Foxconn: Die Arbeitssituation in einem anderen Licht?

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1. Februar 2012 - 14:12 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert

Bild: Steve Jurvetson unter CC BY 2.0

In letzter Zeit kam es vermehrt zu Berichten über die Arbeitsbedingungen der Foxconn Technology Group, die in China für diverse Firmen wie Apple, Microsoft, Nintendo, Samsung, Dell und HP Hardware herstellen. So berichtet digitaltrends, dass die Arbeiter zwölf bis 16 Stunden pro Tag arbeiten müssen, nur um dann in kleinsten Räumen auf aufeinander gestapelten Betten schlafen zu können. Ab und zu käme es auch dazu, dass Doppelschichten erfolgen -- einer der Beschäftigten verstarb nach 34 Stunden Dienst.

Zudem gäbe es keine Alterskontrollen, was dazu führt, dass bereits zwölfjährige Kinder am Fließband sitzen, an dem auch keiner der Arbeiter sprechen darf. Gewerkschaften dürfen nicht gegründet werden und wer sich wegen dieser Arbeitsbedingungen beschwert, wird prompt entlassen oder gar verhaftet. Ein Protest, bei dem Flaschen geschmissen und Zeitungen verbrannt wurden, wurde unverzüglich von 200 Polizisten zerschlagen. Ein Foxconn-Sprecher äußerte vor kurzem, dass die Mitarbeiter für ihn nichts anderes als Tiere seien, was für noch mehr Empörung sorgte (wir berichteten).

Ein Artikel im Magazin Forbes beschreibt diese Anklagen nun jedoch als einseitig und stellt sie in Relation, wodurch die Arbeitsbedingungen in ein besseres Licht gerückt werden. So sei die durchschnittliche Selbstmordrate mit 18 Toten unter eine Million Arbeitern sehr gering, im Rest Chinas seien es dagegen 220. Die Todesrate durch Arbeitsunfälle sei ebenfalls gering. Sieben Toten bei Foxconn stehen 35 Tote im Rest Chinas gegenüber. Zusätzlich stiegen die Löhne seit Jahren -- mittlerweile kann man bereits 6000$ pro Jahr verdienen.

Wie man diese Situation nun werten soll, ist jedem selbst überlassen.

brabangjaderausindien 13 Koop-Gamer - 1455 - 1. Februar 2012 - 14:43 #

tolle selbstmordstatistik. da bin ich ja mal beruhigt.

blobblond 19 Megatalent - 18447 - 1. Februar 2012 - 14:57 #

in deutschen,englischen,französischen,japanischen firmen gib es auch selbstmordraten aber darüber spricht keiner
In 18 Monaten haben sich 24 France-Télécom sich das leben genommen
Bei Renault und Peugeot gabs welche -auch auf dem Werksgelände- und die Japaner nennen es Karojisatsu

icezolation 19 Megatalent - 19180 - 1. Februar 2012 - 15:32 #

http://www.karoshigame.com/

DELK 16 Übertalent - 5488 - 2. Februar 2012 - 5:52 #

Was zum...

Aber kreative Ideen gibts echt zu jedem Thema :D

Flopper 15 Kenner - 3510 - 1. Februar 2012 - 16:04 #

Da gebe ich dir Recht, zu oft werden die Zahlen einfach nur so dahin geschrieben ohne stärker recherchiert zu werden. Foxconn ist ein sehr, sehr großer Arbeitgeber, dadurch ist die Zahl der Selbstmorde entsprechend auch höher als in der kleinen Nähfabrik um die Ecke. In Relation sind die Zahlen allerdings, so makaber es klingt, durchschnitt. Wenn man Foxconn Vorwürfe macht, dann bitte wegen Kinderarbeit oder den schlechten Arbeitsbedingungen aber nicht wegen den Selbstmorden, die gibt es in jeder Firma und Gesellschaft, nur wird wenigst darüber berichtet oder gesprochen, gerade um Nachahmer nicht zu animieren.

sw4pf1le 18 Doppel-Voter - 10771 - 1. Februar 2012 - 16:54 #

Ich glaube, den Unterschied machen die Gründe für die Selbstmorde. Foxconn hat ein Arbeitssystem, das die Leute in die Erschöpfung und dadurch letztlich in den Selbstmord treibt. Ich weiß nicht, ob das bei den Selbstmorden in anderen Firmen der Fall ist. Möglicherweise liegen hier wesentlich individuellere Gründe vor, wie beispielsweise betriebsbedingte Kündigungen, schwere Krankheit, persönliche Verfehlungen im Job oder einfach der bessere Zugriff auf geeignete Selbstmord-Utensilien. Garantiert gibt es aber hierzulande keine Arbeitergruppen, die sich in Horden sammeln und mit Massensuizid drohen.

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 12240 - 1. Februar 2012 - 17:01 #

Deutsche sind stumpfsinniger und nicht so sensibel. Die bringen sich nicht selbst um, wie es gerade in Asien aber auch vielen anderen Ländern schnell passiert. Hier wird brav und obrigkeitshörig alles in sich hineingefressen und stumpf weiter malocht.

Was meinst du, warum Deutschland wirtschaftlich so erfolgreich ist? Weil hier die Leute nicht krank spielen und nicht demonstrieren sondern brav arbeiten!

Anonymous (unregistriert) 1. Februar 2012 - 17:08 #

nur ma so ne offtopic frage dazwischen geworfen, warum werden die antworten von machen so gegraut angezeigt wie bei spiritogre?

Hab ich irgendwas verpasst? Oo

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 12240 - 1. Februar 2012 - 17:11 #

Ich habe eine Verwarnung. Keine Ahnung wie lange die noch bleibt.

q 17 Shapeshifter - 6711 - 1. Februar 2012 - 17:11 #

Mit dem Mauszeiger über den Nick fahren - Ist dickköpfig. Quasi verwarnt.

Larnak 21 Motivator - P - 26073 - 1. Februar 2012 - 17:13 #

User, die von der Redaktion eine Warn-Medaille bekommen, werden in den Kommentaren grau dargestellt.
edit: Ups, zu langsam ...

brabangjaderausindien 13 Koop-Gamer - 1455 - 2. Februar 2012 - 1:10 #

pfuh. bin mir gar nicht mal so sicher, ob mein zynismus auch überall angekommen ist...hätt ich wohl doch noch "...und jetzt ab - als lebendiger konsument! - ins apple store!" hinschreiben sollen...traurig...

http://mad.blog.dccomics.com/files/2012/01/MAD-iPhone4-Ad-Parody.jpg

Anonymous (unregistriert) 1. Februar 2012 - 14:54 #

die schwarzen listen nicht vergessen. wer sich beschwert bekommt dadurch garantiert nirgendwo mehr arbeit

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 1. Februar 2012 - 16:12 #

Forbes: Ein Wirtschaftsmagazin - mehr muss man eigentlich nicht sagen. Dass der Rubel weiter rollt, hat dort eben oberste Priorität. Man sollte nicht vergessen, dass eine Verharmlosung oder Relativierung der Zustände sehr vielen Firmen zugutekommt. Nicht nur Foxconn selbst, sondern natürlich auch Apple und allen anderen, die dort produzieren lassen.

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 12240 - 1. Februar 2012 - 16:33 #

a) Warum arbeiten die Leute dann da, wenn es im Verhältnis(!) so schlimm ist?
b) Warum kaufen ich und du trotzdem diese Produkte von diesen Menschenschindern?

Strabo 03 Kontributor - 15 - 1. Februar 2012 - 16:46 #

a) Weil man Geld braucht? Weil andere nicht besser sind? Weil man statt Ausbeuterjobs mit Verhältnissen wie zu 1850 nur die Alternative Arbeitslosigkeit hat?
b) weils günstig ist, keinen interessiert und keine Alternative existiert (es gibt kein "ethisch einwandfreies" iPad oder ASUS Motherboard für 5 % Mehrpreis).

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 12240 - 1. Februar 2012 - 16:56 #

Und das trifft nur auf China zu?

Was meinst du, wie ich mich in Deutschland immer aufrege, weil Billiglöhner und Zeitarbeiter verhindern, dass diese Arbeitsstellen zu normalen bzw. gerechtfertigten Tarifen angeboten werden müssen! Es gibt eben immer jemanden, der es für noch weniger macht! Kann man das den Firmen vorwerfen, dass die das ausnutzen? Würde ich als Firmenchef doch genauso machen. Da muss schon die Gesellschaft als ganzes ran, wenn sich in der Hinsicht was ändern soll.

Aber hey, wir sind hier doch auf Gamers Global, da arbeiten die Leute umsonst(!) und freuen sich auch noch darüber! ^^

q 17 Shapeshifter - 6711 - 1. Februar 2012 - 17:05 #

Dafür müsste es ein Bedingungsloses Grundeinkommen geben. Die Folgen wären extrem :>

Anonymous (unregistriert) 1. Februar 2012 - 17:10 #

Es gäbe dann bestimmt mehr News-Autoren auf GamersGlobal. ^^
Solange auch arbeitende Menschen und Studenten das BGE bekommen würden, hätte ich damit kein Problem. Dieses Betteln und hundert Prozent transparent sein müssen für 340€ im Monat ist doch eines Sozialstaates unwürdig.

q 17 Shapeshifter - 6711 - 1. Februar 2012 - 17:13 #

Gerade das wär es ja. Jeder könnte damit leben und zufrieden sein. Also wären die Firmen dazu gezwungen, ordentliche Löhne zu zahlen. Ausbeutung gäbs dann nicht mehr.

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 12240 - 1. Februar 2012 - 17:13 #

Ich denke nicht, dass Grundeinkommen oder Tariflöhne Voraussetzung wären. Dann schon eher ein flexibler (d.h. mit der Inflation wachsender) Mindestlohn von vielleicht 7 Euro oder so.
Auf jeden Fall gehören Zeitarbeitsfirmen abgeschafft!

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 1. Februar 2012 - 17:19 #

Vorweg: Warum sind hier eigentlich einige Kommentare neuerdings ausgegraut?

Das ""ethisch einwandfreie" [...] Motherboard für 5 % Mehrpreis" ist genau das, was jetzt langsam mal kommen muss. Nachdem es nun Biomilch selbst in Discountern mit miesen Arbeitsbedingungen gibt, sollten nun eben diese mal in den Fokus rücken. Das Problem dabei: Bio und "Green" lassen sich prima vermarkten, kosten keinen Profit, sondern bringen sogar zusätzlichen ein. Bei den Arbeitsbedingungen sieht das bislang ganz anders aus.

JC_Denton 13 Koop-Gamer - 1751 - 1. Februar 2012 - 17:32 #

Spiritogre ist Troll-Verdächtiger und steht unter verstärkter Beobachtung.

Tr1nity 28 Endgamer - 101073 - 1. Februar 2012 - 17:35 #

Nein, mit Trollen hat das nichts zu tun. Warnmedaille bitte richtig wiedergeben.

Tr1nity 28 Endgamer - 101073 - 1. Februar 2012 - 17:34 #

"Vorweg: Warum sind hier eigentlich einige Kommentare neuerdings ausgegraut?"

Siehe Profil des Users die Warnmedaille.

MachineryJoe 16 Übertalent - P - 4428 - 1. Februar 2012 - 16:21 #

So, nachdem wir alle die Moralkeule geschwungen haben, frage ich mich, warum lassen dann Apple, Microsoft, Nintendo, Samsung, Dell und HP ihre Produkte da fertigen? Ja, auch das knuffige Familien- und Kinder-Nintendo lässt da produzieren. Vielleicht weil es billig ist?

Jetzt nochmal, wie war das mit dem Kapitalismus? Warum steht in einer allgmeinen Produktionsfunktion Kapital als Ressource gleichwertig neben dem dem Menschen, auch genannt das Humankapital. Menschen werden also nicht wie Tiere betrachtet, da hat der Manager von Foxconn was in den falschen Hals bekommen, sie sind eine Ressource, sie sind eine Form von Kapital. Und wenn sie durch eine günstigere Maschine ersetzt werden können, wird das auch passieren.

Sollte China jetzt Löhne zahlen wie in Deutschland und Gewerkschaften einführen, werden oben genannte Firmen woanders produzieren lassen. Vielleicht wird dann Afrika soweit sein?

Und die andere Seite der Medaille ist der Egoismus: Wenn ihr ein Produkt nach Menschlichkeit und Humanität erwerben würdet, würden keine Preisschilder dranstehen, sondern eine Humanbewertung, vielleicht gefolgt von einem Preis. Aber jeder würde zuerst schauen, ob er vielen Menschen was Gutes tut. Aber Produktsuchmaschinen sortieren doch eher nach Preis. Warum?

Anonymous (unregistriert) 1. Februar 2012 - 16:59 #

Foxconn hat schon konkrete Pläne mehr Arbeiter durch Roboter zu ersetzen. Erst einmal 1 Million in den nächsten 3 Jahren:
reuters.com/article/2011/08/01/us-foxconn-robots-idUSTRE77016B20110801

Anonymous (unregistriert) 1. Februar 2012 - 17:06 #

Die Löhne in Deutschland sind auch viel zu niedrig, die Südeuropäer regen sich schon darüber auf, dass sie nicht mit dem Deutschen Niedriglohnsektor (Zeitarbeit mit HartzIV Spritze) konkurrieren können. Aber auch für die deutsche Mittelschicht hat keine Reallohnsteigerungen in den letzten Jahrzehnten erlebt. Nur die Manager verdienen deutlich mehr als in den 80ern. Höchste Zeit den Spitzensteuersatz auf 49% zu erhöhen, so hoch war er auch unter Helmut Kohl und der war bestimmt kein Sozialist. ^^

ogir 13 Koop-Gamer - 1213 - 1. Februar 2012 - 16:57 #

Ich finde diesen Satz irgendwie seltsam:

"Die Todesrate durch Arbeitsunfälle sei ebenfalls gering. Sieben Toten bei Foxconn stehen 35 Tote im Rest Chinas gegenüber."

Heisst das also bei Foxconn 7, Rest von China=35? Und DAS soll dann ne tolle Statistik sein?!

Oder heisst das bei den andern Firmen 35 normal sind? Wobei ich 35 pro Firma schon irgendwie heftig fände...

Irgendwie hört sich der Bericht so an als wolle man das unter den Tisch kehren und versucht jetzt die Zahlen so zu drehen dass es sich gut anhört...

Anonymous (unregistriert) 1. Februar 2012 - 17:01 #

Diese Statistiken sind nach Alterstufen oder Arbeitsverhältnis/Arbeitslosigkeit und anderen Ausnahmen geschönt. Verwendete Kategorien beachten.

q 17 Shapeshifter - 6711 - 1. Februar 2012 - 17:04 #

http://twitpic.com/8e5coh

(nicht meine Meinung)

JC_Denton 13 Koop-Gamer - 1751 - 1. Februar 2012 - 17:10 #

Lest doch mal die Quelle! Foxconn hat 1 Million Beschäftigte. Statistisch auf Gesamt-China bezogen würden sich dort 220 Menschen umbringen "müssen". Tatsächlich sind es deutlich weniger.

Anonymous (unregistriert) 1. Februar 2012 - 16:58 #

6000$? So viel verdien ich im Monat.
Der Kommunismus funktioniert einfach nicht, vor allem nicht wenn dessen Etablierung mindestens 50 Millionen Menschen das Leben kostet (Der Große Sprung nach vorne).
Ungezügelter Kapitalismus wie in den USA klappt natürlich auch nicht.
Vielleicht finden die Chinesen ja noch die richtige Balance.

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 12240 - 1. Februar 2012 - 17:05 #

China ist riesengroß. In Teilen Chinas, gerade in den Metropolen sind auch 6000 $ im Monat drinne. Nur da kostet dann eben wie in Tokyo oder Frankfurt eine Mini-Wohnung dann auch mal 1000 und mehr.

In Teilen Chinas kannst du aber für unter 100 Dollar 'ne Wohnung mieten und für noch mal so viel gemütlich von Leben. Dann sind 6000 im Jahr halt eben wieder relativ, nicht wahr!?

DELK 16 Übertalent - 5488 - 2. Februar 2012 - 5:56 #

Also Chinas derzeitiges Wirtschaftssystem als "Kommunistisch" zu bezeichnen, ist ja fast zynisch. Staatlich kontrollierter Kapitalismus schon eher, aber mit Kommunismus hat das wenig zu tun.

Klendatho 15 Kenner - 3237 - 8. Februar 2012 - 23:13 #

Wenn diese Form des Kaptitalimus vom chinesischen Staat kontrolliert wird, ist es ein Armutszeugnis. Ein Staat, der es zulässt, das die Menschen ausgebeutet werden wie Sklaven und das Kinder am Fließband stehen. Wer kontrolliert hier eigentlich wen? Es sieht eher so aus als hätte der zügellose Kapitalismus einen Staat gefunden der ihn nicht bändigen kann oder will.

ABO-FAN (unregistriert) 1. Februar 2012 - 17:37 #

Wie -da arbeiten gar keine ausgebildeten Informatiker die, die Mainboards löten?

Anonymous (unregistriert) 1. Februar 2012 - 18:52 #

...ich glaub, die sind einfach zu müde und fertig um sich nach den Schichten noch umbringen zu können. Daran wird´s liegen!!!

Anonymous (unregistriert) 2. Februar 2012 - 10:06 #

Sie können aber offensichtlich noch vom Dach springen,darum wurden auch Netze um den Hallenbereich gespannt.Schön sind auch die Prämien,für jene Mitarbeiter,die solche Todessprünge verhindern.Is doch echt motivierend sowas.

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