CeBIT: Messefazit

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Dennis Ziesecke 29546 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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11. März 2012 - 11:57 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert
Vom 06. bis zum 10. März befand sich das Messegelände in Hannover im IT-Ausnahmezustand. Mehr als 4200 Aussteller präsentierten im weitläufigen Gelände ihre Produkte und hofften auf Geschäftsabschlüsse und positive Medienberichte. Die Betreiber der CeBIT fanden positive Worte zu den Ausstellern und den Besucherzahlen - etwas mehr als 300.000 Menschen hat die Messe in diesem Jahr angelockt.

Ein wenig schön redet sich die Messeleitung die Besucherzahlen allerdings schon. Im vergangenen Jahr waren es noch 338.000 Besucher, der Besucherrückgang wird durch den Streik im öffentlichen Nahverkehr am Donnerstag und die aktuelle Wirtschaftskrise erklärt. Man stabilisiere sich auf hohem Niveau - und das sei doch auch etwas wert. "Hannover war wieder die Welthauptstadt der digitalen Wirtschaft", so CeBIT-Chef Ernst Raue.



Das mag stimmen, an die Glanzzeiten früherer Veranstaltungen konnte allerdings auch die CeBIT 2012 nicht heranreichen. Besucherrekorde mit mehr als 800.000 Besuchern wie im Jahr 2001 und mehr als 8000 Aussteller, die teilweise auch außerhalb der Hallen ihre Stände aufbauen müssen, wird die CeBIT wohl vorerst auch nicht mehr erreichen.

Und dennoch, die CeBIT fühlte sich gut an. Die Aussteller zeigten sich sehr zufrieden, es wurden zahlreiche erfolgreiche Geschäfte abgewickelt und insgesamt mehr als fünf Millionen geschäftliche Termine abgewickelt. Die Atmosphäre glich an den sonnigen Tagen einem IT-Festival, nur die Einweg-Grills auf den Grünflächen fehlten.

Ebenso fehlten allerdings auch wirkliche Innovationen und Premieren. Die Zeiten, in denen auf der CeBIT Neuheiten präsentiert wurden, sind vorbei - auch in diesem Jahr gab es größtenteils nur Produkte zu sehen, die bereits Anfang des Jahres auf der CES in Las Vegas oder eine Woche zuvor auf dem Mobile World Congress in Barcelona gezeigt wurden. Und ob die Weltpremiere einer eher zweifelhaft designten Gamermaus nun die Bevölkerung hinter ihren Fernsehern hervorholen mag, darf bezweifelt werden. Eventuell sollte die CeBIT nur einmal den Termin mit der Partnermesse Computex tauschen – einige Monate später dürfte sich der Innovationspool der Hersteller wieder etwas gefüllt haben. Eventuell würden dann sogar prominente Gäste wie Asus wieder zurück zur CeBIT finden – deren Padfone hätte sehr gut zur CeBIT gepasst, wurde dort aber nur als Dummy in einer Vitrine gezeigt.



Großes Gedränge allerdings herrschte vornehmlich in Halle 23, etwas abseits der Businessbereiche. Hier stellten Intel, Schenker und andere Gaming-Spezialisten ihre Produkte aus – und es fanden traditionell die Intel Extreme Masters statt. In den Finalrunden von CounterStrike 1.6, Starcraft 2 und League of Legends zeigten sich die besten eSportler der Welt – siehe auch das angehängte Video. Halle 23 zeigte, dass PC-Gaming so tot nicht sein kann, und war an allen Messetagen extrem gut besucht. Doch auch die Hallen 15, 16 und 17 waren stets gut gefüllt, wenngleich das Gedränge deutlich weniger störend ausfiel als auf früheren Messen. Hier stellten populäre Hersteller wie Sapphire, Thermaltake und Enermax ihre Produkte aus, was den einen oder anderen Jugendlichen aus Halle 23 herüber lockte. Enttäuschend: Nvidia nutzte nicht die weltgrößte IT-Messe zur Präsentation seiner neuen Kepler-Grafikchips sondern soll gerüchteweise auf der zeitgleich in den USA stattfindenden Game Developer Conference ausgewählte Pressevertreter in die technischen Feinheiten von Kepler eingewiesen haben. Doch auch Produkte wie die Cinemizer-Videobrille von Carl Zeiss sorgen regelmäßig für Verstopfungen vor dem Messestand – Gerüchten zufolge möchte Sony ebenfalls eine Videobrille inklusive Headtracker als Zubehör für die kommende Konsolengeneration anbieten. Der Publikumsandrang bei Zeiss spricht jedenfalls für großes Interesse der Besucher an der Technik.

Bereut haben wird wohl kaum ein Besucher den Abstecher zur CeBIT, trotz fehlender Weltneuheiten und wichtiger Aussteller war es 2012 eine interessante und professionell geplante IT-Messe. Technische Unzulänglichkeiten wie überlastete UMTS-Netze und nur sehr schwacher Messe-WLAN-Empfang außerhalb der Messehallen gehören zu solch großen Veranstaltungen dazu – immerhin war in diesem Jahr das WLAN kostenfrei, auch wenn man sich nach jeweils einer Stunde aufwändig ein neues Passwort für das Netz beantragen musste. 

Video:

Johannes 22 AAA-Gamer - P - 34072 - 11. März 2012 - 12:00 #

Also für mich war es die gefühlt anstrengendste CeBIT bisher, einerseits wegen der Anreiseschwierigkeiten (danke, ver.di!) und andereseits, weil ich mich im Gemenge vor der Gaminghalle gestern doch sehr unwohl gefühlt habe (ich meine mich erinnern zu können, dass es in den letzten Jahren da schneller ging...)

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29546 - 11. März 2012 - 13:55 #

Voll wars hauptsächlich wegen der ganzen Gewinnspiele bei Schenker, Computerbild und Com - die haben die Massen halt in sehr engen Gängen gebunden, was generell eher unpraktisch ist.

Markusdererste 04 Talent - 27 - 13. Februar 2014 - 20:19 #

Das ist richtig Dennis, bei den Gewinnspielen ist eine teilweise 50 Meter lange Schlange gewesen. Vom Com Magazin habe ich ein schönes Bild im Netz gefunden: http://www.marketing-moderator.de/images/moderator-gluecksrad.jpg der Moderator hat die Leute einfach nur voll geblubbert. Ich habe mit gemacht und ein Handy mit einem Euro Startguthaben gewonnen. Grins.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29546 - 19. Februar 2014 - 23:19 #

Dürfte sich in diesem Jahr dann wohl erledigt haben. Die CeBIT verabschiedet sich ja mal wieder von den Privatbesuchern und setzt auf Business. Dabei hat das der Messe schon mal das Genick gebrochen. Meine Prognose: CeBIT ist tot, zwei oder drei Jahre zuckt sie vielleicht noch, viel länger nicht.

Fisch 14 Komm-Experte - 2662 - 11. März 2012 - 12:20 #

Bei der Einbindung des ESL-Bildes ist etwas schief gegangen: die URL stimmt, nur steht sie als Text da und zeigt damit nicht das Bild.

McGressive 19 Megatalent - 13786 - 11. März 2012 - 12:29 #

Als Hardware-tendenziell-eher-Uninteressierter war ich nicht sonderlich begeistert von meiner ersten CeBIT. Persönliche Highlights: kostenloser Fujitsu-Fußball, AMG-Mercedes "Testkurs", am Pearl.tv-Stand mit meiner attraktiven Begleiterin als "hübsches Pärchen(!)" bezeichnet zu werden *hrhr*, Glasses-free 3D-Displays UND Fatal1ty live und in Farbe zu sehen ;D
Letztendlich war ich aber froh, kein Geld für den Eintritt gezahlt zu haben...

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29546 - 11. März 2012 - 13:54 #

Als Hardware-uninteressierter ist die Messe natürlich unspannend, klar. Aber Geld für den Eintritt zahlt irgendwie sowieso keiner, bei den Massen an Freitickets..

Anonymous (unregistriert) 11. März 2012 - 19:50 #

Kann ich nicht sagen. Mein Highlight fand ich im OpenSource Park und es ist ein Stück Software namens OwnCloud, mit dem man zuhause einen eigenen Cloudserver jnseits von Google und Co. betreiben kann. Das Ganze für den Privatanwender kostenlos und OpenSource.
Bei Fraunhofer ganbs Roboter zu sehen, das war auch nicht uninteressant.
Die verpickelte Halle 23 habe ich nur kurz besucht. Viel zu lau und nix von Interesse. Genau wie die Halle 17. Wenigstens waberten dieses Jahr keine Fettrauchwolken von Pommesständen durch die Halle. Das war 2011 echt de Overkill an Ekligkeit.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29546 - 11. März 2012 - 19:56 #

Naja, auch die Roboter sind ja "Hardware" :) .

Larnak 21 Motivator - P - 25775 - 11. März 2012 - 20:03 #

Das mit OwnCloud klingt gut :)

Punisher 19 Megatalent - P - 14291 - 11. März 2012 - 20:16 #

Mal blöd gefragt - ist "einen eigenen CloudServer" betreiben nicht schon ein Widerspruch in sich? Ein einzelner Server kann ja nu schlecht ne Cloud sein. Oder wird das dann so ein Netzwerk aus privat betriebenen Cloudservern? Muss ich doch mal Onkel Google zu OwnCloud bemühen.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29546 - 11. März 2012 - 20:18 #

Das sind dann schon mehrere, verteilt verbundene. Gibt auch kommerzielle Ansätze: http://www.golem.de/news/space-monkey-eine-mischung-aus-dropbox-und-bittorrent-1203-90385.html

Anonymous (unregistriert) 11. März 2012 - 20:21 #

Nein, ist es nicht. Warum sollst Du nicht im kleinen Deinen Cloudserver machen können? Warum ist es etwas anderes, wenn Google einen Server hinstellt, als wenn Du das machst? Warum ist es erst eine Cloud, wenn Du auch anderen erlaubst, ein Konto auf Deinem Server einzurichten?
Nähere Infos gibts bei http:/ /owncloud.org/

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29546 - 11. März 2012 - 20:24 #

Weil "Cloud" per Definition aussagt, dass es um verteilte Server geht und nicht nur um einen einzelnen?

Anonymous (unregistriert) 11. März 2012 - 20:26 #

Dann werd eben glücklich mit Deiner Definition, wo auch immer Du die her hast, ich werde glücklich mit meinem Server, der mir alles erlaubt, was eine Cloud ausmacht und der bei mir über DynDNS an der DSL-Leitung hängt. Ich verstehe nicht, warum ich einen zweiten Server bei meinen Eltern dranhängen müsste, damit es zur Cloud wird?! Scheint mir ziemlicher Unsinn zu sein.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29546 - 11. März 2012 - 20:35 #

Nehmen wir der Einfachheit halber einfach Wikipedia?

"Vereinfacht kann das Konzept wie folgt beschrieben werden: Ein Teil der IT-Landschaft (in diesem Zusammenhang etwa Hardware wie Rechenzentrum, Datenspeicher sowie Software) wird auf Nutzerseite nicht mehr selbst betrieben oder örtlich bereitgestellt, sondern bei einem oder mehreren Anbietern als Dienst gemietet, der meist geografisch fern angesiedelt ist. Die Anwendungen und Daten befinden sich dann nicht mehr auf dem lokalen Rechner oder im Firmenrechenzentrum, sondern in der (metaphorischen) Wolke (engl. ‚cloud‘). Das Gestaltungselement eines abstrahierten Wolkenumrisses wird in Netzwerkdiagrammen häufig zur Darstellung eines nicht näher spezifizierten Teils des Internets verwendet."

Anonymous (unregistriert) 11. März 2012 - 20:46 #

Don't feed the troll.

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11034 - 11. März 2012 - 22:52 #

O.o
Du bezeichnest jetzt dich als Troll? Das ist neu! :D

Anonymous (unregistriert) 12. März 2012 - 6:46 #

Also, nehmen wir einmal an, dass die Wikipediadefinition korrekt sei. Dann ist für unsere Fragestellung höchstens dieser Satz des langen Zitats relevant:

"Das Gestaltungselement eines abstrahierten Wolkenumrisses wird in Netzwerkdiagrammen häufig zur Darstellung eines nicht näher spezifizierten Teils des Internets verwendet."

Es soll also für die Cloud ein "nicht näher spezifizierten Teil des Internets" verwendet werden. Dies kann wohl auch ein Homeserver sein, oder?
Es ist ja wohl trollig mit Wikipedazitaten zu argumentieren und die dann nicht einmal genau zu lesen...

guapo 18 Doppel-Voter - 10016 - 12. März 2012 - 10:40 #

Es gibt nicht die Cloud; sondern public, private und hybrid. Setzen sechs

Larnak 21 Motivator - P - 25775 - 12. März 2012 - 13:47 #

Wenn du schon Noten verteilst, kannst du das nochmal so erklären, dass ich verstehe, was du meinst? :)

Ich finde die Ansicht von dem Anon bisher eigentlich recht schlüssig. Sehe auch kein Problem darin, warum mein eigener Server nicht auch Cloud sein darf.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29546 - 12. März 2012 - 14:24 #

Er ist eventuell Teil der Cloud wenn er mit anderen verbunden ist. So ist er maximal ein kleines Regentröpchen, das davon träumt einmal in einer Wolke mitzufliegen.

Larnak 21 Motivator - P - 25775 - 12. März 2012 - 14:35 #

Das stört mich nicht, solange er die Funktionen erfüllt, die die Cloud mir verspricht, dabei aber meine Dateien nicht quer durchs Internet weht :P

Und vermutlich wäre er auf diese Funktion stolz und würde nur milde über die Cloud-Server lächeln :)

Anonymous (unregistriert) 12. März 2012 - 23:37 #

Ach komm, was macht Google denn, wenn sie Clouddienste anbieten? Natürlich stellen die einen -zugegebenermaßen- sehr großen Server hin. Genau das mach ich auch, aber eben in klein. Warum sollen die das Cloud nennen dürfen, nur weil die es im großen Stil machen und ich nicht, nur weil ich es in kleinem Stil mache und nicht Google heiße.
Im übrigen plane ich keine private Cloud (also nur Hausintern) sondern eine public Cloud (internetweit), mit mir als einzigem Benutzer :) Meine Cloud wird alles können, was Google auch kann. Wenn ich Bock und Zeit hab sogar Webapps.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29546 - 13. März 2012 - 7:27 #

Falsch. Google stellt nicht einen sondern hunderte Server hin. Und die befinden sich sogar oft noch in unterschiedlichen Rechenzentren.

guapo 18 Doppel-Voter - 10016 - 12. März 2012 - 14:49 #

OK - die Noten duerfen sich die Diskutanten aussuchen. Du sagst z.B. richtigerweise, dass eigene Server Teil einer Cloud sein koennen.

Lokation allein macht nicht die Cloud. Dazu gehoeren dann auch nutzungsabhaengige Abrechnung u. weiteres (geneigte Leser sollten beim BITKOM weiterlesen). Weiterhin wurden SAAS, PAAS und IAAS durcheinandergeworfen (Erklaerung spare ich mir).

Die Lokation bestimmt die von mir erwaehnten Begriffe private (nur am eigenen Standort), public (nur ausserhalb des eigenen Standorts (z.B. Amazon EC3+S3) oder Mischungen derselben (hybrid).

Larnak 21 Motivator - P - 25775 - 12. März 2012 - 15:50 #

Mh, ich wusste nicht, dass "Cloud" so penibel definiert und eingegrenzt ist.
Vielleicht sollten die Marketing-Abteilungen darauf Rücksicht nehmen und so was in Werbungen erklären, sonst versteht das ja am Ende niemand :)

Cloud 17 Shapeshifter - 7698 - 12. März 2012 - 15:51 #

Bin ich in Wirklichkeit auch gar nicht.

guapo 18 Doppel-Voter - 10016 - 12. März 2012 - 16:19 #

Ich glaube nicht, dass Marketing eine Ahnung hat, was Cloud ausmacht. Daher ist die Werbung dazu auch so bewoelkt :)

Punisher 19 Megatalent - P - 14291 - 11. März 2012 - 21:31 #

Der Schein kann auch trügen... ich sage ja nicht, dass ownCloud Mist ist oder so, im Gegenteil, so auf den ersten Blick gefällt mir das richtig gut schon weil ich die Hoheit über meine Daten damit nicht irgendeiner Dropbox geben muss und sobald der Filesystem-Sync für Windows funktioniert werde ich das auch sicherlich wenigstens testweise auf einem meiner Server installieren.

Es missfällt mir nur, wenn man versucht mittels eines nicht korrekt verwendeten Buzzwords - nichts anderes ist "Cloud" nämlich in diesem Fall - auf irgendeinen Hype aufzuspringen und dadurch im allgemeinen Verständnis die eigentliche Bedeutung des Wortes zerstreut.

Saka 09 Triple-Talent - 302 - 11. März 2012 - 12:38 #

Für sowas würde ich auch kein Eintritt bezahlen die Aussteller wollen doch was von den Besuchern!
Einmal war ich damals auf der CEBIT Home gewesen und zweimal Gamesconvention ne ne nie wieder.

Wuthöhlenanbieter (unregistriert) 11. März 2012 - 15:31 #

Hatten wir nicht mal ein Esport Experten oder so?

Intel Extreme Masters liefen, sogar relativ erfolgreich von den Streamviewern her und die deutsche Presse kümmert sich nicht. (Beispiel: Bioware Guild Summit hatte 20k Viewer für SWTOR, selbst uninteressante Spiele beim IEM hatten glaub um die 60-100k Viewer)

Ich finde da muss man sich nicht wundern wenn langfristig in GER kein richtiger E-Sport etabliert wird.

Bin zwar selber nicht in der Scene tätig, beleuchte aber gerne alle Aspekte meines Hobbies. Gibt es ein Grund warum die Presse da so wenig drüber schreibt? Die Streamzahlen sprechen ja für sich, das es doch einige zu interessieren scheint.

Johannes 22 AAA-Gamer - P - 34072 - 11. März 2012 - 16:07 #

Gibt es einen Grund, warum du dich nicht angemeldet und selbst eine News darüber geschrieben hast? :-)

Wuthöhlenanbieter (unregistriert) 11. März 2012 - 16:12 #

Das ist nicht nur GG-Sache. Mich interessant da einfach mal eine Meinung aus Presse Sicht.

Larnak 21 Motivator - P - 25775 - 11. März 2012 - 16:12 #

Naja, die GS hat in der Vergangenheit ja immer wieder mal Versuche gestartet, den E-Sport mehr in den Fokus zu rücken bzw. darüber zu berichten, das wurde dann aber irgendwann alles eingestellt. Hat sich wohl nicht gelohnt ...

Cloud 17 Shapeshifter - 7698 - 11. März 2012 - 16:16 #

Kann ich verstehen. Ich glaube, sowas interessiert hierzulande selbst unter Harcore-Spielern nur eine kleine Minderheit.

Wuthöhlenanbieter (unregistriert) 11. März 2012 - 18:39 #

Das sind halt immer diese subjektiven Einschätzungen. Der ganze Markt ist ziemlich gewachsen, leider hab ich auch keine Zahlen.. nur die Teilnehmer/Viewer solcher Events steigen halt rapide - und da werden nie Deutsche dabei sein? Glaub ich eher weniger ^^

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29546 - 11. März 2012 - 18:43 #

Das Problem mit den eSport-News hier bei GG war halt, dass die News nur sehr sehr geringe Aufrufzahlen hatten, was einen als Autor durchaus demotiviert. Vor allem, weil eine gute News aus dem Bereich nicht einfach mal schnell dahingeschrieben ist, da müssen ja auch die Fakten stimmen. Wenn dann aber nach vergleichsweise langer und intensiver Arbeit nur 100 bis 200 Leute auf die News klicken und dann noch "laaaaangweilig" kommentieren - naja, ich würds nicht machen wollen. Bin ja schon über die Zugriffszahlen der Hardwarenews gefrustet - und die liegen drei bis viermal so hoch wie die einer eSport-News..

Larnak 21 Motivator - P - 25775 - 11. März 2012 - 19:25 #

Wenn es dir hilft, klicke ich deine Hardware-News 100x an, damit du nicht gefrustet bist. Sag dann einfach Bescheid ;D

Larnak 21 Motivator - P - 25775 - 11. März 2012 - 19:25 #

Weil ich gedacht habe, dass das Argument mit der subjektiven Einschätzung kommt, habe ich direkt auf das Beispiel mit den Versuchen der GS zurückgegriffen :)
Wenn da großes Interesse vorhanden wäre, hätte man die entsprechenden Projekte fortgeführt.

Mag sein, dass das Interesse wächst. Es ist aber wohl noch nicht groß genug.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29546 - 11. März 2012 - 19:29 #

Vielleicht ist es groß genug - aber es bringt nichts, wenn du Klientel eben keine GS kauft und nicht bei GG reinschaut. Das ist halt eine "Randgruppe", die ihre eigenen Informationsquellen geschaffen hat. Da ist es schwer, als populäreres und breit gefächertes Medium einzusteigen. Klar, wenn Mr. MC persönlich für ein Onlinemagazin eine eSport-Rubrik führen würde in seinen spärlichen Starcraft-Trainingspausen, dann wäre einem die Aufmerksamkeit der eSportler sicher. Aber so?

Azzi (unregistriert) 11. März 2012 - 20:25 #

Ja ich denke hier in der Redaktion gibt es schlicht keinen der sich mit den großen Esportiteln auskennt, das sind im Augenblick nämlich genau zwei Stück: Starcraft 2 und League of Legends.

Alles andere ist imo schlicht für Zuschauer zu hektisch und nicht spannend zum angucken. Aber wer ein bisschen sich mit SC2 auskennt, der wird bestätigen wie schön und spannend es sein kann Profis beim Spielen dieses Strategiespiels zuzuschauen oder noch besser komemntierte Spiele zu genießen, ähnlich wie Fussball.

Ich finde du hast durchaus Recht, dass E-Sport selbst in Computermagazinen zu wenig Anteil hat, beziehungsweise eigentlich gar nicht stattfindet.
Dabei schauen jeden Tag alleine in Europa gut 50.000 Leute bei Turnieren, Spieler-Streams zu und das bei Starcraft alleine. Prominente Spieler haben abends auf ihren Streams über 8.000-12k Zuschauer große Turniere wie MLG, Dreamhack oder IEM kommen nahe oder über 100.000 simultane Zuschauer. In Korea gibt mit GOM-TV verschiedene Ligen (GSL genannt).
Im Endeffekt sind das wahrscheinlich mehr Zuschauer als bei regulären Damenfussball, Tischtennis,Handball und solchen sportarten, die aber trotzdem irgendwie ein besseres Standing haben.

Ums kurz nochmal zusammenzufassen: E-Sport bekommt nicht nur in Mainstream-Medien zu wenig Aufmerksamkeit sondern auch auf Spieleseiten wie Gamersglobal. Vielleicht mach ich in Zukunft immer News zu den großen Events von SC2 hier. Mit anderen E-Sportarten kenn ich mich aber nicht aus...

Jörg Langer Chefredakteur - P - 329707 - 11. März 2012 - 22:58 #

Exakt, wir haben bei den Redakteuren keinen eSport-Experten. Dafür hatten wir schon mehrere User, die sich dem Thema angenommen haben, aber leider nie sehr lange beziehungsweise nicht regelmäßig.

Auch wenn ich Dennis zustimme -- dass die eSport-Interessierten sich halt vor allem in ihren eigenen Bereichen herumtreiben, also etwa den Websites der Ligen oder einzelner Clans -- heißt das nicht, dass das Thema für GG uninteressant wäre. Aber dafür müssten wirklich User sich der Sache abnehmen, mangels persönlichem Interesse und Kompetenz werden wir von der Redaktion aus, von einzelnen Berichten einmal abgesehen, das eSport-Thema nicht propagieren.

Stefan1904 30 Pro-Gamer - P - 128500 - 11. März 2012 - 20:01 #

Ich habe mir hauptsächlich Vorträge angehört zum Thema eCommerce (beruflich bedingt). Das Live-Hacking am Heise-Stand gehört für mich zudem zum Pflichtprogramm: Google-Hack: "filetype:log inurl:password" ;)

DarkMark 15 Kenner - 2909 - 12. März 2012 - 10:03 #

Auf jeden Fall nochmal ein dickes Dankeschön an Dennis für die ausgiebige und fundierte Berichterstattung!

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