User-Kolumne: Neue Krankheit Computerspiel-Intoleranz

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Carstenrog 4795 EXP - 16 Übertalent,R8,S9,A6,J2
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1. Juni 2009 - 17:30
Seit Generationen werden neue Medien kritisiert und verteufelt. War es in den 50er Jahren der Rock´n Roll, später der Fernseher, sind es heute die Computerspiele. Intoleranz begleitet jedes neue Phänomen. Von der jeweiligen Vorgängergeneration wird befürchtet, dass das neue Medium einen negativen Einfluss auf die Jugend hat. Sie denkt: Rock´n Roll führt zu Drogen, Fernsehen macht dumm und Computerspiele töten.
 
Ich persönlich frage mich, ob das eine umgekehrte Rebellion der Eltern ist? Eigentlich müssten es doch unsere Eltern besser wissen. Denn sie selbst schlugen sich mit prinzipiell denselben Vorurteilen herum. Anstatt sich mit der Materie auseinander zu setzen, wird diskutiert. Ein kluger Mann hat mal gesagt, “Diskutiere nicht, argumentiere!“.  Sind die Argumente stark, kannst du jeden überzeugen. Ist das vielleicht das Hauptproblem? Fehlt es den Kritikern an Argumenten? Oder haben die Spielekritiker Angst, sich mit der Materie auseinander zusetzen, weil sie schon jetzt ahnen, das ihre Argumente schwach ausfallen werden?
 
Tatsache ist, dass jedes Medium ein Einfluss auf den Menschen hat. Bei Horrorfilmen gruselt sich der Zuschauer, Musik setzt Emotionen frei. Aber sollten wir alles verbieten, was negative Einflüsse haben könnte? Schlecht möglich! Denn wer will bestimmen, was ein schlechter Einfluss ist? Wer setzt die Maßstäbe dafür? Und was wäre gewesen, wenn es schon immer so gewesen wäre? Vieles wäre, was heute als Kultur gilt, wäre in der Versenkung verschwunden. Schon Mozart galt als Rebell seiner Zeit. Opern auf Deutsch? Niemals! Elvis? Wer ist das? Die Flowerpower-Bewegung? Nie gewesen! 
 
Die Problematik liegt eher in der Gleichgültigkeit unserer Gesellschaft. Nach einem Amoklauf wird immer den Opfern nachgetrauert. Dass oftmals der Täter jahrelang ein Opfer war, wird nicht in Betracht gezogen. Die Eltern haben meist nichts gemerkt, oder nichts bewirkt. Mitschüler haben den Täter vielleicht jahrelang drangsaliert, weil er nicht der Norm entsprach. Die Lehrer, die sich vielleicht nur auf den Schulstoff konzentrierten, und überforderte Schüler oftmals vor der ganzen Schulklasse bloßstellten. Wie sich Menschen fühlen, wird in unserer Leistungsgesellschaft oft ignoriert. Entspricht jemand nicht der Norm, wird er ausgegrenzt. Wäre das Umfeld der Amokläufer nicht so gleichgültig gewesen, wären diese Taten wahrscheinlich nie passiert. Ich weiß, das ist eine gewagte Theorie.
 
Anstatt sich mit unseren Fehlern als Gesellschaft auseinander zusetzten, wird nun auf Computerspiele eingeprügelt. Getrieben vom blinden Aktionismus, werden Computerspieler mit Sexualtriebtätern auf eine Stufe gestellt. Anstatt sich zusammen zusetzen und ein Dialog zu führen, herrscht kalte Ignoranz. Wir haben in Deutschland das strengste Jugendschutzgesetz, nutzen wir es! Nehmen wir Verkäufer und Eltern stärker in die Pflicht. Denn Kontrolle sollte nicht Aufgabe der Regierung sein, sondern du, ich und unsere Mitmenschen stehen in der Pflicht auf unsere Jugend zu achten!
Gadeiros 15 Kenner - 3062 - 1. Juni 2009 - 19:18 #

Das Problem mit den Argumenten ist, dass die Ankläger Argumente haben und dazu noch eine eine Kampagne. und bisher schwiegen anscheinend die Verteidiger der spiele und wenn mal einer zu Wort kam, dann hat er versucht, etwas schweres jemandem zu erklären, der nichts davon wissen wollte. Und er erklärte es niemals, wie er es einem Kind erklären würde, sondern es klang teilweise wie einer unter seines gleichen. Und dass keiner damit was anfangen kann, ist ja wohl klar, der nicht weiß, was in einem Computerspiel überhaupt läuft. Oder der Computerspieler wurde vertreten von stupide grinsenden Typen, die mit einer beavis&butthead-lache sich darüber amüsiert haben, Wie jemand auf dem Bildschirm abgeschossen wird und die daraufhin sagen, dass ihnen an Games gefalle, wie schön man da sinnloser unbestrafter Gewalt frönen könne...
Im Internet und unter seinesgleichen sich darauf zu einigen, dass es sich um Quatsch handelt, wird niemals was ändern.
Die Spielebranche ist zu ruhig.. sie tritt nie sinnvoll auf, sie hat keine Lobby in den meinungsbildenden Medien und es laufen nur Kampagnen gegen das Teufelswerk Computer und nicht für die Unterhaltungsplattform.
Und wenn, dann darf es keine Spielezeitschrift sein, keine Spielefirma, sondern sozusagen "Spieler", die eine Kampagne initiieren. Weil allen anderen kann man zu einfach den Stock des wirtschaftlichen Interesses in die Speichen rammen.
Bis sich da nicht was regt und die Spieler selbst aufstehen, muss man hoffen, dass die Vernunft siegt...
Also vom Volk die "Computerspiele sind nicht böse"-nachricht kommt, die Medien es aufgreifen und die Politiker dann von ihrer Meinungsmache und vom Wahlkampf durch Aufbau eines Feindbildes abkommen.
Und das dauert noch 20 Jahre, bis die "ich habe erst mit 40 den ersten Computer gesehen... und es ignoriert bis es vor 10 Jahren nicht mehr ging"-Generation abgelöst wird.
Ihr merkt es schon: Na dann prost Mahlzeit -_-

[EDIT] ja, scusi. Mache oft die Fehler, dass wirre Gedanken sich überschlagen und man am ende dann halbe Sätze oder etwas komische Konstrukte erspähen kann. ein Satz wird innerhalb des Schreibvorganges überdacht und abgeändert und schon- Salat. Ich ziehe es mal eben schnell durch die Rechtschreibkontrolle
... die sagt: 4 Fehler (vorrangig vertauschte Buchstaben) und eben jede menge 'daß' und eben nichts groß geschrieben. Auch vom Inhalt bin ich verwirrenderes gewohnt. komisch..

Carstenrog 16 Übertalent - 4795 - 1. Juni 2009 - 18:55 #

Sei mir nicht böse! Ich bin sicher niemand der auf Rechtschreibfehler bei Kommentaren achtet, aber bei deinem Text kriege ich Augenkrebs. Ein gewisse Norm sollte doch eingehalten werden!

Nicol_Bolas 12 Trollwächter - 831 - 2. Juni 2009 - 7:10 #

Elvis, Rocknroll und Flowerpower haben sich gegen das System und die herrschenden Normen gewandt. Es wurden Tabus gebrochen, die vorwiegend mit Meinungsfreiheit, Religion und Sexualität zu tun hatten.

Da kommen Computerspiele einfach nicht dran. Das einzige, was an Computerspielen kritisiert wird, ist das Töten der "Gegner", nicht das Medium an sich. Und es ist sehr schwer für Blut Argumente zu finden.

Khayet 13 Koop-Gamer - 1300 - 2. Juni 2009 - 14:38 #

Comics und Fernsehen haben sich aber nicht gegen das System und die herrschenden Normen gewandt und denen wurde die Verdummung der Jugend vorgeworfen.

Name 2. Juni 2009 - 7:22 #

wenn ich Gears of War sehe kann ich die meisten Leute verstehen, die etwas dagegen haben. Aber es ist in D verboten und steht somit nicht zur Diskussion! Am besten alle wählen Parteien, die nichts gegen Games haben, dann können die Politiker di junge Generation nicht mehr ignorieren!!!

iStone (unregistriert) 2. Juni 2009 - 12:05 #

Indiziert != verboten

Wenn ich meine Wahl nächsten Sonntag jedoch ausschließlich von meinem Hobby -so sehr ich das auch schätze- beeinflussen lasse, hat die junge Generation am Ende vielleicht doch verloren ;-)

Problem ist vielleicht auch das spielen zum ersten mal kein überwiegend passives Medium ist. Man kann sich nicht hinsetzen und einen Einblick gewinnen, sondern muss aktiv daran Teilnehmen. Für manche dürfte das Bereits einen nicht zu überwindende Barriere sein um sich damit weiter zu befassen.

Außerdem. Wahlzeit. Mal sehen was vom Populismus nach der Wahl übrig bleibt.

DerMitDemBlunt 14 Komm-Experte - 2483 - 2. Juni 2009 - 16:58 #

Indiziert = "Indizierte Medien dürfen Kindern und Jugendlichen weder verkauft noch überlassen oder anderweitig zugänglich gemacht werden. Sie dürfen nicht mehr beworben werden und nicht im Versandhandel vertrieben werden, es sei denn, es werden Vorkehrungen getroffen, um sicherzustellen, dass der Kunde mindestens 18 Jahre alt ist. Indizierte Videofilme und Computerspiele dürfen in Geschäften angeboten werden, sie dürfen Kindern und Jugendlichen aber nicht frei zugänglich sein. "

Also nix verboten ist leider ein weit verbreiteter Irrtum. =)

iStone (unregistriert) 2. Juni 2009 - 17:08 #

Bin mir nicht sicher ob ich Dir folgen kann. Ist kein Angriff, ich versteh es nur wirklich nicht.

Apokalypse 17 Shapeshifter - 6613 - 2. Juni 2009 - 9:26 #

Sehr gut geschrieben. Es bringt es gut auf dem Punkt.

Carstenrog 16 Übertalent - 4795 - 4. Juni 2009 - 18:02 #

Danke

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 2. Juni 2009 - 16:33 #

"Rock´n Roll führt zu Drogen, Fernsehen macht dumm"

Schau dir die Entwicklung an und sag ob es nicht doch der Wahrheit entspricht.
;)

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