versteher - 220 - 6. Juni 2009 - 19:57 #

Studie? Link? Was ist eine Tötungsschwelle? Und im Vergleich zu was nimmt sie ab? Fragen über Fragen...

HELDEN 11 Forenversteher - 804 - 6. Juni 2009 - 19:56 #

morgen die Piraten wählen und ein Zeichen setzen. Ganz einfach..

Khayet 13 Koop-Gamer - 1300 - 6. Juni 2009 - 20:51 #

Es gibt auch andere Parteien, die gegen ein Verbot sind..

Name 6. Juni 2009 - 20:40 #

@S64:

- die von Ihnen genannten Studien folgen der Habitualisierungsthese;
es
gibt aber auch eine Reihe von Studien, die belegen, dass es nach
dem
Konsum von Action-Spielen zu keinerlei langfristigen Folgen kommt
(z.B. Studie des Massachusetts General Hospital - Abteilung der
Harvard University)

- selbst wenn es in Metastudien eine positive Korrelation zwischen
Gewaltneigung und Spielekonsum zu geben scheint, so sagt dies
nichts
über die Kausalitätsrichtung aus. Spielen Gewalttäter eher Action-
spiele oder werden Actionspieler eher gewalttätig? Außerdem gibt
es noch
den Effekt der Multikollinearität (Dritte Variablen wirken auf
beide
Faktoren ein und ercshweren eine Interpratation der Studienbefunde)

- Viele Studien, die Pro-Verbot sind, definieren Begriffe
(wie z.B. "Gewaltneigung") willkürlich und abseits internationaler
Konventionen, nur um die gewünschten Aussagen zu erhalten oder
nicht signifikante Effekte signifikant erscheinen zu lassen.

gigaman23 04 Talent - 33 - 6. Juni 2009 - 21:35 #

Ich finde es einfach ziemlich subjektiv betrachtet von den Parteien und sehr sehr schade , fallsm dies wirklich durchgesetzt wird.

SocialHazard 14 Komm-Experte - 2258 - 6. Juni 2009 - 22:08 #

Jedes Mal wenn ich von dieser Debatte höre bekomme Killerpsiele zu spielen. ^^ Aber wäre so ein Verbot nicht Zensur und Verfassungswidrig?

PS: nice Video xD

Name 7. Juni 2009 - 10:07 #

Geht einfach WÄHLE! aber NICHT CDU! Sondern die, die gegen solche Verbote sind!

Madcow 18 Doppel-Voter - 11400 - 7. Juni 2009 - 12:29 #

Aus der heissen Luft wird kein Gesetz.
Und wenns schlimm auf schlimm kommt, treiben sie halt einen zur Raubkopiererei oder "Schwarz Importen".

So ich dackel mal zur europa wahl :D

Name 7. Juni 2009 - 15:44 #

War wählen und habe CSU und SPD abgestraft!;)
Hoffentlich kommt die CSU nicht über die (deutschlandweite) 5%-Hürde!!
Dann hätten die mal ein bisschen Gelegenheit zu überlegen, ob es wirklich so klug ist, es sich mit den Gamern derartig zu vergraulen....

Dr. Garry 11 Forenversteher - 595 - 7. Juni 2009 - 16:04 #

Man sollte diese Politiker verbieten, ich glaube die wissen wirklich nicht mehr was sie tun.

Lyrically (unregistriert) 7. Juni 2009 - 16:43 #

Genau das ist auch das eigentliche Problem (:

Knight925 08 Versteher - 213 - 8. Juni 2009 - 23:36 #

Mich würde die Antwort auf folgende Frage interessieren:

"Wieviel Prozent aller deutschen, männlichen Jugendlichen zwischen 17 und 23 Jahren hat bereits 2 oder mehr Unterschiedliche Shooter gespielt?"

Ist es absurd einen Prozentsatz von min 40% anzunehmen? Dies ist die Generation die in der Zukunft die Politik stellen wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass derartige Ideen diesen Generationswechsel überleben werden.

Die Möglichkeit zum Volksentscheid ist eine Sache die Deutschland absurderweise fehlt. Soll Politik/Staat nicht einfach nur ein verlängerter Arm des Volkes sein? Ist das nicht das Prinzip der Demokratie? Wie kommen Politiker auf die absurde Idee in die Hand zu beißen, die sie füttert.

Wir sind deren Arbeitgeber....

Für ein Recht auf Volksentscheid!

Haha
Ich hab ne Seite wo man Schul-Amokläufe buchen kann (:
www.rent-a-terrorist.de
Selbst Amok-Laufen war gestern! (:

Name 10. Juni 2009 - 22:13 #

Die Wahrnehmung von "Killerspielen" als potentielle Gefahr ist nicht nur auf Politik, Betroffenheit oder Dummheit beschränkt. Ich glaube beinah jeder intelligente Bürger, der verschiedene Berichte darüber mitbekommen hat, sieht diese Diskussion grundsetzlich als legitim an.

Die "Argumente" sind auf der Gegenseite nämlich psychologisch überzeugender. Die Leute, die das alles für Unsinn halten, müssen oft weiter ausholen oder nehmen sich selbst als Beispiel, was grundsätzlich kein eindrucksvolles Argument abgibt.

Im Zentrum der Diskussion stehen potentiell psychisch und sozial gestörte Menschen. Und was das angeht, scheint zunächst einmal jeder gleich viel recht und unrecht zu haben, und wie wir wissen, gibt es auch "Studien" in jede mögliche Richtung.

Letztlich ist die Wahrnehmung von Spielen generell auch nicht sehr positiv. Ihnen wird kein Wert und keine nennenswerte Faszination beigemessen. Viele halten "Killerspiele" auch für den korrekten Begriff dieser Art von Spielen.

Im Durchschnitt gibt es wenige Gegensprecher, nicht viel mehr Fürsprecher eines Verbots, aber viele Leute, die gegen deutlich verschärfte Gesetze gegen bestimmte Spiele nichts einzuwenden hätten.
Das ist jedenfalls mein Eindruck.

Gamaxy 19 Megatalent - P - 13346 - 11. Juni 2009 - 12:09 #

Die Vorschläge werden immer abenteuerlicher - jetzt denkt schon jemand über eine Anwendung der geplanten Netzfilter auf Online-Spiele nach:
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,629905,00.html
http://www.abgeordnetenwatch.de/thomas_strobl-650-5740--f193477.html#q193477

Ich schreibe dazu keine News, da ich einem solch absurden Gedanken keine Plattform bieten möchte.

Mortymer 09 Triple-Talent - 249 - 12. Juni 2009 - 15:43 #

Zitat:
HELDEN 659 EXP - 10 Autor - 6 Juni, 2009 - 20:56 morgen die Piraten wählen und ein Zeichen setzen
Zitat Ende

Um die Piraten Partei bei den Bundestagswahlen wählen zu können müssen noch ganz viele hier mitmachen:
http://ich.waehlepiraten.de/

Und wahlen gehen alle an, mobilisiert auch die Schnarchnasen um Euch rum das nicht wählen gehen KEIN Protest ist. Wer protestieren möchte bei der Wahl muss wenigstens hingehen und den Stimmzettel ungültig machen (alle wählen), das IST Protest.

Nein ich bin nicht in der obigen Partei, aber irgendwas muss doch langsam mal passieren und wenn es nur ein kleiner Stein ist.

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