Arcade-Check: Iron Brigade
Teil der Exklusiv-Serie Arcade-Check

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FLOGGER 8926 EXP - 17 Shapeshifter,R9,S3,A8,J10
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15. Dezember 2011 - 13:00 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert
Toy Soldiers hat den Weg bereitet und Orcs must Die hat ihn gekonnt ausgebaut. Die Rede ist von Tower-Defense-Spielen mit einer gehörigen Portion actionlastigem Eigenleistungsanteil. Genau wie die beiden oben genannten Titel verströmt der aktuelle XBLA-Exklusivtitel jede Menge schwarzen Humor. Wobei ein Spiel von Double Fine mit wirklich ernsthaftem Hintergrund ohnehin kaum vorstellbar ist. Mit Iron Brigade – ursprünglich als Trenched angekündigt – präsentiert Tim Schafers Studio, ihre ganz eigene Interpretation des Genres. Mit Dieselrobotern kämpft ihr gegen die "Sendung" des bösen Genies Vladimir Farnworth.

Mechs gegen Roboter

Wir befinden uns in einer alternativen Zeitlinie kurz nach dem ersten Weltkrieg. Die beiden Veteranen Woodruff und Farnworth gehören zu den wenigen Überlebenden einer mysteriösen Funkübertragung, die in die Geschichte nur als "die Sendung" einging. Beide wurden durch die Einwirkung der Sendung zu technischen Super-Genies. Frank Woodruff, der im Krieg seine Beine verloren hat, entwickelte mit Hilfe seines neu gewonnenen Intellekts mechanische Ersatzbeine für sich und andere Veteranen. Vladimir hingegen nutzte sein leider etwas gestörtes Genie für die Entwicklung seiner grotesken "Monovisionen". Mit Hilfe dieser an Geckos erinnernden Roboter-Kreaturen will der verrückte Wissenschaftler die Weltherrschaft an sich reißen. Die Monster gelangen über bizarre Röhrensysteme zu taktischen Schlüsselpunkten und greifen von da aus in Wellen an. Als Verteidigung werden auf Basis der Erfindung Woodruffs die mobilen Schützengräben entwickelt. Als Pilot eines solchen "Trenches" versucht ihr die Invasion aufzuhalten.

Wie in Orcs must Die bewegt ihr euch in der Third-Person-Perspektive durch die Levels. Im direkten Vergleich mit der wilden Orkhorde wird schnell klar, dass ihr bei Iron Brigade so gut wie keine Zeit zum Aufbau der Verteidigungstürme bekommt. Die passiven Verteidigungsanlagen müssen stets "so nebenher" gebaut werden. Zudem bewegt sich euer Trench nicht besonders flott. Die Entwickler scheinen ihren Fokus zu sehr auf den Vier-Spieler-Koop-Modus gelegt zu haben – als Solokämpfer die goldene Medaille zu erreichen ist bedeutend schwieriger, als mit Unterstützung durch ein paar Freunde.

Dabei bietet der Titel jede Menge Konfigurationsmöglichkeiten. Vom Chassis über die verschiedenen Beine bis hin zu der Bewaffnung eures Trenches und der Verteidigungsanlagen: Alles lässt sich in Ruhe planen und auf die jeweilige Mission anpassen. Auf dem Schlachtfeld aber wird richtigen Taktikern wahrscheinlich schnell die Puste ausgehen – vernünftige Planung ist hier Fehlanzeige. Die je nach Chassis zwei bis vier Turmbau-Slots dürften außerdem auch dem hartgesottensten Action-Tower-Defender zu wenig sein.


Hier kommen ein paar besonders dicke Monovisionen auf euch zu. Jetzt heißt es: Feuer frei!

Fun with Friends

Mit mehreren Spielern jedoch macht Iron Brigade richtig Laune. Mit kompetenter Unterstützung wird dem Spiel die Hektik der Singleplayer-Erfahrung genommen. Nun kann jeder Teilnehmer seinen Schützengraben auf die Bedürfnisse seiner Rolle anpassen. Schon in den Menüs merkt ihr, dass die Entwickler Iron Brigade scheinbar als Mehrspieler-Titel konzipiert haben. Auf dem Schlachtschiff, das als Lobby fungiert, stehen ständig Plätze für weitere Spieler bereit. Zwar müsst ihr diese Option nicht unbedingt nutzen, aber das Spiel suggeriert euch schon, dass ihr lieber nicht allein in die Schlacht ziehen solltet. Für die aus namensrechtlichen Querelen entstandene, halbjährige Verspätung der Europa-Veröffentlichtung spendiert Double Fine als Entschädigung den neuen Survival-Modus. Ähnlich wie im Horde-Modus von Gears of War 3 müsst ihr hier endlose Wellen von Feinden abwehren.

Grafisch werden zwar keine Wunder vollbracht, aber Double-Fine-typisch stimmt das stilsichere Artdesign. Die Propagandaplakate in den Menüs und die Retro-Futurismus-Technologie schaffen ein stimmiges Bild der alternativen 1940er Jahre. Auch die surrealen Monovisionen geben ein gleichfalls schauriges, wie humoristisches Gegnerbild ab. Die passende Soundkulisse trägt ihren Teil zur Atmosphäre bei. Typisch für so viele Arcade-Titel: Die guten englischen Sprecher wurden nicht übersetzt. Lediglich deutsche Untertitel sind enthalten.

Fazit: Solo-Action oder Mehrspieler-Taktik

Wenn ihr mehr Action als "Tower" in eurem Defense-Müsli bevorzugt, macht Iron Brigade durchaus auch alleine Spaß. Die Taktikkomponente steigt mit der Anzahl der Spieler deutlich. Wenn ihr mit zwei oder drei Gleichgesinnten in die Schlacht zieht, bekommt ihr ein tolles Koop-Erlebnis. Solospieler, die zwar etwas Action mögen, ihren Fokus jedoch mehr auf die Planung legen, sollten vielleicht eher zu den anfangs genannten Titeln greifen. Preislich ist die Eiseneinheit im oberen Arcade-Segment mit 1200 Microsoft-Punkten angesiedelt. Mit der Kampagne seit ihr ungefähr neun bis zehn Stunden beschäftigt.
  • Preis am 15.12.2011: 1200 Microsoft-Punkte (entspricht circa 15 Euro)
  • 1 - 4 Spieler online
  • Tower-Defense-Action-Mix
  • Für fortgeschrittene Spieler empfohlen
  • Groteske alternative Realität à la Double Fine

Video:

Serenity 15 Kenner - 3518 - 15. Dezember 2011 - 13:47 #

Die Demo hab ich mir letztens angeschaut, war auch positiv überrascht. Wenn da nur nicht Skyrim wär... ^^ Guter Artikel, Kudos von mir :-)

Andreas 16 Übertalent - 4622 - 15. Dezember 2011 - 14:17 #

Trenched heißt nun Iron Brigade? Das erklärt einiges! :D
Deswegen verschwand der Titel von meinem Radar. Dieser Schlingel!

BFBeast666 14 Komm-Experte - 2062 - 16. Dezember 2011 - 0:11 #

Gab ja diese lästigen Copyright-Zankereien zwischen MS/Double Fine auf der einen und einem portugiesischen Brettspiel-Erfinder auf der anderen, der sich den Begriff "Trench" EU-weit copyrighten ließ, inklusive einer zukünftigen Verwendung für Videospiele. MS/Double Fine haben fast ein halbes Jahr gebraucht, das Spiel umzubenennen...

Anyways, ein fantastisches Spiel und jeden Cent wert.

Claython 16 Übertalent - P - 4696 - 28. April 2013 - 7:42 #

So nun ists fürn PC gekauft, wer lässt sich zu Koop Gefechten verleiten? :D

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