HW-News KW50: Notebook-GPU-Rebranding zu Weihnachten
Teil der Exklusiv-Serie Hardware-News

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12. Dezember 2011 - 18:18 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert
Was ist nur mit AMD und Nvidia los? Keine neuen Grafikkarten im Weihnachtsgeschäft und vermeintlich aktuelle HD7000M-GPUs in Notebooks erweisen sich als umbenanntes Alt-Silizium. Offenbar bereitet die Fertigung in immer kleineren Strukturbreiten – aktuell 40nm, bei den kommenden Modellen sollen es 28nm sein – mehr Probleme als die Hersteller offen zugeben wollen. Gerüchteweise fällt die Ausbeute funktionsfähiger Chips bei TSMC, Nivdias und AMDs Haus- und Hof-Fertigungsunternehmen, eher bescheiden aus. Für die Zukunft sind Schrumpfkuren auf bis zu 11 nm und weniger geplant. Da stellt sich die Frage, ob Hersteller die Tücken der aufwändigeren Belichtung und der auftretenden Leckströme in den Griff bekommen. Im Prozessorenbereich ist zumindest Intel bereits einen Schritt voraus: Im Frühjahr 2012 soll mit Ivy Bridge der erste Prozessor in einer Strukturbreite von 22 Nanometern gefertigt werden. Zwar wird auch hier über mögliche Problemen in der Entwicklung spekuliert, diese sollen aber offenbar eher die neuartigen 3D-Transistoren betreffen und weniger die Fertigungsstrukturen an sich. Müssen AMD und Nvidia Nachhilfe beim Prozessor-Primus nehmen?


Alte Technik mit neuem Namen: AMD HD7000M und Nvidia Geforce 600M werden vorerst nur umbenannt.

Im Notebook nichts neues - AMD und Nvidia benennen alte Chips um

In der vergangenen Woche berichteten wir von einigen Notebooks der Hersteller Hewlett Packard und Asus, in denen jeweils eine neue AMD Radeon HD 76x0M verbaut wurde. Erste Produktbeschreibungen dieser Notebooks erweckten den Eindruck, es würde sich dabei um aktuelle und modernisierte Grafikchips im 28nm-Fertigungsprozess handeln. Einige Internetshops präsentierten in ihren Beschreibungen ebenfalls die 28nm-Fertigung der Grafikchips. Allerdings handelt es sich dabei um einen Irrtum. Sowohl die vermeintlich neuen Serien Radeon HD 7400M als auch die HD 7500M und die HD 7600M werden nicht im 28nm-Verfahren hergestellt. Zum Einsatz kommen GPUs der Vorgängergeneration, gefertigt in 40nm-Strukturbreite. 

So basieren die Radeon HD 7400M auf AMDs Radeon HD 6470M, die HD 7500M auf der HD6630M und die HD 7600M auf der HD 6750M. Im besten Fall liegen die Taktraten also nur etwas höher als bei den Ursprungsmodellen, Änderungen in der Architektur und damit auch beim Energiebedarf sind aber nicht vorgenommen worden. Im Gegensatz zur HD-6000M-Reihe bietet AMD einige der HD-7x00M-Modelle auch mit GDDR5-Speicher an, was sich positiv bei der Gesamtleistung bemerkbar machen dürfte. 

Auch wenn AMD so freundlich ist, die umbenannten Grafikchips wenigstens in einer etwas geringeren Leistungsstufe einordnet, bleibt doch ein fader Beigeschmack. Zumal es an öffentlichen Informationen zu den GPUs lange Zeit fehlte. Selbst Händler waren sich in der vergangenen Woche nicht sicher, mit welcher Technik sie es nun eigentlich zu tun haben. Hersteller wie AMD und Nvidia bezwecken aber eben genau das: Verwirrung beim Kunden stiften und so bei weniger gut informierten Personen mit neuen Produktbezeichnungen punkten. Und womöglich auch bei arglosen Verkäufern, die unwissend veraltete Technik als neuwertig anpreisen.

Doch nicht nur AMD betreibt fröhliches Weihnachtsgeschäft-Rebranding: Auch Nvidia nutzt die Chance und präsentiert schnell einige Modelle der vermeintlich neuen Geforce-600M-Baureihe. Doch auch bei der Geforce 610M, der GT 630M und der GT 635M handelt es sich nicht um neue Grafikchips. Die technischen Daten dieser GPUs weisen darauf hin, dass es sich dabei um neu benannte Versionen der Geforce 520MX, GT540M und GT 555M handelt. Bei den Taktraten, dem genutztem Speicher und den verbauten Shadereinheiten gibt es absolut keine Änderungen. Bis auf eine Ausnahme: der GDDR5-RAM der GT 635M ist um 231 MHz schneller getaktet als bei der GDDR5-Version der GT 555M. Spürbar beschleunigen wird dieses Upgrade den Chip allerdings nicht.


Laut VR-Zone.com handelt es sich bei dieser Karte um eine AMD Radeon HD7950.

Erste "echte" AMD Radeon HD7xx0 abgelichtet?

Wer seine Grafikkarte im Desktop-Rechner aufrüsten, dafür aber nur ungern zu einem der bereits erhältlichen Modelle greifen möchte, muss sich noch etwas mit dem Neukauf gedulden. Zwar sah es für einige Zeit tatsächlich so aus als würde AMD noch in diesem Jahr neue Radeon-Grafikkarten vorstellen, mittlerweile stehen die Zeichen dafür allerdings schlecht. Frühestens im Januar 2012 dürften es die AMD Radeon HD 7950 und HD 7970 auf den Markt schaffen – und das höchstwahrscheinlich überschaubaren Stückzahlen. Noch immer soll die Ausbeute funktionsfähiger Chips im neuen 28nm-Fertigungsverfahren relativ niedrig liegen, AMDs Boardpartner zeigten sich daher in der jüngeren Vergangenheit eher pessimistisch in Bezug auf die Verfügbarkeit. 

Dass es aber offenbar tatsächlich das eine oder andere Sample der Tahiti-GPU geben muss, beweisen neu aufgetauchte Fotos der neuen Grafikkarten. Allzu viel verraten die recht unscharfen Aufnahmen aus dem Forum von Beyond-3D nicht über die Karten. Immerhin ist darauf zu erkennen, dass zumindest das Topmodell  HD7970 über ein Speicherinterface von 384 Bit Bandbreite verfügen wird. Darin kommt erneut GDDR5-Speicher zum Einsatz. Frühere Gerüchte über schnelles XDR2-RAM der Firma Rambus scheinen sich damit als unwahr zu erweisen. Die Speichermenge kann bei einem 384-Bit-Interface entweder 1,5 Gigabyte oder 3 Gigabyte betragen, realistisch dürften wohl 3 Gigabyte sein. Auf der Platine sind zudem zwei 8-Pin-Stromstecker für zusätzliche Netzteil-Energie zu sehen. Angeblich sollen die Verkaufsmuster aber mit einem 8-Pin- und einem 6-Pin-Stromport auf den Markt kommen. 


Unscharfes Crossfire-Paar: Sind hier zwei AMD Radeon HD 7970 zu sehen?

Ein weiteres Bild, erschienen bei vr-zone.com, soll die HD 7950 zeigen. Hier sind ebenfalls 384 Bit Bandbreite für den 1,5 bis 3 Gigabyte großen Speicher zu vermelden. Allerdings nutzt diese Karte nur noch zwei 6-Pin-Stromstecker und soll mit maximal 220 Watt Energiebedarf vergleichsweise sparsam für eine Highend-Grafikkarte agieren.  

Ob bei diesen Karten nun die schon seit einiger Zeit angekündigte GCN-Grafikarchitektur zum Einsatz kommen wird, ist immer noch unklar. AMD hält sich mit Informationen über die Karten extrem zurück. Neueste Gerüchte gehen allerdings auf die Leistungsfähigkeit der Radeon HD7970 ein: diese soll ungefähr die Performance der aktuellen Dual-GPU-Karte Radeon HD 6990 auf den Monitor bringen. Andere Quellen sind da schon pessimistischer eingestellt und sprechen von maximal 45 Prozent Mehrleistung im Vergleich zur HD 6970.

Eine Einführung zur im Januar 2012 stattfindenden CES dürfte im Rahmen des Möglichen liegen und alle offenen Fragen beantworten. Bis dahin stellen aber auch die aktuellen Modelle eine gute Alternative zur Aufrüstung eines PCs dar. Einige interessante Modelle präsentiert unser großer vorweihnachtlicher Einkaufsratgeber für PC-Hardware.
Madrakor 15 Kenner - P - 3218 - 13. Dezember 2011 - 1:58 #

Ich gebe zu, ich wäre auf das rebranding der mobilen Grafikkarten hereingefallen, da ich mich um diesen Marktbereich so gut wie gar nicht kümmere. Und aktuell gibt es nicht viele Spiele wegen denen man unbedingt eine neue Grafikkarte bräuchte, von daher sollen sie sich meinetwegen noch Zeit lassen mit der nächsten Generation.

Wieder einmal "Danke" für den Hardwareüberblick!

"Nivdias und AMSs Haus- und Hof-Fertigungsunternehmen" ist glaube ich ein Tippfehler? Oder hat sich AMD schon wieder umbenannt?

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