EU und „Killerspiele“: Österreichische Parteien nehmen Stellung

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23. Mai 2009 - 13:18 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert
Sogenannte „Killerspiele“ stehen in Deutschland immer deutlicher in der Kritik. Obwohl der Jugendschutz durch die USK und BPjM für Computer- und Videospiele in Deutschland weltweit einer der Strengsten ist, wird durch unüberlegte politische Aussagen, fehlerhaften Reportagen der deutschen Presse und Forschungsergebnisse von unseriös eingestuften Instituten ein gesellschaftliches Klima der Ablehnung erzeugt. Das lange Zeit keine vernünftige Definition von „Killerspielen“ existent war lässt sich dadurch erklären, dass das „Verbot von Killerspielen“ im Koalitionsvertrag der CDU/SPD-Regierung zuerst auf Spiele wie Paintball abzielte und erst später auf Computer- und Videospiele übertragen wurde.
Zur kommenden Europawahl haben nun die österreichischen Parteien zu dem weniger plakativen und etikettierenden Begriff „Gewalt-Games“ Stellung bezogen:
 
Frage:
Nach jedem Schulamoklauf mit Schusswaffen wie etwa vor kurzem im deutschen Winnenden werden Forderungen von Politikern laut, die "Killerspiele" verbieten wollen. Auch im EU-Parlament sind Gewaltspiele des Öfteren Thema. Wie stehen Sie zur Regulierung von Computerspielen?
 
SPÖ:
Wir stehen hinter dem Entschluss, mit dem der Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz des EU-Parlaments einen Bericht des liberalen niederländischen Abgeordneten Toine Manders einstimmig angenommen hat. Manders setzt auf die Selbstregulierung der Spielebranche und auf eine europaweite Kennzeichnung der Games nach dem PEGI-System. Im aktuellen Regierungsprogramm sind neben Aktivitäten hinsichtlich Einschränkung der Darstellung von Gewalt in den Medien auf ein jugendverträgliches Maß auch die Weiterführung und der Ausbau der Bundesstelle für Positivprädikatisierung von Computer-Konsolenspielen zur Sensibilisierung der Eltern bezüglich Gewaltdarstellungen in Computerspielen festgelegt.
 
ÖVP:
"Killerspiele" sind ein Symptom, keine Ursache des Problems. Es gibt einen beunruhigenden Trend unter Jugendlichen zu Verharmlosung von Gewalt. Dieser Trend hat viele Ursachen. Um unseren Kindern und Jugendlichen soziale Kompetenz im Umgang miteinander zu vermitteln, sind zuallererst die Eltern, Familien und die Schulen gefordert. Wenn Eltern der Meinung sind, dass ihre Kinder solche Spiele nicht benutzen sollten, ist es zuallererst Aufgabe der Eltern, das mit den Kindern zu besprechen. Eltern können ihre Verantwortung nicht an den Gesetzgeber abgeben. Ein gesetzliches Verbot der Spiele würde nur die Jugendlichen kriminalisieren. Strengere Regeln im Umgang mit solchen Spielen kann man durchaus diskutieren (z. B. Anhebung des Mindestalters oder der Preise für solche Spiele). Als alleinige Maßnahme sind sie aber wirkungslos.
 
Die Grünen:
"Killerspiele" sind ein ernstes Problem, weil sie die Schwelle zur Gewaltanwendung unter Umständen senken können. Darüber gibt es eine heftige Auseinandersetzung zwischen Experten. Man kann sie aber keinesfalls allein für Amokläufe verantwortlich machen. Ich stelle mir eine Regulierung sehr schwierig vor – die Grenze zur Zensur ist fließend!
 
FPÖ:
Hier ist in erster Linie die Familie gefragt, und nicht der Staat. Es sind ja nicht nur "Killerspiele", sondern auch problematische TV- und Kino-Produkte, die zu solcherlei Verhalten beitragen. Hier muss es natürlich einen entsprechenden Jugendschutz geben – sprich eine Freigabe erst ab 18. Diesen Schutz jedoch umzusetzen, liegt letztlich in der Hand der Familien. Das zu stärken, ist aus unserer Sicht die Aufgabe.
 
KPÖ:
"Killerspiele" sind die eine Sache. Gewalt in der Gesellschaft, tagtäglich vielfach von Männern in nicht wenigen Familien in den eigenen vier Wänden auch real vorgelebt, sind eine andere Sache. Mord und Totschlag auf staatliche Anweisung hin (Kriege genannt) sind ein dritter Bereich, wo vorgelebt wird, wie Probleme "gelöst" bzw. "nicht gelöst" werden. Nur ein simples Verbot von "Killerspielen" wird das Problem nicht lösen. Zudem, wie die Wirtschaftskrise zeigt, wo Profit erzielt werden kann und muss, da zählen Moral und Ethik nichts. Und werden die Lobbyisten dieser Branche nicht argumentieren, dass durch ein Verbot solcher Spiele "die freie Marktwirtschaft selbst gefährdet wird?
 
Die jungen Liberalen:
Die Jungen Liberalen lehnen im Zusammenhang mit Gewalttaten die pauschale Verurteilung von PC- und Videospielen ab, die soziale und persönliche Missstände von Tätern außer Acht lässt. Sie akzeptieren es nicht, wenn ein Hobby vieler Menschen ungerechtfertigt als Sündenbock missbraucht wird. Natürlich sind nicht alle Videospiele zu begrüßen. Dennoch gilt hier für uns (wie in vielen anderen Bereichen): Aufklärung statt Verbote!
 
BZÖ:
Computerspiele sind bereits jetzt reguliert, beispielsweise sind verhetzende oder rassistische Spiele bereits jetzt durch das Strafgesetzbuch zu Recht verboten. Generell Computerspiele zu verbieten ist in Zeiten des Internets sinnlos und kontraproduktiv.
 

Anschließend folgt ein Video in dem einige der hoffentlich nur schlecht recherchierten Beiträge des deutschen Fernsehens kritisch hinterfragt werden.

Video:

Gucky 22 AAA-Gamer - P - 33916 - 23. Mai 2009 - 13:35 #

Das jüngste Beispiel wie polemisch und unsachlich Diskussionen über gewalthaltige Spiele in Deutschland geführt werden ,kann man an dem eventuell kommenden eSports-Event in Karlsruhe erkennen.

MrXentric 10 Kommunikator - 383 - 23. Mai 2009 - 18:12 #

Hm woran liegt dass dass sich österreichische Pareien so anders verhalten? Das es keine (mir bekannten) Amokläufe gibt?

Hach wär das schön die österreichischen Jugendschutzgesetze zu haben, alles nötige ab 18 aber dann wenigstens ungeschnitten.

Gadeiros 15 Kenner - 3062 - 24. Mai 2009 - 10:50 #

das video ist teilweise sehr kleinlich und legt einiges auf die goldwaage.. natürlich zeigt das video deutlich das absolute unwissen. auch sieht man, daß neben schlechter recherche auch ein absoluter unwillen ebsteht, positiv oder neutral zu bleiben. aber manchmal merkt man, daß allgemeines angesprochen wird, das video aber den direkten zusammenhang zum erwählten game anprangert.
oder das mit den untersuchungen.. video merkt sofort das was der moderator sagt als falsch an.
eine untersuchung sagt deutlich: das macht brutal und dumm.
die andere sagt: welcher doofie hat diese untersuchung gemacht?? das ist quatsch! es ist keinerlei negativer effekt festzustellen.
solange sich da in expertenfront nicht einig ist, kann der sagen, daß es untersuchungen gibt, die das belegen würden. solange jedoch keiner da ist, der sagen kann, daß auch das gegenteil untersucht und bewiesen werden konnte, ist natürlich ein schaden verursacht.

ich finde das video als beispiel suboptimal. ist irgendwo der gekränkte stolz des spielers als unsachlichkeit deutlich sichtbar

man sieht wenigstens im text schön, daß die ösis wissen, daß sie auch jugendliche wähler haben und daß die wirtschaftlichen eigenschaften von games doch schon die milch fett machen. :P
da sind die deutschen noch nicht hintergestiegen. und daß sie spiele unter anderen gesichtspunkten sehen könnten, ist ihnen als politikern ein dorn im auge. unterhaltung? freizeitbeschäftigung? spaß? nein, es sind objekte der gewalt und wenn wir die wählerschaft unserer partei unter der flagge der abschaffung selbigen derart einfach vereinen können, dann sollten wir das nutzen. usw..
außerdem ignorieren unsere deutschen politiker die realität ja nicht unbedingt absichtlich. sie wissens nicht und änderungen der eigenen meinung würden ihnen später angekreidet werden. und fragt euch mal, was mit denen passiert, die dem allgeimeinen parteikurs der abschaffung und es verbots nicht folgen wollen.
*schulterzuck* und solange es keine seriöse plattform für die vertretung der gamer und deren interessen in den medien gibt, der aucch ältere bürger erreichen kann, dann fährt der verbotskurs eben in den quoten besser.

NedTed 18 Doppel-Voter - - 11729 - 4. Juni 2009 - 15:20 #

Ich bin ehrlich gesagt ordentlich froh in Österreich zu leben! :)

Am Sonntag bei der EU-Wahl hat jeder selbst die Gelegenheit jene Partei zu wählen welche für ihn am ehesten das Medium Computerspiele am besten vertritt!

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