Peter Molyneux: Fühlte sich bei Microsoft zu wohl

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Benjamin Braun 282396 EXP - Redakteur,R10,S10,C10,A10,J10
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12. April 2012 - 13:57 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert

Vor gut einem Monat überraschte Peter Molyneux die Spielewelt, als er seine Trennung von Microsoft und den Lionhead Studios bekannt gab. Dass der Designer und Microsoft sich nicht in Folge eines Streits getrennt haben, betonten beide (wir berichteten). Nun hat Molyneux in einem Interview mit Develop-online.net mehr zu den Hintergründen verraten. Sein Weggang rührte demnach nicht etwa daher, dass Microsoft ihm nicht alle Freiheiten gewährt oder nicht genügend Unterstützung bei seiner Arbeit gegeben hätte. Ganz im Gegenteil. Molyneux fühlte sich in dem Umfeld quasi zu wohl, wenn alle so nett zu ihm sind, ihm die sprichwörtlichen Wünsche von den Augen ablesen oder regelmäßig darauf hinweisen, dass er schon alles erreicht habe.

Die vielen Preise, die Molyneux bereits erhalten hat, haben ihn zwar erfreut, er wollte sich aber nicht damit abfinden, dass es jetzt vorbei sein soll. Diese Ansicht teilt der Black & White-Macher selbst nicht, sondern glaubt, dass sein bestes Spiel noch vor ihm läge. Damit er es entwickeln kann, musste er aber die Trennung wagen. Das komfortable Umfeld und die festgefahrenen Abläufe hätten seine Kreativität nämlich nicht gefördert, sondern eingeschränkt. Die Gründung seines neuen Studios 22 Cans erscheint da als logischer Schritt.

Exemplarisch beschreibt Molyneux eine Szene im Büro, bei der er beim einsamen Brainstorming unter Kopfhörermusik etwas bemerkt:

Plötzlich bemerkte ich, wie sich der Stuhl bewegt. Ich schaute mich um – da stand das Bürostuhl-Korrektur-Personal, eine nette Dame, die einmal im Monat vorbeikam und an meinem Sitz rumfummelte, um ihn in eine anatomisch korrekte Position zu bringen. […] Das war der Moment, in dem ich erkannte, dass es an der Zeit ist zu gehen.

Der Weggang von Lionhead sei aber nicht nur für Molyneux gut gewesen, sondern wird auch den verbliebenen Mitarbeitern zu Gute kommen. Er sei die „Glasdecke“ gewesen – und da die nun weg ist, sei der Weg frei für neue, gute Leute.

Zu seinem Spiel verrät Molyneux noch nicht allzu viel, dafür aber zu seiner grundlegenden Design-Philosophie. So möchte er mit seinen Spielen gerne die Spieler im Multiplayer-Modus zusammenbringen. Und zwar in einem Spiel, wo die Leute gemeinsam Spaß haben können und es nicht wie bei einem Call of Duty darauf ankommt, wie gut man ist. Diese Einstiegshürde will er unbedingt vermeiden. Außerdem möchte er ein Spiel machen, das kein Ende in dem Sinne hat, sondern theoretisch immer weitergeht. Portal 2 habe er geliebt, aber es ist irgendwann vorbei. Was sich Molyneux konkret bei seinem aktuellen Projekt unter dem Spiel ohne festes Ende vorstellt, verrät er noch nicht. Da das Spiel bei seinem Konzept zum „Hobby“ werde, könnte man darauf schließen, dass die Spieler selbst den Fortgang, möglicherweise auch optisch-gestalterisch beeinflussen können.

Casa 12 Trollwächter - P - 1037 - 12. April 2012 - 14:00 #

Symphatischer Kerl!

MMKING 17 Shapeshifter - 6725 - 12. April 2012 - 14:10 #

Na da können wir mal gespannt sein. Finde es aber schonmal interessant das er dann von diesen Ihn-Anbetenden-Ja-Sagern weggeht um eine neue Herausforderung zu meistern. Hoffentlich wird aber ab jetzt trotzdem sein Stuhl in der korrekten Position stehen bleiben

wolverine 16 Übertalent - P - 4219 - 12. April 2012 - 14:31 #

Auf eine seltsame Weise irgendwie nachvollziehbar, was er da erzählt. Und andererseits dann auch irgendwie nicht. *die.augenbrauen.hochzieht* Sympathisch ist er jedenfalls, das stimmt schon.

Loliland 13 Koop-Gamer - 1683 - 12. April 2012 - 14:31 #

"da stand das Bürostuhl-Korrektur-Personal, eine nette Dame, die einmal im Monat vorbeikam und an meinem Sitz rumfummelte, um ihn in eine anatomisch korrekte Position zu bringen."------_WAAAAAAAAS?
:D Ich musste echt lachen. Gott wie albern die Welt doch ist.
Ich dachte sowas gibts nur in Filmen und bei durchgeknallten Scheichs :)

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73398 - 12. April 2012 - 14:34 #

Ich bin ja schon froh, wenn an meinem Bürostuhl nicht alle paar Monate immer die gleiche Schraube rausfällt :).

Anonymous (unregistriert) 12. April 2012 - 17:42 #

Genau meine Reaktion - haben die auch eine nette Dame die rumgeht und Bleistifte anspitzt?

Ramireza (unregistriert) 12. April 2012 - 14:44 #

Völlig überschätzt, für mich gilt er als einer der Wegbereiter der Casual Entwicklung der letzten Jahre.

Schade das wirklich gute Entwickler wie Brian Fargo betteln gehen müssen um gute Spiele zu entwerfen.

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7072 - 12. April 2012 - 14:48 #

Wie viel ist eine Arbeit im Team schon wert, wenn keiner im eigenen Boot Kritik daran äußert? Von daher ... sollte alles so sein, wie es hier dargestellt wird (..) verständlicher und begrüßenswerter Schritt. = )

Fischwaage 17 Shapeshifter - 6765 - 12. April 2012 - 14:56 #

Ach der Molyneux labert eh wieder nur Dünnpfiff. Ich glaub dem absolut GAR NICHTS !
Wahrscheinlich war sein Gehalt einfach zu niedrig...das war's!

Imbazilla 15 Kenner - 2964 - 12. April 2012 - 15:15 #

Ihm war das Gehalt zu niedrig - bei Microsoft. Macht deshalb nun ein kleines Studio auf. Klingt wirklich uuunglaublich plausibel.

Fischwaage 17 Shapeshifter - 6765 - 12. April 2012 - 17:40 #

Wieso nich?
Er war bei Microsoft ANGESTELLTER mit festen Gehalt!
Jetzt ist er SELBSTÄNDIG - wenn er also was erfolgreichen rausbringt, und sei es nur nen kleines Handy Spiel, bekommt er den GANZEN Kuchen !

pel.Z 16 Übertalent - 4852 - 12. April 2012 - 23:25 #

Genau... Selbstständigkeit ist der Weg zum Reichtum! In deiner Welt möchte ich auch mal leben.

Das kleine Handyspiel entwickelt er alleine? Oder lässt es von indischen Teppichkindern knüpfen?

Fischwaage 17 Shapeshifter - 6765 - 13. April 2012 - 10:49 #

Natürlich nicht!
Es gibt 999 Arten es falsch zu machen....aber guck dir Notch an! Der hat es auch geschafft...selten aber am Ende lohnt es sich dann.

Janpire 14 Komm-Experte - P - 2622 - 13. April 2012 - 7:18 #

Du bist Dir aber schon bewusst, dass Angestellter nicht gleichzeitig Tarifbesoldung bedeutet, oder? ;)

rentAhero90 09 Triple-Talent - 251 - 12. April 2012 - 20:15 #

War er zuletzt nicht Chef der Microsoft Game Studios Europe? Ich glaub nicht, dass er da so schlecht verdient hat.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12277 - 12. April 2012 - 14:56 #

Heißt nun wo er wieder "frei" ist dürfen wir uns wieder über unzählige Feature Ankündigungen freuen die aber so nie ins Spiel kommen? ^^

mon2908 11 Forenversteher - 594 - 12. April 2012 - 14:57 #

Soll er sich doch mit Richard Garriott zusammentun. Vielleicht treten die sich gegenseitig auf den Schlips und es kommt was Gescheites bei rum.

Era 14 Komm-Experte - 1987 - 12. April 2012 - 15:04 #

Achja, ich möchte auch jemanden der mir meinen Bürostuhl einstellt. Wäre schon knorke :D
Naja, mal im ernst, vllt hat er ja jetzt wieder die Chance etwas wirklich anständiges zu fabrizieren. Ich lass mich überraschen.

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33853 - 12. April 2012 - 15:05 #

Oh je. Das klingt nach Casual-Social-Game. :-(

Gorny1 16 Übertalent - 4720 - 12. April 2012 - 15:17 #

Und schon wieder entwickelt einer der es besser wissen müsste an den "echten" Gamern vorbei... bei denen ist das nämlich schon ein Hobby und es hat nix mit irgendwelchen social-kram zu tun, das ergibt sich ganz von selbst durch Clans/Gilden...

Anonymous (unregistriert) 12. April 2012 - 16:49 #

Tja, zu blöd das der Anteil der "nicht-echten" Gamer größer ist... LOL

Anonymous (unregistriert) 12. April 2012 - 17:47 #

Deshalb müssen wir die "echten Gamer" ja auch schützen. In reservaten mit genügend Begrenzung, Jalousien, Pizzalieferservice und PC's.
Für genugen Blutzirculation wird einmal in der Woche mit einer News zur vercausalisierung von einem Klassiker der Kreislauf in Gang gebracht ...

Andreas 16 Übertalent - 4622 - 12. April 2012 - 15:36 #

Ich fände es gut, wenn er den Spieler wieder in eine art Götter-, Chefrolle bringt, wo der Spieler eine riesige Macht hat. Gerne mit einem hohen Singleplayeranteil. Danke Peter, mehr will ich nicht! Aber mal ehrlich, ohne seine guten Teams, wären die Spiele nicht so einzigartig geworden. Ein ausgezeichneter Chef scheint er also zu sein und kann Talent erkennen.

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 12. April 2012 - 17:13 #

Ich glaube ja, dass sein bestes Spiel mit Populous schon hinter ihm liegt. Aber ich lasse mich sehr gerne eines besseren belehren.

Elton1977 19 Megatalent - P - 14672 - 13. April 2012 - 6:16 #

Schwafeln kann der Peter Molyneux ja schon immer gut.
Er ist ja wahrlich kein schlechter Spiele-Designer, aber er sollte im Vorfeld doch öfters mal den Ball flachhalten.

Anonymous (unregistriert) 13. April 2012 - 13:44 #

Sympathisch finde ich nicht wirklich das richtige Wort. Eher professionell. Da haben sich Microsoft und Molineux auf eine sympathisch professionelle Art getrennt. War aber auch überfällig, weil Molineux einfach nix geliefert hat, was durchaus etwas mit der arschgepuderten Situation bei Microsoft zu tun gehabt mögen hat.
Ich schätze es mal eher so ein, dass er einen gut dotierten Vertrag hatte, sein Team die Arbeit gemacht hat und er wenn überhaupt mal sporadisch aufgetaucht ist. Auf Messen musste er dann den Einheizer machen und seine Show abziehen. War ja in den letzten Jahren nur zu erkennbar, dass da lange die Substanz fehlte. Ich kann sogar nachvollziehen, dass das auch Molineux selbst keinen Spaß mehr gemacht hat.
Das Ende vom Lied, man hat sich ohne Gesichtsverlust getrennt.

Killerratte 11 Forenversteher - 631 - 13. April 2012 - 19:35 #

Molyneux ist der Meister der leeren Versprechungen. Den sollte keiner mehr beachten.

Mick Schnelle Freier Redakteur - P - 5838 - 14. April 2012 - 15:36 #

Ein netter Kerl, ein aufmerksamer Gastgeber und jemand, der gern mal rumphilosophiert und sich in jeder Lebenslage Antworten auf so ziemlich jede Frage ausdenken kann. Es gibt deutlich schlimmere Menschen in unserer Branche...

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