GG-Angespielt: Tiny and Big in – Grandpa’s Leftovers

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Benjamin Braun 282396 EXP - Redakteur,R10,S10,C10,A10,J10
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2. April 2012 - 15:16 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert
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Manche spielen sie, weil sie gerne als Spieler „fernab des Mainstreams“ wahrgenommen werden wollen. Andere spielen sie, weil sie oft so anders sind und den Mut mitbringen, Neues auszuprobieren. Diesen Spielen haftet dann das Etikett „Independent-Spiel“ an, das allerdings anders als oft behauptet viel mehr ein Modewort als ein Qualitätssiegel ist. Die echten „Indie-Perlen“ sind aufgrund des forcierten Trends allerdings nur noch schwer zu finden. Denn selbst der größte Software-Schrott wird gerne mal über alle Maßen gelobt, bloß, weil Independent draufsteht, große Online-Plattformen oder geschickt beworbenen Indie-Bundles den Erfolg eines Spiels im Voraus planen.
 
Da geht gerne mal ein Spiel wie Tiny and Big in – Grandpa’s Leftovers unter den Tisch. Es stammt von den Black Pants Game Studios, hinter dem sich zwei Studenten aus Kassel verbergen – und Crimson Cow (Runaway – A Twist of Fate, Der Fall John Yesterday) wird das Spiel voraussichtlich Ende Mai in den Handel bringen. Wir haben es ausführlich angespielt.
 
Deathspank lässt grüßen
 
Wenn man ein paar clevere Ideen fürs Gameplay hat, dann ist eine gute Hintergrundgeschichte eigentlich Nebensache. Das zumindest könnte der Grund sein, weshalb die von Tiny and Big eigentlich nicht der Rede wert ist. Wir wollen dennoch ein paar Worte dazu verlieren: Tiny ist ein kleiner Bastler, der mit seinem Auto durch die Prärie heizt. Dort sucht er Big, seinen Erzfeind aus Kindertagen, der das Erbe von Tinys Großvater gestohlen hat: eine mächtige Unterhose. Blöd nur, dass die wirklich sehr mächtig ist und große Fähigkeiten verleiht. Big nutzt sie gleich mal, um Tinys Karre zu zerstören und euch von sich fernzuhalten.

 Die Texturen sind alle gezeichnet. Der Comiclook wird zudem durch die Texteinblendungen untermauert.


Drei Gadgets, sechs Locations
 
Nachdem Tinys Auto an den Felsen zerschellt, muss er sich zu Fuß durch die mit Comic-Texturen überzogene Wüstenwelt schlagen. Einfach so von A nach B laufen, kann Tiny allerdings nicht. Denn wo immer er hingeht, stellen sich ihm Hindernisse wie hohe Felsformationen oder eingestürzte Treppen in den Weg. Wie gut, dass Tiny als Erfinder drei äußerst nützliche Werkzeuge bei sich trägt, mit denen er die Umgebung nach eigenem Gusto mehr oder weniger beliebig verändern kann. Als erstes wäre da sein Allzwecklaser, mit dem er selbst große Steinblöcke vertikal, horizontal oder auch quer zerschneidet. Damit schafft er sich etwa eine Schräge, über die er problemlos hinauflaufen kann. Oder er schneidet einen kleinen, rechteckigen Block von einem Fels ab, den er als Trittstufe verwendet, um einen höheren Block von dort aus per Sprung zu erreichen. Körperlich ist Tiny übrigens gut in Form und schiebt selbst gigantische Steinfragmente wie nichts durch den Wüstensand – sofern die Stelle eben ist. Das zweite Tool ist ein Enterhaken. Mit ihm schießt Tiny einfach ein Seil in ein Objekt und zieht es dann in die gewünschte Richtung. Das geht natürlich nur, wenn es locker sitzt. Sitzt das Objekt fest, muss Tiny mit seinem Laser nachhelfen. Das dritte Werkzeug ist schon etwas spezieller: Dabei handelt es sich um einen Raketenwerfer. Nein, damit sprengt ihr nicht die halbe Umgebung in die Luft. Mit den Raketen verpasst ihr Fels- oder Mauerelementen einen Antriebschub, womit ihr etwa einen mit dem Laser abgetrennten Block einfach über die Kuppe schiebt.
 
Mit diesen drei Tools verändert ihr so weite Teile der insgesamt sechs Locations im Spiel. Ihr sägt Säulen ab, um sie dann zur Brücke über einen Abgrund umzufunktionieren. Ihr räumt Steine aus dem Weg, indem ihr sie einfach mit einer Rakete wegschießt. Und vor allem nutzt ihr den Laser, um allenorts Objekte schräg anzusägen, um daran hochzulaufen oder um sie zum Einsturz zu bringen. Dabei könnt ihr auch das verfügbare Material ruinieren. Zu viel abgeschnitten oder einen falschen Block in den Abgrund gejagt und ihr vielleicht nicht mehr weiter. Beim Tod oder auch manuell kehrt ihr jederzeit zum letzten der häufig gesetzten Auto-Savepunkte zurück. Experimentieren müsst ihr sowieso, denn eure Möglichkeiten, einen Abschnitt zu bewältigen, sind besonders später im Spiel, sehr vielfältig. Mit denselben Mitteln sammelt ihr im Spiel außerdem Sammelobjekte ein, die oft an zunächst unerreichbar erscheinenden Stellen liegen. Dazu zählen auch "Audiokassetten", mit denen ihr zusätzliche Musikstücke im Spiel freischaltet. Die stammen übrigens allesamt von "Independent"-Musikern.
 

Nachdem Tiny den Fels mit dem Laser abgeschnitten hat, kann er ihn mit dem Fanghaken runterziehen.
 
Probier’s mal unter Zeitdruck
 
Was in den ersten Spielabschnitten noch ruhig anfängt und ihr im selbstbestimmten Tempo quasi ein Puzzle-Spiel der besonderen Sorte erlebt, wandelt sich später in Richtung eines Jump-and-Runs. Springen müsst ihr auch vorher schon öfters mal, aber nicht unter dem Druck eines Angriffs oder auf euch zurollende oder -fliegende Steinkugeln. Das passiert dann ab Location 2, in der Big uns auf einer großen Brücke mit Objekten bewirft. Hier wird auch klar, weshalb das Spiel bei der Benutzung des Lasers pausiert, bis ihr den Schnitt bestätigt. Bigs Steine zerteilt ihr so nämlich rechtzeitig in der Luft, sodass die beiden Hälften links und rechts an euch vorbeifliegen. Aber Vorsicht: Das klappt nur, wenn ihr die Steine relativ zentral und frontal trefft. Und auch dann müsst ihr darauf achten, ob die Hälften nicht vielleicht an den Wänden abprallen und Tiny dennoch unter sich begraben können. Eine solche Begegnung endet nämlich in vielen Fällen tödlich. Alternativ könnt ihr den Steinen aber auch einfach ausweichen.
 
Bigs Felsbrocken zerstören dann auch noch die Umgebung. Säulen müsst ihr mit eurem Seil zunächst zu euch heranziehen, um eine Brücke zu schaffen, dann aber schnell genug darüber hinweglaufen. Das macht Spaß, ist relativ anspruchsvoll, leidet aktuell aber noch ein bisschen unter der Kameraführung. Aber bis zum geplanten Release Mitte Mai bleibt noch einige Zeit um diesen und anderen Elementen noch ein wenig Aufmerksamkeit beim Feintuning zu widmen.


 Die Steine, die Big auf Tiny wirft, könnt ihr mit eurem Laser zerteilen, damit sie euch nicht treffen.

Ausblick: Puzzeln, rennen, reagieren

Tiny and Big in – Grandpa's Leftovers hat uns bereits in der aktuellen Version viel Spaß gemacht. Die Kombination aus Arcade-Puzzler, Jump and Run und Action-Adventure ist zweifellos für einige unterhaltsame Stunden gut. Allzu viel Umfang solltet ihr zwar nicht erwarten, dafür aber einen nicht zu unterschätzenden Wiederspielwert. Denn weit mehr als nur eine Herangehensweise führt zum Ziel. 15 Euro für eine Retailversion in Klappbox ohne DRM und Steam-Zwang scheint uns für dieses Abenteuer absolut im Rahmen zu liegen. Schön, dass es auch Publisher gibt, die deutschen Nachwuchsentwicklern eine Chance geben. Wenn das Ergebnis am Ende so wie bei Tiny and Big aussieht, bleibt nur zu hoffen, dass Crimson Cows Engagement Schule macht.

 
Wuslon 18 Doppel-Voter - - 9858 - 2. April 2012 - 16:01 #

Interessantes Spiel, werd ich mir mal anschauen

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 2. April 2012 - 16:03 #

Ehm ja ^^ No need thx

ratatrap 09 Triple-Talent - 251 - 2. April 2012 - 16:30 #

Kein Link? http://www.tinyandbig.com/games/grandpasleftovers/

headlaker 16 Übertalent - 4834 - 2. April 2012 - 16:31 #

Hm hört sich ja ziemlich lustig an.
Werde ich mir bestimmt mal genauer anguggen wenns soweit ist.

Exocius 17 Shapeshifter - P - 7199 - 2. April 2012 - 17:01 #

Das Männchen erinnert mich irgendwie an Psychonauts.

Bernd Wener 19 Megatalent - 13635 - 3. April 2012 - 9:03 #

Forcierter Trend? Ich bitte dich...

Zum Thema: Bin sehr gespannt. Fand die kostenlose Beta-Demo "Up that Mountain" schon sehr witzig, wenn auch noch etwas krude von der Steuerung her. Hoffentlich bekommen sie das in den Griff.

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Mitarbeit
Action
Arcade
ab 6 freigegeben
nicht vorhanden
Black Pants Game Studio
Crimson Cow
19.06.2012
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7.4
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