HW-News KW46: Kreative Grafikkarten, AMD bleibt AM3+ treu
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Dennis Ziesecke 29785 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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14. November 2011 - 20:02 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert
So langsam wird es kalt in Deutschland und Umgebung. Besonders aufgefallen ist diese Tatsache dem PC-Nerd in früheren Jahren ja nicht unbedingt - für kuschelige Wärme hat der Rechner unterm Tisch gesorgt, die Jalousie hat das störende Tageslicht ausgesperrt. Immer energiesparender arbeitende Komponenten lassen allerdings die bewährte Heizwirkung vermissen, so wird das nichts mit der Klimaerwärmung! Der Rat kann also nur lauten: Kauft Colorfuls GTX560TI Kudan und steckt das optional erhältliche Power-Modul hinzu. Eine derart massiv übertaktete Karte sollte die Raumtemperatur um das eine oder andere Grad erhöhen können. In Verbindung mit einer Bulldozer-CPU von AMD können vielleicht sogar Omas selbstgestrickte Socken im Schrank bleiben. Bleibt zu hoffen, dass AMD beim FX-Nachfolger Piledriver nicht allzu sehr an der Energieeffizienz schraubt, der nächste Winter kommt bestimmt.


Colorful iGame GTX 560TI Kudan mit rückseitig montiertem Air-Kit.

Colorful zeigt extravagante GTX 560 TI

Einige Grafikkartenhersteller halten sich streng an die Designvorgaben der Chipproduzenten. So fluten kurz nach dem  Release eines neuen Grafikchips Unmengen an vollkommen identischen Modellen den Markt, gekauft wird dann oft nach dem Bauchgefühl. Nvidias GTX 560 TI ist allerdings bereits seit einiger Zeit auf dem Markt, so dass sich unzählige Custom-Designs mit teils kaum hörbaren Lüftern finden lassen. Mit der iGame GTX 560TI Kudan sticht der asiatische Hersteller Colorful allerdings auch aus dem Feld der Eigenkreationen heraus. 

Ungewöhnlicher geht es kaum: Colorful hat nicht nur das PCB, also die grundlegende Platine der Karte, komplett neu gestaltet, sondern auch eine sehr aufwändige Kühlkonstruktion auf den Chip gesetzt. Der Lüfter benötigt gleich drei Slots unter dem Grafikkartensteckplatz, eignet sich also nicht für beengte PC-Gehäuse oder SLI-Systeme. Zehn Heatpipes, unzählige eng beieinander liegende Kühlrippen und gleich drei große Lüfter sorgen für den hoffentlich effektiven Abwärme-Abtransport. Einer der Lüfter ist dabei mit 80mm Durchmesser, zwei mit je 70mm versehen. Auf Wunsch lassen sich sogar auf der Rückseite der Karte zusätzliche Lüfter anbringen, einige Heatpipes transportieren auch auf die bei fast allen anderen Grafikkarten ungenutzte Rückseite Wärme. Allerdings besteht so die Gefahr, dass die Karte sich mit Chipsatz- oder Prozessorkühlern in die Quere kommt, vor dem Kauf und der Montage sollte also gut abgewogen werden, ob der zur Verfügung stehende Platz ausreicht.


Für Künstler: Die Karte wird mit Acrylfarben zum Verzieren des Lüfters ausgeliefert.

Um das Frischluftangebot auch auszureizen hat Colorful die Karte mit zwei umschaltbaren Firmwares versehen. Das Standard-BIOS nutzt Nvidias Herstellervorgaben und taktet die GPU mit 820 MHz, den GDDR5-Speicher mit 4000 MHz. Per Knopfdruck lässt sich die Karte umschalten auf 900 und 4200 MHz. Wenn das immer noch nicht reicht, dem bietet Colorful eine auf die Rückseite der Karte zu montierende Zusatzplatine mit zusätzlichen VRM-Phasen für eine bessere Stromversorgung an. Mittels dieser Karte lässt sich die Taktfrequenz des GF114-Chips auf recht beeindruckende 1010 MHz steigern. Der Speicher der Karte taktet mit der Zusatzplatine mit 4500 MHz. Bereits von Haus aus nutzt die Karte Spannungswandler mit acht Phasen und reiht sich so in die Riege der für Übertaktung besonders gut geeigneten Modelle ein. Hohe Taktraten fordern allerdings auch ihren Tribut in Form von erhöhter Energieaufnahme: Gleich drei 6-Pin-Stromstecker finden sich an der Karte, bis zu 300 Watt kann die Karte so vom Netzteil aufnehmen.

Auf der Rückseite der Karte befindet sich der bereits erwähnte Mini-PCIe-Steckplatz. Dieser nimmt aber nicht nur die Zusatzkarte zur verbesserten Energieversorgung auf, sondern lässt sich auch mit anderen Erweiterungskarten bestücken. Colorful will unter anderem WHDI- und TV-Karten für diesen Steckplatz anbieten. Per WHDI würde sich die Karte kabellos mit Set-Top-Boxen am Fernseher verbinden lassen. 

Kreative Nutzer können zudem die Blende des Kühlers verzieren. Zu diesem Zweck liegt der Verpackung eine Auswahl verschiedener Acryl-Farben bei. Alternativ würde sich damit sicherlich auch die Verpackung der Karte verzieren und als Kunstobjekt im Computerzimmer platzieren lassen. Mit mehr als 80 Zentimetern in der Höhe, 16 Zentimetern in der Länge und 14 Zentimetern in der Breite dürfte das Objekt auf jeden Fall ebenso viel Aufmerksamkeit bekommen wie es Platz benötigt. Bislang ist allerdings noch nicht sicher, ob die "Monster-Grafikkarte" es tatsächlich in den deutschen Handel schaffen wird. Auch der Preis der ungewöhnlichen Karte und ihrer Zubehörprodukte ist noch nicht bekannt.


AMDs Sockel AM3+ ist durch seine schwarze Farbe gut vom weißen Vorgängersockel zu unterscheiden.

AMD Piledriver erscheint für Sockel AM3+ 

Erst vor kurzem präsentierte AMD die neue Bulldozer-Prozessorarchitektur der Öffentlichkeit. Da die neuen FX-Prozessoren aber stark auf die Bedürfnisse im Servermarkt optimiert wurden, enttäuschte das Ergebnis viele Spieler und AMD-Fans. Besserung soll im kommenden Jahr "Piledriver" als Weiterentwicklung der Bulldozer-Architektur schaffen. Zwar erscheinen bereits im Frühjahr erste CPUs mit Piledriver-Kernen, dabei wird es sich aber sicher um die mit integrierter HD7000-Grafik bewehrten Trinity-APUs handeln, die die Nachfolge der aktuellen Llano-CPUs antreten sollen. Trinity soll zudem nur maximal zwei Prozessormodule vorweisen können und wird voraussichtlich ohne leistungssteigernden L3-Cache auf den Markt kommen. Die Grafikeinheit wird keine für Spieler wirklich erwähnenswerten Leistungen bringen, so dass Trinity für PC-Gamer erst einmal uninteressant bleiben dürfte. Zwei Prozessormodule vermarktet AMD zwar als "vier Rechenkerne", so ganz stimmt diese Rechnung aber nicht. Ein Modul enthält nicht alle Bestandteile eines vollwertigen CPU-Kernes, so dass sich eine Zwei-Modul-CPU eher mit Dualcore-Prozessoren als mit Quadcores messen muss.

Mehr Leistung soll im Herbst 2012 dann die Desktopversion von Piledriver bringen. Hier werden dann bis zu vier Module, laut AMDs Marketingabteilung also acht Rechenkerne, zusammenarbeiten dürfen. Durch Optimierungen im Chipdesign will AMD die recht hohe Energieaufnahme der Bulldozer-Architektur senken und gleichzeitig die Leistung um bis zu 15 Prozent erhöhen. Wer sich jetzt bereits ein Mainboard mit dem Sockel AM3+ in der Hoffnung auf überzeugende Bulldozer-Performance gekauft hat, kann sich jetzt freuen: Piledriver wird auch in diesen Boards funktionieren. Zwar wird der Boardhersteller ein BIOS-Update herausbringen müssen, der Kauf einer neuen Hauptplatine ist aber nicht nötig. Damit stellen Boards mit dem Sockel AM3+ eine recht gute Basis für aktuelle AMD-Rechner dar: AM3+ nimmt sowohl die älteren Phenom-II-CPUs als auch aktuelle FX-Prozessoren und eben auch die kommenden Piledriver auf. 

Einen neuen Chipsatz wird AMD noch vor dem Release von Piledriver präsentieren. Dieser wird aber ebenfalls nur Detailverbesserungen bringen - immerhin integriert AMD endlich USB 3.0 in die SB1060-Southbridge. Auf PCIe 3.0 indes dürfen AMD-Fans noch etwas länger warten. Während Intel bereits mit Ivy Bridge im Frühjahr 2012 den im Vergleich zum Vorgänger doppelt so schnellen PCIe-Standard unterstützen wird, plant AMD noch keine Chipsätze mit PCIe 3.0. Ein Problem dürfte dabei auch AMDs Hypertransport-Schnittstelle sein - diese ist schlicht zu langsam für zwei PCIe16x-Steckplätze nach 3.0-Norm. 


Kleine Liste, viele Infos: GCN nur für Topmodelle, HD7850/70 noch im Dezember.

Radeon HD7000-Serie kurz vor dem Launch?

Wenn moderne Hardwarefresser wie Battlefield 3 nicht mehr flüssig laufen liegt es oft an einer überforderten Grafikkarte. "Zeit für neue Modelle" mag man denken - doch in diesem Jahr war es erstaunlich ruhig um die beiden großen GPU-Hersteller AMD und Nvidia. In den Laboren der Chipentwickler wird aber eifrig an neuen Grafikchips gearbeitet - zudem steht der Sprung zu 28 nm schmalen Fertigungsstrukturen an. AMD hat sich dabei offenbar sehr fest vorgenommen, erste 28nm-Chips noch vor Nvidia auf den Markt zu bringen. Angesichts einer aktuell im Internet kursierenden Liste könnte AMDs neuer CEO Rory Read durchaus Erfolg mit diesem Plan haben. Noch im Dezember diesen Jahres sollen die beiden Performance-Grafikchips Pitcairn Pro und Pitcairn XT in Form der AMD Radeon HD 7850 und HD 7870 erscheinen. Zwar fehlen weitere bahnbrechende Neuerungen bei diesen beiden Grafikchips: Die komplett neu entwickelte GCN-Grafikarchitektur beispielsweise wird den erst im Frühjahr 2012 erscheinenden Topmodellen auf der 7900-Reihe vorbehalten sein. Dennoch sollte der neue Fertigungsprozess Vorteile bringen. So lassen sich aufgrund niedrigerer Energieaufnahme die Taktraten steigern und unter Umständen zusätzliche Shadereinheiten im Chip unterbringen. 

Mit "auf den Markt kommen" meinen wir allerdings nicht "in ausreichenden Mengen verfügbar". Angesichts der Fertigungsprobleme bei TMSC, wo die Chips in Auftrag gefertigt werden, dürften nur homöopathische Mengen der neuen GPUs dieses Jahr tatsächlich im Handel landen. Schlechte Aussichten also für einen spontanen Grafikkartenkauf zum Weihnachtsurlaub.

Ben_S 17 Shapeshifter - P - 6025 - 14. November 2011 - 20:12 #

Hmm da lohnt sich ja das Aufrüsten der Grafikkarte erst gen Frühjahr, bis dahin sollten dann auch größere Mengen der HD 7000er Serie vorhanden sein.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29785 - 14. November 2011 - 20:33 #

Uh, ist irgendwie recht lang geworden diese Woche. Sorry ;) .

Andreas 16 Übertalent - 4622 - 14. November 2011 - 20:38 #

Sorry? Das ist gut so! Beim nächsten mal kannst du ja etwas weniger schreiben und den Rest als DLC anbieten, das macht man jetzt so. ^^

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29785 - 14. November 2011 - 20:44 #

Schau dir Skyrim an, DLC wird auch bei großem Umfang noch funktionieren :D

Andreas 16 Übertalent - 4622 - 14. November 2011 - 20:34 #

Tolle Einleitung Dennis! :)
Grafikkarten anmalen? ;D

Jadiger 16 Übertalent - 5347 - 15. November 2011 - 8:34 #

Die Karte hab ich schonmal gesehen bloss da wuste noch keiner für was das steckmodul da ist. Das Teil ist ja nur was für Benmark recorde aber solche Leute bauen sich das ja meist selber istgendwie hat das Teil keinen Sinn.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29785 - 15. November 2011 - 8:42 #

Wie erwähnt, der Steckplatz kann wohl auch andere Karten aufnehmen. So kann man sich eine eigene "All-in-Wonder" basteln (kennt die noch jemand? ATIs Multifunktionsgrafikkarten mit TV-Tuner?) oder eben Wireless-Display hinzufügen. Vor allem letzteres finde ich nicht unspannend.

Andreas 16 Übertalent - 4622 - 15. November 2011 - 13:29 #

Ja, ich hatte früher eine All-in-Wonder. War gar nicht schlecht das Teil.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29785 - 15. November 2011 - 14:03 #

Ich hatte gleich mehrere - erst die 8500 AIW und später noch eine 9200 AIW für wenig Geld aus der Bucht. Waren nett. Nur die gesunkenen Taktraten haben gestört, weshalb die 8500 AIW einer Geforce 3 Platz machen musste. Bei Dungeon Siege lagen teilweise 50-75 Prozent mehr Framerate drin mit der Geforce.

Andreas 16 Übertalent - 4622 - 15. November 2011 - 19:24 #

Meine ist noch älter, denn ich hatte die AIW 128 Pro. :)
Du bringst mich jetzt dazu hier rumzukramen, um zu gucken, ob ich noch im Besitz dieser Karte bin. Ich erinnere mich zumindest nicht daran, das ich sie verkauft hätte. In diesen Zeitraum muss ja auch meine Voodoo 5 fallen. Hatte ich vor oder nach der ATI? Die Voodoo 5 kam glaube ich später raus und bäm, war die Firma pleite! Mein Kauf hatte den Laden nicht gerettet. :D

Edit: Nicht gefunden. Verschollen im Krempelsystem. ^^

Ukewa 15 Kenner - 3689 - 15. November 2011 - 15:05 #

Ermöglicht mir das im ersten Bild dargestellte "Air-Kit" auch Zeitreisen durch Fluxkompensation?

Andreas 16 Übertalent - 4622 - 15. November 2011 - 15:07 #

Ja, einfach mit Flux-Acrylfarben den Kompensator aufmalen. ^^

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