User-Kolumne: Project Natal - wollen wir das? (Update!)

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Philipp Spilker 22470 EXP - 20 Gold-Gamer,R10,S10,C10,A10,J5
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2. Juni 2009 - 10:46 — vor 8 Jahren zuletzt aktualisiert

Update: In einem Hands-On-Artikel von IGN UK kann man nun nachlesen, wie Peter Molyneux erstens deutlich gemacht hat, dass der Plan durchaus ist, aus der Milo-Techdemo einmal ein echtes Spiel entstehen zu lassen und wie er  zweitens auf die Frage, was das dann für ein Spiel sein würde, mit folgendem Satz antwortete: "Zwei Worte: Super Tamagotchi". Erneut: Wollen wir das? Ich bleibe skeptisch.

Originaltext: Microsoft hat den Vogel abgeschossen. Gen Ende der Pressekonferenz, nachdem Hideo Kojima auf die Bühne gekommen war, um sein neues Spiel im MGS-Universum für die Xbox 360 anzukündigen, waren bereits so viele Ankündigungen gemacht worden, dass kaum jemand mehr mit einer großen Neuerung rechnete. Selbst Jörg Langer schrieb bei Twitter: "Kojima ab, Mattrick steht noch auf der Bühne. Endgeschwafel, würde ich sagen." Statt Endgeschwafel aber kam der größte Angriff auf die Konkurrenten.

Mit einem Trailer und mit sehr vielen blumigen Worten wurde nämlich Project Natal angekündigt. Der Controller sei für Spieler eine Barriere geworden, ein Gerät, dass ihn von der Außenwelt abschotte. Von daher wäre es doch viel schöner, wenn man überhaupt keinen Controller mehr bräuchte. Das soll Project Natal leisten. Rennspiele steuern nur mit dem Körper, Fußball spielen ohne irgendein Equipment am Fuß, in der Hand oder sonstwo am Körper. Durch volles Motion Capturing, Gesichts- und Stimmerkennung und alle nur erdenklichen weiteren modernen technischen Hilfsmittel soll es gelingen. Eye Toy in Lebensgröße.

Man schaut sich das an und denkt sich zunächst mal, dass Nintendo sich warm anziehen sollte. Dann wird man skeptisch und denkt sich: "Moment mal, kann das funktionieren?" Und dann wiederum, wenige Minuten nach dem Ende der Pressekonferenz, kam bei mir der folgende Gedanke auf: "Will ich das?" Ich hatte immer noch die Bilder von Molyneux's Natal-Projekt im Kopf. Da stehen wir also als Spieler vor dem Bildschirm und da drin, in der Konsole, steckt ein Junge. Milo heisst er. Wir reden und er hört uns. Guckt schüchtern, als wir ihn auf seine Frage, ob wir mit ihm fischen gehen wollen, fragen, ob er denn schon seine Hausaufgaben gemacht habe. Hat er nicht. Er versucht, uns dennoch zu überreden. Kurz darauf interagieren wir dann mit dem Wasser, sehen unsere eigene Reflektion daran, können mit unseren eigenen Handbewegungen kleine Wellen im Wasser formen. Nach Fischen greifen. Milo kommentiert das alles, als würden wir neben ihm stehen. Und dann malen wir ihm einen Fisch auf ein Blatt Papier. Halten es an den Bildschirm heran, es wird eingescannt und nur Millisekunden später hält Milo eben dieses Blatt Papier in seiner Hand. Schaut sich unser Bild an. Damit endet die Präsentation und Peter Molyneux nennt noch ein bis zwei Superlative.

Bin ich der Einzige, der das nahezu beängstigend findet? Bin ich der Einzige, der sich ernsthaft fragt, ob er so seine Freizeit verbringen möchte? Und was soll denn das ganze Gerede darüber, dass der Controller zu einer Barriere für den Spieler geworden wäre? Entschuldige mal bitte, Microsoft. Aber wenn ich meinen Freunden davon erzähle, wie ich gestern Call of Duty 4 gespielt habe, dann ist das doch nachvollziehbarer und verständlicher für sie als wenn ich sagen würde: "Ich konnte gestern abend nicht raus, weil ich mit Milo gespielt habe. Ihr wisst schon: der Junge in meinem Fernseher." Das Tamagotchi in Lebensgröße. Der virtuelle Freund. Ganz ehrlich? Ich glaube, als Gamer manchmal deswegen skeptisch beäugt zu werden, weil viele Menschen denken, Gamer würden den Bezug zur Realität verlieren. Deswegen. Und nicht deswegen, weil sie sich über den Controller in meiner Hand wundern.

Das heisst nicht, dass ich nicht beeindruckt wäre von dem, was Microsoft erschaffen möchte. Auch die anderen kleinen Demos wie Ricochet, in dem man sozusagen als lebender Schläger Pong spielt, sehen durchaus witzig aus und könnten ohne Frage Spaß machen. Aber Microsoft kann mir nicht erzählen, dass sie all das programmieren, weil sie sich um die Gaming-Community sorgen. Nein. Sie programmieren das, weil sie die Konkurrenz am Boden sehen wollen. Und sie programmieren das, weil es inzwischen technisch möglich ist. Zumindest in der Theorie. In der Praxis? Wir werden sehen.

Wie gut, dass Microsoft in der ersten Stunde der Konferenz auch viele klassische Games präsentiert hat. Games, die nicht vergessen, dass es da draußen auch noch ein echtes Leben gibt.

Denn ich will sehr gerne Games spielen. Aber das Leben, das will ich nicht spielen. Das will ich leben.

Video:

Name 1. Juni 2009 - 22:47 #

ich stimme dem text voll zu!
die idee ist gut aber ohne Controller nein niemals!
nehmen wir fallout ich will da nicht 60stunden lang rumhampeln
wer soll das denn acmhen? wer will das amchen?
mit controller schön gemütlich hinsetzen fertig!
für kleine projekte ist es okay und die technik is genial aber für größere spiele sollte man es belassen!

man sieht dopch schon an der wii das teilweise so steuerung mehr nerven kann als bereichern

Tom 15 Kenner - 2998 - 1. Juni 2009 - 22:55 #

Ich dachte das war an und für sich nur eine Tech-Demo. Bei mir überwiegt aber die Faszination und Neugierde der Skepsis, weil die Technologie in richtigen Spielen wirklich mächtig sein kann. Meiner Meinung nach die logische Evolution von Nintendos Wii-Technik. Die Frage ist, ob Microsoft den gigantischen Wiimarkt damit angreifen kann.

Ich glaube wenn man selbst mal vor dem "milo" stehen würde, würde man auch schnell an die Grenzen der Technik stoßen. Eine menschliche KI gibt es einfach noch nicht - auch wenn das scheinbar schon sehr nah dran ist. :)

EbonySoul 16 Übertalent - P - 4567 - 1. Juni 2009 - 23:23 #

Ich bin also doch nicht der einzige der skeptisch gegenüber Natal ist und zu Milo sag ich nur: das funktioniert nicht, Molyneux ist gut aber eine KI die wirklich leistet was diese Präsentation verspricht bekommt selbst er nicht in absehbarer Zeit hin.

fatal2107 06 Bewerter - 65 - 2. Juni 2009 - 0:59 #

Also ich habe das Milo-Video auch als Techdemo verstanden. Ich glaube er hat ja auch gesagt das sie mit dem System "mal rumgespielt" haben.
Aber solange die Core-Gamer nicht von MS vergessen werden, kann MS ruhig auch auf den Causal-Gaming-Zug aufspringen.

Philipp Spilker 20 Gold-Gamer - P - 22470 - 2. Juni 2009 - 1:21 #

Ja, klar war das nur eine Tech-Demo und noch kein richtiges Spiel. Aber wenn jemand wie Molyneux eine Tech-Demo macht, um damit Leute für sein neues Projekt zu begeistern, dann wird er doch die Tech-Demo nicht mit Dingen füllen, die er nicht auch für sein tatsächliches Spiel geplant hätte. Von daher: Sollte Projekt Natal erfolgreich sein und wirklich funktionieren, dann wird es auch das "Milo"-Spiel geben, da bin ich mir ziemlich sicher. Aber es geht mir ja auch gar nicht mal nur um Milo, sondern um das gesamte Projekt Natal. Und um die Controller-Äußerung, die ja quasi bedeutet: "Mit unserem Projekt werden wir die social awkwardness des Gaming aufheben". Ich könnte mir vorstellen, dass Project Natal eher zum Gegenteil führt.

Aber wie in der Kolumne ja auch gesagt: Gespannt bin ich dennoch. Sehr sogar.

André Mackowiak 13 Koop-Gamer - 1363 - 2. Juni 2009 - 2:42 #

Ich würde dem ganzen nicht so negativ gegenüberstehen. Denn:

1. Wer sagt, dass diese Art Spiele zu steuern die alten Controller komplett ablösen würde? Es kann beides existieren und Natal eine Ergänzung zum bisherigen Steuerungsspektrum darstellen.

2. Nur weil wir bei Project Natal an Spiele denken, die wir bisher mit Controllern gespielt haben, heißt das noch lange nicht, dass Spiele damit nicht funktionieren würden. Es bietet die Möglichkeit beispielsweise Adventure viel interaktiver zu gestalten.

3. Milo könnte mit Peter Molyneuxs vorigen Ideen kombiniert werden, sodass Milo vielleicht auch in andere Situationen gerät, die eine abenteuerliche Komponente enthalten. Die Interaktion des Spielers zusammen mit Milo bei Lösen von Puzzles und Problemen stelle ich mir durchaus sehr interessant vor. Auf den vergangenen GDCs betonte Molyneux mehrfach, dass er die Idee von Portalen mag. Nun ist Natal eines dieser Portale, aber das schließt nicht aus, dass sie auch Teil der Spielwelt sein könnten.

Philipp Spilker 20 Gold-Gamer - P - 22470 - 2. Juni 2009 - 3:05 #

Ich stehe dem nicht negativ, sondern nur sehr skeptisch gegenüber. Das ist meiner Meinung nach ein wichtiger Unterschied. Und ich sage ja auch gar nicht, dass Project Natal nicht tolle Spiele ermöglichen kann. Damit würde ich mich wirklich zu weit aus dem Fenster lehnen, wo man doch noch kaum etwas über das Projekt und seinen Entwicklungsstand weiß. Ich möchte nur die "alten" Spiele verteidigen und eine Lanze für sie brechen. Und ich wehre mich gegen die Äußerung, dass Controller eine Barriere sind. Klar: ohne Controller kann man neue Zielgruppen erschliessen. Aber bitte die alte Zielgruppe nicht vergessen.

Und wie gesagt: Die Milo-Demo wirkt auf mich ja schon verstörend. Wie verstörend (und vielleicht abschreckend) muss sie erst auf Nicht-Gamer wirken?

But then again: neue technologische Errungenschaften wirken oft zunächst mal verstörend. Ich lasse mich also mehr als gerne von Microsoft davon überzeugen, dass sie wirklich was ganz Tolles fürs Gaming in petto haben. Bis dahin bleibe ich skeptisch.

Nicol_Bolas 12 Trollwächter - 831 - 2. Juni 2009 - 8:47 #

Ich will Innovation in der Spieleindustrie! Wenn Microsoft nur vor hat, Nintendo Markanteile abzunehmen, sind das wirtschaftliche Interessen. Sowas bremst meistens Innovation. Sieht man ja an Nintendo, die haben sich bisher auf ihrem Balanceboard ausgeruht nach dem Erfolg von Wii Fit. Und jetzt kommt der Nachfolger... gähn.

iStone (unregistriert) 2. Juni 2009 - 11:43 #

Alle schreien nach Innovationen. Feine Sache, nur sobald einer Innovationen bringt passt es auch keinem mehr, weil ist ja so anders ;-) Wir Spieler sind irgendwie doch leicht schizophren...und das Global ^^

tratschwelle 09 Triple-Talent - 316 - 2. Juni 2009 - 11:46 #

Oho, was haben wir denn da? Ein als Spiel getarntes Ausspähungsprogramm, das nicht nur meine Gesichtszüge elektronisch erfasst, sondern auch die meiner Besucher. Und vielleicht auch das ganze Zimmer. Und wie oft ich zum Kühlschrank gehe. Und welches Produkt ich esse. Und das Ding steckt in einer Konsole, die gleich mit dem Internet verbunden ist.

Zwinker, zwinker! Merkt ihr was?

Wo schickt das Ding meine Daten hin, ohne dass ich es mitkriege? Alarmiert es vielleicht die Terrorfahndung, wenn ich mir eine Osama-Bin-Laden-Maske vors Gesicht binde?

Nee, Molyneux und Microsoft, mit mir nicht. Wenn das ein Erfolg wird, besitzt hier jeder Spieler sein privates 1984.

iStone (unregistriert) 2. Juni 2009 - 12:07 #

Ich ergänze meinen Kommentar oben: Wir Spieler sind nicht nur leicht schizophren sondern auch noch paranoid ^^

laZee 06 Bewerter - 51 - 2. Juni 2009 - 17:32 #

Das liegt daran, dass es von MS kommt. Von Nintendo wäre es als der Stein der Weisen verstanden worden.

iStone (unregistriert) 2. Juni 2009 - 17:57 #

Pssssstttttttt......

Lexx 15 Kenner - 3570 - 2. Juni 2009 - 12:16 #

Ich glaube, ich könnte mich mit dem Zeug nicht mal 5 Minuten lang unterhalten. Uh.

Gucky 22 AAA-Gamer - P - 34200 - 2. Juni 2009 - 12:21 #

Hmmm, die Kritik von tratschwelle erinnert mich ein wenig an den Film Start-up bzw. Antitrust.

Für Spieler ein sehr interessanter Film, da er eine Art von kriminellen Bill Gates beschreibt. Zwar waren die Kritiken moderat, aber mir hat der Film richtig gut gefallen. Bei Interesse: http://www.imdb.com/title/tt0218817/

lg

iStone (unregistriert) 2. Juni 2009 - 13:31 #

Guter Film. Inhaltlich recht daneben, aber dennoch gut. Suche noch immer Steve Jobs im Abspann ^^

Name 2. Juni 2009 - 13:53 #

Ich fand Milo echt creepy. "Uncanny Valley" sag ich da nur. (Und Politiker sorgen sich um Killerspiele! Derart "reale" imaginäre Freunde halte ich für eine größere Gefahr. )

Technisch ist das alles sicher beeindruckend, aber einen Controller brauch ich in jedem Fall, Bewegungssteuerung hin oder her. Die Einfachheit einen Knopf zu drücken durch irgendwelches unnötiges Gefuchtel zu ersetzen macht keinen Sinn. So gesehen könnte man das Ganze gut mit Nintendos Wiimotion Plus kombinieren.

NedTed 18 Doppel-Voter - P - 11799 - 2. Juni 2009 - 14:32 #

Zu Natal:
Bei der Präsentation von Natal ist es mir genauso ergangen wie bei der Wii --> Euphorie. Leider hat sich die Euphorie bei der Wii aber ins Gegenteil umgeschlagen. Dementsprechend bin ich nun etwas skeptisch was Natal betrifft.
Das Promo-Video von Microsoft zeigt was Natal machen "könnte" und nicht was es bereits kann.
Objektiv betrachtet hat aber Natal einen RIESENGROßEN Vorteil gegenüber der Wii! -> Controller und Natal lassen sich kombinieren bzw. fügen sich weit besser in das Gesamtkonzept ein!

Zu Milo:
In der Tat war ich auch etwas abgeschreckt von dieser Präsentation... Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das gut funktionieren kann. Ich denke Milo soll vorerst nur als eine Art "Vision" dastehen wird und nicht als bereits voll funktionierendes Programm.

Brainsaw 04 Talent - 17 - 2. Juni 2009 - 15:27 #

Das erste was mir im Zusammenhang mit dem Begriff Motion-Capturing in den Sinn kam, war dieses, letztes Jahr vorgestellte, Head-Tracking mit hilfe der Wiimote.
Damit wurde ja ein "Quasi-3D/Fenster-Effekt" erwirkt.

Sollte Natal wirklich so präzise wie behauptet sein, müsste so eine Funktion doch problemlos zusätzlich zum Controller, u.A. in Ego-Shootern einzubauen sein!?
Z.B. um die Ecke/ über Kanten schauen, indem man sich einfach auf dem Sofa nach links/rechts bzw vor/zurück lehnt.

Für schnellere Bewegungen, halte ich aber von dem System nichts.
Wenn ich mich Körperlich anstrengen will, kann ich auch an die
frische Luft gehen.
Und so präzise wie ein Controller wird das Ding auch nie sein.

Fazit:
Richtig implementiert, zusätzlich zu einem Pad, sehe ich ungeahnte Möglichkeiten, befürchte
allerdings, das es auf eine Minispielesammlung ala WII/Eye-Toy hinausläuft!

Jörg Langer Chefredakteur - P - 341829 - 2. Juni 2009 - 15:58 #

Meine 10 Cent zum Thema: Ich finde Natal absolut faszinierend. Ich finde auch die Wii-Steuerung faszinierend. Aber wenn ich mit Vollkörpereinsatz spielen wollte, wäre ich 5 Kilo leichter und wäre fitter: Dann würde ich nämlich im echten Leben ständig aktiv sein und Sport treiben. Wenn ich spiele, will ich sitzen. Ich will nicht reden, ich will nicht mit den Armen fuchteln. Das haben so ähnlich vielleicht auch die Dinosaurier gesagt, als sich der Gletscher in ihr Blickfeld geschoben hat ("Wir gehen hier nicht weg!"), aber ich kann mir aktuell überhaupt nicht vorstellen, dass Natal herkömmliche Controller ersetzen wird. Auch nicht in 10 Jahren. Aber es könnte im Zuge der Fitness- und Rumfuchtelspiele eine wirklich tolle Neuerung werden. Wenn es denn alles so klappt, wie demonstriert: Meine Erfahrung mit "You're in the Movies" und der bestehenden Xbox-Kamera ist, dass man optimale Bedingungen (Abstand von Kamera/TV, einfarbiger Hintergrund, genügend Licht) braucht, damit die Ergebnisse auch nur in die Richtung dessen gehen, was man auf Bildschirmfotos oder Promo-Videos sehen kann. Und dieses Spiel ist im Prinzip Natal in klein: Auch dort soll man durch Gestik Minispiele bestreiten...

laZee 06 Bewerter - 51 - 2. Juni 2009 - 17:36 #

Ein einfarbiger Hintergrund ist bei einer echten 3D-Kamera wahrscheinlich nicht so wichtig, da hier echte Tiefeninfos ausgewertet werden können, IMHO. Das heißt, nicht: Schneide alles vor dem grünen Hintergrund aus, sondern: schneide alles nach 100 cm ab. Oder hinter der Entfernung des sich bewegenden Objekts.

Gadeiros 15 Kenner - 3097 - 2. Juni 2009 - 17:10 #

langsam sollten alle wissen, daß der pmolyneux ein spielkind ist.
wenns was zum rumspielen, was zum experimentieren, eine neue technologie gibt, dann setzt er es ein.
und seid ehrlich.. der einzige, der das derart ausnutzen wird und solche milo-spielereien auskosten kann und will, ist der peter.
das schreit nach einem godgame oder einem verrückten adventure. oooooder... das zusammen mit dem gerücht eines mmo von peter -> experimental-mmo mit körper/sprach-steuerung und gesichtsbewegungsübertragung auf den charakter.
wird wahrscheinlich eher experiment als spiel.. aber da ist er ja eh n spezi in sowas, der peter *g*

es wird vielleicht eingesetzt für so ne art gegenstück zu... wie heißt das? animal planet oder solche komischen chatprogramme.
oder in sims 4 dann..
bei rpgs, adventures oder um in nem strategiespiel seine armeen anzuweisen ist das sicher unglaublisch spannend.
stellt euch vor.. ihr zeigt drauf und ruft angriff und schon.. eure armee rückt vor..
etwas bedenklich wirds, wenn soetwas zB in shootern zum einsatz kommt... in manche spiele sollte man nicht zu tief eintauchen können.

am ende sieht man sowieso, daß es nicht derart gut funzen wird um sich sorgen zu machen. wie jörg sagte: casualgames.
und das ist die idee- den markt der casuals übernehmen.. das ganze ist nur eine erweiterung der wiisteuerung und damit die kampfansage, die verhindern wird, daß erst 2014 die nächste konsolengeneration kommen wird *einen hinweis zu einer anderen kolumne gibt* :P

das nächste wäre dann btw gedankensteuerung... freut euch schon. die frage ist nur, wer es als erstes macht. ich tippe drauf, daß es nicht auf der wii sein wird.

@joerg: hieß es nicht neulich erst, M$ habe sich ne neue kamera gekauft?

laZee 06 Bewerter - 51 - 2. Juni 2009 - 17:24 #

Jap, ich will genau das alles. Und das mag tatsächlich der ernsthafte Angriff auf die Wii sein. Immerhin sind die Wii Controller trotz ihrer Innovation auch nicht bug-frei - wenn MS hier vom Start an was besseres ohne nennenswerte Extrakosten bietet (die Wii Controller sind nicht billig), dann schaut Nintendo in die Röhre.

"Virtueller Freund" hin oder her - das ist für mich keine Frage des Controllers. Die Paint-Applikation wars, die mich von "Project Natal" überzeugt hat. Unglaublich. Ich will das.

andima 13 Koop-Gamer - P - 1563 - 2. Juni 2009 - 18:05 #

Also wenn es technisch wirklich einwandfrei funktionieren sollte und eine GENAUE und PRÄZISE Steuerung damit möglich ist, dann bin ich deeply impressed. Sonst werde ich auch in Zukunft lieber zu einem Controller greifen.
Aber wenn ich meine Musiksammlung mit einem "Wisch" durchforsten kann, wäre das schon toll. Oder ich denke dabei gerade an Monkey Island mit Gestensteuerung >> Greife, Nehme, Wirf... Nur: Was passiert wenn ein Hund oder ein Katze vor dem Sensor läuft oder ich mich einfach auf der Coach umdrehe- höre ich dann alle 10 Sekunden ein anderes Lied?
Wie schon oben erwähnt wird die Technik wahrscheinlich nur bei Casualgames zum Einsatz kommen und die Möglichkeit bieten sich komfortabel durch Menüs zu suchen. Genau dort sehe ich das Haupteinsatzgebiet. Aber ich lasse mich gerne überraschen!

Gamaxy 19 Megatalent - P - 13404 - 2. Juni 2009 - 22:57 #

Ich find's immer wieder interessant, wie Leute Prognosen abgeben können über ein Produkt, was weder serienreif geschweige denn bereits auf dem Markt ist. Nach dem, was im Video zu sehen ist, haben wir es doch nur mit einer weiteren Stufe von Augmented Reality zu tun. Die Kamera erkennt, was der Spieler macht, und das Spiel reagiert darauf. Meiner Meinung nach soll die Demo doch nur zeigen, welche Möglichkeiten in Zukunft zur Verfügung stehen könnten, wenn man von der klassischen Controller-Eingabe wegkommen will. Die KI von dem kleinen Jungen steht doch auf einem ganz anderen Blatt.

Ob man sich wirklich Sorgen machen sollte, dass man von Microsoft ausspioniert wird, wenn man so ein System nutzt? Ich weiß nicht. Was hat Microsoft für einen Nutzen davon, wenn sie wissen, wie es in meinem Wohnzimmer aussieht? Oder welche Gesichter bei mir zu Besuch sind, die dann noch nicht einmal (oder zumindest nicht so ohne Weiteres) einem Realnamen zugeordnet werden können? Ich halte mich zwar selbst für paranoid, aber das erscheint selbst mir übertrieben.

Was die Innovation angeht: Microsoft will sich einen wirtschaftlichen Vorteil verschaffen. Huch! Ein Unternehmen, das unternehmerisch denkt! Wo gibt es denn sowas? Im Ernst: wer will es MS verdenken, dass sie versuchen, den von Nintendo besetzten Bereich des Marktes auch zu bedienen? Uns Spielern kann sowas doch eigentlich nur nutzen: es eröffnet Möglichkeiten für ganz neue Spielprinzipien, und das ist doch nichts anderes als die viel beschworene Innovation, die sich jeder wünscht. Ich kann nicht prognostizieren, welche Spielideen damit möglich sind - ich freue mich aber, dass es immer wieder neue Entwicklungen gibt und bin gespannt, was einmal daraus werden wird...

LEiCHENBERG 13 Koop-Gamer - 1789 - 3. Juni 2009 - 14:49 #

Da sich derart viel Skepsis verbreitet, liegt auf der Hand, dass die Zielgruppe wohl nicht die bisherigen "Normalspieler" sind. Ich finde das ganze genial und überhaupt nicht erschreckend. Wir wollen Innovation? Hier ist sie! Es muss nur richtig funktionieren, dann wird es für bestimmte Spiele ein unabdingbares Steuerungsgerät - für andere eben nicht; dafür hat man bei der Box eben beide Möglichkeiten.

Wer Milo nicht mag, gesellschaftlichen Ausschluss fürchtet oder gar Angst davor hat ausspioniert zu werden, macht einen Bogen drum.

Ich für meinen Teil beantworte die im Titel gestellte Frage mit einem deutlichen: Ja!

Marco Büttinghausen 19 Megatalent - P - 19331 - 3. Juni 2009 - 15:33 #

Also ich glaube natürlich nicht das es den Controller komplett ersetzen wird, aber ich kann mir schon vorstellen das diese Features additiv zum Einsatz kommen.

Das ein System erkennt das ICH den Raum betrete und mich vielleicht begrüßt, gefällt mir als Nerd schon sehr, zusätzlich gewisse Menüsteuerungen per Hand zu machen und evtl. gewisse Funktionen mit "Voice-Hotkeys" versehen. 'Starte Gamersglobal', ruft die Seite auf oder so.

Aber in Games will ich auch weder rumfuchteln noch das Spiel mit Kommandos anbrüllen müssen. Die anderen Interaktionsmöglichkeiten von Natal wie Emotionserkennung im Gesicht und scannen von Objekten glaube ich erst wenn ich sie in der Praxis sehe.

Name 4. Juni 2009 - 9:22 #

"Starte Gamersglobal"=> sowas wäre schon genial, aber auf der 360 wegen dem fehlenden Zugang ins "echte" Internet leider nicht möglich!

Philipp Spilker 20 Gold-Gamer - P - 22470 - 4. Juni 2009 - 15:54 #

In einem Hands-On von IGN UK hat es Peter Molyneux jetzt sogar selbst gesagt. Seine Antwort auf die Frage: "Was wird das fertige Milo-Spiel sein?" sagte er "Super Tamagotchi". Nachzulesen hier: http://uk.xbox360.ign.com/articles/991/991348p1.html

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