HW-News KW45: Core-i7 C64, preiswerte SSDs, Dual GTX560TI
Teil der Exklusiv-Serie Hardware-News

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Dennis Ziesecke 29988 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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7. November 2011 - 18:00 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert
Der Brotkasten lebt! Wer allerdings keine Lust auf permanentes Retrogaming hat, könnte beim C64-EX von Commodore eventuell schwach werden. Als kleine Aufwartung an den Ur-C64 darf sich zudem der HW-News-Teaser mit 16 Farben und niedrig aufgelöst präsentieren. Zuviel Retro? Glücklicherweise gibt es ja auch noch andere Themen. So plant OCZ im kommenden Jahr, die SSD-Preise massiv zu senken. Und EVGA lötet gleich zwei GTX560TI auf eine Platine.


Klassisches Gehäuse außen, moderner Core-i7 innen: Commodores C64 Extreme.

C64 mit Core-i7-Innenleben

Commodore USA verkauft bereits seit einiger Zeit einen recht leistungsschwachen Media-PC mit C64-Gehäuse. Doch dieser PC64 sieht nicht nur fast genauso aus wie der berühmte Vorfahr, er ist dank Atom-CPU auch vergleichsweise rechenschwach -- auch der nicht einmal ein Megahertz schnelle Prozessor des C64 galt nie als Leistungswunder. Mit Atom-Innenleben konnte der C64x jedenfalls nur wenige Käufer begeistern. Nun versucht es Commodore USA mit einem neuen Modell, dem C64EX (C64x-Extreme) mit deutlich potenterer Hardwarebasis.

Zum Einsatz kommt Intels Sandy-Bridge-CPU in der Mobilversion i7-2720QM. Dieser Prozessor taktet seine vier Rechenkerne mit 2,2 GHz, per Turbomodus erhöht sich die Frequenz bei geringer Kernlast sogar auf bis zu 3,3 GHz. Angesichts der aktuellen Festplattenpreise recht beachtlich sind die 2 TB Festplattenspeicher, die verbauten 8 Gigabyte RAM gelten allerdings schon beinahe als Standard. Für die Grafik sorgt allerdings nur Intels in die CPU integrierte HD3000-Grafiklösung - für ausgelassene Spielestunden eignet sich der C64-EX also nur bedingt. Andererseits: Der Gedanke mit einem C64 hochauflösende Videos in atemberaubender Geschwindigkeit umwandeln zu können entschädigt eventuell den Einen oder Anderen für die fehlende Grafikleistung. 

Verbaut ist die Hardware in einem angenehm altmodischen C64-Gehäuse aus der Brotkasten-Ära. Ein paar Hinweise auf die moderne Hardware gibt es jedoch: Einen "Internet"-Knopf bot die Original-Tastatur jedenfalls nicht. Seitlich befindet sich noch ein DVD-RW-Laufwerk, auf der Rückseite finden sich ein Lüfter sowie eine Blende mit Ein- und Ausgängen. Anstelle von Joystickports ist ein Cardreader verbaut, Joysticks finden indes trotzdem Platz - an den USB-Ports auf der Rückseite. Sogar USB 3.0 hat mittlerweile Einzug erhalten, ebenso finden sich vier USB-2.0-Ports. Zusätzlich bietet die Anschlussleiste je einen Anschluss für DVI, VGA und HDMI sowie analoge Audioanschlüsse für 5.1-Sound. 

Als Betriebssystem des 1500 US-Dollar teuren C64-EX wählt Commodore USA Linux. Zum Einsatz kommt Ubuntu 10.10. Bereits für das Vorgängermodell versprach Commodore jedoch eine selbst zusammengestellte Linux-Distribution namens Commodore OS Vision. Mit diesem Betriebssystem sollen auch C64-Spiele direkt abgespielt werden können - wenigstens dafür reicht Intels HD3000 auf jeden Fall.


OCZ will für einen Preissturz bei Einsteiger-SSDs sorgen.

OCZ kündigt deutlich preiswertere SSDs an

Auch wenn die Festplattenpreise aufgrund der Flutkatastrophe in Thailand gerade massiv steigen, bieten die klassischen Magnetfestplatten im Vergleich zu SSDs auch weiterhin deutlich mehr Speicherplatz pro Euro. Allerdings holen die flotten Flash-Datenträger auf: Der Preis für diverse Modelle mit mindestens 250 Gigabyte ist im vergangenen Jahr um bis zu 200 Euro gefallen. Auch bei den kleineren Kapazitäten fielen die Preise, für knapp 100 Euro gibt es bereits SSDs mit 100 Gigabyte und mehr. Doch auch dieser Preis ist vielen Käufern noch zu hoch - hier setzt OCZ an.

Erst vor wenigen Monaten übernahm OCZ den Controller-Hersteller Indilinx, bekannt durch die erfreulich performanten "Barefoot"-Controller. In Zusammenarbeit mit den Indilinx-Technikern wurde nun ein Controller entwickelt, der in Zusammenarbeit mit preiswerten TLC-Speicherzellen für deutlich preiswertere SSDs sorgen soll. Zum Einsatz kommen dabei nicht die teuren SLC(Single-Level-Cell)-Speicher und auch nicht die aktuell bei preiswerten SSDs üblichen MLC(Multi-Level-Cell)-Speicherzellen sondern TLC-Speicher. TLC steht in diesem Fall für Triple-Level-Cell - und sagt damit einiges über das Innenleben der Speicherbausteine aus. Pro Speicherzelle können gleich drei Bit gespeichert werden - SLC speichert nur ein Bit pro Zelle, MLC kommt auf zwei Bit pro Zelle. Klingt pfiffig und ist es auch - allerdings hat die TLC-Technik einen gravierenden Nachteil: Die maximal möglichen Schreibzugriffe pro Zelle nehmen stark ab. So lassen sich SLC-Speicher bis zu 100.000 Mal wiederbeschreiben, MLC-Speicher kommen auf nur noch knapp 10.000 Schreibzugriffe. TLC-Speicher jedoch lassen sich nur etwa 1000 Mal wiederbeschreiben bis die Speicherzelle nicht mehr genutzt werden kann. Zwar hören sich 10.000 Schreibzugriffe alleine für MLC nach recht wenig an, und von diesen Zahlen wird auch die andauernde Skepsis bezüglich der Haltbarkeit von SSDs genährt. Allerdings haben die Hersteller vorgesorgt: Der Controller verteilt die Schreibzugriffe (die deutlich öfter vorkommenden Lesezugriffe stellen generell kein Problem dar) dynamisch auf möglichst unterschiedliche Speicherzellen. In Verbindung mit einem ausreichend großen Pufferspeicher lassen sich SSDs heutzutage so konstruieren, dass sie mehrere Jahre lang täglich mehrere Gigabyte an Daten schreiben können, ohne auszufallen. Nicht mehr nutzbare Zellen werden als Defekt gekennzeichnet, so dass ein Datenverlust ausgeschlossen ist -- nicht mehr nutzbarer Speicher wird aus dem Puffer ersetzt.

TLC verschärft das Problem zwar, OCZ scheint aber offenbar einen Weg gefunden zu haben, den kommenden Laufwerken auf TLC-Basis eine Haltbarkeit von mehreren Jahren garantieren zu können. Bereits ab Januar 2012 sollen erste Modelle mit TLC-Speicherchips und Indilinx-Everest-Controller zu niedrigen Preisen auf den Markt kommen. Wie niedrig die Preise ausfallen werden ist allerdings noch nicht bekannt.


Zwei GPUs auf einer Platine - EVGA Geforce GTX560TI 2 WIN.

Doppelte GTX560TI von EVGA

Normalerweise finden sich per SLI gekoppelte Grafikkarten-Duos mit zwei GPUs auf einer Platine eher auf teuren Highend-Boards. Dabei kommen üblicherweise nur die schnellsten Chips des jeweiligen GPU-Herstellers zum Einsatz. Bei Nvidia nennt sich die offizielle Dual-GPU-Lösung Geforce GTX590, AMD nennt sein Topmodell Radeon HD 6990. Doch ab und an präsentieren einige Hersteller selbst entwickelte Grafikkarten mit eher ungewöhnlichen Ansätzen. Aktuell gebührt die Aufmerksamkeit EVGA: Die GTX560TI 2 Win trägt zwar einen eher langweiligen Namen, bietet aber zwei vollwertige GTX560TI-Chips auf einer Platine.

Erfreulich dabei: EVGA beschneidet die Leistung der GPUs nicht. So kommen zwei Mal 384 Shadereinheiten, insgesamt also 768 Rechenkerne, zum Einsatz. Zwar taktet der 2 Gigabyte große Grafikspeicher recht herkömmlich mit 4000 MHz, die GPUs arbeiten allerdings schneller als üblich mit 850 MHz. Beworben werden solche Karten üblicherweise mit beeindruckenden Zahlen: 512 Bit soll das Speicherinterface breit sein, zwei Gigabyte VRAM für hohe Leistungen sorgen. In Wirklichkeit handelt es sich allerdings um 2 x 256 Bit und 2 x 1 GB VRAM - jede GPU nutzt ihren eigenen Grafikspeicher, zusammenzählen funktioniert nicht. 

Zwei Performance-Grafikchips erzeugen zwar nicht so viel Abwärme wie zwei Highend-Chips, dennoch setzt EVGA auf ein voluminöses Kühlerkonstrukt mit gleich zwei großen Lüftern. Die knapp 30 Zentimeter lange Platine nimmt damit zwei Slots im Gehäuse ein und erfordert einen recht langen Tower. Auch das Netzteil sollte nicht zu schwach ausgestattet sein - EVGA verbaut gleich zwei PCIe-Stromstecker mit je 8 Pins. Zusammen mit dem PCIe-Port kann die Karte somit bis zu 375 Watt aufnehmen, nichts für schwache Netzteile also. 

Für den Anschluss von bis zu vier Monitoren gleichzeitig stehen drei DVI- und ein HDMI-Port zur Verfügung. Sollen mehr als zwei Monitore gleichzeitig genutzt werden, muss die Karte allerdings den SLI-Betriebsmodus verlassen und die beiden GPUs einzeln ansteuern. Auch das von EVGA beworbene 3D-Surroundgaming funktioniert daher nicht mit SLI-Rechenkraft, sondern nur mit der Leistung einer einzelnen GTX560TI. Für diesen Einsatzzweck ist die Karte daher denkbar ungeeignet: Für die hohen Auflösungen dreier gekoppelter Monitore in Verbindung mit S3D-Berechnungen ist der Grafikchip zu langsam.

Zuletzt stellt sich generell die Frage nach der passenden Zielgruppe. Highendnutzer bekommen mit der GTX590 mehr Leistung – und zahlen dafür nur einen vergleichsweise geringen Aufpreis von knapp 80 Euro. Im US-Shop von EVGA ist die GTX560TI 2 Win für 520 US-Dollar gelistet. Ein SLI-Set aus zwei einzelnen Karten wäre also preiswerter.
volcatius (unregistriert) 7. November 2011 - 18:11 #

1500 Dollar bei so einer Grafikkarte? Selbst als C64-Nostalgiker würde ich mich nicht so verarschen lassen.

sw4pf1le 18 Doppel-Voter - 10771 - 7. November 2011 - 18:29 #

Alles, was in den letzten Jahren lizenziert unter dem Namen C64 verkauft wurde, kann man getrost ignorieren.

MachineryJoe 16 Übertalent - P - 4569 - 7. November 2011 - 19:01 #

Es gibt dort auch 2 billigere Varianten und eine Vic-Version mit einem PC in einer Tastatur, was für Büro- oder Kinder-PCs keine schlechte Idee ist.

MN 16 Übertalent - 5654 - 8. November 2011 - 6:00 #

Genau das habe ich mir auch gedacht bei einem Intel Core-i7 und einem 1500 Euro Gerät kann man doch noch eine leistungsstarke Grafikkarte erwarten.

Aber wenn man es unbedingt haben muss, dann kann man ja zur Not noch eine externe Grafikkarte anschließen. Was ich aber dann als stillos empfinde, wenn man neben seinen geliebten Brotkasten noch einen Kasten für die Grafik stellen muss.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29988 - 8. November 2011 - 7:08 #

Dummerweise bremsen selbst USB3.0-Grafikkarten. Unter Thunderbolt würde ich nichts machen - und das ist natürlich nicht vorhanden..

Henke 15 Kenner - 3636 - 8. November 2011 - 22:32 #

Vielleicht bieten sie die externe Grafikkarte ja im Original-1541-Floppygehäuse an... inklusive Lesekopf-Rattern... :-P

Tassadar 17 Shapeshifter - 7810 - 7. November 2011 - 18:44 #

"EVGA bechneidet die Leistung" -> +s

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29988 - 7. November 2011 - 19:26 #

Mit dem fehlenden S wollte ich die Beschneidung auf der Metaebene andeuten - aber du hast alles kaputt gemacht ;) - Danke dafür :D .

Tassadar 17 Shapeshifter - 7810 - 7. November 2011 - 20:04 #

Ich glaub' Dir kein Wort :P.

DELK 16 Übertalent - 5488 - 7. November 2011 - 20:46 #

Schöne Teaser-Grafik ;)

Kommentarshadowwarrior 08 Versteher - 152 - 7. November 2011 - 21:25 #

Ich würde nie wieder ohne SSDs booten wollen. Ich versteh garnicht was mich da jetzt die letzten Jahre so dran gehindert hat. Ich glaub ich wollte einfach nicht wahr haben, wie sehr gigantisch der Boost wirklich ist. ^^

justFaked 16 Übertalent - 4454 - 7. November 2011 - 22:41 #

Welches OS hast du, und wie lange dauert´s, bis dein Compi fertig hochgefahren ist? (Rein Interesse halber)

hoschi 13 Koop-Gamer - 1485 - 8. November 2011 - 0:45 #

eine SSD als OS Platte ist wirklich deluxe und dazu langt schon ne 64er Platte bzw sogar noch weniger.
Kann ich auch nur empfehlen. Ist mehr wert als 1-2 GB mehr RAM oder n paar Takte mehr CPU Power.
Gerade wenn viele kleine Dateien geladen werden ist eine SSD einer herkömmlichen Platte weit voraus, da hier kein Schreib-Lese-Kopf hin und her schwanken muss.

yeahralfi 14 Komm-Experte - P - 2046 - 8. November 2011 - 10:30 #

EIN-TAU-SEND-FÜNF-HUN-DERT Dollar!!

Und wofür? Für die Leistung eines 600€-Notebooks in einer Pseudoretroverpackung mit unpraktischer Tastatur. Das ist ja mal ein Superangebot...

Es wird gerne ja viel Blödsinn gekauft aber ist denn für sowas echt ein Markt da? Wenn ja, ich hätte da auch noch ein paar gute Angebote:

Verkaufe schicken Rowenta-Toaster im Original 1983-Retrodesign mit coolem Heavy-Used-Look und crazy sepiabraunen Brandspuren für nur 1299€. Irgendjemand Interesse?

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29988 - 8. November 2011 - 10:42 #

Die Leute kaufen bei eBay Raider-Schokoriegel weil die Dinger hierzulande schon seit geraumer Zeit Twix genannt werden. Eine Bekannte ist 2001 so ein Ding für 50 Euro (!!) losgeworden. Dabei war der nicht mal "antik" sondern einfach nur vom Finnland-Aufenthalt übrig geblieben - dort hießen die Teile noch sehr lange Raider..

Du siehst, gekauft wird alles. Egal wie dämlich.

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 7761 - 8. November 2011 - 11:40 #

Leider ist mir der Gag keine 1500 Dollar wert. Für das Geld krieg ich einen richtig guten Spielerechner mit anständiger Grafikkarte.

Thomas Barth 21 Motivator - 28268 - 8. November 2011 - 17:37 #

Ist er nicht klein? Ist er nicht schlank? Ist er nicht wunderwunderschön? *verliebt guck*

Henke 15 Kenner - 3636 - 8. November 2011 - 22:29 #

Ist er nicht arschteuer? *nicht ganz so verliebt guck*

Seufz, ich würde ja den rechten Arm meiner Freundin dafür hergeben, das Retro-Feeling zu erleben, aber eintausendfünfhundert Ocken scheinen mir dann doch sehr "Extreme"...

Marco Büttinghausen 20 Gold-Gamer - P - 20431 - 15. November 2011 - 12:21 #

Danke für die Infos zur SSD. Vielleicht denke ich noch zu sehr in klassischen Festplatten Begriffen, aber bedeutet dieses "verteilte Schreiben" nicht einfach, platt ausgedrückt, das der Plattenplatz absichtlich fragmentiert wird? Stellt das bei SSDs kein Problem mehr da (da kein Lesekopf von A nach B muss) oder negiert dies auf Dauer einen Teil des Geschwindigkeitsboosts?

Oder noch anders gefragt, werden SSDs mit dem Alter langsamer?

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29988 - 15. November 2011 - 19:28 #

SSDs werden langsamer wenn sie zu voll sind, mehr nicht. Da du bei einer SSD ja jedes Bit sofort und ohne die Bewegung eines Schreib-Lesekopfes zur Verfügung hast, ist es den Dingern recht egal, wo sich die Dateien befinden und wie stark die Daten fragmentiert sind.

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