Arcade-Check + Vergleichsvideo: Choplifter HD
Teil der Exklusiv-Serie Arcade-Check

PC 360 PS3
Bild von Jonas Schramm
Jonas Schramm 11329 EXP - Redakteur,R9,S9,C9,A9
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12. Januar 2012 - 13:01 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert
30 Jahre ist es nun schon her, dass Brøderbund das von Dan Gorlin entwickelte Choplifter veröffentlichte. Passend zum runden Geburtstag haben sich nun inExile – die Macher von The Bard's Tale und Hunted – Die Schmiede der Finsternis – dem Klassiker angenommen und ein Remake veröffentlicht. Choplifter HD sieht komplett anders aus, bleibt seinen spielerischen Wurzeln treu; es wurden aber auch kleine Neuerungen vorgenommen, die zu etwas mehr Tiefgang führen sollen. Rechtfertigt das aber einen Preis von 1200 MS-Punkten?

Alles Einsteigen!

Am grundlegenden Spielprinzip hat sich nichts geändert. Immer noch steuert ihr euren Helikopter in einem zweidimensionalen Korridor von rechts nach links oder umgekehrt. Und immer noch ist es eure Aufgabe Gefangene aus brenzligen Situationen zu retten und sicher zur Basis zurück zu bringen. Natürlich haben die feindlichen Soldaten etwas dagegen und setzt euch mit allerlei Kriegsgerät ganz schön unter Druck. Gab es im Original für den Apple II oder Commodore 64 gerade einmal drei Gegnertypen – Panzer, Kampfjet und „Luftminen“ – hat das Militär in Choplifter HD ordentlich aufgerüstet. Ihr trefft auf Bodentruppen mit Maschinengewehren oder Panzerfäusten, es nehmen euch Luftabwehrgeschütze, verschiedene Fahrzeuge und Jets unter Beschuss. Zum Glück haben aber nicht nur die Gegner aufgerüstet: Euer Helikopter ist mit einer Minigun und Raketen bestückt.


Am Spielprinzip hat sich nicht geändert. Ihr rettet wieder Gefangene und bringt sie zur Basis zurück.

Neben dem feindlichen Beschuss erschweren aber noch eine Reihe anderer Faktoren eure Mission. So sind die zu rettenden Gefangenen alles andere als unverwundbar. Ihnen werden aber nicht nur die feindlichen Waffen gefährlich, auch ihr könnt beispielsweise durch eine denkbar schlechte Landung einen Gefangenen plätten. Hinzu kommen noch Charaktere, die medizinische Hilfe benötigen, weshalb ihr sie schnell zur Basis zurück bringen solltet. Schließlich müsst ihr auch immer auf die Schadenswerte eures Hubschraubers sowie auf den Spritverbrauch achten. Während sich in den Levels meist irgendwo noch eine Tankstelle befindet, wo ihr zur Not nachfüllt, lässt sich euer Hubschrauber nur an der Basis reparieren. Zur Freude der Nostalgiker unter uns wurden all diese Neuerungen (die verwundbaren Gefangenen gehören natürlich nicht dazu) gut ins Spiel integriert und führen zu einem höheren taktischen Anspruch.

Euren Hubschrauber steuert ihr mithilfe des linken Analogsticks während ihr mit dem rechten eure Waffen ausrichtet. Hinzu kommen noch RB und LB mit deren Hilfe ihr den Helikopter ausrichtet. Wie im Original gibt es drei Möglichkeiten: rechts links und zum Betrachter hingewandt. Die beiden Waffen feuert ihr mit RT und LT und mit der A-Taste aktiviert ihr schließlich einen Boost, der aber auch einen höheren Spritverbrauch zur Folge hat. Im Großen und Ganzen gefiel uns die Steuerung gut, einzig das Zielen war uns zu ungenau. Abhilfe schafft hier ein Lock-On. Befindet sich ein Gegner auch nur für Sekundenbruchteile in eurem Ziellaser, ist dieser markiert und wird automatisch anvisiert. Bei höheren Gegnerzahlen ist das System aber trotzdem etwas überfordert.

HD? Von wegen!

Wie es sich für eine Neuauflage eines Klassikers gehört, haben sich die Entwickler auch der Grafik des Spiels angenommen. Im Vergleich zum Original ist ihnen auch ein gewaltiger Sprung gelungen (wie ihr auch in unserem First15-Video samt Vergleich zum Original unterhalb des Arcade-Checks sehen könnt), trotzdem kann Choplifter HD grafisch nicht mit anderen Xbox-Live-Arcade-Titeln mithalten. In Zeiten von Bastion oder Outland, die durch ihren ganz eigenen Stil auffallen, pflegt Choplifter HD einen realistischen Look, der deutlich an Details vermissen lässt und eher an ein Xbox-1-Spiel erinnert.

Auch wenn das Spiel grafisch keine Offenbarung ist, bieten die Szenarien wenigstens etwas Abwechslung. Beispielsweise verschlägt euch ein Auftrag in eine unbekannte Hafenstadt in der ihr zunächst über eben jenen Hafen hinweg fliegt und den Kränen ausweicht, um euch wenig später in einem Tunnel wiederzufinden, wo der Raum zum Rangieren sehr begrenzt ist.  


Auch in Choplifter HD sind die Zombies los.

Gefangenentransporte und Zombies

Mit Choplifter HD ist inExile nicht so weit gegangen eine übergreifende Story zu erzählen. Eure nächste Mission wählt ihr einfach über ein Menü aus, woraufhin ihr euch anhand eines Textes über das Szenario und die Missionsziele informiert. Eure Aufgabe ist es aber nicht ausschließlich Menschenleben zu retten. So habt ihr manchmal auch den Auftrag, feindliche Luftabwehrgeschütze zu zerstören, einen Gefangenentransport zu beschützen, oder werdet einer Zombieplage Herr indem ihr zuerst einen Arzt ins nächstgelegene Krankenhaus eskortiert, dieses dann vor einfallenden Zombies beschützt und schließlich ein paar Überlebende rettet.

Ihr merkt schon, inExile hat mit Choplifter HD die pure Jagd nach dem Highscore durch vielschichtigere Aufträge ersetzt. Dies sorgt zwar für etwas Abwechslung im Spielgeschehen, kann aber auch schnell frustrieren, da es keine Checkpoints gibt und ihr gescheiterte Missionen immer wieder von vorne beginnen müsst. Habt ihr einen Auftrag beendet, erhaltet ihr bis zu fünf Sterne, je nachdem wie viele Ziele ihr erfolgreich abgeschlossen habt. Die Sterne dienen als eine Art Währung, denn nur so schaltet ihr weitere Missionen, neue Helikopter oder neue Schwierigkeitsgrade frei. In der Level-Progression liegt aber auch ein großes Problem: Um auch im weiteren Verlauf von Choplifter HD voran zu kommen beißt ihr euch dann entweder an ein und der selben Mission die Zähne aus um an die nötigen Sterne zu kommen oder müsst diese aus vergangenen Missionen zusammenkratzen.

Choplifter HD richtet sich ausschließlich an Solospieler, ein Mehrspielermodus fehlt komplett. Das Spiel enthält 30 Missionen und in Verbindung mit dem eben schon erwähnten freischaltbaren Helikoptern und Schwierigkeitsgraden motiviert es für ein paar Stunden.

Fazit – Für Fans des Originals

Im Herzen ist Choplifter HD immer noch das gute alte Spiel, wie ihr es aus Apple 2- und C64-Zeiten kennt. InExile hat aber nicht einfach nur das Spielprinzip des Originals übernommen und grafisch aufgehübscht, sondern ein paar neue Gameplay-Features hinzugefügt. Fans des Originals wird das zum Glück nicht stören, vielmehr dürften sie so dem Spiel noch etwas mehr abgewinnen. Nur ist der Retro-Charme natürlich weg.

Ohne den Nostalgie-Faktor bleibt ein kurzzeitig motivierendes Spiel mit wenig Tiefgang. Auch grafisch enttäuscht Choplifter HD, während sich nicht nur Einsteiger über fehlende Checkpoints und eine schlechte Level-Progression ärgern. Des weiteren ist der Preis schlichtweg zu hoch, sodass wir euch zum jetzigen Zeitpunkt vom Kauf abraten müssen.
  • Preis am 12.1.2011: 1200 Microsoft-Punkte (entspricht circa 15 Euro)
  • 1 Spieler
  • Remake des klassischen Hubschrauber-Rettungs-Spiels
  • Für fortgeschrittene Spieler geeignet
  • Vor allem der hohe Preis macht es momentan nur für Fans des Originals empfehlenswert

Video:

brundel74 14 Komm-Experte - 1975 - 12. Januar 2012 - 13:17 #

Naja, hier wird so getan als sei es technisch für ein Downloadtitel jetzt schlecht. Sicher gibt es auf PS3 und Xbox hübschere Downloadspiele. Aber es sieht doch sehr gut aus in meinen Augen.

Was hier nicht erwähnt wurde ist, dass der Preis auf dem ersten Blick happig erscheint, es (so habe ich es dem Werbevideo entnommen), kostenlosen DLC geben wird. Da geht es dann zwar nur um Zombies, aber das relativiert den Preis sicherlich wieder ein wenig.

FLOGGER 17 Shapeshifter - 8926 - 12. Januar 2012 - 13:26 #

Mir gefällt die Demo ganz gut, aber 1200 Microsoft-Punkte finde ich definitiv zu hoch.

Denis Brown 16 Übertalent - 4926 - 12. Januar 2012 - 14:14 #

Warum zuckelt das First 15-Video denn so? Falsches Format?

Alex Althoff 20 Gold-Gamer - 21116 - 12. Januar 2012 - 16:34 #

Habs mir gestern auf Steam geholt. Immo ist ein Angebot für 9.30 Euro. Für den Preis in Ordnung.

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 13. Januar 2012 - 15:17 #

Fehlerfund: "dem Klassiker angenommen" - liest man inzwischen fast überall so, ist aber trotzdem immer noch falsch. Der Dativ ist dem... usw.

KritikloserAlleskonsument 13 Koop-Gamer - 1565 - 15. Januar 2012 - 21:56 #

Meine Meinung stimmt mit dero nicht überein: Wie kann die dominierende Schreibweise die falsche sein? Es ist wohl eher so, dass gewisse grammatische Regeln inzwischen veraltet sind.

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11731 - 13. Januar 2012 - 16:52 #

Hmm, das Spiel ist sicher nicht perfekt. Aber gerade die Kritik an der Grafik finde ich jetzt irgendwie unpassend. Wenn ich mir 99 Prozent der anderen Indy-Games oder Downloadspiele so anschaue, dann haben die alle weitaus(!) schlechtere Grafik. Nur weil es zwei, drei Downloadspiele gibt, die aufgrund ihres speziellen Grafikstils im Gesamtbild hübscher aussehen, heißt das noch lange nicht, dass Choplifter HD jetzt schecht aussieht. Ich habe vor ein paar Tagen einige Videos auf YouTube in HD angeschaut und fand die Grafik für so ein Budgetspiel ausgesprochen klasse (und ich bin eine Grafikhure).

Klar, der Preis mag etwas überzogen sein, aber auch das trifft 99 Prozent der Marketplace / PSN Store Titel. Von daher heißt es eh (sofern man nicht wie ich Downloadspiel-Verweigerer ist) die "Deals" abzuwarten.

Drapondur 25 Platin-Gamer - - 60649 - 13. Januar 2012 - 23:03 #

Gefällt mir. Der nächste Steamdeal kommt bestimmt. :)

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