Arcade-Check: Quarrel
Teil der Exklusiv-Serie Arcade-Check

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9. Februar 2012 - 13:07 — vor 15 Wochen zuletzt aktualisiert
Unter den Entwicklern von Denki gibt es scheinbar große Fans der Brettspiele Risiko und Scrabble. In ihrem neuen Arcade-Taktikspiel Quarrel werden wichtige Spielelemente der beiden Kult-Brettspiele raffiniert miteinander kombiniert. Nachdem der Titel letztes Jahr schon für iOS erschienen ist, bringt der Publisher Ignition Entertainment das Spiel jetzt auf den großen Heim-Screen.

Buchstabensuppe mit Taktikeinlage

Auf übersichtlichen Karten streitet ihr euch mit bis zu drei Kontrahenten um die Vorherrschaft. Im Gegensatz zu den Scharmützeln in Risiko müsst ihr in Quarrel nicht würfeln, sondern aus acht vorgegebenen Buchstaben möglichst mächtige Wörter bilden, um den Gegner in die Knie zu zwingen. Dabei dürft ihr nur die Anzahl an Buchstaben benutzen, die eurer Armeestärke entspricht. Auf den Feldern dürfen sich entsprechend der Buchstabenvorgabe maximal acht Soldaten befinden. Wie in Scrabble haben die verschiedenen Letter unterschiedliche Punktwertigkeiten. Das seltene Q zum Beispiel hat natürlich den vielfachen Wert eines häufigen E. Dadurch könnt ihr auch mit einer zahlenmäßig unterlegenen Truppe eine Schlacht gewinnen. Bei Punkte-Gleichstand gewinnt der schnellere Wortakrobat.

Am Anfang eines Spiels werden die Regionen einer Karte gleichmäßig auf die Spieler verteilt und die Startreihenfolge festgelegt. Nun wird reihum gezogen. Seit ihr am Zug, habt ihr die Möglichkeit, anzugreifen oder Truppen zu verschieben, wobei nach Letzterem kein Angriff mehr möglich ist. Solange ihr mehr als einen Soldaten in euren Feldern habt, könnt ihr von dort aus angreifen. Nach einer erfolgreichen Attacke muss immer ein Besatzer im Angriffsfeld zurückgelassen werden. Wenn ihr mit einer Unterzahl einen Angriff oder eine Verteidigung gewinnt, bekommt ihr die Differenz der Truppen als Kriegsgefangene, die von da an für euch kämpfen. Wenn sich die Kontrahenten untereinander bekriegen, müsst ihr aber nicht tatenlos zusehen. Solange der Kampf andauert, könnt ihr miträtseln, um eine Bonusleiste mit erfolgreich gebildeten Worten zu füllen. Habt ihr die Leiste vollständig gefüllt, bekommt ihr einen Reserve-Soldaten, den ihr nach Bedarf direkt vor einem Kampf mobilisieren könnt. Beendet ist das Spiel, wenn nur noch ein Spieler übrig ist.


Nach einem Kampf werden die möglichen Anagramme und die Erklärungen zu den Wörtern angezeigt.

Wilde Gefechte in Südseeambiente

Grafisch präsentiert sich Quarrel zwar minimalistisch, ist aber dennoch durch und durch äußerst charmant und stilisicher in Szene gesetzt. Schon während sich das Spielfeld aufbaut, verströmt der Titel eine stimmige Gameshow-Atmosphäre mit viel Trara und Südseerhythmen. Sehr lustig sind auch die etwas an Southpark erinnernden Spielfiguren, die thematisch wild durcheinander gewürfelt sind. Schotten, Piraten, Ninjas oder Steinzeitmenschen kämpfen um ihre Territorien und kommentieren alles mit drolligem Fantasiegebrabbel. Besonders unterhaltsam ist bei der Gegenüberstellung der Worte das wilde Herausposaunen eines punkte-starken Wortes oder das kleinlaute Nuscheln, wenn ein Wort eher unsichere Siegchancen verspricht.

Leider wurde auf einen lokalen Multiplayer-Modus gänzlich verzichtet. Hier wäre sicherlich ein zeitlich begrenzter Rundenkampf-Modus möglich gewesen. So könnt ihr euch nur über Xbox Live mit menschlichen Gegnern messen oder euch durch verschiedene Solo-Modi kämpfen. Abseits der Kampagne unterscheiden sich die Spielvarianten nur marginal voneinander. Der Hauptunterschied liegt in der zeitlichen Begrenzungen während der Kämpfe.

Fazit: Great, but only in english!

Wer nicht überdurchschnittliche Englischkenntnisse besitzt, sollte einen großen Bogen um Quarrel machen. Fortgeschrittene Englischkenner können hier durchaus ihren Wortschatz spielerisch aufbessern, da nach einem Gefecht unten Wörterbucheinträge zu eurem Wort und der möglichen Anagramme zu lesen sind. Dennoch werden es nur wirkliche Englischexperten schaffen, das Spiel durchzuspielen. Nichtsdestotrotz ist der Arcade-Titel gerade wegen des attraktiven Preises von 400 Microsoft-Punkten sehr zu empfehlen. Bleibt nur zu hoffen dass Denki ein Deutsch-Update nachliefert, damit dieses tolle Spiel einer breiteren Masse zugänglich wird.
  • Preis am 9.2.2012: 400 Microsoft-Punkte (entspricht zirka 5 Euro)
  •  1 Spieler lokal, bis zu 4 Spieler online
  • Taktik-Puzzle
  • Nur für englisch Fortgeschrittene bis Profis geeignet
  • Gelungene Risiko-Scrabble-Mischung

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Denki
Ignition Entertainment
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